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Ins Einge­machte – Beur­tei­lung konkret

Serie Gefährdungsbeurteilung Teil 2
Ins Einge­machte – Beur­tei­lung konkret

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Im ersten Arti­kel zur Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung wurden die recht­li­chen Grund­la­gen und Rahmen­be­din­gun­gen erläu­tert. Nun wird es darum gehen, den eigent­li­chen Beur­tei­lungs­akt näher zu unter­su­chen und verschie­dene Modelle vorzu­stel­len, die dabei zur Anwen­dung kommen können.

Die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung (GB) ist die syste­ma­ti­sche Ermitt­lung und Bewer­tung rele­van­ter Gefähr­dun­gen der Beschäf­tig­ten mit dem Ziel, die erfor­der­li­chen Maßnah­men für Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit fest­zu­le­gen. Dieser Satz steckt voller Begriffe, die nähere Defi­ni­tion erfor­dern.
Begriff­lich­kei­ten
Die Klärung von Begrif­fen ist kein Selbst­zweck, sondern ermög­licht erst ein glei­ches Verständ­nis bei allen im Prozess Betei­lig­ten. Leider sind einschlä­gige Defi­ni­tio­nen kaum allge­mein­gül­tig kodi­fi­ziert. So gibt es z.B. keine allge­mein­gül­tige Fest­le­gung, was unter einer „Tätig­keit“ zu verste­hen ist. Als erste Annä­he­rung kann an dieser Stelle die Defi­ni­tion aus der DIN EN ISO 6385 heran­ge­zo­gen werden (siehe Kasten „Defi­ni­tio­nen“ Seite 9). Für spezi­fi­sche Betrach­tun­gen ist diese Defi­ni­tion jedoch zu allge­mein und so sind z.B. in der Gefahrstoff- und der Biostoff­ver­ord­nung die Tätig­keits­be­griffe für den Geltungs­be­reich der jewei­li­gen Verord­nung spezi­fi­ziert. In ande­ren Rechts­be­rei­chen (z.B. Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nung) fehlen derar­tige Begriffs­klä­run­gen aber leider noch.
Im Gegen­satz dazu hat der Gesetz­ge­ber im Rahmen der Begrün­dung des Arbeits­schutz­ge­set­zes erläu­tert, was unter „Gefähr­dung“ zu verste­hen ist, nämlich die Möglich­keit eines Scha­dens ohne Anfor­de­run­gen an Ausmaß und Wahr­schein­lich­keit. Leider hat sich diese Defi­ni­tion nicht grund­sätz­lich durch­ge­setzt und so findet man insbe­son­dere in den berufs­ge­nos­sen­schaft­li­chen Regel­wer­ken häufig noch andere Defi­ni­tio­nen [1].
Was aber haben wir unter „Beur­tei­lung“ zu verste­hen? In der Regel sucht man im Schrift­tum vergeb­lich nach einer Erläu­te­rung. Erst beim Studium der Begrün­dung zum Arbeits­schutz­ge­setz wird klar, dass es sich um die Fest­stel­lung von Art und der Schwere eines mögli­chen Scha­dens handelt.
In der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung sind nach BT Druck­sa­che 13 / 3540 die Gefähr­dun­gen als solche zu erken­nen und hinsicht­lich ihrer Schwere nach Art und Ausmaß des mögli­chen Scha­dens zu beur­tei­len (Abb. 1).
Gefähr­dun­gen erken­nen
Auf welche Weise werden nun Gefähr­dun­gen über­haupt erkannt? Zusam­men­fas­send, wenn auch viel­leicht etwas verein­fa­chend kann fest­ge­stellt werden:
  • Eine Gefähr­dung ist dann zu vermu­ten, wenn offen­sicht­lich und unter Berück­sich­ti­gung indi­vi­du­el­ler Lebens­er­fah­run­gen und allge­mei­ner Kennt­nisse die Schä­di­gung einer Person möglich erscheint.
  • Eine Gefähr­dung ist dann zu vermu­ten, wenn die reale Arbeits­si­tua­tion von einem als sicher erkann­ten und beschrie­be­nen Zustand abweicht oder einer Gefähr­dungs­be­schrei­bung entspricht.
Die erste Situa­tion ist ohne Probleme sowohl durch die Mitar­bei­ter als auch die Vorge­setz­ten im Betrieb ohne Spezi­al­kennt­nisse oder Bera­tung zu meis­tern (das Erken­nen des Überfahren-Werdens durch ein Flur­för­d­er­zeug benö­tigt keine beson­dere Ausbil­dung).
Die nicht so leicht zu erken­nen­den Probleme erfor­dern dage­gen die Anwen­dung kollek­ti­ver Erfah­run­gen, die ihren Nieder­schlag in diver­sen Vorschrif­ten, Regeln, Infor­ma­tio­nen und Hand­lungs­hil­fen gefun­den haben wie sie z. B. von den Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten oder der Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (BAuA) heraus­ge­ge­ben werden. In sie ist das Wissen aus Unfall­aus­wer­tun­gen, Erkran­kun­gen, arbeits­be­zo­ge­ner Forschung, medi­zi­ni­schen Erkennt­nis­sen usw. einge­flos­sen.
Aus diesem Grund sei für eine andere Sicht auf diese „Vorschrif­ten“ gewor­ben: Es handelt sich durch­aus nicht um Instru­mente der „Gänge­lung“, sondern um die Aufbe­rei­tung eines reichen Wissens. Sie dürfen als „vorge­zo­gene Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen“ betrach­tet werden, die dem Prak­ti­ker helfen, bereits iden­ti­fi­zierte Brenn­punkte wahr­zu­neh­men und mit seiner eige­nen GB nicht bei „Null“ begin­nen zu müssen (Abb. 2).
Wenn also eine GB im Betrieb geplant wird, so ist anzu­ra­ten, sich recht­zei­tig der notwen­di­gen Unter­la­gen und Fach­leute zu versi­chern, da dadurch Gefähr­dungs­po­ten­ziale sicher erkannt werden können (z. B. BGI / GUV – I 8700, Ratge­ber Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung der Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin, BGI 790 u.a.).
Beur­tei­lungs­in­stru­mente
Was jedoch typi­scher­weise nicht durch die Hand­lungs­hil­fen zu leis­ten ist, ist die eigent­li­che Beur­tei­lung der Gefähr­dun­gen bzgl. ihrer Schwere und bzgl. der Dring­lich­keit von Maßnah­men. Hier spielt auch die reale betrieb­li­che Situa­tion eine wich­tige Rolle, die natür­lich nicht allge­mein­gül­tig abge­bil­det werden kann. Deshalb gibt es auch kein allge­mein­gül­ti­ges oder verbind­li­ches Konzept für die Bewer­tung der Gefähr­dungs­höhe.
Es ist die Aufgabe der im jewei­li­gen Betrieb Betei­lig­ten, vor der GB fest­zu­le­gen und zu defi­nie­ren, nach welchen Maßstä­ben und mit welchem Modell die Schwere der Gefähr­dung fest­ge­stellt werden soll.
Nach­fol­gend sollen kurz vier Modelle vorge­stellt werden, die in einer GB hier­für ange­wen­det werden können, wobei Vor- und Nach­teile kurz erläu­tert werden.
1. Risi­ko­be­ur­tei­lung
In vielen Hand­lungs­hil­fen, z. B. der wich­ti­gen BGI / GUV – I 8700, wird eine Risi­ko­ab­schät­zung empfoh­len, die als Matrix aus Scha­dens­höhe und Eintritts­wahr­schein­lich­keit konzi­piert ist (Abb. 3). Bei der Anwen­dung wird dabei die Höhe der Gefähr­dung in Abhän­gig­keit dieser beiden Varia­blen abge­le­sen.
Genau an dieser Stelle begin­nen aber die Probleme in der Praxis. Wie z. B. kann der Arbeit­ge­ber vorher­sa­gen, welchen Scha­den z.B. ein Leiter­ab­sturz zur Folge hat? Die Folgen einer Gefähr­dung sind nicht wirk­lich vorher­seh­bar, da sie von vielen beglei­ten­den Umstän­den abhän­gen (den sog. „Rand­be­din­gun­gen“). Da hilft auch die Statis­tik kaum weiter. Abb. 4 zeigt als fikti­ves Beispiel die beob­ach­te­ten Folgen von 1000 Leiter­ab­stür­zen. Einige ende­ten tödlich, einige ohne Schä­den und eine große Anzahl zeigte mitt­lere Schä­den. Welchen Scha­den soll nun der Verant­wort­li­che in die Matrix einge­ben? Mehr als 50 % der Abstürze verlau­fen leicht bis mittel. Sind diese anzu­neh­men, oder doch eher die rund 30 % der schwe­ren bis tödli­chen Unglü­cke? Und entspricht die betrieb­li­che Situa­tion über­haupt den Grund­la­gen der Statis­tik oder liegt eine Sonder­si­tua­tion vor?
In ähnli­cher Weise stellt sich die Abschät­zung der Eintritts­wahr­schein­lich­keit dar. Eine korrekte Anwen­dung solcher letzt­end­lich mathe­ma­tisch begrün­de­ter Kenn­werte setzt umfang­rei­ches statis­ti­sches Mate­rial voraus, das den meis­ten Betrie­ben fehlt. Dementspre­chend finden sich in diesen Model­len meist unde­fi­nierte Begriffe wie „selten“, „gele­gent­lich“, „prak­tisch ausge­schlos­sen“, deren Aussa­ge­wert gering ist.
Für die Praxis bedeu­tet dies: Die Verant­wort­li­chen müssen sich eine Scha­dens­art „heraus­pi­cken“, die sie für ihren Betrieb für ein typi­sches Unfall­ergeb­nis halten und mit einer Eintritts­wahr­schein­lich­keit bele­gen. Dies kann aber nur die Wahr­schein­lich­keit sein, mit der ein Unfall, z.B. ein Leiter­ab­sturz eintritt, denn es soll ja die Gefähr­lich­keit der Tätig­keit „Leiter­be­stei­gung“ abge­schätzt werden. Die Verwen­dung der in Abb. 4 gege­be­nen Zahlen – wenn Sie über­haupt vorhan­den sind – würde aber die Gefähr­lich­keit des Ereig­nis­ses „Leiter­ab­sturz“ erge­ben, was etwas ande­res ist als in der GB gefor­dert.
Dies zeigt, dass nur bei einer umfang­rei­chen betrieb­li­chen Unfall- oder Erkran­kungs­do­ku­men­ta­tion oder beim Vorlie­gen sehr guter Lite­ra­tur­da­ten dieses diffe­ren­zierte Modell mit der Varia­blen „Eintritts­wahr­schein­lich­keit“ wirk­lich sinn­voll ange­wen­det werden kann. Ist dies nicht der Fall sollte ein ande­res Modell gewählt werden.
2. Verein­fachte Risi­ko­be­ur­tei­lung
Als Vari­ante des eben darge­stell­ten Modells kann ein verein­fach­tes Beur­tei­lungs­in­stru­ment verwen­det werden, das der Autor ohne Anspruch auf beson­dere Origi­na­li­tät bereits an ande­rer Stelle vorge­stellt hat [2] (Abb. 5).
Es unter­schei­det sich von dem eben disku­tier­ten Ansatz dadurch, dass nur noch drei Gefähr­dungs­ka­te­go­rien (nied­rig – mittel – hoch) betrach­tet werden. Diese Kate­go­rien sind gegen­über ausdif­fe­ren­zier­ten Syste­men leich­ter zu fassen, wodurch sich auch das Problem der Vorher­sag­bar­keit vermin­dert.
Der wesent­li­chere Unter­schied ist aber, dass die Eintritts­wahr­schein­lich­keit durch die Expo­si­ti­ons­häu­fig­keit ersetzt ist. Grund­lage ist die sicher zutref­fende Vermu­tung, dass eine unbe­kannte Eintritts­wahr­schein­lich­keit sich umso schnel­ler als Unfall, Erkran­kung etc. mani­fes­tiert je häufi­ger die entspre­chende Tätig­keit ausge­führt wird. Dadurch wird die Ermitt­lung dieser Wahr­schein­lich­kei­ten über­flüs­sig, denn die Häufig­keit der Tätig­kei­ten ist ohne Probleme im Betrieb zu ermit­teln.
Ob dabei die Abstu­fung „täglich – wöchent­lich – selte­ner“ sinn­voll ist, muss im Rahmen der Vorbe­rei­tung der GB im konkre­ten Unter­neh­men entschie­den werden. So wäre es z. B. auch denk­bar, dass die Tätig­keits­häu­fig­keit feiner gestuft wird, während die drei Gefähr­dungs­ka­te­go­rien beibe­hal­ten werden. Nirgendwo ist fest­ge­legt, dass Auswer­te­ta­feln „quadra­tisch“ sein müssen.
Grund­sätz­lich bleibt aber anzu­mer­ken, dass eine Matrix nicht mehr Krite­rien aufwei­sen sollte als über­haupt Maßnahmen-typen zur Verfü­gung stehen. Abb. 3 zeigt eine 5 x 5 Matrix, in der drei unter­schied­li­che Farben die verschie­de­nen Gefähr­dungs­stu­fen darstel­len (nied­rig – mittel – hoch). Dadurch wird das 5 x 5 – System letzt­end­lich auf ein 3 x 3 – System wie in der verein­fach­ten Risi­ko­be­ur­tei­lung redu­ziert.
Sicher könnte auch ein ausdif­fe­ren­zier­te­res System an Gefähr­dun­gen einge­tra­gen werden, etwa: Gefähr­dung nied­rig – leicht erhöht – mittel – hoch – sehr hoch. Dann stellt sich aber die Frage, ob die mögli­chen Maßnah­men über­haupt eine derar­tige Viel­falt aufwei­sen, um so ein komple­xes Gebilde sauber in die Reali­tät umzu­set­zen. Bestehen über­haupt Unter­schiede zwischen den Maßnah­men bei nied­ri­gen im Vergleich zu solchen bei leicht erhöh­tem Risiko, oder zwischen dem hohen und dem sehr hohen Risiko? Wenn nicht, sieht so ein komple­xer Risi­ko­graf sicher gut und „wissen­schaft­lich“ aus, hat aber keinen sicher­heits­tech­ni­schen Mehr­wert. Typi­scher­weise sind im Betrieb die „Frei­heits­grade“ an mögli­chen Maßnah­men weit gerin­ger als eine in der Studier­stube erdachte Risi­ko­dia­gnose.
Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass die Stärke der umzu­set­zen­den Maßnah­men allein auf der Gefähr­dungs­höhe basie­ren muss, während die Eintritts­wahr­schein­lich­keit oder Expo­si­ti­ons­häu­fig­keit ledig­lich die Dring­lich­keit der Maßnah­men­um­set­zung anzei­gen kann. Eine geringe Eintritts­wahr­schein­lich­keit sollte niemals die Maßnah­men an sich „aufwei­chen“.
3. Gefähr­dungs­höhe
Deshalb wäre auch eine Beur­tei­lung möglich, die sich ledig­lich auf die Gefähr­dungs­höhe als einzi­ges Krite­rium stützt (Tab. 1). Die Begrün­dung des Arbeits­schutz­ge­set­zes eröff­net diese Möglich­keit, da zu § 5 expli­zit gesagt wird, dass Art und Umfang des mögli­chen Scha­dens bewer­tet werden sollen. Die Eintritts­wahr­schein­lich­keit wird dabei nicht erwähnt.
In der betrieb­li­chen Praxis ist dies aber mit Schwie­rig­kei­ten verbun­den, denn rein theo­re­tisch müss­ten alle Maßnah­men gleich­zei­tig umge­setzt werden. Da das nicht möglich ist, wird es auch bei der Anwen­dung dieses Modells zu Gewich­tun­gen kommen, um Prio­ri­tä­ten zu setzen, die sich wahr­schein­lich als nicht doku­men­tierte „Risi­ko­be­wer­tun­gen im Kopf“ abspie­len. Das wiederum führt zu indi­vi­du­el­len Einschät­zun­gen, Inkon­sis­ten­zen und Unge­nau­ig­kei­ten und erschwert eine Nach­voll­zieh­bar­keit der Entschei­dun­gen anhand klarer Krite­rien.
Aus diesem Grund sollte von dieser Möglich­keit nur in Ausnah­me­fäl­len Gebrauch gemacht werden.
4. Abwei­chungs­kri­te­rium
Eine vierte Vari­ante wird durch die TRBS 1111 eröff­net. Nach dem dort gege­be­nen Ablauf­schema reicht die Beant­wor­tung der Frage, ob Sicher­heit und Gesund­heits­schutz der Beschäf­tig­ten ohne zusätz­li­che Maßnah­men gewähr­leis­tet sind (Punkt 4.3 TRBS 1111). Im Falle eines „Nein“ sind Maßnah­men zu ergrei­fen. Dabei spielt sowohl die Gefähr­dungs­höhe als auch die Eintritts­wahr­schein­lich­keit keine Rolle.
Dieses Krite­rium eignet sich beson­ders gut für solche Berei­che, in denen klare Vorga­ben und Beschaf­fen­heits­an­for­de­run­gen bestehen, wo also eine Ja – Nein – Alter­na­tive reicht, um eine mögli­che Gefähr­dung zu erken­nen, ohne dass eine Spezi­fi­zie­rung der Schwere erfor­der­lich ist.
Beim Betrieb elek­tri­scher Arbeits­mit­tel z.B. sind regel­mä­ßige Prüfun­gen durch­zu­füh­ren. Ist dies nicht der Fall, so darf von einer Gefähr­dung ausge­gan­gen werden, auch wenn die Gefähr­dungs­höhe und die Eintritts­wahr­schein­lich­keit gar nicht spezi­fi­ziert sind.
Die zugrunde liegende BGV A3 ist als Ergeb­nis einer vorge­zo­ge­nen Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung zu betrach­ten (Abb. 2), die nun zur Anwen­dung gebracht wird. Es muss ledig­lich darauf geach­tet werden, ob die betrieb­li­chen Bedin­gun­gen mit den Grund­la­gen der BGV über­ein­stim­men. Insbe­son­dere ist darauf zu achten, ob die Tätig­keit, das Arbeits­mit­tel usw. unter den Geltungs­be­reich der „Vorschrift“ fällt.
Kombi­na­ti­ons­mo­dell
Selbst­ver­ständ­lich kann auch eine Kombi­na­tion von zwei Model­len ange­wen­det werden, wobei jeweils unter­schied­li­che Grund­si­tua­tio­nen den jewei­li­gen Model­len zuge­ord­net werden. So wäre es z. B. denk­bar, insbe­son­dere Beschaf­fen­heits­an­for­de­run­gen zur Sicher­heit von Arbeits­mit­teln mit dem Abwei­chungs­kri­te­rium, den Einsatz dieses Arbeits­mit­tels jedoch mit einer einfa­chen Risi­ko­ana­lyse zu beur­tei­len (Abb. 6).
Welches Modell auch immer zur Anwen­dung kommt, es muss klar sein, dass es die Verant­wort­li­chen im Arbeits­schutz sind, die dieses vor der Ausfüh­rung der GB auswäh­len und die im Unter­neh­men anwend­ba­ren Beur­tei­lungs­kri­te­rien fest­le­gen. Bereits an dieser Stelle kann es sich entschei­den, ob die GB erfolg­reich sein wird oder nur einen Papier­berg produ­ziert, der der fanta­sie­lo­sen Abar­bei­tung einer Vorschrift aber nicht dem Schutz der Beschäf­tig­ten dient.
Im drit­ten und letz­ten Arti­kel dieser klei­nen Serie werden die eigent­li­chen Ziel­grö­ßen der Beur­tei­lung im Vorder­grund stehen: Die Maßnah­men.
Lite­ra­tur
  • 1. So defi­niert z. B. die BGI 833: „Gefähr­dung entsteht durch das zeit­li­che und örtli­che Zusam­men­tref­fen einer vorhan­de­nen Gefahr mit einer Tätig­keit“: In der BGI / GUV – I 8700 heißt es: „Gefähr­dun­gen sind dadurch gekenn­zeich­net, dass schä­di­gende Ener­gien bzw. Einflüsse (z.B. elek­tri­sche Ener­gie, Gefahr­stoffe) mit dem Menschen räum­lich und zeit­lich zusam­men­tref­fen und damit die Möglich­keit des Eintritts eines Gesund­heits­scha­dens gege­ben ist.“
  • 2. Schnei­der, G.: Quali­täts­leit­li­nie Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung. – Die BG, 10 / 2011, 450 – 454
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Autor
Dr. Gerald Schnei­der
B A D Gesund­heits­vor­sorge und Sicher­heits­tech­nik GmbH Bonn E‑Mail: gerald.schneider@bad-gmbh.de
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