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Jahre MAK- und BAT-Werte-Liste der DFG

Eindrucksvolles Jubiläum
Jahre MAK- und BAT-Werte-Liste der DFG

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Die MAK- und BAT-Werte-Liste 2014 der DFG-Arbeitsstof­fkom­mis­sion markiert ein ein­drucksvolles Jubiläum: Seit einem hal­ben Jahrhun­dert veröf­fentlicht die Sen­atskom­mis­sion zur Prü­fung gesund­heitss­chädlich­er Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungs­ge­mein­schaft nun­mehr Arbeit­splatz­gren­zw­erte (Max­i­male Arbeit­splatzkonzen­tra­tio­nen – MAK) sowie weit­ere Bew­er­tun­gen von Gefahrstoffen.

Diese Bew­er­tun­gen beurteilen anhand wis­senschaftlich­er Kri­te­rien, ob Stoffe als
  • kreb­serzeu­gend,
  • erbgutverän­dernd,
  • fruchtschädi­gend,
  • sen­si­bil­isierend oder als
  • hautre­sorp­tiv
anzuse­hen sind.
Darüber hin­aus enthält die Liste auch biol­o­gis­che Beurteilungswerte für die Expo­si­tion am Arbeitsplatz:
  • Biol­o­gis­che Arbeitsstofftol­er­anzw­erte (BAT-Werte),
  • biol­o­gis­che Arbeitsstoff-Ref­eren­zw­erte (BAR),
  • biol­o­gis­che Leitwerte (BLW) sowie
  • Expo­si­tion­säquiv­a­lente für kreb­serzeu­gende Arbeitsstoffe (EKA).
Alljährlich wer­den die neuen Vorschläge für MAK- und BAT-Werte sowie Stoff­be­w­er­tun­gen zum 1. Juli veröf­fentlicht und der Bun­de­sar­beitsmin­is­terin übergeben. Im Anschluss daran über­prüft der Auss­chuss für Gefahrstoffe (AGS) die Vorschläge für neue Arbeit­splatz­gren­zw­erte und emp­fiehlt in der Regel ihre Über­nahme in die Tech­nis­che Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 900.
In diesem Jahr enthält die MAK-Werte-Liste der DFG-Arbeitsstof­fkom­mis­sion wieder 25 neue Stoff­po­si­tio­nen sowie 23 Änderun­gen beste­hen­der Ein­träge – davon zwei bzw. drei bei den biol­o­gis­chen Werten; hier­durch ist die Anzahl der MAK-Werte erneut um elf gestiegen, nach­dem schon in den ver­gan­genen Jahren zahlre­iche neue MAK-Werte in die Liste aufgenom­men wor­den waren.
Ein Schw­er­punkt der Neuauf­nah­men in der diesjähri­gen Liste liegt bei den Kom­po­nen­ten von Kühlschmier­stof­fen (Abschnitt Xc „Kühlschmier­stoffe, Hydraulik­flüs­sigkeit­en und andere Schmier­stoffe“); diese Stoffe kon­nten allerd­ings meist nur dem Abschnitt IIb der Liste zuge­ord­net wer­den, in dem Stoffe aufge­führt sind, „für die wed­er aus Erfahrun­gen am Men­schen noch aus Tierver­suchen hin­re­ichende Infor­ma­tio­nen für die Auf­stel­lung von MAK-Werten vor­liegen“. Nur in vier Fällen kon­nten hier MAK fest­gelegt werden.
Darüber hin­aus wur­den auch wieder einige Stoffe hin­sichtlich ihrer Bew­er­tung über­prüft, ohne dass Änderun­gen erforder­lich wur­den. Bei der Umstu­fung oder Neube­w­er­tung von Stof­fen wer­den regelmäßig auch alle anderen Para­me­ter über­prüft, auch wenn sie im Ergeb­nis dann unverän­dert bleiben.
Neue Luft­gren­zw­erte 2014
Die Liste der MAK-Werte wurde in diesem Jahr um 23 Pos­tio­nen erweit­ert, allerd­ings kon­nten dabei nur für elf Stoffe – davon drei für bere­its vorhan­dene Ein­träge – erst­mals MAK-Werte fest­gelegt wer­den. In diesem Jahr wurde kein beste­hen­der MAK-Wert zurück­ge­zo­gen; die Gesamtzahl der MAK-Werte ist damit um elf gestiegen:
Am bedeu­tend­sten in diesem Jahr dürfte wohl der neue MAK-Wert für Dichlormethan [CAS-Nr. 75–09–2] mit 50 ml/m³ ; 180 mg/m³ sein; diese erst­ma­lige Fes­tle­gung hängt wohl mit der Umstu­fung von bish­er kreb­serzeu­gend Kat­e­gorie 3A nach Kat­e­gorie 5 zusammen.
Weit­er­hin gibt es neue MAK-Werte für die beste­hen­den Einträge
sowie für die Neuaufnahmen
Nur ein beste­hen­der MAK, und zwar für Di-(2‑ethylhexyl)-phthalat (DEHP) [117–81–7] wurde in diesem Jahr um den Fak­tor 5 von bish­er 10 auf 2 mg/m³ in der einatem­baren Staubfrak­tion (E) abgesenkt.
Ver­schiedene Stoffe – auch anson­sten ungeän­derte Posi­tio­nen – erhiel­ten in diesem Jahr eine neue Fußnote, dass der jew­eilige Stoff gle­ichzeit­ig als Dampf und Aerosol vor­liegen kann.
Die MAK für
  • 1‑Butanol [Kurzzeitkat­e­gorie I(1)],
  • Diazi­non [Kurzzeitkat­e­gorie II(2)] und
  • Di-n-butylph­tha­lat [Kurzzeitkat­e­gorie I(2)]
wur­den in diesem Jahr über­prüft, blieben jedoch unverändert.
Sieben Neuein­träge – alles Kühlschmier­stof­fkom­po­nen­ten (Hin­weis auf Abschnitt Xc) – kon­nten lediglich dem Abschnitt IIb zuge­ord­net wer­den, in dem Stoffe aufge­führt sind, für die derzeit keine MAK-Werte aufgestellt wer­den können.
Der Stoff N,N’N‘‘-Tris(ß‑hydroxyethyl)-hexahydro‑1,3,5‑triazin [4719–04–4] wurde mit dem Ziel der Auf­stel­lung eines MAK-Wertes über­prüft, musste aber in Abschnitt IIb verbleiben.
Kurzzeitwerte
Es gibt zwei Kat­e­gorien für die zuläs­sige kurzzeit­ige Über­schre­itung von Schichtmittelwerten:
  • Kat­e­gorie I: Stoffe, bei denen die lokale Reizwirkung gren­zw­ertbes­tim­mend ist, oder atemwegssen-sibil­isierende Stoffe
  • Kat­e­gorie II: resorp­tiv wirk­same Stoffe
Die Zahl in Klam­mern hin­ter der Kate-gorie beze­ich­net den zuläs­si­gen Über­schre­itungs­fak­tor; dabei ist eine solche Über­schre­itung höch­stens vier­mal pro Arbeitss­chicht als Mit­tel­w­ert für jew­eils 15 Minuten zuläs­sig. Der zeitliche Abstand der einzel­nen Über­schre­itungspe­ri­o­den soll dabei min­destens eine Stunde betragen.
Bei den neuen MAK hat die Kommission
2 x die Kurzzeitwertkat­e­gorie I(2) für
Wein­säure [87–69–4] und
Ziram [137–30–4],
  • 6 x die Kat­e­gorie II(2) für
  • 2‑Amino-2-methyl-1-propanol [124–68–5],
Decalin [91–17–8],
Dichlormethan [75–09–2],
Oleyl­sarkosin [110–25–8],
trans‑1,3,3,3‑Tetrafluorpropen [29118–24–9] und
  • 2,3,3,3‑Tetrafluorpropen [754–12–1] sowie
  • 2 x die Kurzzeitwertkat­e­gorie II(4) für
Petro­le­um­sul­fonate, Cal­ci­um-Salze (tech­nis­ches Gemisch in Min­er­alöl) [61789–86–4] und
Weißöl, phar­mazeutisch [8042–47–5]
vergeben.
Sen­si­bil­isierende Stoffe und Auf­nahme durch die Haut
Bei den Neuauf­nah­men wur­den in diesem Jahr vier Stoffe lediglich mit dem Ver­weis auf Abschnitt IV und der Anmerkung „Sh“ für Sen­si­bil­isierung bei Hautkon­takt versehen:
  • 4,4’-Dicyclohexylmethandiisocyanat [5124–30–1] (dieser Stoff ist nur in ein­er Änderungsmit­teilung der DFG-Kom­mis­sion enthal­ten, fehlt aber in der Liste),
  • 2‑Ethylhexylmercaptoacetat,
  • Gly­cidyl­methacry­lat und
  • Trimethyl­hy­drochi­non und Trimethylchinon.
Ziram [137–30–4] („Altein­trag“) erhielt neben dem neuen MAK-Wert auch die Anmerkung „Sh“.
Toluylendi­iso­cyanate erhiel­ten die Anmerkung „Sah“ für Sen­si­bil­isierung beim Einat­men und bei Hautkon­takt (bish­er lediglich Sa – Sen­si­bil­isierung beim Einatmen).
Die sen­si­bil­isieren­den Eigen­schaften von Hexa­hy­droph­thal­säuredigly­cidylester [5493–45–8] und N,N’N‘‘-Trisb(ß‑hydroxyethyl)-hexahydro‑1,3,5‑triazin [4719–04–4] wur­den über­prüft und blieben unverändert.
Darüber hin­aus erhielt die Neuauf­nahme Diacetyl [431–03–8] neben anderen Ein­stu­fun­gen und dem neuen Gren­zw­ert in der diesjähri­gen Liste die Anmerkung „Sh“ in Kom­bi­na­tion mit der Anmerkung „H“ für Gefährdung durch Hautkontakt.
Die Anmerkung „H“ für Gefährdung durch Hautkon­takt (ohne gle­ichzeit­iges zusät­zlich­es Sh) wurde In diesem Jahr für die sechs beste­hen­den Positionen
  • 2‑Amino-2-methyl-1-propanol [124–68–5] – neuer MAK,
  • Arsen und anor­gan­is­che Arsen­verbindun­gen (mit Aus­nahme von Arsen und Galliumarsenid),
  • Dichlormethan [75–09–2] – neuer MAK,
  • Di-(2‑ethylhexyl)phthalat (DEHP) [117–81–7] – MAK-Absenkung,
  • 3,4‑Epoxycyclohexylcarbonsäure- 3,4‑epoxycyclohexylmethylester [2386–87–0] – Ein­stu­fung als kreb­serzeu­gend Kat­e­gorie 3B und für
  • Hexa­hy­droph­thal­säuredigly­cidylester [5493–45–8] – Ein­stu­fung als kreb­serzeu­gend Kat­e­gorie 3B
sowie für die bei­den Neuaufnahmen
  • 3‑Nitrobenzoesäure [121–92–6] und
  • Pheny­larsen­verbindun­gen [637–03–6]
vergeben; bei diesen Stof­fen trägt die Auf­nahme durch die Haut wesentlich zum tox­is­chen Gefährdungspoten­zial bei.
Die Angaben zur Hautre­sorp­tion für
  • 4‑Aminobiphenyl [92–67–1],
  • 1‑Butanol [71–36–3],
  • Diazi­non [333–41–5] und
  • 2‑Naphthylamin [91–59–8]
wur­den im Kon­text mit weit­eren Änderun­gen eben­falls über­prüft und blieben unverändert.
Kreb­serzeu­gende Stoffe
Beson­dere Aufmerk­samkeit in der Fachöf­fentlichkeit „genießen“ in jedem Jahr die Neube­w­er­tun­gen und Umstu­fun­gen bei den kreb­serzeu­gen­den Stof­fen und Keimzellmutagenen:
In diesem Jahr wur­den wieder acht Stoffe hin­sichtlich ihrer kreb­serzeu­gen­den Eigen­schaften erst­mals eingestuft bzw. neu bew­ertet. Dabei wurde
7 x die Kat­e­gorie 3B („echte“ Kreb­sver­dachtsstoffe) für
Diacetyl [431–03–8] (Neuauf­nahme)
Di-n-butylph­tha­lat [84–74–2], bish­er Kat­e­gorie 4 (nicht geno­tox­is­che Wirkun­gen mit der Möglichkeit zur Fes­tle­gung eines MAK-Wertes),
Di-(2‑propylheptyl)phthalat [53306–54–0] (Neuauf­nahme),
3,4‑Epoxycyclohexylcarbonsäure‑3,4‑epoxycyclohexylmethylester [2386–87–0] – erst­ma­lige Bewertung,
Hexa­hy­droph­thal­säuredigly­cidylester [5493–45–8] – erst­ma­lige Bewertung,
Naph­then­säuren [1338–24–5] und Natrium‑, Calcium‑, Kali­um- Naph­then­ate [61790–13–4; 61789–36–4; 66072–08–0] (tech­nis­che Gemis­che) (Neuauf­nahme)
Pheny­larsen­verbindun­gen [637–03–6] (Neuauf­nahme) und
1 x Kat­e­gorie 5 – schwache geno­tox­is­che Wirkun­gen mit der Möglichkeit zur Fes­tle­gung eines MAK-Wertes – für Dichlormethan [75–09–2] (bish­er kreb­serzeu­gend Kat­e­gorie 3A (schwache Kanze­ro­gene); daher jet­zt auch Fest- set­zung eines MAK-Wertes)
vergeben.
Anzumerken ist, dass die Kom­mis­sion in diesem Jahr die Def­i­n­i­tio­nen für einige Kat­e­gorien bei den kreb­serzeu­gen­den Stof­fen sprach­lich präzis­er gefasst hat, ohne dass hier­mit inhaltliche Änderun­gen ver­bun­den sind:
  • In Kat­e­gorie 3A wird zu Beginn lediglich der Halb­satz (Stoffe,) „die bei Tier oder Men­sch Krebs erzeu­gen oder als kreb­serzeu­gend für den Men­schen anzuse­hen sind,“ eingefügt.
  • In Kat­e­gorie 4 laut­en die bei­den ersten Sätze nun­mehr: „Stoffe, die bei Tier oder Men­sch Krebs erzeu­gen oder als kreb­serzeu­gend für den Men­schen anzuse­hen sind und für die ein MAK-Wert abgeleit­et wer­den kann. Im Vorder­grund ste­ht ein nicht-geno­tox­is­ch­er Wirkungsmech­a­nis­mus, und geno­tox­is­che Effek­te spie­len bei Ein­hal­tung des MAK- und BAT-Wertes keine oder nur eine unter­ge­ord­nete Rolle.“
  • In Kat­e­gorie 5 begin­nt der Text nun­mehr: „Stoffe, die bei Tier oder Men­sch Krebs erzeu­gen oder als kreb­serzeu­gend für den Men­schen anzuse­hen sind und für die ein MAK-Wert abgeleit­et wer­den kann. Im Vorder­grund ste­ht ein geno­tox­is­ch­er Wirkungsmech­a­nis­mus, für den aber bei Ein­hal­tung des MAK- und BAT-Wertes nur ein sehr geringer Beitrag zum Kreb­srisiko für den Men­schen zu erwarten ist“.
Durch diese Änderung der For­mulierung wird ein­er­seits die enge Ver­wandtschaft der bei­den Kat­e­gorien 4 und 5, ander­er­seits der Unter­schied – nicht-geno­tox­isch : geno­tox­isch – deut­lich­er als bisher.
Stoffe der Kat­e­gorie 5 erhiel­ten in diesem Jahr zudem eine neue Fußnote mit einem Hin­weis auf die Def­i­n­i­tion der Kanze­ro-gen­ität­skat­e­gorie 5 und die jew­eilige Begründung.
Keimzell­mu­ta­gene
Bei den Keimzelle­mu­ta­ge­nen gibt es in diesem Jahr drei neue Ein­träge, und zwar Kat­e­gorie 3A für die beste­hen­den Einträge
  • 4‑Aminobiphenyl [92–67–1],
  • Gly­ci­dol (Gly­cid) [556–52–5] und
  • 2‑Naphthylamin [91–59–8].
Diese Kat­e­gorie beze­ich­net Stoffe, für die die Schädi­gung des genetis­chen Mate­ri­als der Keimzellen beim Men­schen oder im Tierver­such nachgewiesen wurde oder für die gezeigt wurde, dass sie muta­gene Effek­te in soma­tis­chen Zellen von Säugetieren in vivo her­vor­rufen und dass sie in aktiv­er Form Keimzellen erreichen.
In diesem Zusam­men­hang wur­den auch die kreb­serzeu­gen­den Eigen­schaften (Kat­e­gorie 1 – erfahrungs­gemäß kreb­serzeu­gend beim Men­schen) von 4‑Aminobiphenyl und 2‑Naphthylamin über­prüft, ohne dass Änderun­gen erforder­lich waren.
Schwanger­schafts­grup­pen
13 Stoffe wur­den in diesem Jahr hin­sichtlich ihrer Zuord­nung zu Schwanger­schafts­grup­pen erst­mals eingestuft (acht Neuauf­nah­men) bzw. neu bewertet.
  • Dabei wurde Dichlormethan der Schwanger­schafts­gruppe B (eine fruchtschädi­gende Wirkung ist nach den vor­liegen­den Infor­ma­tio­nen bei Expo­si­tion in Höhe des MAK- und BAT-Wertes nicht auszuschließen) zugeordnet.
  • Die bei­den Einträge
1-(2‑Allyloxy)-2-(2,4‑dichlorphenyl) ethyl)-1H-imidazol (Imazalil) [35554–44–0] (Neuauf­nahme 2013) und
tert-Buty­lac­etat [540–88–5] (Bis 2013: Schwanger­schafts­gruppe C)
waren 2013 in die Schwanger­schafts­gruppe B (siehe vorste­hend) ein­ge­ord­net wor­den und wur­den in diesem Jahr im Rah­men der Kom­men­tierungs­frist in die Schwanger­schafts­gruppe C (Stoffe, bei denen eine fruchtschädi­gende Wirkung bei Ein­hal­tung des MAK- und BAT-Wertes nicht befürchtet zu wer­den braucht) „zurück­gestuft“.
Die sechs Neueinträge
Diacetyl [431–03–8],
trans‑1,3,3,3‑Tetrafluorpropen [29118–24–9],
2,3,3,3‑Tetrafluorpropen [754–12–1],
Wein­säure [87–69–4],
Weißöl, phar­mazeutisch [8042–47–5] sowie
Ziram [137–30–4]
wur­den eben­so der Schwanger­schafts­gruppe C zuge­ord­net wie die beste­hende Posi­tion 2‑Amino-2-methyl-1-propanol [124–68–5].
Die Schwanger­schafts­gruppe C für Di-(2‑ethylhexyl)phthalat (DEHP) [117–81–7] wurde im Zusam­men­hang mit der Absenkung des MAK-Wertes (s.o.) (ersat­z­los) aufgehoben.
Für die drei Stoffe
Dec­ahy­dron­aph­thalin (Decalin) [91–17–8] (Neuauf­nahme),
Oleyl­sarkosin neu und
Petro­le­um­sul­fonate, Cal­ci­um-Salze (tech­nis­ches Gemisch in Min­er­alöl) [61789–86–4] Neuaufnahme)
gab es eine Zuord­nung zur Schwanger­schafts­gruppe D (Stoffe, bei denen die vor­liegen­den Dat­en für eine Ein­stu­fung in eine der Grup­pen A, B oder C nicht ausreichen):
Die Schwanger­schafts­gruppe C für
Diazi­non [333–41–5] und
Di-n-butylph­tha­lat [84–74–2]
wurde über­prüft und unverän­dert belassen.
Die einzige Änderung zu Acetalde­hyd [75–07–0] ist eine neue Fußnote mit einem Hin­weis auf die Voraus­set­zun­gen für die Anwen­dung der Schwanger­schafts­gruppe C, die (dem­nächst) in der Begrün­dung für die Ein­stu­fung nachge­le­sen wer­den können.
Diese Anmerkung unter­stre­icht, dass die Zuord­nung zu Schwanger­schafts­grup­pen eng mit dem jew­eili­gen MAK-Wert ver­bun­den ist; in solchen Fällen schützt der jew­eilige MAK-Wert lediglich vor den son­sti­gen schädlichen Wirkun­gen des betr­e­f­fend­en Stoffes.
Für alle Änderun­gen in der Liste erar­beit­et die Kom­mis­sion eine aus­führliche wis­senschaftliche Begrün­dung, die einige Monate nach der MAK-Liste in ein­er Ergänzungsliefer­ung zu der Lose­blattsamm­lung „Toxikol­o­gisch-arbeitsmedi­zinis­che Begrün­dun­gen von MAK-Werten und Ein­stu­fun­gen“ [1] veröf­fentlicht wird und die seit Anfang 2012 auch im Inter­net kosten­los zur Ver­fü­gung steht.
Biol­o­gis­che Beurteilungswerte
Bei den biol­o­gis­chen Werten gibt es in diesem Jahr Ein­träge für ins­ge­samt fünf Stoffe oder Stof­f­grup­pen, davon zwei neue Ein­träge für
  • Borsäure [10043–35–3] und Tetrab­o­rate [10043–35–3] (BAT-Wert nicht fest­gelegt, ver­gl. Abschn. XII.2) und
  • 2‑Propenal (Acrolein) [107–02–8] mit einem neuen BAR-Wert (Biol­o­gis­ch­er Arbeitsstoff-Ref­eren­zw­ert) von 600 mg/g Krea­tinin in Urin (Para­me­ter: 3‑Hydroxypropylmerkaptursäure, abgeleit­et für Nichtraucher).
Drei Biol­o­gis­che Beurteilungswerte wur­den in diesem Jahr geändert:
  • Für 1,2‑Epoxypropan [75–56–9] wurde erst­mals ein BAT-Wert von 2500 pmol/g Glo­bin (Para­me­ter: N-(2‑Hydroxy- propyl)valin) vorgeschlagen.
  • Für 4‑Methylpen­tan-2-on (Methylisobutylke­ton) [108–10–1] wurde im Rah­men der Kom­men­tierungs­frist der im ver­gan­genen Jahr vorgeschla­gene BAT von 1 auf 0,7 mg/L Urin (Para­me­ter: 4‑Methylpen­tan-2-on) abge­senkt (2013 war bere­its eine Absenkung von zuvor 3,5 auf dann 1 mg 4‑Methylpen­tan-2-on/L Urin erfolgt).
  • In den EKA-Tabellen für Ben­zol 71–43–2] wurde die Spalte für den Para­me­ter „Ben­zol im Voll­blut“ gestrichen.
Darüber hin­aus wurde der Biol­o­gis­che Leitwert (BLW) für Brom­methan (Methyl­bro­mid) [74–83–9] über­prüft, ohne dass sich Änderun­gen ergeben haben.
Welche Bedeu­tung hat die DFG-Liste?
Die Deutsche Forschungs­ge­mein­schaft übergibt ihre MAK-Werte-Liste alljährlich im Juli dem Bun­desmin­is­teri­um für Arbeit und Soziales (BMAS) als Bestandteil ihrer Politikberatung.
Danach haben alle betrof­fe­nen und inter­essierten Kreise bis zum 1. Feb­ru­ar des fol­gen­den Jahres Gele­gen­heit, zu den Neuerun­gen Stel­lung zu nehmen und Kom­mentare hierzu einzure­ichen. Dabei geht es allerd­ings auss­chließlich um wis­senschaftliche Stel­lung­nah­men. Fra­gen der prak­tis­chen Umset­zung von neuen oder abge­senk­ten Gren­zw­erten oder schär­fer­en Ein­stu­fun­gen wer­den hier­bei nicht berücksichtigt.
Die Kom­mis­sion wird die ein­gere­icht­en Stel­lung­nah­men im darauf­fol­gen­den Jahr disku­tieren und ihre Vorschläge gegebe­nen­falls ändern oder ergänzen, bevor diese endgültig ver­ab­schiedet wer­den, erforder­lichen­falls auch zurückziehen. Dies ist in den zurück­liegen­den Jahren – auch 2014 – bere­its mehrfach geschehen.
Die Auf­gabe der prak­tis­chen Umset­zung obliegt dem Auss­chuss für Gefahrstoffe (AGS), wenn er im näch­sten Jahr über die Auf­nahme neuer oder geän­dert­er Gren­zw­erte in die TRGS 900 „Luft­gren­zw­erte“ oder geän­dert­er Stoff­be­w­er­tun­gen in die TRGS 905 „Verze­ich­nis kreb­serzeu­gen­der, erbgutverän­dern­der oder fortpflanzungs­ge­fährden­der Stoffe“ beschließt.
Wenn die Über­nahme neuer oder geän­dert­er Gren­zw­erte in die TRGS 900 in der Prax­is Prob­leme bere­it­et, wird der AGS auch hierüber berat­en und ggf. passende Präven­tion­s­maß­nah­men vorschla­gen, erforder­lichen­falls auch spezielle Präven­tion­spro­gramme auflegen.
Daraus ergibt sich, dass es auch für die betrieblichen Prak­tik­er von Bedeu­tung ist, sich schon beizeit­en mit den neuen Vorschlä­gen der DFG auseinan­der zu set­zen und falls erforder­lich im eige­nen Betrieb zu über­prüfen, ob die neuen Werte einge­hal­ten wer­den kön­nen. Sollte dies offen­sichtlich nicht möglich sein, soll­ten Sie frühzeit­ig mit den Tech­nis­chen Auf­sichts­di­en­sten, z.B. der Unfal­lver­sicherung Kon­takt aufnehmen, um nach geeigneten Lösun­gen zu suchen. Dort wird man erforder­lichen­falls dann auch den AGS einschalten.
„Gelbe Seit­en“ der MAK- und BAT-Werte-Liste
Auf den „Gel­ben Seit­en“ der MAK- und BAT-Werte-Liste weist die DFG-Kom­mis­sion alljährlich auf geplante Änderun­gen bzw. Ergänzun­gen für die jeweilige(n) Folgemitteilung(en) hin.
Weit­ere Informationen:
Seit August 2012 stellt die Kom­mis­sion die jew­eils aktuelle Liste als Fak­sim­i­le (pdf-Doku­mente der gesamten Liste und einzel­ner Teile) ins Inter­net (http://onlinelibrary.wiley.com/book/10.1002/ 9783527682010), die durch­sucht und aus­ge­druckt wer­den kann.
Die gedruck­te Fas­sung der Liste kann beim Wiley-VCH-Ver­lag – Kun­denser­vice Büch­er –, Post­fach 10 11 61, D‑69451 Wein­heim, Tele­fon 06201/606–0, Fax 06201/606–328, E‑Mail: info@wiley-vch.de oder im Buch­han­del käu­flich erwor­ben wer­den (ca. 60,– Euro).
Unter der Adresse
www.wiley.com/WileyCDA/WileyTitle/productCd-3527336168.html beste­ht auch Zugang zu ein­er englis­chsprachi­gen Ver­sion (let­zte Aus­gabe 2013). Die jew­eils aktuelle Ver­sion erscheint alljährlich im näch­sten Winter.
Seit Anfang 2012 kön­nen die (englis­chsprachi­gen) Begrün­dun­gen im Inter­net unter der Adresse http://onlinelibrary.wiley.com/book/10.1002/3527600418/topics eben­falls kosten­los einge­se­hen werden.
Lit­er­aturhin­weise:
1. Hartwig, Andrea (Hrsg.): „Gesund­heitss­chädliche Arbeitsstoffe – Toxikol­o­gisch-arbeitsmedi­zinis­che Begrün­dun­gen von MAK-Werten und Ein­stu­fun­gen“, Begrün­dun­gen MAK-Werte (DFG); derzeit let­zte Aktu­al­isierung: 57. Liefer­ung Juni 2014, Handbuch/Nachschlagewerk, 410 Seit­en, ISBN 978–3–527–33715–6;Wiley-VCH, Weinheim
Autor
Ulrich Welzbach­er, Sankt Augustin Autor@Gefahrstoffinformation.de
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