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Normen als Wissensquelle

Softwareunterstütztes Wissensmanagement im sicherheitstechnischen Maschinen- und Anlagenbau
Normen als Wissensquelle

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Wenn man es im Unternehmen geschafft hat, die CE-Prozesse per­fekt zu organ­isieren, ergibt sich in den Kon­struk­tions- und Pla­nung­sprozessen für jede iden­ti­fizierte Gefährdung immer dieselbe Kern­frage: Wurde das Risiko hin­re­ichend gemindert? Im End­ef­fekt muss die Frage immer mit „Ja“ beant­wortet wer­den. Andern­falls ist eine CE-Kennze­ich­nung nicht erlaubt und die Mas­chine darf im EWR nicht verkauft oder in Betrieb genom­men wer­den. Aber wer entschei­det das? Nach welchen Kri­te­rien? Und wo gibt es Unterstützung?

IBF-Automa­tisierungs- und Sicher­heit­stech­nik GmbH Mag. Chris­t­ian Frick Bahn­hof­s­traße 8 A‑6682 Vils

Die wichtige Europäis­che Grund­norm EN ISO 12100–1 beschreibt in anschaulich­er Weise die „Method­olo­gie“, wie man Schritt für Schritt vorge­hen soll, um zu einem adäquat­en Ergeb­nis zu kom­men. Es wird dabei zwis­chen den zwei grund­sät­zlichen Prozesss­chrit­ten „Risikobeurteilung“ und „Risiko­min­derung“ unterschieden.
Risikobeurteilung
Bei der Iden­ti­fizierung von Gefährdun­gen und bei der Risiko­analyse unter­stützt EN ISO 14121–1. Die Praxis­soft­ware Saf­ex­pert basiert auf dieser Norm und bietet die Möglichkeit, die an ver­schiede­nen Orten zu unter­schiedlichen Zeit­punk­ten iden­ti­fizierten Gefährdun­gen sofort und zen­tral zu erfassen.
Risiko­min­derung
Der Prozess der Risiko­min­derung kann vom Prozess der Risikobeurteilung zeitlich getren­nt wer­den. Oft sind es auch unter­schiedliche Per­so­n­en, die sich mit der Frage beschäfti­gen, mit welchen Mit­teln die einzel­nen Gefährdun­gen aus­geschal­tet oder das Risiko entsprechend gemindert wer­den kann. Par­al­lel zur funk­tionellen Pla­nung müssen also Entschei­dun­gen über die „Wahl der angemessen­sten Lösun­gen“ (MRL, Anh. I, 1.1.2 b) getrof­fen werden.
Wis­sens­man­age­ment
Die entschei­dende Frage lautet: Wer besitzt die fach­liche Kom­pe­tenz, im Einzelfall darüber zu entschei­den, welche sicher­heit­stech­nis­che Lösung nach dem Stand der Tech­nik „aus­re­ichend“ ist? Hier spielt das Europäis­che Nor­men­we­sen eine beson­ders wichtige Rolle. Lei­der wird es jedoch häu­fig als unüber­schaubar­er Vorschriften­berg betra­chtet. Tat­säch­lich han­delt es sich aber um eine große und qual­i­ta­tiv hochw­er­tige Wis­sensquelle. Durch das Konzept der Kon­for­mitätsver­mu­tung wird den einzel­nen Nor­men durch den Geset­zge­ber im EU-Amts­blatt noch dazu die Tauglichkeit zuge­sprochen, für die Her­stel­lung sicher­er Maschi­nen in beson­der­er Weise geeignet zu sein. Und was auch nicht unbe­deu­tend ist: Die Nor­men liegen in ver­schiede­nen Lan­dessprachen vor und erle­ichtern dadurch die inter­na­tionale Zusam­men- arbeit.
Drei Para­me­ter sind aber für den erfol­gre­ichen Ein­satz von Nor­men beson­ders wichtig:
  • Passende Nor­men müssen möglichst rasch gefun­den werden.
  • Die Orig­inal­texte müssen im Kon­struk­tion­sprozess jed­erzeit für jeden Mitar­beit­er ver­füg­bar sein.
  • Die gefun­dene Norm muss zweifels­frei aktuell sein.
Diese Ziele sind wohl nicht erre­ich­bar, wenn Nor­men in gedruck­ter Form oder in Fach­büch­ern vor­liegen. Bere­its zum Zeit­punkt des Drucks ist schon nicht mehr sichergestellt, dass die Nor­men noch aktuell sind. Die mod­erne Lösung nach dem Stand der Tech­nik ist der kon­tinuier­liche Zugriff auf die Orig­inal­texte. Das bietet das Soft­waresys­tem Safexpert.
Unternehmensspez­i­fis­ches Erfahrungswissen
Fast noch wertvoller als das Fach­wis­sen aus Nor­men ist archiviertes Erfahrungswis­sen im Unternehmen. Die Maschi­nen­richtlin­ie verpflichtet in Anhang VII zur „Beschrei­bung der zur Abwen­dung ermit­tel­ter Gefährdun­gen oder zur Risiko­min­derung ergrif­f­e­nen Schutz­maß­nah­men“. Unternehmen, die diese geset­zliche Verpflich­tung ernst nehmen, schla­gen zwei Fliegen mit ein­er Klappe: Die geset­zlichen Anforderun­gen wer­den erfüllt und anla­gen­spez­i­fis­ches Erfahrungswis­sen wird archiviert. Aber Vor­sicht! Hier lauern Fallstricke:
  • Die Doku­men­ta­tio­nen erfol­gen oft „quick and dirty“. Sie bilden so keinen brauch­baren Wis­senspool für zukün­ftige Lösungen.
  • Beste­hende sicher­heit­stech­nis­che Lösun­gen wer­den in späteren Pro­jek­ten leicht­fer­tig wiederverwendet.
  • Die doku­men­tierten Lösun­gen waren schon bei der Aus­gangs­mas­chine nicht passend (Kon­struk­tions- oder Instruk­tions­fehler wer­den über mehrere Maschi­nen­gener­a­tio­nen kopiert)
Es ist also beson­ders wichtig, beim Kopieren von Pro­jek­ten zu prüfen, ob die damals ange­wandten Nor­men noch aktuell sind. In weit­er­er Folge müssen die Lösun­gen im Einzel­nen hin­ter­fragt wer­den. Saf­ex­pert eli­m­iniert daher beim Kopieren alter Pro­jek­te alle „Erledigt-Flags“ und bietet zu den Gefährdungslis­ten und Querver­weis­lis­ten im Rah­men der Wartungsverträge einen Update­ser­vice mit automa­tis­chen Kon­vertier­rou­ti­nen. So sind alte Pro­jek­te in Sekun­den­schnelle wieder ver­wend­bar. Genau hier stoßen die, selb­st von CE-Beratern häu­fig propagierten Lösun­gen mit Word oder Excel an ihre Gren­zen. Die Wiederver­wen­dung von Word- oder Excel-Vor­la­gen, ohne aus­re­ichende Aktu­al­ität­sprü­fung bergen hohe Qual­itäts- und Sicher­heit­srisiken, die sich in der Regel nur durch manuelle Ver­gle­iche lösen lassen. Aber wer wen­det schon mehrere Tage, Wochen oder sog­ar Monate dafür auf? Da neigt man schon ein­mal zur leicht­fer­ti­gen Annahme „es wird schon passen“.
Saf­ex­pert als Wissensbasis
Im Fokus von Saf­ex­pert ste­ht jede einzelne Per­son, die in die Pro­duk­tentste­hung­sprozesse von Maschi­nen, Anla­gen oder Steuerun­gen involviert ist. Neben der sys­tem­a­tis­chen Leitung durch das jew­eilig notwendi­ge Ver­fahren für Maschi­nen oder unvoll­ständi­ge Maschi­nen bietet Saf­ex­pert prak­tik­able Funk­tio­nen, damit in Nor­men und früheren Pro­jek­ten ver­füg­bares Fach- und Erfahrungswis­sen möglichst rasch zur Ver­fü­gung ste­ht. Neben den ein­fach hand­hab­baren Such­funk­tio­nen bietet Saf­ex­pert die Möglichkeit, den umfassenden Nor­men­pool in Unternehmensfa­voriten über­schaubar zu hal­ten. Darüber hin­aus kön­nen alle einzel­nen Benutzer ihre „per­sön­lichen Favoriten“ definieren. Wenn sich diese ändern, wer­den alle betrof­fe­nen Per­so­n­en per E‑Mail darüber informiert. Durch das beson­ders kun­den­fre­undliche Float­inglizenz­mod­ell kön­nen alle betrof­fe­nen Mitar­beit­er im Unternehmen Saf­ex­pert als Wis­sensquelle nützen, ohne dass für jeden einzel­nen Arbeit­splatz eine eigene Lizenz erforder­lich wird.
Weit­ere Informationen:
IBF Automa­tisierungs- und Sicher­heit­stech­nik GmbH
Autor
Ing. Hel­mut Frick IBF Automa­tisierungs- und Sicher­heit­stech­nik GmbH E‑Mail: office@ibf.at
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