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Problem erkannt, Gefahr gebannt?

Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt
Problem erkannt, Gefahr gebannt?

Foto: © M. Schuppich – Fotolia.com
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Für viele Unternehmen ist es bis­lang schw­er, das The­ma psy­chis­che Gesund­heit auf die Agen­da zu set­zen und konkrete Lösungsan­sätze zu find­en. Dabei ist das Know-how zur Lösung des Prob­lems längst vorhan­den, oft scheit­ert es lediglich an der Umsetzung.

In diese Lücke zielt das vom Bun­desmin­is­teri­um für Arbeit und Soziales im Rah­men der Ini­tia­tive Neue Qual­ität der Arbeit geförderte Pro­jekt „Psy­chis­che Gesund­heit in der Arbeitswelt“ (psy­GA) – mit konkreten Infor­ma­tio­nen und prax­is­na­hen Hand­lungsan­leitun­gen für Unternehmen und Beschäftigte. In Zusam­me­nar­beit mit der Beruf­sgenossen­schaft Han­del und Warendis­tri­b­u­tion (BGHW) wurde nun eine Spezialaus­gabe des psy­GAPrax­isor­d­ners „Kein Stress mit dem Stress“ entwick­elt. Der Ord­ner soll Impulse zur konkreten Entwick­lung von Maß­nah­men für die psy­chis­che Gesund­heit der Beschäftigten in den Branchen Han­del und Waren­l­o­gis­tik geben.
Branchen Han­del und Warenlogistik
Nacht- und Schichtar­beit sowie neue Tech­nolo­gien zählen zu den Her­aus­forderun­gen im Arbeit­sall­t­ag der Branche Waren­l­o­gis­tik. Im Han­del stellt u.a. der Kun­denkon­takt hohe emo­tionale Anforderun­gen an die Mitar­bei­t­en­den. Mit rund 2,7 Mil­lio­nen Beschäftigten und einem Umsatz von knapp 405 Mil­liar­den Euro ist der Einzel­han­del ein­er der wichtig­sten Wirtschaft­szweige Deutsch­lands, weit­ere 1,3 Mil­lio­nen Men­schen arbeit­en im Großhandel.
Gemessen an der Anzahl der Arbeit­sun­fähigkeit­stage (AU) liegt die Han­dels­branche laut BKK Gesund­heit­sre­port 2013 leicht unter dem Durch­schnitt aller Branchen mit 13,5 AU-Tagen pro Jahr (Gesamt­durch­schnitt 15,0 AU Tage im Jahr 2013 je beschäftigtem Mit­glied). Der Durch­schnittswert vari­iert zwis­chen 11,8 (Großhan­del) und 12,3 AU-Tagen (Einzel­han­del).
Psy­chis­che Erkrankun­gen waren 2013 die zwei­thäu­fig­ste Krankheit in der Branche, an erster Stelle standen Erkrankun­gen des Muskel-Skelett-Systems.
Fak­toren wie Kun­denkon­takt und Nacht- bzw. Schichtar­beit kön­nen zu Stres­saus­lösern wer­den und sich bei manchen Beschäftigten zu kör­per­lichen und psy­chis­chen Belas­tun­gen entwick­eln – wenn entsprechende Maß­nah­men in den Unternehmen fehlen. Hier set­zt die Spezialaus­gabe des psy­GA-Prax­isor­d­ners für Führungskräfte in den Branchen Han­del und Waren­l­o­gis­tik an. psy­GA hat gemein­sam mit der Beruf­sgenossen­schaft Han­del und Warendis­tri­b­u­tion konkrete Tipps und Empfehlun­gen für den Arbeit­sall­t­ag zusammengestellt.
Prax­is­beispiele aus kleinen und großen Unternehmen bei­der Branchen zeigen zudem, dass bere­its viele wirk­same Maß­nah­men zur Förderung der psy­chis­chen Gesund­heit entwick­elt wurden.
Beispiel: Einzelhandel/REWE Group
Super­märk­te, Touris­tikun­ternehmen, Baumärk­te – unter dem Dach der REWE Group find­en sich ganz ver­schiedene Geschäfts­bere­iche wieder. Im Unternehmen arbeit­en derzeit knapp 230.000 Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er. So ver­schieden, wie die einzel­nen Teile des Konz­erns sind, so unter­schiedlich sieht auch der Beruf­sall­t­ag für die Beschäftigten aus. Wie lassen sich bei ein­er solch dezen­tralen Unternehmensstruk­tur ein­heitliche Impulse für die psy­chis­che Gesund­heit set­zen? Die REWE Group hat gemein­sam mit ihrem Pro­jek­t­part­ner, dem Insti­tut für gesund­heitliche Präven­tion (IFGP), eine Tool­box zur Gesund­heit im Markt (Ges­i­Ma) erar­beit­et. Diese Tool­box kann in jed­er Fil­iale, aber auch in der Zen­trale einge­set­zt wer­den. So haben Führungskräfte etwas in der Hand, um psy­chis­che und physis­che Erkrankun­gen vorzubeu­gen. Außer­dem set­zt REWE durch eigene Gesund­heit­s­the­men­schw­er­punk­te während des Jahres Akzente. So nutzt das Unternehmen die Gehalt­szettel, um beispiel­sweise Tipps zum The­ma Gesund­heit zu geben und baut auf umfassende Infor­ma­tion­s­ma­te­ri­alien, um Beschäftigte gut auf Belas­tungssi­t­u­a­tio­nen wie zum Beispiel aggres­sive Kun­den oder Raubüber­fälle im Super­markt vorzubereiten.
Weit­ere Prax­is­beispiele von kleinen, mit­tleren und großen Unternehmen sowie Insti­tu­tio­nen find­en Sie unter
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