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Schlanke Produktion, ergonomische Produkte

Arbeitsprozessoptimierung
Schlanke Produktion, ergonomische Produkte

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Wenn Prozesse in der Pro­duk­tion hak­en, zu aufwändig oder fehler­haft sind, spricht der Fach­mann von Ver­schwen­dung. Wer konkur­ren­zfähig sein will, set­zt auf die soge­nan­nte „Schlanke Pro­duk­tion“. Ins­beson­dere Mit­tel­ständler scheuen sich jedoch noch davor, diese Meth­o­d­en einzuführen. Dabei gibt es längst Wege, mit denen sich Prozesse unkom­pliziert und ohne großen Aufwand opti­mieren lassen. Wie das funk­tion­iert, zeigt beispiel­sweise die Asstec Assem­bly Tech­nol­o­gy GmbH. Das Unternehmen aus Rot­tweil berät, plant und kon­stru­iert Lösun­gen ent­lang der Wertschöpfungskette.

Ob aus Betrieb­s­blind­heit, Ver­schlossen­heit gegenüber mod­er­nen Meth­o­d­en oder fehlen­der Weit­sicht – für Geschäfts­führer oder Inhab­er mit­tel­ständis­ch­er Betriebe ist die Hemm­schwelle oft­mals groß, gewach­sene Struk­turen auf den Prüf­s­tand zu stellen und sich neuen Wegen zu öff­nen. Schon aus finanzieller Sicht ist das kaum nachvol­lziehbar, denn die Einspar­poten­ziale für deutsche Unternehmen liegen im Bere­ich der Pro­duk­tion in Mil­liar­den­höhe. Häu­fig jedoch resul­tiert die Bere­itschaft, sich zu verän­dern, auch aus den Zwän­gen des Mark­tes. Wie beispiel­sweise bei der Karl Leibinger Medi­z­in­tech­nik GmbH.
Der Her­steller medi­z­in­tech­nis­ch­er Instru­mente und Geräte ver­spürt seit eini­gen Jahren steigen­den Kos­ten­druck, weil viele Konkur­renten im Aus­land gün­stiger pro­duzieren. „Wir woll­ten unsere Wet­tbe­werb­s­fähigkeit wahren, aber gle­ichzeit­ig den Stan­dort in Deutsch­land erhal­ten“, erk­lärt Jür­gen Diesen­berg­er. Er ist beim Unternehmen aus Mühlheim an der Donau als Pro­duk­tion­sleit­er für die Bere­iche Instru­mente und Ster­il­tech­nik zuständig. „Also mussten wir Möglichkeit­en entwick­eln, mit denen wir uns verbessern konnten.“
Bei der Suche nach passenden Lösun­gen, auch vor dem Hin­ter­grund der demografis­chen Her­aus­forderung, woll­ten sich die Spezial­is­ten für Medi­z­in­tech­nik vor Betrieb­s­blind­heit schützen – und set­zten daher auf Impulse von außen. „Uns war wichtig, dass wir von den ersten Pla­nungss­chrit­ten bis hin zur finalen Umset­zung mit einem ver­lässlichen Part­ner eine auf uns indi­vidu­ell angepasste Lösung erar­beit­en kön­nen“, erk­lärt Diesen­berg­er. Diesen Part­ner fand man mit Asstec. Das Unternehmen bietet Fir­men im pro­duzieren­den Gewerbe umfan­gre­iche Hil­festel­lung bei der mitar­beit­erg­erecht­en Prozes­sop­ti­mierung – ob nun in Bere­ichen wie der Automa­tisierung­stech­nik, Elek­trotech­nik, Ver­pack­ung und Recy­cling, Auto­mo­bil­teilezuliefer­ung, Luft­fahrtin­dus­trie oder eben der Medizintechnik.

Bis ins letzte Detail durchleuchtet

Wer Asstec um Hil­fe fragt, dessen Prozesse wer­den in der Regel inner­halb weniger Wochen bis ins let­zte Detail durch­leuchtet. Bei der Karl Leibinger Medi­z­in­tech­nik GmbH beispiel­sweise analysierten die Experten im Pro­duk­tions­bere­ich für Ster­il­con­tain­er den Mate­ri­alfluss, zeigten Schwach­stellen bei der Fer­ti­gung auf und erzeugten so Ver­ständ­nis bei den Mitar­beit­ern. „Zu Beginn kostet das alles Kraft und Zeit. Es ist aber eine lohnende Investi­tion“, weiß Diesen­berg­er. „Denn so begreift man erst ein­mal, was man alles falsch macht – und lernt, damit umzuge­hen.“ Wie in vie­len Unternehmen, war es auch im konkreten Fall gängige Prax­is, dass Pro­duk­te durch kon­ven­tionelle Fließfer­ti­gung hergestellt wur­den. Ziel aber sollte es sein, das Mate­r­i­al vom Start des Pro­duk­tion­sprozess­es bis zur Fer­tig­stel­lung per­ma­nent weiterzubearbeiten.
Die Mitar­beit­er verbleiben dabei nicht an einem Platz, son­dern begleit­en das Werk­stück auf seinem kom­plet­ten Weg bis zum fer­ti­gen Pro­dukt. Für die Unternehmen ergeben sich etwa bei der Mon-tage dadurch neue Möglichkeit­en. „Weil es durch diese Rota­tion keine Spezial­is­ten mehr gibt, die nur aus­gewählte Tätig- keit­en beherrschen. Die Mitar­beit­er sind viel­seit­iger ein­set­zbar“, sagt Diesenberger.
Zu den wesentlichen Schrit­ten bei der Beratung von Asstec zählen zudem Work­shops, in denen Leit­sätze, Ver­fahrens­stan­dards und Maß­nah­men­pläne für die Pro­duk­tion entwick­elt und bei Bedarf angepasst wer­den. Dabei wird Wert darauf gelegt, Per­so­n­en aus ver­schiede­nen Ver­ant­wor­tungs­bere­ichen einzubeziehen – beispiel­sweise Geschäfts­führer, Einkäufer, Logis­tik­er oder Werk­er, die schließlich unmit­tel­bar an der Pro­duk­t­fer­ti­gung beteiligt sind. In vie­len Unternehmen ist das noch nicht die Regel, denn häu­fig wird die Kreativ­ität der Mitar­beit­er unter­schätzt und bleibt daher ungenutzt. Dabei kann dies von unschätzbarem Wert sein: Wer sich bei der Suche nach ein­er passenden Lösung mit eige­nen Vorstel­lun­gen ein­brin­gen kann, iden­ti­fiziert sich schneller mit den zu verän­dern­den Prozessen. Lehnen Mitar­beit­er dage­gen die neuen Prozesse an ihrem Arbeit­splatz ab, wird die Umstel­lung auf eine „Schlanke Pro­duk­tion“ in den meis­ten Fällen scheitern.

Zunächst keine Kosten für reale Betriebsmittel

Zu den wesentlichen Bestandteilen der Work­shops gehört daher auch, dass sich die Beschäftigten aktiv bei der Gestal­tung ihres kün­fti­gen, ergonomis­chen Arbeit­splatzes beteili­gen kön­nen. Asstec set­zt dabei auf das Konzept des soge­nan­nten „Card­board Engi­neer­ing“, ein­er Mod­el­lierung des Arbeit­splatzes mit Kar­ton. Noch vor zwei Jahren dien­ten dafür herkömm­liche Ver­pack­ungs­ma­te­ri­alien. Dadurch ließ sich der Arbeit­splatz nur min­i­mal­is­tisch und in seinen Grundzü­gen gestalten.
Inzwis­chen hat das Rot­tweil­er Unternehmen das „Card­board Engi­neer­ing“ weit­er­en­twick­elt – und einen Sys­tem­bausatz aus Kar­ton konzip­iert, der eine real­itäts­ge­treue Nach­bil­dung des Arbeit­splatzes ermöglicht. Das Mod­ell entste­ht so ver­gle­ich­sweise gün­stig, da zunächst keine Kosten für reale Betrieb­smit­tel entste­hen. Zudem lassen sich die Mod­elle unkom­pliziert und mit Werkzeu­gen mon­tieren, die in nahezu jedem Bau­markt erhältlich sind. Diesen­berg­er ken­nt noch einen weit­eren Vorteil dieser Meth­ode: „Wenn die Werk­er bei der Mon­tage des Mod­ells selb­st anpack­en dür­fen, erhöht das zusät­zlich die Iden­ti­fika­tion. Die Men­schen kom­men gern zur Arbeit, weil sie ihren Werk­platz eigen­ständig aufge­baut haben.“ Ist das Arbeit­splatzsys­tem aus Kar­ton auf das indi­vidu­elle Umfeld des Betriebes abges­timmt, wird es unter realen Bedin­gun­gen während der täglichen Arbeit getestet und bei Bedarf noch opti­miert. Erst wenn alles passt und die Prozesse opti­mal ver­laufen kön­nen, wird das Mod­ell durch Asstec 1:1 ohne Schnittstel­len­ver­luste in einen flex­i­blen Arbeit­splatz aus Alu­mini­umpro­filen umgesetzt.
Ist die Pro­duk­tion erst ein­mal unter verän­derten Bedin­gun­gen ange­laufen, macht sich dies in der Regel schnell bezahlt. Je nach Unternehmen kön­nen die Einspar­poten­ziale zwis­chen 20 und 60 Prozent liegen. Bei der Karl Leibinger Medi­z­in­tech­nik GmbH haben sich die opti­mierten Prozesse im Bere­ich der Ster­il­con­tain­er-Mon­tage an mehreren Stellen bemerk­bar gemacht. „Die Durch­laufzeit­en für ein einzelnes Pro­dukt haben wir fast um die Hälfte reduzieren kön­nen, die Pro­duk-tiv­ität der Werk­er dage­gen hat sich um 60 Prozent erhöht“, stellt Diesen­berg­er fest. „Durch die ‚Schlanke Pro­duk­tion‘ hat sich der Bedarf an Pro­duk­tions­fläche um 55 Prozent verringert.“
Von Ver­schwen­dung kann also nicht die Rede sein. Eine Aus­dehnung des Konzeptes auf andere Pro­duk­tions­bere­iche war daher nur logisch. Gemein­sam mit Asstec erar­beit­et die Karl Leibinger Medi­z­in­tech­nik GmbH mit­tler­weile in regelmäßi­gen Abstän­den Wege zur Prozes­sop­ti­mierung. „Es lässt sich eben nicht alles auf ein­mal ändern. In manchen Bere­ichen haben wir auch nicht bei null ange­fan­gen, da geht es dann eher um die Fein­ab­stim­mung“, erk­lärt Diesenberger.

Gesundheit als wichtiger Faktor

Fest ste­ht: Wer auf die Schlanke Pro­duk­tion umstellt, prof­i­tiert davon langfristig. Im Zusam­men­hang mit dem wirtschaft- lichen Erfolg eines Unternehmens wird inzwis­chen jedoch ein weit­er­er Fak­tor immer wichtiger: die Gesund­heit am Arbeit­splatz. Denn fitte und motivierte Mitar­beit­er sind für Betriebe längst zu einem wichti­gen Wet­tbe­werb­s­fak­tor gewor­den. Wird ihre Gesund­heit durch schlechte Arbeits­be­din­gun­gen beein­trächtigt, belastet dies auch das wirtschaftliche Ergeb­nis. „Für uns ist es daher entschei­dend, dass sich die Arbeit­splätze indi­vidu­ell auf unsere Mitar­beit­er abstim­men lassen“, sagt Diesen­berg­er. „Wir wollen unseren älteren und jün­geren Mitar­beit­ern gle­icher­maßen gerecht wer­den können.“
Weil beispiel­sweise ältere Men­schen einen höheren Lichtbe­darf haben als jün­gere, bietet Asstec Arbeit­splätze mit dimm­baren LED-Leucht­en an. Indi­vidu­elle Bedürfnisse wer­den darüber hin­aus durch höhen­ver­stell­bare Arbeits­flächen berück­sichtigt. Schließlich kön­nen zwis­chen dem größten und kle­in­sten Mitar­beit­er schnell 30 Zen­time­ter Größe­nun­ter­schied liegen. „Durch die Möglichkeit, die Werk­er aktiv an der Arbeit­splatzgestal­tung mitwirken zu lassen, gehören diese Prob­leme der Ver­gan­gen­heit an“, stellt Diesen­berg­er fest.
Kon­takt:
ASSTEC Assem­bly Technology
GmbH & Co. KG
Siegfried Kum­mer
Saline 20, 78628 Rottweil
Tel.: +49 (0) 7 41.17 47 6–200
Fax: +49 (0) 7 41.17 47 6–123
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