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Schutz für Mitarbeiter im Ausland

Checkliste für Präventionsmaßnahmen
Schutz für Mitarbeiter im Ausland

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Der weltweit erste Leit­faden für den Schutz von Geschäft­sreisenden und ins Aus­land entsende­ten Mitar­beit­ern wurde von der Inter­na­tion­al SOS Foun­da­tion in Zusam­me­nar­beit mit der Deutschen Geset­zlichen Unfal­lver­sicherung und der Wirtschaft­skan­zlei Den­tons veröf­fentlicht. Die Pub­lika­tion gibt Hil­festel­lung bei der Etablierung von Sicher­heits­stan­dards und zeigt Unternehmen, wie sie Sicher­heits- und Gesund­heit­srisiken frühzeit­ig erken­nen und eine wirk­same Präven­tion gewährleis­ten kön­nen.

Viele Unternehmen haben hier Nach­holbe­darf: Eine aktuelle Befra­gung von Inter­na­tion­al SOS, an der 628 Unternehmen teil­nah­men, hat ergeben, dass lediglich 32 Prozent der Unternehmen medi­zinis­che Vorun­ter­suchun­gen oder Risiko­analy­sen durch­führen, bevor ein Mitar­beit­er ins Aus­land entsendet wird. Und das trotz des Trends, dass immer mehr Reisen und Entsendun­gen in Schwellen­län­der und risiko­r­e­iche Regio­nen gehen.
Anhand ein­er Check­liste, die in den Leit­faden inte­gri­ert ist, kön­nen Unternehmen nun fest­stellen, ob sie aus­re­ichend Präven­tion­s­maß­nah­men getrof­fen haben oder nicht. Dabei geht die Pub­lika­tion „Glob­al Frame­work“ auch auf sehr konkrete Fra­gen ein, beispiel­sweise welche Unternehmens­bere­iche in die Präven­tion­s­maß­nah­men einge­bun­den wer­den soll­ten, wie ein Emer­gency Plan ausse­hen sollte und wie ein Not­fall­man­age­ment-Team in der Regel zusam­menge­set­zt ist.
Für die Erstel­lung des Leit­fadens hat die Inter­na­tion­al SOS Foun­da­tion mit anderen inter­na­tion­al führen­den Gesund­heits- und Sicher­heit­sex­perten wie der Inter­na­tion­al Labour Orga­ni­za­tion (ILO), dem inter­na­tionalen Arbeit­ge­berver­band oder Price Water­house Coop­ers zusam­mengear­beit­et.
Inter­na­tion­al SOS Check­liste
Die Check­liste dient allen Unternehmen, deren Mitar­beit­er ins Aus­land reisen oder dort leben, als Instru­ment zur Selb­stein­schätzung. Die Fra­gen sollen dabei helfen, das unternehmensweite Reis­esicher­heits- und Reisege­sund­heits­man­age­ment auf die wichtig­sten Aspek­te abzuk­lopfen.
Die fol­gen­den Fra­gen stellen einen Auszug aus der umfan­gre­ichen, englis­chsprachi­gen Check­liste dar, die bei Inter­na­tion­al SOS kosten­los ange­fordert wer­den kann:
Wie wird die Check­liste genutzt?
Für die Selb­stein­schätzung sollte ein Team gebildet wer­den. Dieses Team
  • geht die Check­liste sorgfältig durch, kom­men­tiert die Fra­gen und wen­det sich bei Unklarheit­en an den ver­ant­wortlichen Vorge­set­zten.
  • erar­beit­et Opti­mierungsvorschläge für das interne Reis­esicher­heits- und Reisege­sund­heits­man­age­ment und legt sowohl Ver­ant­wortlichkeit­en als auch einen Zeit­plan für die Umset­zung fest.
Beispiel­hafte Fra­gen der Inter­na­tion­al SOS Check­liste
Unternehmen­spoli­tik
Rollen und Ver­ant­wortlichkeit­en
Pla­nung
Umset­zung
Auswer­tung und Opti­mierung
Im Gespräch mit Dr. Ste­fan Eßer, Med­ical Direc­tor von Inter­na­tion­al SOS in Zen­traleu­ropa.
Seit 2008 ist Dr. Ste­fan Eßer Med­ical Direc­tor für Inter­na­tion­al SOS Cen­tral Europe. Der Facharzt für All­ge­mein­medi­zin ist spezial­isiert auf Pub­lic Health und Reisemedi­zin. Er ist Berater für die medi­zinis­che Betreu­ung von Unternehmen bei Ein­sätzen im Aus­land – ins­beson­dere in Afri­ka und Asien.
Was ist der Hin­ter­grund zur Entste­hung des Glob­al Frame­work?
Dr. Ste­fan Eßer: Inter­na­tion­al SOS hat sich bere­its in mehreren Stu­di­en und Pub­lika­tio­nen mit dem The­ma Entsendungssicher­heit und den Recht­en und Pflicht­en von Arbeit­ge­bern gegenüber Reisenden im Aus­land beschäftigt. In diesem Zusam­men­hang haben wir eine Studie mit inter­na­tion­al täti­gen Unternehmen durchge­führt und das Ergeb­nis hat uns über­rascht: Lediglich ein Drit­tel der 628 befragten Unternehmen weltweit führen medi­zinis­che Vorun­ter­suchun­gen oder Risiko­analy­sen durch, bevor ein Mitar­beit­er ins Aus­land entsendet wird. Es gibt also bei vie­len Unternehmen Nach­holbe­darf, doch oft fehlen die prak­tis­chen Hil­festel­lun­gen. Genau das möcht­en wir mit diesem Leit­faden ändern.
Was ist das Beson­dere an dem Leit­faden der Inter­na­tion­al SOS Foun­da­tion?
Der Leit­faden „Glob­al Frame­work“ geht auf sehr konkrete Fra­gen ein, beispiel­sweise welche Unternehmens­bere­iche in die Präven­tion­s­maß­nah­men einge­bun­den wer­den soll­ten, wie ein Emer­gency Plan ausse­hen sollte oder wie ein Not­fall­mange­ment-Team in der Regel zusam­menge­set­zt ist. Jedes Unternehmen kann sich mit Hil­fe des Leit­fadens einen ersten Ein­druck ver­schaf­fen, ob es aus­re­ichend vor­bere­it­et ist oder nicht. Für die Erstel­lung des Leit­fadens haben wir mit anderen inter­na­tion­al führen­den Gesund­heits- und Sicher­heit­sex­perten wie der Inter­na­tion­al Labour Orga­ni­za­tion (ILO) oder dem inter­na­tionalen Arbeit­ge­berver­band (IOE) zusam­mengear­beit­et. Er repräsen­tiert also das gebün­delte Wis­sen ver­schieden­er Experten und Organ­i­sa­tio­nen.
Warum ist es für Unternehmen wichtig, Reis­esicher­heit­spro­gramme zu etablieren?
Ver­schiedene Stu­di­en zeigen, dass die Zahl der Geschäft­sreisenden und Expa­tri­ats in den kom­menden Jahren weit­er­hin stark ansteigen wird. Gle­ichzeit­ig merken wir bei Inter­na­tion­al SOS, dass vor allem Reisen und Entsendun­gen in Schwellen­län­der und risiko­r­e­iche Regio­nen zunehmen. Angesichts dieser Arbeit­sre­al­ität reicht eine Ver­sicherung nicht mehr aus, um die Gesund­heit und Sicher­heit von reisenden Angestell­ten zu gewährleis­ten – sowohl aus arbeit­srechtlichen Grün­den als auch um als Arbeit­ge­ber attrak­tiv zu bleiben. Das bedeutet: Alle inter­na­tion­al täti­gen Unternehmen soll­ten ein Reis­esicher­heit­spro­gramm haben, dessen Schw­er­punkt auf Präven­tion liegt.
Für­sorgepflicht deutsch­er Unternehmen bei Aus­land­sentsendun­gen
Eine weit­ere Pub­lika­tion der Inter­na­tion­al SOS Foun­da­tion bietet Unternehmen prak­tis­che Hil­festel­lun­gen in Sachen Geschäft­sreisen: der deutsch­landweit erste Rat­ge­ber zu den Recht­en und Pflicht­en deutsch­er Unternehmen bei Aus­land­sentsendun­gen. Die eben­falls frei ver­füg­bare Pub­lika­tion gibt einen Überblick über die rel­e­van­ten Rechts­grund­la­gen und den Umfang der Für­sorge- und Treuepflicht für Arbeit­ge­ber. Zudem bietet sie konkrete juris­tis­che Hand­lungsempfehlun­gen für die wichtig­sten Aspek­te eines Aus­land­sein­satzes.
Welche Maß­nah­men Arbeit­ge­ber bei ein­er Aus­land­sentsendung ergreifen müssen, um einen wirk­samen Schutz vor Sicher­heits- und Gesund­heit­srisiken zu gewährleis­ten, ist durch die Recht­sprechung in Deutsch­land nur unzure­ichend gek­lärt. Während sich bish­erige Pub­lika­tio­nen auf sozial- und steuer­rechtliche Auswirkun­gen der Aus­land­stätigkeit konzen­tri­eren, zeigt der Rat­ge­ber nun die Grund­la­gen der Für­sorge- und Treuepflicht auf. Dabei wid­met sich die Pub­lika­tion auch prak­tis­chen Fra­gen: Welch­es Recht kommt bei Aus­land­sentsendun­gen zur Anwen­dung? Welche Gerichte sind inter­na­tion­al zuständig? Mit welchen Rechts­fol­gen muss bei Ver­stößen gegen die Für­sorge- und Treuepflicht gerech­net wer­den? „Stu­di­en zeigen, dass die Zahl der Geschäft­sreisen und Expa­tri­ates in den kom­menden Jahren weit­er stark ansteigen wird“, sagt Dominik Schaer­er, Geschäfts­führer Inter­na­tion­al SOS in Zen­traleu­ropa. „Gle­ichzeit­ig merken wir bei Inter­na­tion­al SOS, dass Reisen und Entsendun­gen in Schwellen­län­der und risiko­r­e­iche Regio­nen zunehmen. Zudem wer­den die Geschäft­sreisenden immer älter und sind dadurch für bes­timmte Erkrankun­gen stärk­er gefährdet.“ Vor diesem Hin­ter­grund gewin­nt die Für­sorgepflicht des Arbeit­ge­bers immer mehr an Bedeu­tung.
Der Rat­ge­ber kann bei Inter­na­tion­al SOS über germany@internationalsos.com ange­fordert oder unter
www.internationalsosfoundation.org herun­terge­laden wer­den.
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