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Schutz vor Gefahr­stof­fen – prak­ti­sche Erfolge

rüKongress auf der A+A 2009
Schutz vor Gefahr­stof­fen – prak­ti­sche Erfolge

Foto: iQoncept – Fotolia.com
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Prak­ti­sche Erfolge beim Schutz vor Gefahr­stof­fen sind nicht nur daran zu messen, dass die Erkran­kungs­zah­len zurück­ge­hen und damit die Kosten für die Betriebe. Dieser Maßstab ist ohne­hin schwie­rig anzu­le­gen, da sich Berufs­krank­hei­ten meist lang­fris­tig entwi­ckeln. Prak­ti­sche Erfolge lassen sich aber auch daran messen, wie Herstel­ler und Verwen­der von Gefahr­stof­fen mit einem Thema umge­hen. Der folgende Beitrag zeigt einige posi­tive Beispiele.

BG BAU Herrn Dr. Rein­hold Rühl Hunge­ner Straße 6 60389 Frank­furt am Main

Ist nicht ein gemein­sa­mes Vorge­hen von Herstel­lern, Anwen­dern und Arbeits­schüt­zern zur Verhin­de­rung von bestimm­ten Erkran­kun­gen ein Erfolg? Setzt dies doch voraus, dass alle die Proble­ma­tik erken­nen und akzep­tie­ren. Es ist ja keines­falls selbst­ver­ständ­lich, dass die Herstel­ler von Chemi­ka­lien bei der tech­ni­schen Weiter­ent­wick­lung ihrer Produkte den Arbeits­schutz berück­sich­ti­gen. Bis dann einge­se­hen wird, dass ein Problem nicht ein Phäno­men in einzel­nen Anwen­der­be­trie­ben, sondern grund­sätz­lich mit dem Produkt verbun­den ist, ist viel Aufklä­rungs­ar­beit notwen­dig, die sich oft über Jahre und Jahr­zehnte hinzieht. Dies trifft sicher­lich nicht nur auf Chemi­ka­li­en­her­stel­ler, sondern auch auf Herstel­ler von Gerä­ten und Maschi­nen zu.
Auch bei den Betrieben(vor allem bei den KMU), die Chemi­ka­lien einset­zen, bedarf es lang­fris­ti­ger Aufklä­rungs­ar­beit. Wie soll ein Betrieb auch die Dimen­sion einer Proble­ma­tik erken­nen, wenn bei ihm nur eine Person erkrankt?
Schwie­rige Folgen­ab­schät­zung
Wenn aus diesen Gesprä­chen mit Herstel­lern und Anwen­dern inno­va­tive Tech­ni­ken, gemein­sam entwi­ckelte Vorge­hens­wei­sen und letzt­lich Ände­run­gen des Umgangs mit den Gefahr­stof­fen resul­tie­ren, sind dies Erfolge, die sich mittel­fris­tig auch auf Ausfall­zei­ten, Krank­heits­ge­sche­hen und Kosten auswir­ken werden. Nicht immer wird dies nach­weis­bar sein.
So können die Folgen einer der spek­ta­ku­lärs­ten Inno­va­tio­nen durch den Arbeits­schutz vermut­lich nie belegt werden, obwohl sie welt­wei­ten Einfluss hat.
Die BG Druck und Papier hat welt­weit Wasch- und Reini­gungs­mit­tel für den Offset­druck mit einem Flamm­punkt über 55 °C mit der umge­setz­ten „Bran­chen­in­itia­tive Offset­druck“ durch­ge­setzt.
Kongress auf der A+A 2009
Auf der A+A 2009 widmet sich am Mitt­woch den 4. Novem­ber im inter­na­tio­na­len Teil des Kongres­ses (mit Simul­tan­über­set­zung ins Engli­sche) eine Veran­stal­tung dem Thema „Schutz vor Gefahr­stof­fen – Prak­ti­sche Erfolge“. Wenn man sich die Herkunft der Refe­ren­ten anschaut wird deut­lich, dass hier nicht nur die Arbeits­schüt­zer betei­ligt sind. Auch Herstel­ler und Anwen­der kommen zu Wort.
Refe­ren­ten aus den Nieder­lan­den machen zudem offen­sicht­lich, dass es gerade im Bereich der Gefahr­stoffe notwen­dig ist, über die Landes­gren­zen hinweg zu denken. Viele Chemi­ka­lien werden nicht nur in Deutsch­land, sondern euro­pa­weit ange­bo­ten. Auch die Herstel­ler sind daher daran inter­es­siert, nicht in jedem EU-Land eine beson­dere Lösung zu erar­bei­ten, sondern eine gemein­same, für ganz Europa gültige Vorge­hens­weise.
Beispiele Epoxid­harze…
Seit Jahren widmen sich die Arbeits­schüt­zer in ganz Europa den Epoxid­har­zen. In der Anwen­dung sind diese hervor­ra­gend und kaum zu erset­zen, doch werden zahl­rei­che Aller­gien durch diese Produkte verur­sacht. Die Erkran­kun­gen durch Epoxid­harze stel­len einen Schwer­punkt bei den berufs­be­ding­ten Gefahr­stoff­er­kran­kun­gen dar. Schon wenige Wochen unge­schütz­ter Umgang mit Epoxid­har­zen können zu einer Aller­gie führen, die aufgrund der großen Verbrei­tung der Epoxid­harze in allen Bran­chen sehr oft das Aus für fast jegli­che beruf­li­che Tätig­keit ist.
INQA-Chemie hat daher in Zusam­men­ar­beit mit Herstel­lern, Anwen­dern und Arbeits­schüt­zern aus den Nieder­lan­den, Öster­reich und Deutsch­land das INQA-Bewertungssystem für Epoxid­harz­pro­dukte entwi­ckelt. Dabei werden die Gebinde, in denen Epoxid­harze gelie­fert werden, die Arbeits­schutz­an­ga­ben im Sicher­heits­da­ten­blatt und die Hinweise zum Umgang mit den Epoxid­har­zen in tech­ni­schen Merk­blät­tern, in der Werbung und sons­ti­gen Herstel­ler­in­for­ma­tio­nen bewer­tet.
Die Epoxid­harze, bei denen die Rahmen­be­din­gun­gen stim­men, werden aufge­führt unter: www.inqa-epoxibewertung.de
Sowohl Herstel­ler von Epoxid­har­zen als auch Anwen­der können sich an das Bewer­tungs­sys­tem wenden, damit Produkte, die noch fehlen, bewer­tet und ggf. aufge­führt werden. Herstel­ler, Anwen­der und Arbeits­schüt­zer aus Deutsch­land und den Nieder­lan­den werden über ihre Erfah­run­gen mit dem INQA-Bewertungssystem für Epoxid­harz­pro­dukte berich­ten.
…und andere Arbeits­schutz­er­folge
Ein weite­rer Vortrag dieser Veran­stal­tung widmet sich Inno­va­tio­nen für den Arbeits­schutz bzw. durch den Arbeits­schutz. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, dass der Arbeits­schutz nicht die Bremse der Indus­trie ist, sondern der Motor für inno­va­tive Entwick­lun­gen. Nicht selten beein­flus­sen die vom Arbeits­schutz verur­sach­ten Inno­va­tio­nen auch den Umwelt­schutz, da die Umwelt vom Eintrag dieser Stoffe entlas­tet wird. INQA-Chemie hat sich zum Ziel gesetzt, solche Inno­va­tio­nen zu fördern.
Einige Beispiele:
  • Druck­be­stäu­bungs­pu­der mit verrin­ger­tem Fein­staub­an­teil können die Staub­be­las­tung in jeder Drucke­rei redu­zie­ren;
  • löse­mit­tel­freie Boden­be­lags­kleb­stoffe oder tempe­ra­tur­ab­ge­senkt einge­baute Asphalte entlas­ten die Umwelt, die Verar­bei­ter und die Bewoh­ner und sind darüber hinaus auch wirt­schaft­li­cher;
  • in Schaum­form aufge­tra­gene Steinschutz- oder Holz­mit­tel führen zu spar­sa­mem Verbrauch und gerin­ge­rer Expo­si­tion.
Erfolge für den Arbeits­schutz sind es auch, wenn Herstel­ler oder zentrale Stel­len die geeig­ne­ten Schutz­maß­nah­men ermit­teln und damit den Betrie­ben diese Suche erleich­tern. Für Isocya­nate, Reini­gungs­mit­tel, PAK-Sanierung oder Arbei­ten in der Druck­in­dus­trie wurden die geeig­ne­ten Hand­schuh­fa­bri­kate ermit­telt. INQA-Chemie sammelt diese Hilfen und bietet sie auf seiner Webseite an.
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