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Sprinklerinstallation up-to-date

Brandschutz mit System
Sprinklerinstallation up-to-date

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Steigen­der Ter­min­druck, die zunehmende Kom­plex­ität glob­aler Liefer­ket­ten und der Trend zur bedarf­s­gerecht­en Pro­duk­tion machen ein angemessenes Risiko­man­age­ment für Unternehmen ver­schieden­ster Branchen heute zu ein­er unverzicht­baren Auf­gabe. Die Erfas­sung und Bew­er­tung von Risiken sowie die Steuerung von Maß­nah­men auf fest­gestellte Risiken sichert den Unternehmenswert und gewährleis­tet die langfristige Überlebensfähigkeit.

  • 1 k‑Faktor: Durch­fluss­menge des Wassers an einem Sprin­klerkopf (Q in dm³/min) im Ver­hält­nis zur Wurzel des Drucks bei dem diese Wasser­menge fließt (p in kPa) k = Q/℗½
  • 2 RTI ‑Wert: Der Response Time Index ist ein Wert, der genutzt wird, um das Ansprechver­hal­ten eines Sprin­klers in ein­er Bran­dumge­bung vorherzubes­tim­men. Dieses wird durch die Mess­größen Gastem­per­atur und ‑geschwindigkeit im Ver­hält­nis zur Zeit aus­ge­drückt (ms) ½ RTI = t(u)½
Eines der größten Schaden­srisiken ist die Gefahr durch Feuer. Eine wichtige Rolle in betrieblichen Sicher­heit­skonzepten spielt deshalb der aktive Brand­schutz, ins­beson­dere durch leis­tungs­fähige Sprin­kler­sys­teme. Auch wenn der Sprin­kler bere­its vor mehr als 100 Jahren entwick­elt wurde, stellt er auch heute noch die wirk­sam­ste Form der Brand­bekämp­fung dar. Wie sich max­i­maler Sprin­kler­schutz erre­ichen lässt, zeigt das kür­zlich erschienene FM Glob­al Daten­blatt 2–0 – die jüng­ste deutschsprachige Richtlin­ie, die Plan­er und Errichter bei der Instal­la­tion ein­er automa­tis­chen Sprin­kler­an­lage unterstützt.
Kosten ver­sus Nutzen
Viele Unternehmen stellen die Investi­tio­nen in eine Sprin­kler­an­lage in Frage, da sie keinen direk­ten Beitrag zum Geschäft­ser­folg leis­ten und sich in der Bilanz lediglich in Form von Kosten wider­spiegeln. Allerd­ings schützt eben solch eine Anlage gener­ierte Werte und Zukun­ftsin­vesti­tio­nen. Die Schadenssta­tis­tiken der ver­gan­genen Jahre sprechen in diesem Kon­text eine ein­deutige Sprache: Der durch­schnit­tliche Brand­schaden lag an Stan­dorten ohne Sprin­kler­schutz in einem Ver­gle­ich­szeitraum von zehn Jahren bei 2,6 Mil­lio­nen Euro. Demge­genüber betrug die durch­schnit­tliche Schaden­shöhe an Stan­dorten mit Sprin­kler­schutz nur etwa 0,5 Mil­lio­nen Euro. Darüber hin­aus ist zu beacht­en, dass bei Vorhan­den­sein ein­er Sprin­kler­an­lage von baulichen Erfordernissen wie der Größe von Brand­ab­schnit­ten und der Länge von Fluchtwe­gen abgewichen wer­den kann, was hil­ft, die Baukosten zu reduzieren. Die Beispiele zeigen: Sprin­kler­an­la­gen sind nicht nur aus Sicher­heits­grün­den zu empfehlen, son­dern kön­nen auch auf vielfältige Art und Weise helfen, Kosten zu sparen und Investi­tio­nen zu schützen.
Die Instal­la­tion ein­er Sprin­kler­an­lage muss nach all­ge­mein anerkan­nten Regeln der Tech­nik erfol­gen. Darunter ver­ste­ht man for­mal betra­chtet tech­nis­che Ver­fahren und Vorge­hensweisen, die in der prak­tis­chen Anwend­barkeit erprobt sind und von der Mehrheit der Fach­leute anerkan­nt wer­den. Anhalt­spunk­te für solche Ver­fahren im Bere­ich der Sprin­k­lerin­stal­la­tion geben tech­nis­che Regel­w­erke wie das neue FM Glob­al Daten­blatt 2–0, das als jüng­ste deutschsprachige Richtlin­ie im Fol­gen­den erläutert wer­den soll.
Ver­wen­dungszweck bes­timmt Terminologie
Das FM Glob­al Daten­blatt 2–0 enthält Empfehlun­gen zur Instal­la­tion ein­er automa­tis­chen Sprin­kler­an­lage sowie ihrer Kom­po­nen­ten und tra­gen­den Ele­mente. Das Daten­blatt dient u.a. zur Beschrei­bung von Bauteilen und ‑grup­pen, die bei der Kon­struk­tion ein­er automa­tis­chen Sprin­kler­an­lage ver­wen­det wer­den, informiert über deren Befes­ti­gung und Sicherung, die Wahl der Sprin­kler­aus­löse- ele­mente und gibt Empfehlun­gen zum Sprüh­bild des Sprin­klers im Brand­bere­ich. Die Richtlin­ie basiert auf den FM-Daten­blät­tern 2–2, 2–7 und 2–8N, die damit hin­fäl­lig wur­den. Ziel der Richtlin­ie ist es, die rechtzeit­ige Aus­lö­sung eines Sprin­klers, einen aus­re­ichen­den Wasser­durch­fluss und ein ungestörtes Sprüh­bild zum Feuer zu gewährleis­ten. Die wichtig­sten Verän­derun­gen gegenüber den zuvor gel­tenden FM Glob­al Datenblättern:
  • Die Begriffe Con­trol Mode Den­si­ty Area (CMDA), Con­trol Mode Spe­cif­ic Appli­ca­tion (CMSA) und Supres­sion Mode oder Ear­ly Supres­sion Fast Response (ESFR) wur­den erset­zt. Stattdessen wer­den jet­zt die Beze­ich­nun­gen „Lager­sprin­kler“, „Nicht-Lager­sprin­kler“ und „Objek­tschutzsprin­kler“ zur Beschrei­bung der unter­schiedlichen Sprin­kler­typen ver­wen­det. Die Ter­mi­nolo­gie richtet sich von nun an also nach dem Ver­wen­dungszweck des Sprinklers.
  • Sind bei ein­er Deck­en­sprin­kler­an­lage Sprin­kler unter­halb von Sprüh­be­hin­derun­gen notwendig, so müssen sie gemäß dem neuen Daten­blatt nicht mehr für die hydraulis­che Berech­nung berück­sichtigt werden.
  • Die zuvor gel­tenden Beschränkun­gen bei der Größe der Fläche, die durch eine Alar­mven­til­sta­tion geschützt wer­den kann, wur­den eben­falls fall­en gelassen. Der einzige lim­i­tierende Fak­tor ist die hydraulis­che Gren­ze des Sys­tems. Damit kann jedes Sys­tem an die stan­dort­be­zo­ge­nen Brand­ab­schnitte angepasst werden.
Deck­enkon­struk­tion hat entschei­den­den Ein­fluss auf Wirksamkeit
Die wichtig­sten Fak­toren für eine erfol­gre­iche Brand­bekämp­fung sind das Ansprechver­hal­ten der Sprin­kler, die Sprin­kler­po­si­tion­ierung und eine aus­re­ichende, unge­hin­dert freige­set­zte Wasser­menge im Brand­bere­ich. Zu beacht­en ist, dass die Kon­struk­tion eines Gebäudes entschei­den­den Ein­fluss auf diese kri­tis­chen Größen nehmen kann. Auss­chlaggebend für die Posi­tion­ierung des Sprin­klerkopfes unter­halb der Decke ist, ob die Deck­enkon­struk­tion Behin­derun­gen für die Brandgasaus­bre­itung aufweist oder nicht.
Als Decke mit Behin­derung für die Brandgasaus­bre­itung gilt eine bauliche Aus­führung, welche die vom Ursprungspunkt des Feuers gle­ich­mäßige Aus­bre­itung heißer Gase unter der Decke bis zu den näch­st­gele­ge­nen vier Sprin­klern ver­hin­dert. Demge­genüber wer­den als Deck­enkon­struk­tion ohne Behin­derung für die Brandgasaus­bre­itung solche baulichen Aus­führun­gen der Decke beze­ich­net, die es heißen Gasen ermöglichen, sich unter der Decke vom Entste­hungspunkt des Feuers aus bis zu den näch­st­gele­ge­nen vier Sprin­klern unge­hin­dert auszubreiten.
Eine aus­re­ichende und unge­hin­dert freige­set­zte Wasser­menge ist abhängig von den Objek­ten, die unter­halb der Sprin­kler vorhan­den sind. So kön­nen Lüf­tungskanäle, Elek­tro­trassen, Beleuch­tun­gen, Deck­en­heizun­gen und ähn­liche Objek­te eine gravierende Sprüh­be­hin­derung darstellen. Das neue Daten­blatt gibt eine ein­heitliche Anleitung zur Sprin­kler­po­si­tion­ierung, zur Ver­mei­dung von Sprüh­be­hin­derun­gen und Infor­ma­tio­nen zum max­i­mal und min­i­mal zuläs­si­gen Abstand zur Decke in Abhängigkeit vom Ver­wen­dungszweck des Sprinklers.
Wo ist Sprin­kler­schutz erforderlich?
Sprin­kler­schutz ist über­all dort notwendig, wo eine brennbare Bauweise oder eine brennbare Bele­gung vorhan­den ist. Sprin­kler­schutz ist darüber hin­aus unter jedem sta­tionären Objekt nötig, das bre­it­er als 1,2 m ist und unter dem sich eine brennbare Bauweise oder eine brennbare Bele­gung befind­et. Wurde ein Sprin­kler für den Schutz ein­er gegebe­nen Brandge­fahr aus­gewählt, müssen in den entsprechen­den nutzungsspez­i­fis­chen FM Glob­al Daten­blät­tern die fol­gen­den Para­me­ter bes­timmt werden:
  • die Nen­naus­lösetem­per­atur des Sprinklers
  • der emp­foh­lene K‑Faktor1 (entschei­dend für die Wassermenge)
  • der RTI-Wert2 (entschei­dend für die Reak­tion­szeit des Sprinklers)
  • die Aus­rich­tung des Sprin­klers (entschei­dend für das Sprüh­bild des Sprinklers)
  • der emp­foh­lene min­i­male und max­i­male lin­eare hor­i­zon­tale Abstand und die min­i­male und max­i­male Schutzfläche.
Nass- oder Trockenanlage
Die Auswahl ein­er bes­timmten Sprin­kler­an­lage wird großteils durch die erwarteten Umge­bung­stem­per­a­turen im zu schützen­den Bere­ich bes­timmt. Sprin­kler-Nas­san­la­gen wer­den nur in Bere­ichen emp­fohlen, in denen die Umge­bung­stem­per­atur das Sprin­kler­wass­er jed­erzeit zwis­chen 4 °C und 95 °C hält. Trock­en­sprin­kler­an­la­gen sind erforder­lich, wenn die Umge­bung­stem­per­atur des geschützten Bere­ichs auf unter 4 °C fall­en oder auf über 95 °C steigen kann. Eine Sprin­kler­an­lage für Tiefküh­lzo­nen ist anstelle ein­er Trock­e­nan­lage zu ver­wen­den, wenn die Umge­bung­stem­per­atur des geschützten Bere­ichs jed­erzeit auf unter ‑7 °C gehal­ten wird. Vorges­teuerte Sprin­kler­an­la­gen sind zuläs­sig, wenn die Umge­bung­stem­per­atur des geschützten Bere­ichs nicht jed­erzeit unter ‑7 °C gehal­ten wird.
Sprin­kler­schutz zahlt sich aus
Die im FM Glob­al Daten­blatt 2–0 enthal­te­nen Brand­schutzempfehlun­gen basieren auf zahlre­ichen Ver­suchen, Schaden­er­fahrun­gen aus 175 Jahren Geschäft­stätigkeit der FM Glob­al und inge­nieur­wis­senschaftlich fundierten Bew­er­tun­gen. Die FM Glob­al-Schaden­his­to­rie der ver­gan­genen zwanzig Jahre zeigt, dass bei unge­fähr 25 Prozent aller Schadens­fälle die Aus­lö­sung eines einzel­nen Sprin­klers einen Brand kon­trol­liert, wenn die Sprin­kler­an­lage richtig aus­gelegt und instal­liert wurde. Cir­ca 50 Prozent aller Bran­dereignisse wer­den bei Aus­lö­sung von max­i­mal drei Sprin­klern und sog­ar 73 Prozent bei Aus­lö­sung von neun oder weniger Sprin­klern kon­trol­liert. Bei den hochef­fizien­ten Lager­sprin­klern mit schnellem RTI und hohem K‑Faktor lösen in den meis­ten Fällen nur vier Sprin­kler aus. Die Zahlen bele­gen: Die Mehrzahl der durch Feuer oder Explo­sio­nen verur­sacht­en Per­so­n­en- und Sach­schä­den sind ver­mei­d­bar – voraus­ge­set­zt, man erken­nt die Risiken und sorgt entsprechend vor.
Autor
Ralf Vol­lenkem­per Group Man­ag­er Field Engi­neer­ing FM Glob­al Deutsch­land E‑Mail: ralf.vollenkemper@fmglobal.com
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