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A+A 2013: Gesundes Arbeiten bedingt passende Arbeitsgestaltung und Arbeitsmittel

Themen­park Work­place Design – Ergo­no­mie in der Praxis

Foto: © Martinan – Fotolia.com
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Persön­li­cher Schutz, betrieb­li­che Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit zählen zu den „klas­si­schen“ Kern­the­men der A+A, die im Zwei-Jahres-Turnus in Düssel­dorf statt­fin­det. Die „gesund­erhal­tende Arbeits­ge­stal­tung“ wird dabei in Fach­messe und Kongress in den Düssel­dor­fer Messe­hal­len sowie im Congress Center Düssel­dorf (CCD) fasset­ten­reich unter verschie­dens­ten Blick­win­keln beleuch­tet. Ein bedeu­ten­der Faktor sind hier­bei menschen­ge­rechte Arbeits­be­din­gun­gen.

Ergo­no­mi­sche Arbeits­ge­stal­tung ist gerade vor dem Hinter­grund des demo­gra­fi­schen Wandels und der zuneh­men­den Zahl der psychi­schen Erkran­kun­gen von enor­mer Bedeu­tung. Denn nach­hal­ti­ger Unter­neh­mens­er­folg lässt sich nur mit körper­lich und psychisch gesun­den Mitar­bei­tern erzie­len.

Ergo­no­mie im A+A Kongress
Der A+A Kongress wird sich in diesem Jahr wieder ausgie­big mit dem Thema Ergo­no­mie befas­sen. Allge­mein und über­grei­fend führt der Kongress­block „Präven­tion beruf­li­cher Muskel-Skelett Belas­tun­gen“ unter Feder­füh­rung des Länder­aus­schus­ses für Arbeits­schutz und Sicher­heits­tech­nik (Lasi) in die Thema­tik ein und verweist dabei auf die Kampa­gne „Denk an mich. Dein Rücken“ der Deut­schen gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (DGUV). Über Präven­ti­ons­maß­nah­men spricht Prof. Dr. Diet­rich Gröne­meyer in seinem Beitrag „Vorbeu­gen – statt vor Schmer­zen krüm­men“.
Zwei große Kongress­blö­cke, gelei­tet von der Gesell­schaft für Arbeits­wis­sen­schaft (GfA) und der Kommis­sion Arbeits­schutz und Normung (KAN), beleuch­ten die Aspekte „Die Vermes­sung des Menschen – Neue Tech­ni­ken erleich­tern die ergo­no­mi­sche Gestal­tung“ und „Arbeits­zeit und Arbeits­or­ga­ni­sa­tion“. Der zweite Block umfasst folgende Beträge:
  • Gesund­heits­schutz bei stän­di­ger Erreich­bar­keit“ von Frank Bren­scheidt (Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin, BAuA)
  • Gute Arbeits­zeit­ge­stal­tung in Hotels und Gast­stät­ten ist mach­bar“ von Rein­hild Müller (Freie und Hanse­stadt Hamburg, Behörde für Gesund­heit und Verbrau­cher­schutz)
  • Arbeits­zeit­be­ra­tung für kleine und mitt­lere Unter­neh­men – ein Einstieg in betrieb­li­che Präven­tion ?!“ von Gabriele Gusia (RKW Kompe­tenz­zen­trum)
Spezi­ell um Ergo­no­mie im Büro geht es in den Beiträ­gen „Gute Büro­ar­beit: Gesund­heit, Ergo­no­mie und Perso­nal­ent­wick­lung“ des Deut­schen Netz­werks Büro (DNB) und „Bewe­gung im Büro – Ergo­no­mie neu denken“ von Prof. Dr. Ingo Froböse vom Zentrum für Gesund­heit der Deut­schen Sport­hoch­schule in Köln und Burk­hard Remmers vom Büro­mö­bel­her­stel­ler Wilk­hahn. Psychi­schen Belas­tun­gen der Infor­ma­ti­ons­ar­beit nehmen Dr. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer-Institut für Arbeits­wirt­schaft und Orga­ni­sa­tion (IAO) und Susanne Roscher von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) unter die Lupe und Bernd Fels vom Beratungs- und Planungs­un­ter­neh­men If5 konzen­triert sich auf „Akus­tik, Optik, Klima – Büro­ge­stal­tung mit allen Sinnen“.
Ergo­no­mie in der Kinder­be­treu­ung thema­ti­sie­ren die Vorträge „Mess­tech­ni­sche Analyse von Muskel- und Skelett­be­las­tun­gen bei Erzie­he­rin­nen in Kinder­ta­ges­ein­rich­tun­gen im Rahmen des ErgoKita-Projekt“ von Rolf Elle­g­ast, Insti­tut für Arbeits­schutz (IFA) der DGUV, und „Pädago­gi­sches Perso­nal in Kinder­ta­ges­ein­rich­tun­gen: Belas­tun­gen durch den Arbeits­all­tag und ihre Auswir­kung – Ergeb­nisse einer Befra­gung“ von Andrea Sinn-Behrendt vom Insti­tut für Arbeits­wis­sen­schaft der Univer­si­tät Darm­stadt.
Ergo­no­mie in der Arbeits­welt wird im Rahmen der A+A 2013 auch durch inter­na­tio­nale Programm­punkte präsent sein, zum Beispiel im Kongress­block „Arbeits­be­din­gun­gen in Logis­tik und im Trans­port­ge­werbe.“ Dieser thema­ti­siert die Gestal­tung gesund­heits­för­der­li­cher Arbeits­be­din­gun­gen für Beschäf­tigte in Logis­tik und Trans­port und gleich­zei­tig die Chan­cen und Möglich­kei­ten der Unter­neh­men, auch unter Wahrung menschen­ge­rech­ter Arbeits­be­din­gun­gen wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben. Im Rahmen der Veran­stal­tung werden die neuen Heraus­for­de­run­gen im Trans­port­sek­tor vorge­stellt und verschie­dene in Europa prak­ti­zierte Ansätze zu deren Lösung präsen­tiert, prak­ti­sche Beispiele und inno­va­tive Ansätze disku­tiert.
Themen­park Work­pla­ce­De­sign
Gleich ob es um ein zu hohes Arbeits­pen­sum geht, um Kommu­ni­ka­ti­ons­druck durch zu viele E‑Mails, perma­nente Erreich­bar­keit, mangelnde Aner­ken­nung, schlech­tes Team­work oder einen nicht tätig­keits­ge­rech­ten Arbeits­platz – hier ist rich­ti­ges Führungs­ver­hal­ten gefragt und eine entspre­chend ange­passte Arbeits­ge­stal­tung und Arbeits­or­ga­ni­sa­tion. Wie ange­passte Arbeits­ge­stal­tung und Arbeits­or­ga­ni­sa­tion in den Unter­neh­men umge­setzt werden kann, thema­ti­siert die A+A 2013 nicht nur im Kongress, sondern auch durch die Ange­bote der Ausstel­ler (z. B. zu ergo­no­mi­schem Mobi­liar) sowie – mit beson­de­rem Fokus auf das Thema – durch den Themen­park Work­pla­ce­De­sign in Halle 10 (koope­ra­tiv orga­ni­siert u. a. vom Dr. Curt Haefner-Verlag, den arbeits­wis­sen­schaft­li­chen Insti­tu­ten der Univer­si­tä­ten und dem Deut­schen Netz­werk Büro).
Hier werden, in passen­der Nach­bar­schaft zur Corpo­rate Health Plaza (mit Ausstel­ler­an­ge­bo­ten rund um die gesunde Arbeit), auf insge­samt gut 400 Quadrat­me­tern beispiel­hafte Lösun­gen hinsicht­lich ergo­no­mi­scher Arbeits­platz­ge­stal­tung für unter­schied­li­che Bran­chen sowie Belas­tungs­pro­file aufge­zeigt. Konkret bekommt der Fach­be­su­cher sieben „Best Practice“-Szenarien gebo­ten:
  • 1. Verpa­ckungs­sta­tion und Produktions-/ Monta­ge­ar­beits­platz
  • 2. Ergo­no­mi­sches Büro nach Vorstel­lung des „Ergo­no­mic Workspace Perfor­mance Insti­tu­tes“
  • 3. Planung von Produk­ti­ons­ar­beits­plät­zen (Model­lie­rung von Arbeits­sta­tio­nen mittels „Card­board Engi­nee­ring“)
  • 4. Büro­ar­beits­platz „Beweg­tes Sitzen“
  • 5. „Wohl­fühl­büro“
  • 6. Arbei­ten an Bild­schirm­ar­beits­plät­zen
  • 7. Ergo­no­mie am Produk­ti­ons­ar­beits­platz
Ein in den Themen­park inte­grier­tes Forum vermit­telt in Vorträ­gen, Präsen­ta­tio­nen und Diskus­sio­nen eben­falls „Best Prac­tices“ sowie den wissen­schaft­li­chen Status-Quo. Die wissen­schaft­li­che Betreu­ung des Programms obliegt Prof. Dr.-Ing. Martin Schmau­der und Dr. Martin Braun vom Fraun­ho­fer IAO.
Unter den am Themen­park Work­pla­ce­De­sign betei­lig­ten Ausstel­lern finden sich Anbie­ter von Bera­tungs­leis­tun­gen ebenso wie Anbie­ter ergo­no­mi­scher Arbeits­mit­tel, Mobi­li­ars und Ausrüs­tun­gen (u. a. Günz­bur­ger Steig­tech­nik, Löff­ler, Wilkahn, Zeuge Sonnen­schutz). Aktio­nen wie die Montage eines Taschen­werk­zeugs (das selbst­ver­ständ­lich mitge­nom­men werden darf) machen Ergo­no­mie, im konkre­ten Fall in der Produk­tion, direkt erleb­bar.
Gute Büro­ar­beit
Belas­tun­gen durch die Büro­ar­beit erle­ben in der aktu­el­len öffent­li­chen Diskus­sion eine bisher kaum dage­we­sene Beach­tung, denn Stress und psychi­sche Belas­tun­gen u. a. auch durch die tägli­che Infor­ma­ti­ons­flut sind zu einem großen Thema gewor­den. Dabei wird fast genauso häufig darauf hinge­wie­sen, dass es zur Vorbeu­gung vor allem auf die Prozess­ge­stal­tung, Führung und Arbeits­kul­tur ankommt. Auch die klas­si­schen Themen von Akus­tik, Optik und Klima und die ergo­no­mi­sche Gestal­tung der Arbeits­um­ge­bung werden vor allem im Zusam­men­hang mit den moder­nen offe­nen Büro­land­schaf­ten öffent­lich stark wahr­ge­nom­men.
Die A+A 2013 greift diese Themen für die Besu­cher mit ihren vorge­nann­ten Ange­bo­ten im Kongress und in der Fach­messe auf – Ergo­no­mie wird in seinen unter­schied­lichs­ten Erschei­nungs­for­men in den Fokus gerückt. Aber was bedeu­tet der Begriff eigent­lich genau? Und was bedeu­tet er für die Wirt­schaft?
Ergo­no­mie im Unter­neh­men
„Ergo­no­mie ist verein­facht beschrie­ben die Lehre der Anpas­sung der Tech­nik an den Menschen. Durch die Anwen­dung der Erkennt­nisse der Ergo­no­mie bei der Gestal­tung von Arbeits­plät­zen und ganzen Arbeits­sys­te­men kann eine höhere Arbeits­leis­tung bei opti­mier­ter Belas­tung des Menschen erreicht werden“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Martin Schmau­der, Profes­sur Arbeits­wis­sen­schaft am Insti­tut für Tech­ni­sche Logis­tik und Arbeits­sys­teme der TU Dres­den.
Ergo­no­mie stei­gert die Produk­ti­vi­tät eines Unter­neh­mens. Dies beweist schon ein Blick auf die Kran­ken­stands­be­richte der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen, demnach jeder vierte Arbei­ter auf Grund von Erkran­kun­gen des Muskel-Skelett-Systems ausfällt. Nach Schät­zun­gen der Bundes­an­stalt für Arbeits­schutz und Arbeits­me­di­zin (BAuA) verur­sa­chen diese Erkran­kun­gen jähr­lich Produk­ti­ons­aus­fälle in Höhe von rund 8,5 Milli­ar­den Euro.
Ergo­no­mi­sche Arbeits­platz­ge­stal­tung trägt somit dazu bei, dass Arbeit­neh­mer und damit auch wich­ti­ges Fach­wis­sen dem Unter­neh­men möglichst lange zur Verfü­gung stehen. Ein attrak­ti­ver Arbeits­platz hält Fach­kräfte darüber hinaus davon ab, sich nach ande­ren Arbeit­ge­bern umzu­se­hen – ein wich­ti­ger Faktor im Zuge des demo­gra­fi­schen Wandels und damit einher­ge­hen­den Fach­kräf­te­man­gels. Entschei­dend ist dies aber auch, um neues, frisches Wissen in den Betrieb zu holen. Junge Talent werden mitt­ler­weile in immer mehr Bran­chen hände­rin­gend gesucht und können sich den attrak­tivs­ten Arbeit­ge­ber heraus­pi­cken; gesunde Arbeits­be­din­gun­gen sind hier ein ausschlag­ge­ben­der Faktor.
Ergo­no­mie im Arbeits­schutz
Über den betrieb­li­chen Nutzen hinaus kommt ein ergo­no­misch ausge­führ­tes Umfeld auch den Forde­run­gen des Arbeits­schut­zes entge­gen. So wird Ergo­no­mie im § 2 Arbeits­schutz­ge­setz (ArbSchG) als Maßnahme des Arbeits­schut­zes aufge­führt und liefert einen wich­ti­gen Beitrag zur Verbes­se­rung von Sicher­heit und Gesund­heits­schutz der Beschäf­tig­ten. Auch im Arbeits­si­cher­heits­ge­setz (ASiG) kommt sie vor. Dort besagt die Präzi­sie­rung der Aufga­ben der Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit, dass Arbeit­ge­ber bei der Gestal­tung der Arbeits­plätze, des Arbeits­ab­laufs, der Arbeits­um­ge­bung und in sons­ti­gen Fragen der Ergo­no­mie zu bera­ten sind. Für die Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit ist damit Ergo­no­mie Teil der sicher­heits­tech­ni­schen Fach­kunde und Aufgabe im Betrieb.
Infor­ma­tio­nen zur A+A 2013, zu Ausstel­lern, Produk­ten und Programm­über­sich­ten sind online abruf­bar:
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