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Unbewältigte Kulturunterschiede verhindern Sicherheitskultur

Arbeitsschutz als Kulturproblem Teil I
Unbewältigte Kulturunterschiede verhindern Sicherheitskultur

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Wenn es trotz aller Anstren­gun­gen von Arbeit­ge­bern und Sicher­heitsin­ge­nieuren nicht dauer­haft funk­tion­iert mit dem Arbeitss­chutz, hat das meist tiefer­liegende Gründe, die mit dem Begriff Kul­tur ver­bun­den sind. Das Phänomen ist weit ver­bre­it­et und nicht auf bes­timmte Branchen beschränkt. Hier soll beispiel­haft unter­sucht wer­den, warum es bisweilen so schw­er ist, Arbeitss­chutz im Forschungs­bere­ich zu kom­mu­nizieren, einzuführen und auf akzept­ablem Niveau aufrecht zu erhal­ten. Kul­turbe­d­ingte Unter­schiede sowohl bei der Wahrnehmung als auch in der Kom­mu­nika­tion von Risiken scheinen hier­bei eine sys­tem­be­d­ingte Dia­lo­gun­fähigkeit zu erzeu­gen.

Wieso Kultur?

Der Begriff „Kul­tur“ als ein Schlüs­sel­be­griff muss erläutert wer­den. Einen sehr vere­in­facht­en Zugang zum Begriff bietet Grafik 1.
Der soge­nan­nte Kul­turk­ern in ein­er bes­timmten Kul­tur beste­ht aus den in dieser Kul­tur geteil­ten Grun­dan­nah­men und daraus abgeleit­eten Werten, die den Charak­ter von Ori­en­tierungsmustern besitzen. Diese Def­i­n­i­tion kann zur Unter­schei­dung ver­schieden­er objek­tiv­er Kul­turen herange­zo­gen wer­den. Auch Organ­i­sa­tio­nen wie z.B. Uni­ver­sitäten, Forschung­sor­gan­i­sa­tio­nen oder Forschungs­be­triebe besitzen einen solchen Kul­turk­ern, um den herum sich ver­schieden­ste soziale Sys­teme mit ihren unter­schiedlichen Kul­tur­aus­prä­gun­gen anord­nen.
Genko­va (2012)2 stellt fest, „dass die sub­jek­tive Kul­tur die Art und Weise darstellt, wie die Men­schen ihre Kul­tur wahrnehmen und wie dadurch die Denk- und Ver­hal­tens­muster ein­er Per­son bee­in­flusst wer­den. Die sub­jek­tive Kul­tur äußert sich auch in der Wahrnehmung und Bew­er­tung der eige­nen Per­sön­lichkeit, des eige­nen Lebens und der Leben­szufrieden­heit.“
Soziale Grup­pen geben dem Men­schen als Ange­hörigem eines sozialen Sys­tems im kul­turellen Leben Antwort auf die Frage, wer er im Ver­gle­ich zu den Übri­gen ist, und sie bes­tim­men seine Iden­tität.
  • Durch Grup­pen­bil­dung und der Form des Han­delns in ihr bilden sich Gemein­schaften oder Gesellschaften, die sich gegen andere Grup­pen abgren­zen, Mit­glieder aufnehmen oder auss­chließen. Diese Vorgänge bes­tim­men unab­hängig von den konkreten Inhal­ten die Iden­tität ein­er Gruppe und des Einzel­nen in der Gruppe.
  • In Uni­ver­sitäten, Forschung­sor­gan­i­sa­tio­nen oder Forschungs­be­trieben kön­nen vor allem die Sub­sys­teme Wis­senschaft, Ver­wal­tung und Tech­nik als Träger ein­er eige­nen Kul­tur iden­ti­fiziert wer­den.
Wir müssen uns zunächst der Frage wid­men, ob und, falls ja, wie sich die Kul­turk­erne in diesen drei Sub­sys­te­men voneinan­der unter­schei­den, bevor wir uns mit der Frage beschäfti­gen, inwieweit solche Unter­schiede die Kom­mu­nika­tion über oder die Akzep­tanz von Arbeitss­chutz tat­säch­lich bee­in­flussen.

Technikkultur

Begin­nen wir mit der uns ver­traut­en Tech­nikkul­tur, die haupt­säch­lich durch die Träger und Mitar­beit­er der tech­nis­chen Infra­struk­tur der Forschungs­be­triebe repräsen­tiert wird.
  • Die wichtig­ste Posi­tion der Tech­nikkul­tur beste­ht darin, dass die Tech­nik dem Men­schen nicht „feindlich“ gegenüber­ste­ht, son­dern einen fes­ten, all­ge­gen­wär­ti­gen Bestandteil unser­er Lebenswelt und deren Wissens‑, Hand­lungs- und Ori­en­tierungssys­teme darstellt.
  • Ein Par­a­dig­ma der Tech­nikkul­tur ist die „Mach­barkeit“. Damit ist die Vorstel­lung ver­bun­den, dass es in der Tech­niksphäre kein Prob­lem gibt, das nicht mit­tels Investi­tio­nen in aus­re­ichende Ressourcen tech­nisch gelöst wer­den kann.
  • Ein weit­er­er Aspekt der Grun­dan­nah­men über Umwelt­beziehun­gen ist die tech­nis­che Real­isierung und die Zweck­o­ri­en­tierung von Kom­mu­nika­tion. Kom­mu­nika­tion wird in der Tech­nikkul­tur vor­wiegend in ihrer physis­chen Repräsen­ta­tion zum Zweck von Daten­erzeu­gung, ‑trans­port, ‑ver­ar­beitung oder ‑spe­icherung ver­standen. Begriffe wie z.B. Kanalka­paz­ität, Schicht-Mod­ell oder Über­tra­gungsre­dun­danz haben aber inzwis­chen auch Ein­gang in die Kog­ni­tions­forschung der Sozial­wis­senschaften gefun­den.
In der Tech­nikkul­tur wird aber nicht gerne über eines ihrer Haupt­prob­leme gesprochen, näm­lich über die beste­hen­den Gren­zen der infor­ma­tion­stech­nis­chen Bewäl­ti­gung überkom­plex­er tech­nis­ch­er Sys­teme, die eine reale Bedro­hung der Mach­barkeits­fik­tion darstellen.
Aus den selb­st gestell­ten Anforderun­gen an die Ermöglichung tech­nis­ch­er Lösun­gen erwach­sen in der Tech­nikkul­tur hohe Ansprüche an Sys­temzu­ver­läs­sigkeit und ‑sicher­heit, die zu dem für Inge­nieurberufe charak­ter­is­tis­chen prob­a­bilis­tis­chen Risikover­ständ­nis geführt haben.
  • Die Grun­dan­nah­men der Tech­nikkul­tur über die men­schliche Natur und men­schliche Tätigkeit­en sind vor­wiegend sozio-tech­nisch geprägt.
  • Sie beto­nen dabei stark anthro­pometrische Fak­ten und Erfahrun­gen an Men­sch-Mas­chine-Schnittstellen.
  • Diese Grun­dan­nah­men und das Risikover­ständ­nis der Tech­nikkul­tur sind unmit­tel­bar an die Bere­iche Ergonomie und Arbeitss­chutz anschlussfähig.
Es ist deshalb kein Zufall, dass die Aus­bil­dung von Fachkräften für Arbeitssicher­heit vor­wiegend die sozio-tech­nis­che Sichtweise der Tech­nikkul­tur auf Arbeitssys­teme in den Mit­telpunkt stellt.
  • Weit­ge­hend aus­ge­blendet bleiben in der Tech­nikkul­tur hinge­gen Grun­dan­nah­men über men­schliche Beziehun­gen und deren kul­turbe­d­ingt unter­schiedliche Aus­prä­gung bei der Bew­er­tung von Risiken im sozio-tech­nis­chen Sys­tem.
  • Unter­suchun­gen zeigen aber (z.B. Weißbach et al., 1994)4, dass mit diesem blind­en Fleck erhe­bliche Risiken gener­iert wer­den. Vieles deutet darauf hin, dass dieses Kom­mu­nika­tion­shin­der­nis auch in Forschungs­be­trieben an der Schnittstelle der Tech­niksphäre zu anderen sozialen Sys­te­men wie dem Ver­wal­tungs- oder dem Wis­senschaftssys­tem und dort vor allem bei der Bewäl­ti­gung baulich-tech­nis­ch­er Risiken und entsprechen­den Schutz­maß­nah­men auftritt.

Verwaltungskultur

Als zweit­er Kul­turkreis inner­halb von Forschungs­be­trieben ist die Ver­wal­tung zu nen­nen. Die Wahrnehmung von Ver­wal­tungstätigkeit­en in den Bere­ichen Per­son­al, Einkauf, Haushalt usw. erfol­gt im Rah­men fest­gelegter Kom­pe­ten­zen inner­halb ein­er fes­ten Hier­ar­chie. Dies gilt im jew­eili­gen Maßstab für die dezen­tralen Ver­wal­tun­gen von Insti­tuten eben­so wie für die Zen­tralver­wal­tun­gen z.B. von Uni­ver­sitäten oder Forschung­sor­gan­i­sa­tio­nen.
Ein zen­trales Par­a­dig­ma der Ver­wal­tung ist die Bürokratie. Bürokratie besitzt einige kon­sti­tu­ierende Merk­male, aus denen sich die wichtig­sten Grun­dan­nah­men ein­er Ver­wal­tungskul­tur ableit­en lassen.
  • Als Spez­i­fi­ka sind hier zunächst die aus­geprägte Regel­bil­dung sowie eine der frühen Mod­erne entsprechen­den Degradierung der Bedeu­tung des Indi­vidu­ums auf­fäl­lig.
  • Bürokratie als Instru­ment ratio­naler Herrschaft­sausübung impliziert bere­its die Beziehung der Ver­wal­tungskul­tur zu ihrer Umwelt.
  • Organ­isiertes Ver­wal­ten beste­ht vor­wiegend aus zeit­na­hem, auf­gaben­be­zo­gen­em Erfassen, Betreuen, Leit­en und Lenken dynamis­ch­er sozialer Sys­teme nach sta­bilen Vorschriften und greift damit zwangsläu­fig in die ver­wal­teten Bere­iche ein.
Kon­flik­te der Ver­wal­tung mit der Tech­nik- und der Wis­senschaftssphäre um die Ver­wal­tung von Ressourcen oder deren Alloka­tion stellen deshalb ein nor­males, alltäglich­es Phänomen dar.
Zur Ver­wal­tung gehört das Hier­ar­chieprinzip, welch­es über die Regelung der Zuständigkeit zu ein­er effizien­ten Arbeit­sor­gan­i­sa­tion in arbeit­steili­gen, hier­ar­chis­chen Struk­turen führt.
  • Dieses Prinzip wird durch das der Schriftlichkeit von Ver­wal­tungstätigkeit ergänzt, aus dem trans­par­ent wird, wer in der Hier­ar­chie wann welche Vorgänge mit­bear­beit­et bzw. mitentsch­ieden hat.
  • Vor allem im Wis­senschaftssys­tem wird dieses Prinzip aber häu­fig nicht einge­hal­ten. Als Insti­tut­sleit­er kann ein Wis­senschaftler z.B. sein­er Ver­wal­tung jed­erzeit und an jed­er Stelle Anweisun­gen erteilen.
  • Prob­lema­tisch sind dann vor allem solche Ver­wal­tungsentschei­dun­gen, die nicht aus dem Ver­wal­tungssys­tem selb­st her­aus getrof­fen wur­den, son­dern der Ver­wal­tung z.B. durch das Wis­senschaftssys­tem zur Umset­zung übergeben wer­den, was in der Ver­wal­tung wiederum zu irri­tieren­den und rechtlich beden­klichen Regel- und Zuständigkeits­brüchen führen kann.
Bürokratis­che Struk­turen sind ein­er­seits nur dann durch Arbeit­steilung, Ein­satz von speziellen Mit­teln und Anwen­dung bewährter Denkweisen effek­tiv, sta­bil und ver­lässlich, wenn sie nicht zu oft verän­dert wer­den.
  • Auf der anderen Seite erfordern die Verän­derun­gen im ver­wal­teten Sys­tem auch Anpas­sun­gen in der Ver­wal­tung.
  • Vor dieser Her­aus­forderung ste­ht das Ver­wal­tungssys­tem in Forschungs­be­trieben immer wieder neu.
  • Die forschungspoli­tisch so gewoll­ten Koop­er­a­tio­nen, vielfältige neue Auf­gaben sowie ambi­tion­ierte Inter­na­tion­al­isierung­spro­gramme ent­fal­ten eine Dynamik, der viele Ver­wal­tungssys­teme struk­turell wie qual­i­ta­tiv bisweilen nicht mehr fol­gen kön­nen.
Bürokratie behan­delt im Regelfall alle gle­ich; sie ist als Ver­wal­tung­sor­d­nung neu­tral. Die hohe Regel­bindung sorgt ein­er­seits dafür, dass Prob­leme und Fragestel­lun­gen nach vorge­fer­tigten Schema­ta gelöst wer­den; ander­er­seits wird dadurch eine Ver­wal­tung für Son­der- und Einzelfälle auch unflex­i­bel.
  • Ger­ade die sehr speziellen Anforderun­gen aus dem Wis­senschaftssys­tem brin­gen deshalb die Ver­wal­tung bisweilen in schwierige Sit­u­a­tio­nen, in denen aus der Sicht der Ver­wal­tungskul­tur z.T. sehr exo­tisch anmu­tende Einzelfälle mit entsprechend hohem Aufwand zu bear­beit­en sind.
  • Der damit ver­bun­dene, im Ver­gle­ich mit Ver­wal­tungsrou­ti­nen zusät­zliche (und durch die Auf­gabe auch gerecht­fer­tigte) Zeitaufwand set­zt die Ver­wal­tung häu­fig ein­er unangemesse­nen Kri­tik der Inflex­i­bil­ität oder gar der Untätigkeit aus dem Wis­senschaftssys­tem aus, was durch betrof­fene Ver­wal­tungsmi­tar­beit­er als ungerecht emp­fun­den wird.
Grund­sät­zlich gilt eine Tren­nung von Funk­tion und Per­son: Die Arbeit wird nach vorstruk­turi­erten Funk­tio­nen zugewiesen und nicht nach den indi­vidu­ellen Fähigkeit­en eines Mitar­beit­ers. Der einzelne Ver­wal­tungsmi­tar­beit­er muss dafür keine große Ver­ant­wor­tung tra­gen, da diese bere­its in den Regeln und der Art der Auf­gabenor­gan­i­sa­tion abge­bildet wird.
  • Würde er bürokratis­che Regeln über­schre­it­en, kön­nte er zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den.
  • Diesem Risiko ist ein Ver­wal­tungsmi­tar­beit­er immer dann aus­ge­set­zt, wenn das Wis­senschaftssys­tem von ihm Lösun­gen an der Gren­ze der Legal­ität erwartet und er dazu sowohl eine umfassende Über­prü­fung auf Regelkon­for­mität vornehmen und dabei auch seinen per­sön­lichen Ermessensspiel­raum voll auss­chöpfen muss.
  • In solchen Fällen hat der Ver­wal­tungsmi­tar­beit­er einen Par­a­dig­men­wech­sel zu vol­lziehen, der den Kern der Ver­wal­tungskul­tur trifft.
Abschließend muss darauf hingewiesen wer­den, dass die Kul­turkreise Ver­wal­tung und Tech­nik in Forschungs­be­trieben auf­grund ihrer gemein­samen Ser­vice­funk­tion gegenüber dem Wis­senschaftssys­tem gut verzah­nt sind und ihre kul­turbe­d­ingten Unter­schiede bilat­er­al weit­ge­hend anerkan­nt haben, was zu ein­er rel­a­tiv unkom­plizierten Koex­is­tenz dieser bei­den Kul­turkreise führt. Dies ist auch der Grund für die Zusam­men­fas­sung der Kul­turkreise Tech­nik und Ver­wal­tung zu einem tech­nisch-admin­is­tra­tiv­en Bere­ich.

Wissenschaftskultur

Wis­senschaft­skul­tur umfasst Rah­menbe­din­gun­gen, Organ­i­sa­tions­for­men und Aus­prä­gun­gen des wis­senschaftlichen Arbeit­ens ein­schließlich der his­torischen Wis­senskul­tur. Wis­senschaft definiert sich über die Suche nach Wahrheit. Insoweit lässt sich auch ein Kern der Wis­senschaft­skul­tur erken­nen.
  • Als wichtig­ste soziale Ressource gilt dort Evi­denz, welche über Beweise Wahrheit­en pro­duzieren soll, aus denen wiederum erwart­bare Kon­se­quen­zen oder Prog­nosen ableit­bar sind.
  • In der Wis­senschaft gel­ten deshalb beson­dere the­o­retis­che und prak­tis­che Nor­men und Stan­dards zur Absicherung ein­er wis­senschaftlichen Objek- tiv­ität.
  • Dieser Satz von Wert- und Glaubensvorstel­lun­gen stellt eine grund­sät­zliche Wertverpflich­tung der Wis­senschaft dar und gilt ganz uni­versell.
In einem bemerkenswerten Gegen­satz zur Anerken­nung der Notwendigkeit the­o­retis­ch­er und prak­tis­ch­er Nor­men oder Stan­dards zum Zweck der Absicherung wis­senschaftlich­er Objek­tiv­ität ste­ht in der Wis­senschaft­skul­tur die Regelaver­sion in anderen Kon­tex­ten wie z.B. im Arbeitss­chutz, die bisweilen bis zur Ani­mosität reicht.
  • Im Arbeitss­chutz wäre der Umgang damit möglicher­weise ein­fach­er, wenn es sich dabei nicht um Aver­sion, son­dern um Ressen­ti­ments und Vorurteile gegen Reg­u­lar­ien han­deln würde, die sich im Diskurs the­ma­tisieren und sog­ar aufheben ließen.
  • Aver­sion stellt aber eine unbe­wusste Emo­tion dar, die offen­sichtlich im Kern der anson­sten evi­denzbe­wussten Wis­senschaft­skul­tur zu verorten ist.
  • Hier ver­läuft deshalb eine harte Kon­fronta­tion­slin­ie zwis­chen dem Wis­senschaftssys­tem, dem vor­wiegend regel­basierten Ver­wal­tungssys­tem und den sozio-tech­nisch abgeleit­eten Reg­u­lar­ien des Arbeitss­chutzes.
Das Wis­sen ein­er Gruppe, durch evi­dente Bewe­is­führung auf die Fol­gen der eige­nen Hand­lun­gen oder der konkur­ri­eren­der Grup­pen hinzuweisen, spielt eine beson­dere Rolle in der Entschei­dung sozialer Kon­flik­te.
  • Dieser Umstand hat denn auch belas­tende Fol­gen für die sozialen Vere­in­barun­gen von Gren­zrisiken im Arbeitss­chutz vor allem dann, wenn sich wis­senschaftliche Denkweisen und ein vor­wiegend sozio-tech­nisch angelegtes Denkmod­ell der Unfal­l­entste­hung und dessen inge­nieur­typ­is­che Anwen­dung im Arbeitss­chutz begeg­nen.
  • Ein – aus anderen Kul­turkreisen her­aus häu­fig kri­tisiertes – Merk­mal der Wis­senschaft­skul­tur ist deren eigene Sprache, die sich beglei­t­end zu ein­er hochgr­a­di­gen Aus­d­if­feren­zierung von wis­senschaftlichen Fachdiszi­plinen in Form von Fach­be­grif­f­en und speziellen Fach­jar­gons entwick­elt hat und sich ger­ade bei der Diskus­sion von Gren­zrisiken inner­halb neuer Forschungsrich­tun­gen oder ‑tech­niken als Kom­mu­nika­tions­bar­riere erweist.
Der Wis­senschaft als Insti­tu­tion und organ­isiertem sozialen Sys­tem sind auch spez­i­fis­che Grun­dan­nah­men über das Wesen men­schlich­er Tätigkeit­en und Beziehun­gen eigen.
  • Die Wis­senschaft­skul­tur ist z.B. geprägt von einem Wis­senschaftsmythos, der die unbe­d­ingte Hingabe an die Wis­senschaft voraus­set­zt.
  • Der Glaube an die beson­deren Begabun­gen und die Forschungspotenz der „besten Köpfe“ gehört eben­falls zu diesen Selb­stver­ständlichkeit­en.
  • Ander­er­seits ist Forschung inzwis­chen vielerorts zum Betrieb gewor­den, oft auch zum organ­isierten Prozess inner­halb von Schw­er­punk­ten, Zen­tren oder Net­zw­erken, hin­ter dem der indi­vidu­elle Wis­senschaftler zunehmend an Bedeu­tung und Pro­fil ver­liert.
Anerken­nung, Rep­u­ta­tion und Ausze­ich­nung gel­ten aber in der Wis­senschaft als Erfol­gskri­te­rien, was wiederum die Exis­tenz und eine stillschweigende Akzep­tanz sehr unter­schiedlich­er Grade von Sozial­pres­tige inner­halb des sozialen Sys­tems Wis­senschaft impliziert.
  • Dies deutet gle­ichzeit­ig auf die mögliche Aus­bil­dung eines nicht uner­he­blichen Macht­ge­fälles inner­halb des Wis­senschaftssys­tems hin, welch­es durch den selb­stver­stärk­enden Mech­a­nis­mus der mit dem wis­senschaftlich erwor­be­nen Sozial­pres­tige ver­bun­de­nen, verbesserten Ressource­nausstat­tung auch nach Maßstäben der eige­nen kul­turbe­d­ingten Werte und Grund­sätze zu dys­funk­tionalen Selek­tion­sprozessen führen kann.
  • Die Ver­suchung ist groß, dieses Sozial­pres­tige auch mit unlauteren Meth­o­d­en zu erre­ichen. Wis­senschaftlich­es Fehlver­hal­ten dieser Art wird in fast allen Forschungs­be­trieben deshalb hart sank­tion­iert.
  • Ein der­art aus­geprägtes Macht­ge­fälle inner­halb des Wis­senschaftssys­tems behin­dert die Dialogfähigkeit dieser Wis­senschaft­skul­tur zusät­zlich.
  • Hier­ar­chieori­en­tierung zeigt sich nicht zulet­zt in der inter­per­son­alen Inter­ak­tion, nimmt auch im Wis­senschaftssys­tem deutsch­er Forschungs­be­triebe die Funk­tion eines Kul­tur­stan­dards ein, ist in diesem Fall sozial und gesellschaftlich gut ver­ankert sowie außeror­dentlich resistent gegenüber Verän­derun­gen durch sozialen, gesellschaftlichen und ökonomis­chen Wan­del.
  • Kemp (1992)5 weist darüber hin­aus auf das beson­dere Prob­lem wis­senschaftlich­er Hier­ar­chien in Organ­i­sa­tio­nen tech­nisch-wis­senschaftlich­er Art hin, das in einem grund­sät­zlichen gesellschaftlichen Ver­trauensver­lust gegenüber den Wis­senschaftlern aus einem der­art diszi­plin­ierten Milieu beste­ht.
Immer mehr Wis­senschaftler sind nur inner­halb zeitlich befris­teter Verträge beschäftigt. Die Wertverpflich­tun­gen und grund­sät­zlichen Erwartun­gen der Wis­senschaft­skul­tur gel­ten auch für sie.
  • Ihr ökonomis­ch­er Anreiz beste­ht weniger in der in dieser Zeit bere­it­gestell­ten finanziellen Grat­i­fika­tion als im sozialen Pres­tige und im Wet­tbe­werb­svorteil entsprechen­der Ein­träge in der per­sön­lichen Vita, die sich, so die Hoff­nung, in der weit­eren Kar­riere auszahlen.
  • Sie ste­hen bei der Abwick­lung von Pro­jek­ten und der Anfer­ti­gung wis­senschaftlich­er Arbeit­en wegen der nur begren­zt ver­füg­baren Zeit per­ma­nent unter Druck und auch unter stetiger Beobach­tung.
  • Das Szenario ist dur­chaus strate­gisch geplant und gewollt, denn es dient der Selek­tion der Besten bei der Förderung des wis­senschaftlichen Nach­wuch­ses.
  • Dieser Selek­tions- und Wet­tbe­werb­s­druck wirkt für den Arbeitss­chutz kon­trapro­duk­tiv, da unter den genan­nten Bedin­gun­gen die „unbe­d­ingte Hingabe an die Wis­senschaft“ häu­fig mit Phänome­nen der Selb­staus­beu­tung und der kog­ni­tiv­en Abschot­tung gegenüber ablenk­enden bzw. „forschungs­fer­nen The­men“ wie z.B. dem Arbeitss­chutz ein­herge­ht.
  • Aus der Sicht des Arbeitss­chutzes muss dies als eine sys­temim­ma­nente Fehlen­twick­lung der Wis­senschaft­skul­tur iden­ti­fiziert wer­den, denn neben der indi­vidu­ellen Betrof­fen­heit des Wis­senschaftlers geht es hier auch um die Sicher­heit der von unsicherem Ver­hal­ten poten­ziell betrof­fe­nen Kol­le­gen eben­so wie um den Grad der Antizipa­tion des Arbeitss­chutzes durch jenen Typus von Wis­senschaftlern, den ein solch­er Selek­tion­sprozess her­vor­bringt.

Forschungsfreiheit

Schließlich muss im Kon­text der Wis­senschaft­skul­tur noch das beson­dere Ver­ständ­nis autonomer Forschung disku­tiert wer­den.
  • Die Notwendigkeit ein­er aus der Wis­senschaft­skul­tur her­aus entwick­el­ten gener­ischen Zweck­frei­heit ist eine wichtige Begrün­dung für z.B. die Autonomie der Grund­la­gen­forschung, die sich in diesem Punkt deut­lich von der Zweck­o­ri­en­tierung in der ange­wandten Forschung und der Entwick­lungs­forschung der Indus­trie unter­schei­det.
  • Die Rich­tung, in die geforscht wird, sowie die damit ver­bun­de­nen konkreten Forschung­spro­jek­te bes­tim­men deshalb die Forschungs­be­triebe im Rah­men der ihnen garantierten wis­senschaftlichen Autonomie weit­ge­hend selb­st.
  • Diese autonome Selb­st­bes­tim­mung ist jedoch kein Selb­stzweck, son­dern gehört zum Kul­turk­ern ein­er auss­chließlich auf Evi­denz auf­bauen­den Suche nach Erken­nt­nis.
Dieser Aspekt berührt unmit­tel­bar die nach Artikel 5 (3) GG grun­drechtlich garantierte Forschungsfreiheit.6 Geschützt ist dadurch jede Tätigkeit auch im außeruni­ver­sitären Bere­ich, die nach Inhalt und Form als ern­sthafter, plan­mäßiger Ver­such zur Ermit­tlung der Wahrheit anzuse­hen ist und bei der ein gewiss­er Ken­nt­nis­stand und ein bes­timmtes method­is­ches Vorge­hen voraus­ge­set­zt wer­den muss.
Art. 5 (3) GG wird von Wis­senschaftlern aber auch als Argu­ment ver­wen­det, wenn es um die reflexar­tige Abwehr von Arbeitss­chutz­maß­nah­men im per­sön­lichen Forschung­sum­feld geht.
  • Dieser grup­pen- und kul­tur­spez­i­fisch über­in­ter­pretierten Bedeu­tung der Forschungs­frei­heit begeg­nen Arbeitss­chützer im Wis­senschaftssys­tem vor allem dann, wenn regel-averse – also unbe­wusste – Reak­tio­nen gegen Arbeitss­chutz­maß­nah­men ein­set­zen.
  • In solchen Auseinan­der­set­zun­gen ist eine ratio­nale Wider­legung der Über­in­ter­pre­ta­tion uner­lässlich.
  • Der eigentliche Schutz des Art. 5 (3) GG gewährleis­tet lediglich die Frei­heit von jeglich­er staatlichen Ein­mis­chung.
  • Sofern sich die Forschung bei der Suche nach Wahrheit allerd­ings über fremde Rechts­güter hin­wegset­zt, kann sie diesen Schutz ver­lieren.
  • Ein­er zu weit­ge­hen­den Inter­pre­ta­tion von Forschungs­frei­heit ste­ht deshalb z.B. auch Artikel 2 (2) 1. GG entgegen.7
  • Im Übri­gen bezieht sich Art. 5 (3) GG auss­chließlich auf die Befas­sung mit wis­senschaftlichen Tätigkeit­en und nicht auf die tech­nisch-admin­is­tra­tiv­en Aspek­te des Forschungs­be­triebs, zu denen auch der Arbeitss­chutz gehört.
Zusam­men­fassend lassen sich dem­nach zwis­chen dem Wis­senschaftssys­tem und dem tech­nisch-admin­is­tra­tiv­en Sub­sys­tem von Forschungs­be­trieben recht klar unter­schei­d­bare Kul­turk­erne mit sehr unter­schiedlichen Grun­dan­nah­men und Werten her­ausar­beit­en. Wir wollen nun unter­suchen, inwieweit diese Unter­schiede die Kom­mu­nika­tion über oder die Akzep­tanz von Arbeitss­chutz in Forschungs­be­trieben tat­säch­lich bee­in­flussen.

Risiko und Kommunikation von Risiken

Im Arbeitss­chutz gibt es eine klare sozio-tech­nisch kon­stru­ierte Ursachen-Wirkungsre­la­tion für die Entste­hung von Risiken: Ein Men­sch mit seinen indi­vidu­ellen Leis­tungsvo­raus­set­zun­gen kommt unter den Voraus­set­zun­gen weit­er­er Gefahr-brin­gen­der und/oder ‑begün­sti­gen­der Bedin­gun­gen in den Ein­fluss­bere­ich ein­er Gefahr, die durch definierte Gefährdungs- und Belas­tungs­fak­toren beschrieben wer­den kann.
Diese Kon­stel­la­tion und der daraus resul­tierende Risikobe­griff entsprin­gen ein­er Mod­el­lvorstel­lung über die Entste­hung von Unfällen oder arbeits­be­d­ingten Erkrankun­gen.
  • Bei­de sind ohne Zweifel hil­fre­ich für die im Arbeitss­chutz einge­set­zten Instru­mente der Gefährdungs­beurteilung oder der Einzelun­fall-Analyse, und sie haben sich in der betrieblichen Präven­tion­sar­beit nach­weis­lich bewährt.
  • Der im Arbeitss­chutz ver­wen­dete Risikobe­griff lässt sich aber lei­der wed­er mit der psy­chol­o­gisch erforscht­en Risikowahrnehmung des Men­schen noch mit dem sozial- oder gesellschaftswis­senschaftlichen Risikover­ständ­nis in Ein­klang brin­gen.
  • Insofern bleibt der Risikobe­griff des Arbeitss­chutzes als Arte­fakt sozio-tech­nis­ch­er Denkweisen des tech­nisch- admin­is­tra­tiv­en Sys­tems ein Kon­strukt, das sich der lebensweltlichen Erfahrung der nicht im method­is­chen Arbeitss­chutz geschul­ten Men­schen nicht hin­re­ichend erschließt.

Risikowahrnehmung

Risikowahrnehmung hat für das sichere Ver­hal­ten von Mitar­beit­ern eine fun­da­men­tale Bedeu­tung, denn men­schlich­es Ver­hal­ten hängt nicht von Tat­sachen, son­dern von Wahrnehmungen ab. Risikowahrnehmungen deck­en sich häu­fig nicht mit Expertenein­schätzun­gen, aber sie fol­gen bes­timmten kon­sis­ten­ten Grund­mustern wie Flucht, Kampf, Tot­stellen oder Austesten. Der Kon­flikt über den Zus­tand „sich­er“ oder „unsich­er“ prägt deshalb auch die Kon­fronta­tion­slin­ien des Arbeitss­chutz­di­alogs und wird zur Frage der kul­tur­ab­hängi­gen Risikoakzep­tanz, wie Benighaus et al. (2011)8 ein­drucksvoll zeigen.
Es gibt eine Rei­he von Ansätzen in der Risikowahrnehmungs­forschung, die sich nicht gegen­seit­ig auss­chließen, son­dern als Ele­mente eines mul­ti­fak­to­riellen Zugangs zu einem vielschichti­gen Phänomen betra­chtet wer­den kön­nen.
  • Unter Risikowahrnehmung ver­ste­ht man unbe­wusste Prozesse indi­vidu­eller Infor­ma­tions- und Wahrnehmungsver­ar­beitung über Risiken, die im Bewusst­sein des Infor­ma­tion­sempfängers Vorstel­lungs­bilder von wahrgenomme­nen Teilaspek­ten der Risiko-Wirk­lichkeit entste­hen lassen.
  • Neben Vorgän­gen des Auf­fassens, Erken­nens und Beurteilens gehört dazu auch die wil­lentliche Zuwen­dung der Aufmerk­samkeit ein­er Per­son gegenüber dem The­ma Risiko.
  • Ver­schiedene Autoren wie Brad­bury (1989)9 und Cvetkovich und Ear­le (1992)10 beto­nen das soziale Kon­strukt von Risikoin­t­er­pre­ta­tio­nen und ihre Affinität zu ver­schiede­nen Arten des Wis­senser­werbs, der sozialen Inter­essen und kul­turellen Werte.
  • Auch existiert ein Denkmod­ell, bei dem kul­turelle Pro­to­typen zur Steuerung des Risikowahrnehmung­sprozess­es herange­zo­gen wer­den. Nach diesem kul­tur­the­o­retis­chen Ansatz ist Risiko kein objek­tives Phänomen, das unab­hängig vom Gefahrenkon­text gemessen wer­den kann, son­dern ein „soziales und kul­turelles Kon­strukt“ (Cov­el­lo und John­son 1987)11.
Fol­glich kann jede Gesellschaft oder gesellschaftliche Gruppe ihre eige­nen spez­i­fis­chen Risiken kreieren, von denen angenom­men wird, dass sie Anlass zur Besorg­nis bieten, je nach vorherrschen­dem Welt­bild.
  • Es gibt also eine Rei­he von gesellschaftlichen, kul­turellen und organ­isatorischen Fak­toren, die die Risikowahrnehmung bee­in­flussen und steuern.
  • Vorstel­lungs­bilder der Risikowirk­lichkeit sind stark geprägt von Erfahrung, Aus­bil­dung, Wis­sen und dem sozialen Kon­text eines Men­schen.
  • Mit anderen Worten: Die Aus­prä­gung der Risikowahrnehmung eines Men­schen ist in hohem Maße milieu- und kul­turbe­d­ingt.
  • Wie die Men­schen Risiko erfahren und bew­erten, ist daher eine Funk­tion ihrer kul­turellen Anschau­ung und Werte.
Im Arbeitss­chutz ver­lässt man sich deshalb nicht auf die sub­jek­tiv­en Mech­a­nis­men der Risikowahrnehmung.
  • Dort grün­det sich die Vorher­sage physis­ch­er oder psy­chis­ch­er Auswirkun­gen wie Gesund­heitss­chä­den oder Unfälle auf Hand­lungsmod­elle, die aus­ge­hend von Erfahrun­gen aus der Ver­gan­gen­heit auf zukün­ftige Fol­gen extrapolieren.
  • Das „Erk­lärungsmod­ell Ver­let­zun­gen und Erkrankun­gen“ (BAuA, FaSi-Aus­bil­dung) nimmt eine solche Mod­el­lierung von Ursache-Wirkungs-Beziehun­gen vor
  • Dazu bedi­ent es sich eines Satzes aller möglichen Gefährdungs- und Belas­tungs­fak­toren, die mul­ti­fak­to­riell verknüpft sein kön­nen.

Risikobewertung

Ein der­art ana­lytisch ermit­teltes Risiko von Unfällen oder Gesund­heitss­chä­den wird in diesem Erk­lärungsmod­ell sowohl eingeschätzt als auch bew­ertet.
  • Dabei dient die Risikoab­schätzung der Beschrei­bung des Gesund­heit­srisikos und ein­er fachkundlichen Abschätzung der Ein­trittswahrschein­lichkeit und der möglichen Schadenss­chwere.
  • Die anschließende Risikobe­w­er­tung ist eine Entschei­dung darüber, ob das beste­hende Risiko akzept­abel ist oder ob Hand­lungs­be­darf bezüglich zu tre­f­fend­er Maß­nah­men beste­ht.
Dabei find­et die Ver­hand­lung grund­sät­zlich auf zwei Ebe­nen statt: Auf der sozio-tech­nis­chen Ebene über die Def­i­n­i­tion von Gren­zrisiken des Arbeitss­chutzes und auf der sozialen Ebe­nen über das Risiko der Entschei­der bei der Bew­er­tung solch­er Gren­zrisiken im Zusam­men­hang mit notwendi­gen Schutz­maß­nah­men, das sie selb­st zu tra­gen haben, egal ob oder wie sie entschei­den.
Auch bei der qual­i­ta­tiv­en Bew­er­tung von Risiken gibt es große indi­vidu­elle Unter­schiede.
  • So wer­den bes­timmte risikobe­zo­gene Bew­er­tungsmerk­male wie die Natür­lichkeit des Risik­our­sprungs (z.B. Erd­beben) oder die Gewöh­nung (nach 30-jähriger Arbeit im Labor) als gerin­gere Risiken gew­ertet, obwohl dies beim quan­ti­ta­tiv­en Nach­weis objek­tiv nicht der Fall ist.
  • Andere sit­u­a­tions­be­zo­gene Bew­er­tungsmerk­male wie Frei­willigkeit, per­sön­liche Kon­trollfähigkeit, gerechte Nutzen- und Risikoverteilung oder das Ver­trauen in ein beste­hen­des Risiko­man­age­ment kön­nen dazu führen, dass auch objek­tiv hohe Risiken akzep­tiert wer­den.
Außer Acht gelassen wer­den im sozio-tech­nisch geprägten Risikobe­griff des Arbeitss­chutzes z.B. die Kon­se­quen­zen aus Erken­nt­nis­sen der nutzen­the­o­retis­chen Entschei­dungs- und Ein­stel­lungs­forschung zur Risikobe­w­er­tung und ‑akzep­tanz.
  • In diesem Kon­text gibt es einen grund­sät­zlichen Unter­schied zwis­chen der tech­nisch-admin­is­tra­tiv­en und der wis­senschaftlichen Sicht auf hin­nehm­bare Risiken.
  • Ins­beson­dere für Natur­wis­senschaftler gehört die Ein­las­sung auf, teils sog­ar die bewusste Her­beiführung von Sit­u­a­tio­nen mit offen­em (riskan­tem) Aus­gang mit der nutzen­geleit­eten Aus­sicht auf Erken­nt­nis­gewinn zum Hauptin­stru­ment evi­denzbasiert­er Forschung. Dies entspricht der Natur des wis­senschaftlichen Exper­i­ments.
  • Diese Sichtweise gibt es im sozio-tech­nisch geprägten Denkmod­ell zur Unfal­l­entste­hung im Arbeitss­chutz nicht, weil sich hier die Abwä­gung zwis­chen dem nicht sicher­heit­srel­e­van­ten Nutzen und dem objek­tiv über­schrit­te­nen Gren­zri-siko a pri­ori ver­bi­etet.
Es bleibt festzuhal­ten, dass die durch das Unfall-Erk­lärungsmod­ell gestützten Prozesse von Risikowahrnehmung und ‑iden­ti­fika­tion bei Sicher­heit­sex­perten aus dem tech­nisch-admin­is­tra­tiv­en Sys­tem anders wahrgenom­men wer­den als durch den stark milieu- und kul­turbes­timmten Risikowahrnehmung­sprozess eines Wis­senschaftlers. Hier ste­hen sich dem­nach bere­its auf der kog­ni­tiv­en Ebene zwei völ­lig unter­schiedliche Wahrnehmungsin­stru­mente gegenüber, die eine Ver­ständi­gung über Risiken erschw­eren.
Auch bei sorgfältiger Gefährdungs­beur-teilung resul­tiert (nicht nur) im Forschungs­be­trieb die stets verbleibende Unsicher­heit; es verbleibt ein niemals völ­lig ver­schwinden­des Restrisiko. Durch die Neuar­tigkeit und schnelle Verän­der­lichkeit der im Forschungs­be­trieb vorzufind­en­den Arbeitssys­teme ist es aber oft nicht möglich, adäquate Ref­eren­z­dat­en zu find­en, aus denen während der Risikoab­schätzung sin­nvolle sta­tis­tis­che Fol­gerun­gen gezo­gen wer­den kön­nen. Außer­dem kön­nen poten­zielle Auswirkun­gen auch mul­ti­fak­to­rielle Ursachen haben, die nur schw­er vorher­sag­bar sind.
Unter diesen Prämis­sen muss das Akzep­tanzprob­lem des soge­nan­nten Gren­zrisikos im Forschungs­be­trieb gese­hen wer­den. Als Gren­zrisiko wird das höch­ste akzept­able Risiko definiert.
  • Soweit das Gren­zrisiko durch einen de-finierten und geset­zlich ver­ankerten Gren­zw­ert bes­timmt ist, wird es im wis­senschaftlichen Bere­ich weit­ge­hend akzep­tiert. Weit­ge­hend deshalb, weil sich unter fachkundi­gen Wis­senschaftlern selb­st hier Stim­men erheben, die eine kri­tis­che Hal­tung gegenüber der wis­senschaftlichen Fundierung der Meth­ode der Gren­zw­ert­er­mit­tlung inklu­sive der sozial vere­in­barten Sicher­heit­szuschläge für bes­timmte Bere­ich­strans­for­ma­tio­nen ein­nehmen.
  • Aber bere­its in jenen Fällen, in denen das Gren­zrisiko lediglich über eine quali- tative Zielfor­mulierung definiert wird, muss mit Diskus­sio­nen darüber gerech­net wer­den, ob über­haupt und, falls ja, welche Schutz­maß­nah­men mit dem ger­ing­sten Beein­träch­ti­gungspoten­zial für die wis­senschaftliche Arbeit als die angemesse­nen gel­ten.
  • Beson­ders kon­flik­t­be­laden sind fol­gerichtig diejeni­gen Fälle, in denen das Gren­zrisiko allein mit der Maß­gabe des Ein­hal­tens der Arbeit­ge­berpflicht­en nach Arbeitss­chutzge­setz fest­gelegt wer­den muss. In der Regel bedarf diese Fes­tle­gung ein­er voll­ständi­gen Gefährdungs­beurteilung, in deren Ver­lauf es bei allen unter­sucht­en Gefährdungs- und Belas­tungs­fak­toren zwis­chen der tech­nisch-admin­is­tra­tiv­en und der wis­senschaftlichen Seite mit großer Wahrschein­lichkeit zu unter­schiedlichen Ein­schätzun­gen und Bew­er­tun­gen von Risiken kommt.
Dabei ist wichtig, dass es sich beim Gren­zrisiko tat­säch­lich um ein sozial vere­in­bartes bzw. sozial zu vere­in­baren­des Risiko han­delt. In der prak­tis­chen Sit­u­a­tion ein­er konkreten Gefährdungs­beurteilung ist deshalb zu beacht­en, dass nach Zwick und Renn (2002)12 die Wahrnehmung der Men­schen von Bedro­hun­gen ihres Wohlbefind­ens oder die Bew­er­tung von Wahrschein­lichkeit­en und Dimen­sio­nen unge­woll­ter Fol­gen weniger eine Frage ermit­tel­ter Schadenser­wartun­gen, son­dern eine Frage von Werten, Ein­stel­lun­gen, gesellschaftlichen Ein­flüssen und der kul­turellen Iden­tität ist. Dieser Sachver­halt wird in der später disku­tierten Risikokom­mu­nika­tion eine wichtige Rolle spie­len.

Das Risikodilemma im Forschungsbetrieb

Das kul­turbe­d­ingte Dilem­ma der Risikowahrnehmung im Forschungs­be­trieb liegt damit offen vor uns:
  • Ein­er­seits will die Wis­senschaft die Öff­nung inno­v­a­tiv­er Hand­lungsstränge mit ihren neuar­ti­gen Risiken und Chan­cen vertei­di­gen.
  • Ander­er­seits arbeit­et die tech­nisch- admin­is­tra­tive Seite gle­ichzeit­ig an der Voraus­bes­tim­mung von Risiken, die sich aus diesen Hand­lungssträn­gen ergeben kön­nen.
  • Die Wis­senschaft fordert also mehr Hand­lungsspiel­räume, und die tech­nisch-admin­is­tra­tive Seite macht die Wis­senschaft, die solche Räume schafft und damit Risiken pro­duziert, für die mögliche Ver­wirk­lichung dieser Risiken ver­ant­wortlich.
Diese Kon­stel­la­tion hat eine innere Logik, die zwangsläu­fig dazu führt, dass Wis­senschaftler Sicher­heit­sex­perten als „Bremser“ oder „Ver­hin­der­er“ und z.B. Fachkräfte für Arbeitssicher­heit Wis­senschaftler als „Arbeitss­chutzver­weiger­er“ oder „Sicher­heit­sig­no­ran­ten“ wahrnehmen.
Bizarrerweise wird das jew­eilige Gegenüber von den Beteiligten in ihrem eige­nen Sys­tem auch als fak­tis­ches Risiko wahrgenom­men.
  • Die Fachkraft für Arbeitssicher­heit sieht durch den Wis­senschaftler die Ver­hält­nis- oder Ver­hal­tenspräven­tion im Forschungs­be­trieb bedro­ht.
  • Und der Wis­senschaftler sieht durch eine zu restrik­tive Ausle­gung des Gren­zrisikos und der damit ver­bun­de­nen Schutz­maß­nah­men den Hand­lungsspiel­raum bei seinen Forschungs-akti-vitäten bedro­ht.
Damit lassen sich – unter zusät­zlich­er Ein­beziehung des sozial definierten Risikos von arbeitss­chutzver­ant­wortlichen Entschei­dern – in der Risikode­bat­te über Arbeitss­chutzrisiken im Forschungs­be­trieb drei völ­lig unter­schiedliche Ebe­nen erken­nen.
  • Auf der ersten Ebene des Arbeitssys­tems existieren Risiken, die aus dem sozio-tech­nisch geprägten Arbeitss­chutz her­aus definiert wer­den.
  • Auf der zweit­en Ebene der Führungskräfte wird das Risiko der Entschei­der im Arbeitss­chutz definiert, dass ihre getrof­fe­nen oder nicht getrof­fe­nen Entschei­dun­gen in der Zukun­ft zu Gren­zrisiko über­schre­i­t­en­den Risiken führen, die eben diesen Entschei­dun­gen zugerech­net wer­den .
  • Auf der drit­ten Ebene koex­istieren­der sozialer Sys­teme und deren kul­turgeprägten Sys­temkon­fronta­tion geht es um die Deu­tung­shoheit über Risiken und die jew­eils ver­füg­baren Strate­gien und Mit­tel, diese Deu­tung­shoheit durchzuset­zen.
Diese dreifache Kontin­genz des Risikos erweist sich als erhe­bliche Erschw­er­nis bei der Kom­mu­nika­tion von und über Arbeitss­chutzrisiken des Forschungs­be­triebs.

Unbewältigte Kulturunterschiede verhindern Sicherheitskultur

Let­ztlich haben wir mit der Frei­le­gung dieser dreifachen Kom­mu­nika­tions­bar­riere auch die Antwort auf die Frage erar­beit­et, warum es trotz großer Anstren­gun­gen so schw­er ist, im Forschungs­be­trieb eine dauer­hafte Sicher­heit­skul­tur zu etablieren.
Der Begriff „Sicher­heit­skul­tur“ umschreibt die sicher­heit­srel­e­van­ten Aspek­te in ein­er bes­timmten Organ­i­sa­tion oder inner­halb ein­er bes­timmten Kul­tur. Konzep­tionell existieren vielfältige Ansätze für diesen Begriff; eine der weni­gen gut zusam­mengestell­ten und ver­ständlichen Über­sicht­en zum Kul­tur­ansatz des Begriffes „Sicher­heit­skul­tur“ geben z.B. Büt­tner et al., 200713. Der Begriff stellt sich als bis­lang nicht klar abge­gren­ztes und nicht ein­heitlich definiertes Konzept her­aus, wobei sich jedoch viele dieser Konzepte dem hier einge­führten Kul­turbe­griff nicht entziehen, wenn sie dort unter dem Aspekt der Sicher­heit Anschluss find­en sollen.
Wenn hier den­noch aus der Vielzahl der Ansätze eine bes­timmte Def­i­n­i­tion des Begriffes Sicher­heit­skul­tur her­aus­ge­grif­f­en wird, dann hat das vor­wiegend mit deren Nutzen für den hier disku­tierten Zweck zu tun. Im Zusam­men­hang mit der Kom­mu­nika­tion von und über Risiken im Arbeitss­chutz erscheint der von Flo­ri­an (1993)14 definierte Begriff der Sicher­heit­skul­tur am vielver­sprechend­sten zu sein. Danach ist Sicher­heit­skul­tur….
„ […] ein Sys­tem von auf (Un-)Sicherheiten bezo­ge­nen Bedeu­tun­gen und Sym­bol­en, die aus dem kollek­tiv­en Umgang mit Unsicher­heit­en resul­tieren, das in spez­i­fis­chen sym­bol­is­chen, men­tal­en und prak­tis­chen For­men zum Aus­druck kommt und das schließlich dazu dient, in ein­er bes­timmten sozialen Gemein­schaft oder Grup­pierung sicher­heit­srel­e­vante Wahrnehmungsmuster, Bew­er­tungsstile und Wis­sens­bestände sowie Hand­lung­sprak­tiken und Arte­fak­te zu erzeu­gen, mitzuteilen und weit­erzuen­twick­eln.“

Zusam­men mit der Beto­nung kog­ni­tiv-men­taler Aspek­te des Ver­hal­tens kommt in diesem Begriff der Sicher­heit­skul­tur ins­beson­dere den sozialen und diskur­siv­en Prozessen zur Entwick­lung und Weit­er­gabe ein­er Sicher­heit­skul­tur eine Schlüs­sel­rolle zu. Dahin­ter ver­ber­gen sich auch wesentliche Ele­mente ein­er für den Arbeitss­chutz mod­i­fizierten Meth­ode ein­er erweit­erten Risikokom­mu­nika­tion.

Hin­sichtlich des Konzepts der hier ver­wen­de­ten Def­i­n­i­tion ein­er Sicher­heit­skul­tur kön­nen aber bere­its aus den bish­eri­gen Über­legun­gen für den Arbeitss­chutz in Forschungs­be­trieben die fol­gen­den Fest­stel­lun­gen getrof­fen wer­den:
  • 1. Es gibt in den meis­ten Forschungs­be­trieben keine kul­tu­run­ab­hängig anerkan­nten, auf Risiken oder Sicher­heit­en bezo­ge­nen Bedeu­tun­gen und Sym­bole. Diese kön­nten mit ein­er entsprechen­den Leitlin­ie oder einem klaren Com­mitt­ment der wis­senschaft-lichen Leitung zwar etabliert wer­den, sind aber ger­ade dort häu­fig nicht­ge­wollt.
  • 2. Ein homo­gen­er kollek­tiv­er Umgang mit Unsicher­heit­en ist in Forschungs­be­trieben nicht gegeben, weil dieser Umgang je nach betra­chtetem Kul­turkreis völ­lig unter­schiedlich ist. Damit ver­bun­den ist auch der Stel­len­wert des Arbeitss­chutzes in diesen Kul­turkreisen, der ange­fan­gen bei der Tech­nikkul­tur über die Ver­wal­tungskul­tur bis zur Wis­senschaft­skul­tur stetig abn­immt.
  • 3. Deshalb fehlen auch gemein­same men­tale und prak­tis­che Aus­drucks­for­men für einen solchen Umgang. Unmit­tel­bare Auswirkun­gen daraus sind u.a.unterschiedliche kul­tur­spez­i­fis­che Rel­e­vanz- und Pri­or­itäts­deu­tun­gen bei der Fest­stel­lung und bei der Bew­er­tung von Risiken im Arbeitss­chutz.
  • 4. Für alle sozialen Gemein­schaften oder Grup­pierun­gen eines Forschungs­be­triebes gültige und verbindlich­esicher­heit­srel­e­vante Wahrnehmungsmuster, Bew­er­tungsstile und Wis­sens­bestände kön­nen sich auf dieser Basis nicht entwick­eln, was gle­ichzeit­ig auch die Kom­mu­nika­tion von und über Risiken im Arbeitss­chutz erschw­ert bzw. unmöglich macht.
  • 5. Daran scheit­ern bish­er in vie­len Forschungs­be­trieben auch die flächen­deck­ende Imple­men­tierung wirk­samer Hand­lung­sprak­tiken im Arbeitss­chutz (z.B. Gefährdungs­beurteilung, Unfal­l­analyse, Ver­hal­tens- und Ver­hält­nis­präven­tion) sowie deren Kom­mu­nika­tion und die mit der dynamis­chen Entwick­lung des Wis­senschaftssys­tems Schritt hal­tende Anpas­sung solch­er Hand­lung­sprak­tiken.
Damit ist die Schlussfol­gerung gerecht­fer­tigt, dass die Sicher­heit­skul­tur in den meis­ten deutschen Forschungs­be­trieben – falls man unter diesen Voraus­set­zun­gen über­haupt davon sprechen kann – im Ver­gle­ich zu ihrem Anspruch im Wis­senschafts- sys­tem völ­lig unter­en­twick­elt und rück­ständig ist.
In der Fort­set­zung dieses Artikels wer­den Möglichkeit­en zur Über­win­dung dieser für den Arbeitss­chutz so nachteili­gen Kon­stel­la­tion aufgezeigt.
Lesen Sie auch
Lit­er­atur
  • Benighaus, Lud­er; Ortleb, Julia; Renn, Ortwin: Risks, in: Pechan, Paul; Renn, Ortwin; Watt, Alan; Pon­gratz, Inge­mar (eds.): Safe or not Safe? Decid­ing What Risks to Accept in Our Envi­ron­ment and Food, (Springer Sci­ence + Busi­ness Media) New York Dor­drecht Hei­del­berg Lon­don 2011, pp 1–40, 146 pp.
  • Büt­tner Thorsten; Fahlbruch, Babette; Wilpert, Bern­hard: Sicher­heit­skul­tur – Konzepte und Analysemeth­o­d­en, 2. Auflage 2007, (Asanger Ver­lag GmbH) Krön­ing 2007, 156 S.
  • Brad­bury Judith A.: The Pol­i­cy Impli­ca­tions of Dif­fer­ing Con­cepts of Risk, in: Sci­ence, Tech­nol­o­gy, & Human Val­ues, Vol. 14, No. 4, 1989, pp 380–399.
  • Cov­el­lo, Vin­cent T.; John­son, Bran­den B. (Hg.): The Social and Cul­tur­al Con­struc­tion of Risk – Essays on Risk Selec­tion and Per­cep­tion, (D. Rei­del Pub­lish­ing Com­pa­ny) Dor­drecht Boston Lances­ter Tokyo 1987, 360 p
  • Cvetkovich, George; Ear­le, Tim­o­thy C.: Envi­ron­men­tal Haz­ards and the Pub­lic, in: Jour­nal of Social Issues, 48 (4), (John Wiley & Sons, Inc.) New Jer­sey 1992, pp 1–20.
  • Flo­ri­an, Michael: Vorschläge für einen akteur­sori­en­tierten Per­spek­tiven­wech­sel der Sicher­heits­forschung in ver­net­zten Sys­te­men, in: Weißbach, Hans-Jür­gen; Poy, Andrea (Hrsg.): Risiken infor­ma­tisiert­er Pro­duk­tion – The­o­retis­che und empirische Ansätze, Strate­gien zur Risikobe­wäl­ti­gung, (VS Ver­lag für Sozial­wis­senschaften, West­deutsch­er Ver­lag) Opladen 1993, S. 33–68, 372 S.
  • Genko­va, Petia: Kul­turver­gle­ichende Psy­cholo­gie – Ein Forschungsleit­faden, (VS Ver­lag für Sozial­wis­senschaften, Springer Fachme­di­en) Wies­baden 2012, 238 S.
  • Kemp, Peter: Das Uner­set­zliche – Eine Tech­nolo­gie-Ethik, (Wich­ern-Ver­lag GmbH) Berlin 1992, 322 S.
  • Sack­mann, Son­ja A.: Organ­i­sa­tion­skul­tur – Die unsicht­bare Ein­flussgröße, in: Grup­pen­dy­namik, Jahrgang 14, H. 8, 1983, S. 393–406.
  • Schein, Edgar H.: Orga­ni­za­tion­al Cul­ture and Lead­er­ship, 4. Edi­tion, (John Wiley & Sons Inc.) San Fran­cis­co 2010, 436 pp.
  • Weißbach, Hans-Jür­gen; Flo­ri­an, Michael; Illi­gen, Eva-Maria; Möll, Gerd; Poy, Andrea; Weißbach, Bar­bara: Tech­nikrisiken als Kul­tur­de­fizite. Die Sys­tem­sicher­heit in der hochau­toma­tisierten Pro­duk­tion, (edi­tion sig­ma) Berlin 1994, 288 S.
  • Zwick, Michael M.; Renn, Ortwin (Hrsg.): Wahrnehmung und Bew­er­tung von Risiken. Ergeb­nisse des »Risiko­sur­vey Baden-Würt­tem­berg 2001«, Nr. 202 / Mai 2002, Gemein­samer Arbeits­bericht der Akademie für Tech­nikfol­gen­ab­schätzung und der Uni­ver­sität Stuttgart, Lehrstuhl für Tech­nik- und Umwelt­sozi­olo­gie, (Akademie für Tech­nikfol­gen­ab­schätzung in Baden- Würt­tem­berg) Stuttgart 2002, 192 S.
  • 1 vgl.: Schein, Edgar H.: Orga­ni­za­tion­al Cul­ture and Lead­er­ship, 4. Edi­tion, (John Wiley & Sons Inc.) San Fran­cis­co 2010, p 14.
  • 2 vgl.: Genko­va, Petia: Kul­turver­gle­ichende Psy­cholo­gie – Ein Forschungsleit­faden, (VS Ver­lag für Sozial­wis­senschaften, Springer Fachme­di­en) Wies­baden 2012, S. 211.
  • 3 vgl.: Sack­mann, Son­ja A.: Organ­i­sa­tion­skul­tur – Die unsicht­bare Ein­flussgröße, in: Grup­pen­dy­namik, Jahrgang 14, H. 8, 1983, S. 395.
  • 4 vgl.: Weißbach, Hans-Jür­gen; Flo­ri­an, Michael; Illi­gen, Eva-Maria; Möll, Gerd; Poy, Andrea; Weißbach, Bar­bara: Tech­nikrisiken als Kul­tur­de­fizite. Die Sys­tem­sicher­heit in der hochau­toma­tisierten Produktion,(edition sig­ma) Berlin 1994.
  • 5 vgl.: Kemp, Peter: Das Uner­set­zliche – Eine Tech­nolo­gie-Ethik, (Wich­ern-Ver­lag GmbH) Berlin 1992, S. 121–122.
  • 6 Artikel 5 Meinungs‑, Informations‑, Presse­frei­heit; Kun­st und Wis­senschaft
„(3) Kun­st und Wis­senschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Frei­heit der Lehre ent­bindet nicht von der Treue zur Ver­fas­sung.“.
7 Artikel 2 All­ge­meine Hand­lungs­frei­heit, All­ge­meines Per­sön­lichkeit­srecht
„(2) 1. Jed­er hat das Recht auf Leben und kör­per­liche Unversehrtheit.
  • 2. Die Frei­heit der Per­son ist unver­let­zlich.
  • 3. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Geset­zes einge­grif­f­en wer­den.“.
  • 8 vgl.: Benighaus, Lud­er; Ortleb, Julia; Renn, Ortwin: Risks, in: Pechan, Paul; Renn, Ortwin; Watt, Alan; Pon­gratz, Inge­mar (eds.): Safe or not Safe? Decid­ing What Risks to Accept in Our Envi­ron­ment and Food, (Springer Sci­ence + Busi­ness Media) New York Dor­drecht Hei­del­berg Lon­don 2011, pp 1–40.
  • 9 vgl.: Brad­bury, Judith A.: The Pol­i­cy Impli­ca­tions of Dif­fer­ing Con­cepts of Risk, in: Sci­ence, Tech­nol­o­gy & Human Val­ues, Vol. 14, No. 4, 1989, pp 380–399.
  • 10 vgl.: Cvetkovich, George; Ear­le, Tim­o­thy C.: Envi­ron­men­tal Haz­ards and the Pub­lic, in: Jour­nal of Social Issues, 48 (4), (John Wiley & Sons, Inc.) New Jer­sey 1992, pp 1–20.
  • 11 vgl.: Cov­el­lo, Vin­cent T.; John­son, Bran­den B. (Hg.): The Social and Cul­tur­al Con-struc­tion of Risk – Essays on Risk Selec­tion and Per­cep­tion, (D. Rei­del Pub­lish­ing Com­pa­ny) Dor­drecht Boston Lances­ter Tokyo, 1987, pp 4–15.
  • 12 vgl.: Zwick, Michael M.; Renn, Ortwin (Hrsg.): Wahrnehmung und Bew­er­tung von Risiken. Ergeb­nisse des »Risiko­sur­vey Baden-Würt­tem­berg 2001«, Nr. 202 / Mai 2002, Gemein­samer Arbeits­bericht der Akademie für Tech­nikfol­gen­ab­schätzung und der Uni­ver­sität Stuttgart, Lehrstuhl für Tech­nik- und Umwelt­sozi­olo­gie, (Akademie für Tech­nikfol­gen­ab­schätzung in Baden-Würt­tem­berg) Stuttgart 2002, S. 2.
  • 13 vgl.: Büt­tner, Thorsten; Fahlbruch, Babette; Wilpert, Bern­hard: Sicher­heit­skul­tur – Konzepte und Analysemeth­o­d­en, 2. Auflage 2007, (Asanger Ver­lag GmbH) Krön­ing 2007, S. 29–62.
  • 14 vgl.: Flo­ri­an, Michael: Vorschläge für einen akteur­sori­en­tierten Per­spek­tiven­wech­sel der Sicher­heits­forschung in ver­net­zten Sys­te­men, in: Weißbach, Hans-Jür­gen; Poy, Andrea (Hrsg.): Risiken infor­ma­tisiert­er Pro­duk­tion – The­o­retis­che und empirische An-sätze, Strate­gien zur Risikobe­wäl­ti­gung, (VS Ver­lag für Sozial­wis­senschaften, West-deutsch­er Ver­lag) Opladen 1993, S. 50.
  • 15 Näch­ste Aus­gabe: Arbeitss­chutz als Kul­tur­prob­lem – Teil II: Erweit­erte Risikokom­mu­nika­tion im Arbeitss­chutz
Autor
Dr. rer. nat. Peter Neurieder Dipl.-Geophysiker (univ.), Dipl.-Sicherheitsingenieur (FH), Arbeitss­chutz-Audi­tor (TÜV) Beauf­tragter für Umwelt- und Sicher­heits­fra­gen der Max-Planck-Gesellschaft Leit­er der Stab­sstelle HSE der MPG
Dieser und der zweite Artikel „Erweit­erte Risikokom­mu­nika­tion im Arbeitss­chutz“ stützen sich inhaltlich auf die Diplo­mar­beit des Autors zur Erlan­gung des akademis­chen Grades „Diplom-Sicher­heitsin­ge­nieur (FH)“ im Stu­di­en­gang Sicher­heit­stech­nik an der Tech­nis­chen Akademie Süd­west e.V. an der Fach­hochschule Kaiser­slautern (Uni­ver­si­ty of Applied Sci­ences). Die Diplo­mar­beit trug den Titel „Entwick­lung und Anwen­dung eines erweit­erten Konzepts der Risikokom­mu­nika­tion auf die Kom­mu­nika­tion von Arbeitss­chutzrisiken unter beson­der­er Berück­sich­ti­gung von sys­tem- und milieube­d­ingten Kul­tu­run­ter­schieden“, wurde am 15.6.2013 ein­gere­icht und im August 2013 mit der Note 1,0 bew­ertet. Die TAS Stiftung Weit­er­bil­dung würdigte diese Leis­tung mit einem Son­der­preis. Da die Arbeit einen Sper­rver­merk trägt, wurde von direk­ten Zitat­en aus der Arbeit sowie von der Auf­nahme der Arbeit in das Lit­er­aturverze­ich­nis dieses Artikels verzichtet.
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Titelbild Sicherheitsingenieur 9
Ausgabe
9.2020
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