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„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ – oder vielleicht doch?

Meinungen und Erfahrungen sind gefragt
„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ – oder vielleicht doch?

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Nach mein­er Aus­bil­dung zur Sifa in 2009, ich bin also noch ein recht „grün­er“ Sifa, nach mit­tler­weile sechs Anstel­lungsver­hält­nis­sen, drei davon als Sifa-Dien­stleis­ter, kann ich mich fol­gen­den Ein­drucks nicht erwehren.

Viele Ver­ant­wortliche wollen lieber nicht WISSEN, wenn es unan­genehm zu lösende Sicher­heitsmän­gel in Ihrem Ver­ant­wor­tungs­bere­ich gibt, und hof­fen man sieht und pro­tokol­liert nicht so viel, z.B. bei Sicherheitsbegehungen.
Unan­genehme Sicher­heitsmän­gel dann, wenn diese nur müh­sam, unbe­quem, aufwändig, kosten­in­ten­siv abzustellen sind und man sie lei­der nicht diszi­pli­nar­isch auf Ver­hal­tensän­derun­gen des Mitar­beit­ers abwälzen kann.
Manche Vorge­set­zte ver­drän­gen auch gerne die Tat­sache, dass Sie in der Ver­ant­wor­tung, in der Für­sorgepflicht ste­hen, ab dem Moment ab dem sie Mitar­beit­er führen. Woran liegt das nur?
Bei der Bemes­sung von Straf­maßen gibt es die Aspek­te der „Fahrläs­sigkeit“ bzw. der „Groben Fahrlässigkeit“.
Macht „WISSEN“ also vielle­icht ger­ade eben diesen Unter­schied aus, der zum „Un-WIS­SEN“ motiviert?
Denn wenn Vorge­set­zte trotz „WISSEN“ falsch han­deln oder unter­lassen, ist es vielle­icht nur „Fahrläs­sigkeit“ und Vorge­set­zte kom­men somit glimpflich­er davon?
Auf jeden Fall ist das eigene Gewis­sen bei „Un-WIS­SEN“ beruhigt – „was ich nicht weiß macht mich nicht heiß“.
Ich ver­misse ein Sys­tem, welch­es präven­tiv den Nach­weis über Führungskom­pe­tenz ver­langt, z.B. durch Teil­nahme an entsprechen­den Schu­lun­gen, anson­sten gibt es höhere Ver­sicherungs­beiträge oder öfter Inspek­tio­nen durch die BG.
Ähn­lich­es ken­nen wir ja von den KFZ-Ver­sicherun­gen. Daher wäre der Inter­esseneign­er (Stake­hold­er) „Beruf­sgenossen­schaft“ aufgerufen aktiv zu werden.
Ein pos­i­tives Beispiel geben da die „PET“ (Per­son­al-Entschei­dungs-Träger) Sem­i­nare der VBG ab, Ziel­gruppe sind die Dispo­nen­ten in der Arbeitnehmerüberlassung.
Somit kommt der Fak­tor Geld ins Spiel – ohne finanzielle Moti­va­tion bewegt sich in der leis­tungsverdichteten Arbeitswelt zu wenig – auf der Strecke bleibt der erkrank­te Mensch.
Ich bin ges­pan­nt von den Erfahrun­gen und Mei­n­un­gen mein­er Beruf­skol­le­gen zu hören.
Viele Grüße
Rüdi­ger Solbach
Anm. d. Redak.: Ihre Mei­n­ung schick­en Sie an: weigand.naumann@konradin.de
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