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Was ist zu beachten?

Saisonarbeit: Besonderheiten des Sozialversicherungsrechts
Was ist zu beachten?

Für Saisonarbeiter, die beispielsweise zum Spargel stechen aus dem Ausland nach Deutschland kommen, gelten Besonderheiten im Sozialversicherungsrecht. Foto: Alexander Spörr/fotolia.de
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Auch 2011 wird eine Vielzahl aus­ländis­ch­er Saisonar­beit­skräfte wieder eine Beschäf­ti­gung in Deutsch­land aufnehmen. Für viele Saisonar­beit­skräfte begin­nt ihr Ein­satz bere­its im April. Je nach Betrieb­sstruk­tur wer­den sie oft bis zum Jahre­sende einge­set­zt. Die Mehrzahl der Arbeit­skräfte kommt aus Polen und Rumänien.

Wenn ein deutsch­er Arbeit­ge­ber aus­ländis­che Saisonar­beit­skräfte beschäfti­gen will, muss er Beson­der­heit­en des Sozialver­sicherungsrecht­es beacht­en. Wer­den Saisonar­beit­er aus EU-Mit­gliedsstaat­en eingestellt, so gilt der Grund­satz, dass der Arbeit­nehmer nur in einem der bei­den Staat­en ver­sichert ist. Für Saisonkräfte, die weit­er­hin in ihrem Wohn­staat beschäftigt sind und beispiel­sweise während ihres bezahlten Urlaubs in Deutsch­land (Aus­nahme Bul­gar­ien) arbeit­en, gel­ten auss­chließlich die Rechtsvorschriften ihres Heimat­landes. Sie müssen deshalb dem deutschen Arbeit­ge­ber einen entsprechen­den Nach­weis (Vor­druck A 1) vor­legen. Der Arbeit­ge­ber führt daraufhin die Sozial­ab­gaben an die Sozialver­sicherung des Wohn­staates ab. Liegt dieses Form­blatt nicht vor und ergibt sich aus dem Frage­bo­gen zur Versicherungspflicht/Versicherungsfreiheit kein Anhalt­spunkt für eine Beschäf­ti­gung oder selb­ständi­ge Tätigkeit im Wohn­staat, so gilt für den Arbeit­nehmer deutsches Recht wie für jeden anderen Beschäftigten. Das heißt, eventuelle Leis­tungskosten schla­gen sich auf kün­ftige Beiträge nieder und belas­ten im End­ef­fekt den Zahler, also den Unternehmer. Der Vor­druck A 1 sollte daher im eige­nen Inter­esse immer gefordert wer­den. Ergeben sich aus dem Frage­bo­gen zur Versicherungspflicht/Versicherungsfreiheit Anhalt­spunk­te für eine Beschäf­ti­gung oder selb­ständi­ge Tätigkeit im Wohn­staat, sollte der Arbeit­ge­ber in jedem Fall Kon­takt mit den zuständi­gen Stellen im Wohn­staat aufnehmen. Nur so wer­den Forderun­gen bei ein­er nachträglichen Vor­lage des Vor­druck­es A 1 ver­mieden.

Für im Wohn­staat selb­ständig Erwerb­stätige gel­ten seit 1. Mai 2010 neue Regelun­gen. Wird im Wohn­staat eine der Saisonar­beit ähn­liche selb­ständi­ge Tätigkeit (z.B. selb­ständi­ger Land­wirt im Aus­land und Saisonar­beit in der Land­wirtschaft in Deutsch­land) aus­geübt, unter­liegt der Arbeit­nehmer während der Saisonar­beit in Deutsch­land weit­er­hin dem aus­ländis­chen Sozialver­sicherungsrecht. Wird dement­ge­gen keine ähn­liche selb­ständi­ge Tätigkeit im Aus­land aus­geübt, ist deutsches Sozialver­sicherungsrecht anzuwen­den.
Das deutsche Sozialver­sicherungsrecht gilt auch für Saisonkräfte, die in ihrem Herkun­ft­s­land nicht erwerb­stätig sind (z.B. Haus­frauen, Rent­ner, Stu­den­ten). Dies bein­hal­tet auch die Regelun­gen zur ger­ingfügi­gen Beschäf­ti­gung. Beste­ht Ver­sicherungs­frei­heit und die Saisonkraft ver­fügt über keinen Ver­sicherungss­chutz in ihrem Wohn­staat, so emp­fiehlt sich für die Dauer der Arbeit in Deutsch­land der Abschluss ein­er pri­vat­en Kranken­ver­sicherung.
Zur Gewin­nung von Arbeit­skräften hat der Gesamtver­band der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeit­ge­ber eine Inter­net­plat­tform ein­gerichtet. Über die Adresse http://www.saisonarbeit-in-deutschland.de erhal­ten Land­wirte die Möglichkeit, ihren Betrieb ein­fach, schnell und kostengün­stig in der jew­eili­gen Lan­dessprache inter­essierten Saisonar­beit­skräften vorzustellen. So kann ein Betrieb­spro­fil erstellt wer­den.
Aus­führliche Infor­ma­tio­nen zum The­ma gibt auch das Bun­desmin­is­teri­um für Ernährung, Land­wirtschaft und Ver­brauch­er­schutz unter http://www.bmelv.de her­aus. Darüber hin­aus ste­hen auf der Home­page der Bun­de­sagen­tur für Arbeit ( www.arbeitsagentur.de) Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung.
Quelle: Spitzen­ver­band der land­wirtschaftlichen Sozialver­sicherung
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