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Wenn Ostern und Weih­nach­ten auf einen Tag fällt …

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Wenn Ostern und Weih­nach­ten auf einen Tag fällt …

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… wird hier auch mal eine Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung zu psychi­schen Belas­tun­gen gemacht werden. So oder so ähnlich dürfte es nicht nur bei uns, sondern auch bei vielen ande­ren Unter­neh­men zur Zeit sein. Zumal, wenn das Unter­neh­men zu der großen Masse der KMU gehört. Da unsere Leser und Abon­nen­ten aber eher zu den größe­ren Unter­neh­men gehö­ren, ist es bei ihnen im Durch­schnitt wohl etwas besser als im Rest der Repu­blik.

Aber so rich­tig valide Zahlen zur Anzahl der Unter­neh­men, die gene­rell halb­wegs ordent­li­che Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen, egal zu welchem Thema, machen, gibt es nicht. Mal steht im Bericht „Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit“ (SuGA) die Zahl von knapp 80% („Die Frage, ob die Arbeits­platz­be­din­gun­gen mittels einer Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung oder ähnli­cher Maßnah­men über­prüft werden, wurde in Deutsch­land von den Vertre­tern des Manage­ments zu 78% mit „ja“ beant­wor­tet.“), dann findet man im DGB-Index Gute Arbeit 2012 die Zahl von nur knapp 30% („Nur 28 Prozent aller Beschäf­tig­ten wissen zu berich­ten, dass ihre Arbeit einer Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung unter­zo­gen wurde.“). Die Diskre­panz dieser beiden Zahlen lässt sich ja noch ganz einfach erklä­ren: Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung gemacht, abge­hef­tet und ins Regal gestellt. Viel­leicht auch noch ins Intra­net gestellt, Jahr­gang 2008. Gesprä­che mit den Mitar­bei­tern? Eher Mangel­ware, und Unter­wei­sun­gen, na ja, hängt vom Zufall ab. Und auch hier gilt: Vor allem in Konzer­nen mit einer guten Arbeits­schutz­or­ga­ni­sa­tion ist Arbeits­schutz kein Zufall, sondern eben orga­ni­siert. KMU sind schlicht­weg über­for­dert mit sowohl der Anzahl der Vorga­ben, als auch mit den neuen Frei­hei­ten der Verant­wor­tung, die sich aufgrund der weni­ger verbind­li­chen Vorga­ben durch die Para­gra­fen­aus­dün­nung erga­ben. Aber da die Gewer­be­auf­sicht mit Stra­fen wegen fehlen­der oder mangel­haf­ter Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen eher zurück­hal­tend ist, wird sich auch wenig ändern.
SuGa 2009: „Betrach­tet man Ergeb­nisse von frühe­ren Befra­gun­gen, kann fest­ge­stellt werden, dass sich die Betriebe ganz allmäh­lich der Bedeu­tung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung als ein wich­ti­ges Instru­ment zur Präven­tion bewusst werden. Umfang­rei­che Anstren­gun­gen der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger und Landes­ar­beits­schutz­be­hör­den in Form von Sensi­bi­li­sie­rung und Bera­tung der Betriebe bei den Bege­hun­gen sowie die verbes­serte Bereit­stel­lung von praxis­ge­rech­ten Hand­lungs­hil­fen für die Praxis führte in den letz­ten zehn Jahren zu einem posi­ti­ven Trend hinsicht­lich der Betriebe, in denen die Gefähr­dun­gen an den Arbeits­plät­zen beur­teilt werden.“ Dies ist jetzt auch schon ein paar Tage her, und so lang­sam nähert sich das 20-jährige Jubi­läum des Arbeits­schutz­ge­set­zes von 1996 – und somit der Forde­rung nach Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen. Ich würde mir wünschen, dass die Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger und Arbeits­schutz­be­hör­den im Hinblick auf dieses Jubi­läum und im Rahmen des GDA-Arbeitsprogramms „Orga­ni­sa­tion“ rich­tig gute Zahlen und Umfra­gen zum Thema Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung erhe­ben. Der Status Quo nach 20 Jahren ist schon eine Betrach­tung wert.
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