Startseite » Fachbeiträge » Archiv SI »

Zur Sicherheit genau nachfragen

Kriterien für die Auswahl eines PSA-Anbieters
Zur Sicherheit genau nachfragen

Anzeige
Wenn die Gefährdungs­beurteilung abgeschlossen ist und fest­ste­ht, wovor Per­sön­liche Schutzaus­rüs­tung (PSA) die Mitar­beit­er im Unternehmen schützen soll, fol­gt in der Regel die Auswahl eines geeigneten Liefer­an­ten oder Her­stellers von Schutzk­lei­dung. Doch die Zahl der Anbi­eter ist groß und die Unter­schiede in deren Leis­tungsspek­trum eben­so. Es lohnt sich, im Erstkon­takt genau nachzufra­gen, was alles dazu gehört.

Die grund­sät­zliche Entschei­dung, die zu fällen ist, lautet: Will man in Zukun­ft die Schutzk­lei­dung betrieb­sin­tern warten und pfle­gen oder diese Ver­ant­wor­tung an einen exter­nen Dien­stleis­ter abgeben? Doch ganz gle­ich, welche Lösung den Zuschlag erhält, es gilt die Devise: Der erste Ein­druck über die Beratungskom­pe­tenz entschei­det. Wie gut es um die Arbeitss­chutzken­nt­nisse eines Anbi­eters bestellt ist, zeigt sich in der Regel bere­its im ersten Tele­fonat. Wem ohne weit­ere Nach­fra­gen gle­ich ein bes­timmtes Pro­dukt ange­boten wird, der sollte skep­tisch reagieren. Denn Schutzk­lei­dung und PSA müssen genau zur Tätigkeit, bei der sie getra­gen wer­den, passen. Erst dann schützen sie aus­re­ichend. Deshalb kann ein Schutzk­lei­dungsliefer­ant nur im per­sön­lichen Gespräch und durch detail­liertes Nach­fra­gen entschei­den, ob er ein passendes Pro­dukt hat und wenn ja, welch­es. Leis­tungsstarke Anbi­eter ver­fü­gen deshalb über qual­i­fizierte Berater, die sich mit den aktuellen rechtlichen Anforderun­gen ausken­nen. Direkt vor Ort schauen sich fachkundi­ge Kun­den­be­treuer den Arbeit­splatz an und leg­en zusam­men mit dem für den Arbeitss­chutz Ver­ant­wortlichen die Anforderun­gen, die über die Gefährdungs­analyse hin­aus­ge­hen, fest. Man sollte sich auch nicht davor scheuen, um genaue Auskun­ft über die Zer­ti­fizierun­gen der Klei­dung zu bit­ten, das heißt wie, wann und wo sie zer­ti­fiziert wor­den sind. Und wie der Anbi­eter garantiert, dass die Qual­ität kon­tinuier­lich erhal­ten bleibt.
Wartung und Inspektion
Wichtig sind außer­dem rechtlich rel­e­vante Aspek­te. Schutzk­lei­dung muss regelmäßig gewartet und inspiziert, das heißt auf Ver­schleißer­schei­n­un­gen hin unter­sucht wer­den (siehe hierzu PSA Benutzerverord­nung, Arbeitsstät­ten­verord­nung und Arbeitss­chutzge­setz). Inspek­tio­nen sind notwendig, um sicherzustellen, dass die Schutzk­lei­dung weit­er­hin ihren Zweck erfüllt und den ursprünglichen Anforderun­gen gerecht wird. Diese Auf­gabe kann man an Dien­stleis­ter abgeben. Vorher sollte man sich aber überzeu­gen, ob Wartung und Inspek­tion durch geschultes und kom­pe­tentes Per­son­al durchge­führt wer­den. Ein Anbi­eter, der in die engere Wahl gezo­gen wurde, sollte garantieren, Änderun­gen an der von ihm ange­bote­nen Klei­dung der­art auszuführen, dass die Zer­ti­fizierung gültig bleibt. Zusät­zlich sollte ver­traglich geregelt sein, dass die Klei­dung bei ihrer Aus­liefer­ung nach Pflege und Wartung dem Stand der Tech­nik, nach dem sie zer­ti­fiziert wurde, noch entspricht. Außer­dem muss Schutzk­lei­dung dem Träger genau passen. Son­st kann es sein, dass sie nicht aus­re­ichend schützt. Da nicht alle Mitar­beit­er Mod­ell­maße haben, ist es wichtig, dass der Anbi­eter auch Spezial­größen zur Ver­fü­gung stellen kann.
Neben den rechtlichen Anforderun­gen gehören zu den Leis­tungspaketen einiger Liefer­an­ten Ange­bote, die den Beruf­sall­t­ag ein­fach­er machen, wie Absprachen zu den Liefer­t­er­mi­nen und der inter­nen Verteilung der Klei­dung. Wenn ein Anbi­eter außer­dem in der Lage ist, Labels mit dem Fir­men­l­o­go und dem Mitar­beit­er­na­men auf der Klei­dung anzubrin­gen, so dass sie den­noch nor­menkon­form bleibt, ist schon fast die Kür erre­icht. Denn Stick­er dür­fen auf keinen Fall ein­fach auf­genäht wer­den. Für die Verän­derung von Schutzk­lei­dung sind strenge Vor­gaben einzuhal­ten. Ein let­zter Punkt ist die Entsorgung: Zweck­un­taugliche Schutzk­lei­dung darf nicht wieder in Gebrauch genom­men wer­den. Bei der Entsorgung der Schutzk­lei­dung soll­ten sowohl die Umwelt als auch die Gesund­heit und Sicher­heit aller Per­so­n­en, die mit der zu entsor­gen­den Schutzk­lei­dung in Kon­takt kom­men, berück­sichtigt wer­den. Auch hier ist es sin­nvoll vor Ver­tragsab­schluss das Vorge­hen des Anbi­eters zu erfragen.
Autor
Wolf­gang Qued­nau, Geschäfts­führer der BTTA GmbH, absolvierte ein Studi­um an der heuti­gen Hochschule Nieder­rhein zum Dipl.-Ing. mit Schw­er­punkt Tex­til­chemie. Er ist Mit­glied in zahlre­ichen Gremien, u.a. ISO, CEN und DIN und berät Unternehmen im Bere­ich Forschung und Entwick­lung. (Foto: BTTA)
Anzeige
Newsletter

Jet­zt unseren Newslet­ter abonnieren

Meistgelesen

Jobs
Sicherheitsbeauftragter
Titelbild Sicherheitsbeauftragter 2
Ausgabe
2.2021
ABO
Sicherheitsingenieur
Titelbild Sicherheitsingenieur 2
Ausgabe
2.2021
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de