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Beschäftigte müssen ihre Haut schützen

Reinigungsgewerbe
Beschäftigte müssen ihre Haut schützen

Der Arbeitgeber muss zum Einsatzzweck passende Schutzhandschuhe zur Verfügung stellen. Foto: © BG Bau
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Reini­gungskräfte arbeit­en mit vie­len Stof­fen, vor denen sie sich schützen müssen. Ein Schw­er­punkt bei den Erkrankun­gen von Gebäud­ere­inigern sind Hautkrankheit­en. Diese standen mit 97 Prozent im Jahr 2015 an der Spitze der beru­flich verur­sacht­en Erkrankun­gen. Darauf weist die Beruf­sgenossen-schaft der Bauwirtschaft (BG BAU) hin. Allein im Jahr 2014 zahlte die BG BAU 16,6 Mil­lio­nen Euro etwa für Heil­be­hand­lun­gen, Reha­bil­i­ta­tio­nen, Renten und präven­tive Maß­nah­men für betrof­fene Beschäftigte.

Viele Reini­gungsmit­tel enthal­ten haut­ge­fährdende Stoffe wie Ten­side, Säuren, Lau­gen oder organ­is­che Lösungsmit­tel. Sie kön­nen die Haut reizen oder verätzen. Aber auch der Kon­takt mit verdün­nten Reinigern und sog­ar der ständi­ge Umgang mit Wass­er kön­nen die Haut schädi­gen. In den meis­ten Fällen sind die Hände betrof­fen, wenn sie bei Feucht- und Reini­gungsar­beit­en nicht geschützt sind. Im Jahr 2014 waren vor allem Frauen mit 78 Prozent aller Erkrankungs­fälle davon betrof­fen.

Die Haut mit ihrer Horn­schicht kann gewisse schädliche Ein­flüsse abwehren, aber durch Reini­gungslö­sun­gen oder ständi­ges Ein­wirken von Wass­er nutzt sich die Schutzschicht ab. Folge: Fremd­stoffe kön­nen leichter ein­drin­gen und Allergien oder Ekzeme entste­hen. Zu den häu­fig­sten Diag­nosen bei Hauterkrankun­gen im Reini­gungs­gewerbe gehört die Kon­takt-der­mati­tis, eine entzündliche Reak­tion der Haut auf Fremd­stoffe. Aller­gis­che und tox­is­che Ursachen sind etwa gle­ich häu­fig, oft gibt es auch Mis­chfor­men zwis­chen bei­den oder mit anlagebe­d­ingten Hauterkrankun­gen, etwa Neu­ro­der­mi­tis.
Erste Anze­ichen ein­er Hauterkrankung sind rote, raue, trock­ene oder schup­pige Stellen und Juck­reiz. Auch Risse, Schwellun­gen, Knötchen und Bläschen, die später auf­platzen und nässen, kön­nen auftreten. Laut BG BAU sind Arbeit­ge­ber in der Pflicht, nach Möglichkeit unge­fährlichere Reini­gungsmit­tel auszuwählen.
Auch müssen Gebäud­ere­iniger die Gefahren beim Umgang mit ihren Arbeitsstof­fen ken­nen, um die richti­gen Schutz­maß­nah­men beim Ein­satz jew­eiliger Reini­gungsmit­tel zu tre­f­fen. Deshalb sind Arbeit­ge­ber zudem verpflichtet, über Pro­duk­te und Risiken zu informieren und dazu Betrieb­san­weisun­gen zu erstellen. Nach dem Arbeitss­chutzge­setz sind die Beschäftigten regelmäßig zu unter­weisen.
Weil die Gefährdun­gen der Hände für Gebäud­ere­iniger meist nicht ganz zu ver­mei­den sind, müssen häu­fig Schutzhand­schuhe getra­gen wer­den. Diese muss der Arbeit­ge­ber je nach Ein­satzz­weck passend zur Ver­fü­gung stellen. Allerd­ings gibt es keinen ide­alen Hand­schuh, der gegen alle gebräuch­lichen Reini­gungsmit­tel schützt.
Unter www.wingis-online.de kön­nen einzelne Gefahrstoffe eingegeben und so nötige Schutz­maß­nah­men ermit­telt wer­den. Zudem müssen Unternehmen Hautschutz­pläne an geeigneten Stellen aushän­gen ‒ beispiel­sweise an Hand­wasch­plätzen ‒, die über betriebliche Maß­nah­men, wie geeignete Hautschutzmit­tel und Hautpflegemit­tel, informieren.
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