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Damit aus Spaß nicht Ernst wird

Feuerwehr-Wettbewerbe

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Wett­be­werbe haben bei der Feuer­wehr Tradi­tion. Sie sind neben der regel­mä­ßi­gen Aus- und Weiter­bil­dung fester Bestand­teil des Übungs- und Schu­lungs­diens­tes. Die zahl­rei­chen Diszi­pli­nen orien­tie­ren sich an den verschie­de­nen Berei­chen der Feuer­wehr­ar­beit und sind den Tätig­kei­ten beim Einsatz­ge­sche­hen nach­emp­fun­den. Aller­dings kommt es dabei immer wieder auch zu Unfäl­len und Verlet­zun­gen.

Feuerwehr-Unfallkasse Mitte

Der Feuer­wehr­dienst ist eine physisch und psychisch stark belas­tende Tätig­keit. Umso wich­ti­ger ist es, die Leis­tungs­fä­hig­keit und Fitness der Feuer­wehr­an­ge­hö­ri­gen zu erhal­ten. Eine wich­tige Maßnahme ist das regel­mä­ßige Sport­trei­ben, auch das Trai­ning für einen Wett­be­werb zählt dazu. Die Feuerwehr-Unfallkassen unter­stüt­zen die Wett­kampf­tä­tig­keit der Feuer­weh­ren. Wett­be­werbe tragen dazu bei, die körper­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit zu stei­gern und damit die allge­meine Fitness der Feuer­wehr­an­ge­hö­ri­gen zu erhal­ten sowie die Fertig­kei­ten im Umgang mit der Feuer­wehr­tech­nik zu festi­gen, damit im Einsatz­fall die Hand­lungs­ab­läufe sicher beherrscht werden. Darüber hinaus wird der kame­rad­schaft­li­che Kontakt unter den Feuer­weh­ren und Kame­ra­den geför­dert. Damit ist die Wett­kampf­tä­tig­keit ein wirk­sa­mes Element der Gesund­heits­för­de­rung bei der Feuer­wehr und eine wich­tige Berei­che­rung des Feuer­wehr­le­bens.
Hohes Unfall­ri­siko
Das Unfall­ge­sche­hen zeigt jedoch auch, dass die Feuer­wehr­wett­be­werbe selbst ein hohes Unfall­ri­siko in sich bergen. Statis­tisch gese­hen ereig­nen sich die meis­ten Unfälle im Bereich Übungs- und Schu­lungs­dienst durch Wett­be­werbe bezie­hungs­weise das Trai­ning hier­für. Die Unfall­zah­len der Feuerwehr-Unfallkasse Mitte zeigen in den letz­ten fünf Jahren ein einheit­li­ches Bild. Durch­schnitt­lich 32 Prozent aller Unfälle ereig­ne­ten sich im Übungs- und Schu­lungs­dienst, wobei zehn Prozent der Gesamt­un­fälle allein der Wett­kampf­tä­tig­keit zuzu­schrei­ben sind.
Zu den Wett­kämp­fen zählen einer­seits die Feuer­wehr­sport­wett­kämpfe nach der Wett­kampf­ord­nung des Deut­schen Feuer­wehr­ver­ban­des (100 m‑Hindernislauf, Haken­lei­ter­stei­gen, Grup­pen­sta­fette, Feuer­wehr­hin­der­nis­staf­fel 4x100 m, Lösch­an­griff nass), die tradi­tio­nel­len inter­na­tio­na­len Feuer­wehr­wett­be­werbe und Wett­be­werbe der Jugend­feu­er­wehr, aber auch regio­nal ausge­tra­gene eigene Diszi­pli­nen.
Wett­be­werbe werden sowohl von der Einsatz­ab­tei­lung als auch von der Jugend­feu­er­wehr ausge­tra­gen. Betrach­tet man die Unfall­zah­len in Bezug auf die Perso­nen­gruppe, sind etwa 75 Prozent der Unfall­ereig­nisse bei der Einsatz­ab­tei­lung zu verzeich­nen und etwa 25 Prozent bei der Jugend­feu­er­wehr.
Die oben­ste­hende Grafik zeigt die häufigs­ten Verlet­zun­gen, die der Feuer­wehr­un­fall­kasse Mitte in den vergange-nen Jahren im Zusam­men­hang mit Feuer­wehr­wett­be­wer­ben gemel­det wurden.
Knie­ver­let­zun­gen am häufigs­ten
Verlet­zun­gen, die dauer­hafte Einschrän­kun­gen zur Folge haben, traten kaum auf. Das mit Abstand am häufigs­ten geschä-digte Körper­teil bei Unfäl­len in dem Bereich ist das Knie. Danach folgen die Finger, der Ober­schen­kel und der Fuß.
Im Zustän­dig­keits­ge­biet der Feuerwehr-Unfallkasse Mitte ist der Lösch­an­griff nass als Wett­be­werb am verbrei­te­tes­ten. Dabei absol­viert eine Feuer­wehr­mann­schaft, bestehend aus sieben Feuer­wehr­an­ge­hö­ri­gen, eine vorge­ge­bene Lösch­übung in möglichst kurzer Zeit. Die Ausrüs­tung und Geräte, die hierzu verwen­det werden dürfen, legt der Ausrich­ter in seinen Wett­kampf­be­stim­mun­gen fest. Alle benö­tig­ten Geräte sind auf einem Holz­po­dest abge­legt. Dane­ben befin­det sich die Wasser­ent­nah­me­stelle. Nach dem Start­kom­mando läuft die Mann­schaft schnellst­mög­lich von der Start­li­nie zum Podest. Von dort aus ist zunächst eine Saug­lei­tung zur Wasser­ent­nah­me­stelle herzu­stel­len. Gleich­zei­tig werden jeweils die B- und C‑Schläuche gekup­pelt und in Rich­tung der Angriffs­li­nie verlegt. Der Maschi­nist beginnt mit der Wasser­för­de­rung.
Die Zeit wird gestoppt, wenn die Mann­schaft im Ziel­be­reich erfolg­reich einen Behäl­ter am Ziel­ge­rät mit Wasser gefüllt hat.
Diese Kombi­na­tion aus Schnel­lig­keit und dem Umgang mit der Feuer­wehr­tech­nik führt zu einem erhöh­ten Unfall­ri­siko, welches sich in den einge­hen­den Unfallmeldun-gen wieder­spie­gelt.
Beson­dere Gefähr­dun­gen
Die haupt­säch­li­chen Gefah­ren, die bei der Betrach­tung der Unfall­ereig­nisse ermit­telt wurden, sind:
- der schnelle Start
Nach dem Start­kom­mando laufen die Wett­kampf­teil­neh­mer aus dem Stand schnellst­mög­lich los. Ein Aufwär­men vor dem Wett­kampf erfolgt viel­fach nicht. Die Unfall­mel­dun­gen zeigen, dass durch die plötz­li­che Muskel­an­span­nung dann ein Verlet­zungs­ri­siko besteht.
- die nasse Wett­kampf­bahn
Beson­ders im Bereich des Wasser­be­häl­ters treten Wasser­la­chen auf, die das Ausrut­schen der nahen­den Wett­kampf­teil­neh­mer begüns­ti­gen. Auch das Leeren der Schlauch­lei­tun­gen auf der Wett­kampf­bahn birgt die Gefahr des Auszu­rut­schens.
- das Auszie­hen der Schläu­che
Nach dem Kuppeln der Schläu­che und Arma­tu­ren werden diese in Rich­tung der Ziel­li­nie ausge­zo­gen. Dabei treten viel­fäl­tige Gefähr­dun­gen auf. Die Wett­kampf­teil­neh­mer können über die Schlauch­lei­tung bezie­hungs­weise durch das Treten auf einen gezo­ge­nen Schlauch stol­pern und stür­zen. Außer­dem besteht die Gefahr, von einem zurück­schla­gen­den Vertei­ler getrof­fen zu werden, da die Schlauch­länge begrenzt ist.
Stür­zen Wett­kampf­teil­neh­mer, kommt es sehr oft vor, dass sie dabei auf die Gerät­schaf­ten fallen, wodurch das Verlet­zungs­bild verschlim­mert wird.
- der Druck­auf­bau
Durch den Druck­auf­bau in den Schläu­chen können sich Kupp­lun­gen lösen und unkon­trol­liert bewe­gen oder Strahl­rohre aus der Hand geris­sen werden. Hier­bei besteht die Gefähr­dung, dass Perso­nen von den Teilen getrof­fen werden.
Wett­be­werbe sicher planen
Wie lassen sich Unfälle verhin­dern bezie­hungs­weise was kann getan werden, um die Wett­be­werbe siche­rer zu gestal­ten? Bereits bei der Planung solcher Veran­stal­tun­gen sind Gefähr­dun­gen mit zu betrach­ten und Maßnah­men fest­zu­le­gen. Auch wenn die Wett­kämpfe dem Einsatz­ge­sche­hen nach­emp­fun­den sind, haben sie den Vorteil, dass die Örtlich­kei­ten und der Ablauf vorher bekannt sind. So kann beispiels­weise die Wett­kampf­bahn im Vorfeld nach Uneben­hei­ten abge­sucht werden oder die Vertei­ler­li­nie gekenn­zeich­net werden, sodass der Wett­kämp­fer sich auf das Ende der Schlauch­lei­tung einstel­len kann. Eine sorg­fäl­ti­ges Aufwär­men kurz vor dem Wett­kampf berei­tet den Körper auf die Belas­tun­gen vor und trägt zur Verrin­ge­rung von Muskel­zer­run­gen bei. Auch eine verant­wor­tungs­be­wusste Wasser­ab­gabe durch den Maschi­nis­ten und geeig­nete Trage- und Halte­tech­ni­ken mindern die Gefah­ren.
Diese und weitere nütz­li­che Hinweise zur Unfall­ver­hü­tung bei Sport­wett­kämp­fen und tradi­tio­nel­len Wett­be­wer­ben sind im Medi­en­pa­ket „Feuer­wehr­wett­kämpfe“ der Feuerwehr-Unfallkassen enthal­ten.
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