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Einschnei­dende Erleb­nisse vermei­den

BGN-Sicherheitstipp
Einschnei­dende Erleb­nisse vermei­den

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Fast ein Drit­tel der im Jahr 2015 gemel­de­ten Arbeits­un­fälle in der Fleisch­wirt­schaft waren Unfälle mit Messern. Insge­samt weit über 4.000. Darauf weist die Berufs­ge­nos­sen­schaft Nahrungs­mit­tel und Gast­ge­werbe (BGN) hin und gibt Tipps zum siche­ren Umgang mit Messern.

Schnitt- und Stich­ver­let­zun­gen sind immer noch die häufigste Unfall­art in der Fleisch­wirt­schaft. Nach einer solchen Verlet­zung fällt ein Mitar­bei­ter durch­schnitt­lich für 14 Tage aus. Für den Betrieb bedeu­tet das zwei Wochen Lohn­fort­zah­lung, zwei Wochen Mehr­ar­beit der Kolle­gen oder zusätz­li­che Lohn­kos­ten für eine Ersatz­kraft. Es lohnt sich also, dass Ausbein‑, Zerlege- und Schneid­ar­bei­ten profes­sio­nell und sicher ablau­fen.

Am Anfang steht die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung
Wer Unfälle mit Messern in seinem Betrieb vermei­den will, muss zunächst alle poten­zi­el­len Gefah­ren und Gefähr­dungs­si­tua­tio­nen kennen. Nur dann kann ein Arbeit­ge­ber geeig­nete Maßnah­men zum Schutz seiner Beschäf­tig­ten ergrei­fen. Nichts ande­res ist die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung. Zur Vermei­dung von Messer­un­fäl­len betrach­tet der Arbeit­ge­ber bei der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung alle betrieb­li­chen Arbeits­ab­läufe mit Messer­ein­satz und analy­siert mögli­che Schwach­punkte. Zu empfeh­len ist, dies gemein­sam mit den Beschäf­tig­ten zu tun. Denn sie kennen die Arbeits­ab­läufe und Hand­griffe sowie mögli­che gefähr­li­che Situa­tio­nen am besten. Die Ergeb­nisse der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung erge­ben den Verbes­se­rungs­be­darf in Sachen sichere Messer­hand­ha­bung.
Gut gerüs­tet
Es gibt eine Reihe tech­ni­scher und orga­ni­sa­to­ri­scher Maßnah­men, mit denen die Arbeits­ab­läufe mit Messern siche­rer werden. Regel Nummer 1: Das rich­tige Werk­zeug für die jewei­lige Aufgabe wählen. Dazu gehört unter ande­rem, im Wurst­ver­kauf Messer mit abge­run­de­ter Spitze bereit­zu­stel­len und zu verwen­den. Zum Aufschnei­den von Bändern und Folien benutzt man Foli­en­mes­ser mit verdeck­ter Klinge, zum Aufschnei­den und Zerle­gen von Karto­na­gen Karton­mes­ser mit auto­ma­ti­schem Klin­gen­ein­zug.
In der Produk­tion lässt sich das Verlet­zungs­ri­siko senken, wenn die Beschäf­tig­ten Spezi­al­mes­ser wie zum Beispiel Rippen­zie­her und Entvlies­mes­ser einset­zen. Auch arbei­ten sie mit einem Messer mit abrutsch­si­che­rem Griff entspann­ter und effek­ti­ver – und somit auch siche­rer.
Bei Ausbein‑, Zerlege- und Zuschneide­ar­bei­ten müssen Stech­schutz­schür­zen, Stech­schutz­hand­schuhe und Unter­arm­schüt­zer getra­gen werden. Arbeit­ge­ber soll­ten Vorbild sein und ein wach­sa­mes Auge auf die konse­quente Benut­zung der Schutz­aus­rüs­tung durch ihre Beschäf­tig­ten haben. Die BGN empfiehlt, bei diesen Arbei­ten zusätz­lich die messer­füh­rende Hand zu schüt­zen – mit einem schnitt­hem­men­den Hand­schuh.
Je schär­fer das Messer ist, desto siche­rer und weni­ger anstren­gend lässt sich damit schnei­den. Mit einem stump­fen Messer braucht man zu viel Kraft und rutscht leich­ter ab. Zu empfeh­len ist, zum Messer­ab­zie­hen ein Abzieh­ge­rät zu benut­zen. Es ist siche­rer zu hand­ha­ben als ein Wetz­stahl.
Gestal­tung des Arbeits­plat­zes
Zerle­gen und Schnei­den geht am besten von der Hand, wenn man mit gera­dem Rücken in entspann­ter Haltung arbei­ten kann. Dazu muss die Arbeits­höhe an die Körper­größe des Mitar­bei­ters ange­passt werden. Ideal ist ein höhen­ver­stell­ba­rer Arbeits­tisch. Eine lockere und gerade Körper­hal­tung wirkt auch Müdig­keit, Muskel­ver­span­nun­gen und damit Unacht­sam­keit entge­gen.
Ein wich­ti­ger, oft etwas vernach­läs­sig­ter Punkt in Sachen siche­rer Messer­hand­ha­bung: die regel­mä­ßige Unter­wei­sung der Beschäf­tig­ten, um auch ihre Aufmerk­sam­keit wieder zu schär­fen und ihr Wissen aufzu­fri­schen. Hilf­reich ist hier­bei das Unterweisungs-Kurzgespräch der BGN „Arbei­ten mit dem Messer“. Darin sind alle wich­ti­gen Punkte enthal­ten und mit Zeich­nun­gen erklärt.
Down­load Unterweisungs-Kurzgespräch im Inter­net unter
www.bgn.de (Short­link 1483)
Weitere Infor­ma­tio­nen zur Arbeit mit Messern und Check­lis­ten:
www.bgn.de (Short­link 1506)
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