Startseite » Sicherheit » Brandschutz » Mit Sicher­heit nütz­lich

Apps für Sicherheitsingenieure

Mit Sicher­heit nütz­lich

Anzeige
Apps machen Smart­pho­nes und Tablet-PCs multi­funk­tio­nal. Doch nicht alle mobi­len Anwen-dungen halten, was sie verspre­chen. Die besten Apps zum Thema Sicher­heit nimmt deshalb dieser Beitrag unter die Lupe.

Dipl.-Ing. Marian Behan­eck

Multi­funk­tio­nale Klein­com­pu­ter im Taschen­for­mat mit oder ohne Tele­fon­funk­tion, auch Smart­pho­nes oder Tablets genannt, sind für viele inzwi­schen ein unver­zicht­ba­rer Beglei­ter. Sie haben den Markt in kurzer Zeit komplett verän­dert: Waren sie noch vor weni­gen Jahren nahezu unbe­kannt, so stehen spezi­ell die Smart­pho­nes mit inzwi­schen über einer Milli­arde welt­weit verkauf­ten Exem­pla­ren klar an der Spitze. Viel zur Popu­la­ri­tät beigetra­gen haben mobile Software-Anwendungen (engl. Appli­ca­ti­ons, kurz „Apps“). Apps erwei­tern die Einsatz­mög­lich­kei­ten von Smart­pho­nes und Tablet-PCs und machen sie zu viel­sei­ti­gen und nütz­li­chen Werk­zeu­gen – auch im Berufs­all­tag. Ange­sichts des inzwi­schen unüber­schau­ba­ren Ange-bots ist eine Auswahl sinn­vol­ler Apps aller­dings nicht immer einfach. Doch zunächst Grund­sätz­li­ches.
Apps machen Mobil-PCs multi­funk­tio­nal
Apps sind kleine, kosten­los oder für wenig Geld herun­ter­lad­bare, unter einem mobi­len Betriebs­sys­tem sofort lauf­fä­hige Software-Anwendungen. Sie erwei­tern das Einsatz­spek­trum eines Smart­pho­nes oder Tablet-PCs und machen sie zu viel­sei­ti­gen Werk­zeu­gen: Man kann sie als LED-Leuchte, als Wasser­waage oder als mobi­len Scan­ner einset­zen. Dank einge­bau­ter Kamera lassen sich auf Verpa­ckun­gen oder Produkt­auf­kle­bern abge­druckte QR-Codes („Schnel­ler Antwort-Code“) scan­nen, um so Zusatz­in­fos etwa zu Produk­ten online abzu­ru­fen, ohne die entspre­chende Web-Adresse manu­ell eintip­pen und sich anschlie­ßend zur benö­tig­ten Infor­ma­tion durch­han­geln zu müssen. Einge­baute Bewegungs‑, Lage‑, Licht- oder Nähe­rungs­sen­so­ren sowie GPS-Empfänger erwei­tern die Funk­ti­ons­pa­lette von Smart­pho­nes zusätz­lich: Mit den entspre­chen­den Apps lässt sich das Smart­phone auch als mehr oder weni­ger präzi­ser Distanz‑, Winkel- oder Lärm­pe­gel­mes­ser, als mobi­les Navi und sogar für soge­nannte „Augmen­ted Reality“-Anwendungen einset­zen.
Dabei werden im Live-Kamerabild zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen, etwa zur Bedie­nung einer Maschine oder zur Wartung einer Anlage einblen­det. Doch es wird zuneh­mend schwie­ri­ger, für den Büro­all­tag hilf­rei­che App-Perlen aus dem inzwi­schen unüber­schau­ba­ren Ange­bot heraus­zu­fi­schen. Die Ange­bots­viel­falt macht eine sinn­volle Auswahl prak­tisch unmög­lich.
Pro Jahr werden deutsch­land­weit etwa eine Milli­arde Smartphone-Apps herun­ter­ge­la­den. Deshalb werden Apps auch für Unter­neh­men als attrak­ti­ves Werbe- und Marke­ting­in­stru­ment für die zeit­ge­mäße Vermark­tung von Produk­ten und Dienst­leis­tun­gen zuneh­mend interessan-ter. Das hat aus Anwen­der­sicht aller­dings häufig zur Folge, dass Nütz­li­ches immer häufi­ger durch Werb­li­ches über­la­gert wird. Das schmä­lert zwar den prak­ti­schen Nutz­wert von Apps nicht, aber man verliert – insbe­son­dere wenn es schnell gehen muss – rasch den Spaß daran, wenn man sich erst durch lästige Werbe­bot­schaf­ten kämp­fen muss.
Android oder iOS, App oder Web-App?
Wer Apps nutzen will, sollte sich vorher über­le­gen, für welches Betriebs­sys­tem er sich entschei­det. Smartphone-Anwender haben nämlich eine größere Betriebssystem-Auswahl als PC-Nutzer. Die Betriebs­sys­teme Apple iOS, Black­Berry RIM, Google Android, Windows Phone 8 und andere kämp­fen um Markt­an­teile. Je größer der Verbrei­tungs­grad des Mobil-Betriebssystems ist, desto größer ist die App-Auswahl. Bei den Nutzer­zah­len haben eindeu­tig Goog­les Android und iOS von Apple die Nase vorn. Wer also ganz bestimmte Apps nutzen will, sollte darauf achten, unter welchem dieser Betriebs­sys­teme sie lauf­fä­hig sind, denn nicht jede App wird für zwei oder mehrere mobile Betriebs­sys­teme ange­bo­ten.
Jedes Betriebs­sys­tem hat seine Vor- und Nach­teile: So ist Apples iOS nach wie vor unüber­trof­fen in der komfor­ta­blen, intui­ti­ven Bedie­nung. Dafür ist der Anwen­der bei der Gerä­te­aus­wahl auf jene eines einzi­gen Herstel­lers einge­schränkt. Goog­les Android bietet eine große Hardware-Auswahl zahl­rei­cher Herstel­ler, aller­dings sind die App-Anwendungen nicht immer intui­tiv bedien­bar. Die rest­li­chen Mobil-Betriebssysteme wie Windows Phone 8, Black­Berry RIM und andere hinken deut­lich hinter dem App-Angebot der beiden Markt­füh­rer hinter­her.
Neben den „echten“, für ein bestimm­tes mobi­les Betriebs­sys­tem entwi­ckel­ten Apps setzen Entwick­ler zuneh­mend auch auf soge­nannte Web-Applikationen, kurz Web-Apps. Das sind mobile, plattform- und gerä­te­un­ab­hän­gige Internet-Anwendungen. Sie können über einen Inter­net­brow­ser von jedem mobi­len Endge­rät aus aufge­ru­fen werden. Web- Apps funk­tio­nie­ren mit allen Betriebs­sys­te­men und auf allen Mobil­ge­rä­ten. Man erreicht daher mit weni­ger Entwick­lungs­kos­ten mehr poten­ti­elle Nutzer. Steht eine ausrei­chend stabile und schnelle mobile Internet-Verbindung zur Verfü­gung, merkt der Anwen­der kaum einen Unter­schied. Web-Apps haben viele Vorteile: Sie sind immer up-to-date und grei­fen, wenn nötig, auf stets aktu­elle Online-Daten zu. Außer­dem unter­lie­gen deren Anbie­ter nicht den von App-Stores aufer­leg­ten Restrik­tio­nen (Entwick­lungs­richt­li­nien, Test, Zulas­sung, Lizenz­mo­dell etc.). Nach­tei­lig ist unter ande­rem, dass im Vergleich zu nati­ven Apps die Web-Apps bei rechen­in­ten­si­ven Anwen­dun­gen meist lang­sa­mer und offline nicht oder nur einge­schränkt einsetz­bar sind – etwa wenn man im Keller­ge­schoss oder in einer Tief­ga­rage keinen Funk­emp­fang hat.
So finden Sie nütz­li­che Apps
Beim App-Download hat man die Wahl: Apps können über den im Smartphone-Betriebssystem inte­grier­ten Online­shop bezo­gen und auf dem Smart­phone einge­setzt werden. Man kann aber auch am Büro-PC einen App-Store aufru­fen, die gewünschte App zunächst auf die PC-Festplatte laden und anschlie­ßend auf das Smart­phone über­tra­gen. Aller­dings ist damit auch die Gefahr, sich einen Compu­ter­vi­rus einzu­han­deln, größer. App-Stores gibt es viele: den App Store von Apple, Google Play von Google, den Windows Phone Store von Micro­soft, die Black­berry World oder die Samsung Apps (siehe auch Kasten links). Je größer das Ange­bot, desto schwie­ri­ger ist es, in einem Online-Shop die Über­sicht zu behal­ten. Zudem tragen die teil­weise umständ­li­che Benut­zer­füh­rung, Struk­tu­rie­rung oder fehlende Such­funk­tio­nen in den App-Stores nicht gerade dazu bei, dass man schnell das Passende findet.
Deshalb gibt es auch Portale, die sich auf die Vorstel­lung ausschließ­lich kosten­freier oder auf eine bestimmte Zielgrup-pe zuge­schnit­te­ner Apps konzen­trie­ren (z.B. www.brandschutzdialog.de/apps/ 158/5164, www.heinze.de/tools/apps oder www.tecchannel.de/produkte/apps). Schnell zum Problem bei vielen App-Downloads wird auch die unüber­sicht­li­che Verwal­tung der Apps auf dem Smart­phone. Dieses Problem kann man aller­dings durch spezi­elle Organizer-Apps in den Griff bekom­men. Störend und lästig ist die zuneh­mend sowohl im Online-Shop als auch in der App einge­blen­dete Werbung (s.o.).
Darauf soll­ten Sie achten
Unter den zahl­rei­chen Business-Apps, deren Mehr­zahl auf die Opti­mie­rung klas­si­scher Büro­tä­tig­kei­ten und ‑abläufe abzielt, befin­det sich eine zuneh­mende Anzahl auch spezi­ell für Sicher­heits­in­ge­nieure nütz­li­cher Werk­zeuge. Der über­wie­gende Teil aller ange­bo­te­nen Apps ist zwar kosten­los verfüg­bar, jedoch meis­tens der Kate­go­rie „Spiel, Spaß, Span­nung“ zuzu­ord­nen. Einige professio-nelle, geschäft­lich nutz­bare Apps sind kosten­pflich­tig. Die Nutzungs­ge­büh­ren sind unter­schied­lich – sie liegen zwischen weni­gen Cents für popu­läre Anwendun-gen mit großen Down­load­zah­len und mehre­ren hundert Euro für auf eine spezi­elle Ziel­gruppe zuge­schnit­tene Bran­chen­lö­sun­gen. Erfolg­rei­che, weil pfif­fige Apps werden auch für mehrere Betriebs­sys­teme offe­riert oder man findet ähnli­che Apps in ande­ren App-Stores.
Inzwi­schen gibt es auch schon einige Entwick­lun­gen für die Berei­che Sicher­heit, Gesund­heits­schutz oder Brand­schutz: SiGe-Apps etwa, als funk­tio­nal abge­speckte Version einer schon vorhan-denen PC-Lösung oder spezi­ell entwi-ckelte Apps für Gefahr­stoffe, Brand­schutz, Arbeitsstätten-Sicherheit und so weiter. Zu den häufigs­ten herstel­ler­spe­zi­fi­schen Apps gehö­ren Produkt­ka­ta­loge, tech­ni­sche Produkt­in­for­ma­tio­nen, Produkt- oder Verar­bei­tungs­hin­weise, Auslegungs- und Berech­nungs­werk­zeuge, aber auch Online-Planer oder Konfigu-rations-Tools. Darun­ter gibt es auch eine ganze Reihe raffi­nier­ter Apps mit echtem Nutz­wert. Der Nach­teil herstellerspezifi-scher Apps ist, dass sie ausschließ­lich auf die Produkt­pa­lette des jewei­li­gen Herstel­lers zuge­schnit­ten sind.
Unab­hän­gig vom Entwick­ler kann jede App auch ihre Tücken haben: So folgt etwa die Benut­zer­füh­rung zwar gewis­sen Stan­dards (Scrol­len, Blät­tern oder Zoomen per Finger­ges­ten auf dem Multi-Touch-Display etc.). Doch funk­tio­niert jede App etwas anders und man muss sich erst hinein­fin­den. Wird sie über längere Zeit nicht benutzt, ist ein Wieder­ein­stieg nicht immer einfach. Vielen Apps fehlt auch die Praxis­nähe, weil Funk­tio­nen fehlen oder umständ­lich sind. Andere Apps sind nur einge­schränkt nutz­bar oder gänz­lich unbrauch­bar, weil die Ergeb­nisse zu unge­nau sind.
Mobile Anwen­dun­gen schwä­cheln aber auch wegen der multi­funk­tio­na­len Hard­ware, denn Multi­funk­tio­na­li­tät ist immer ein Kompro­miss. So kann kein Smart-phone einen PC-Arbeitsplatz erset­zen: Touchscreen-Tastaturen lassen nur die Eingabe kurzer Texte zu und klein­for­ma­tige LCD-Displays schlie­ßen professio-nelle Anwen­dun­gen aus. CAD-Pläne etwa lassen sich auf Tablet-PCs zwar rela­tiv komfor­ta­bel anzei­gen und kommentie-ren, komfor­ta­bel bear­bei­ten kann man sie damit aber nicht. Hinzu kommt, dass die Displays oft nicht hell genug sind, um sie im Außen­be­reich bei vollem Tages­licht able­sen zu können. Außer­dem ist die Hard­ware – abge­se­hen von spezi­el­len Outdoor-Modellen von Cater­pil­lar, Getac oder Pana­so­nic – nicht robust genug für den mobi­len Einsatz. Deshalb ist es wich­tig, dass man nicht nur bei der App-Software, sondern auch bei der Hard­ware auf Praxis­taug­lich­keit achtet.
Anzeige

News­let­ter

Jetzt unse­ren News­let­ter abon­nie­ren

Meistgelesen

Jobs

Sicher­heits­be­auf­trag­ter

Titelbild Sicherheitsbeauftragter 8
Ausgabe
8.2019
ABO

Sicher­heits­in­ge­nieur

Titelbild Sicherheitsingenieur 8
Ausgabe
8.2019
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de