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Notwendige Kontrolle und Wartung

Serie „Sichere Spielplätze“ Teil 2
Notwendige Kontrolle und Wartung

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Im ersten Teil der Serie „Sichere Spielplätze“ ging es um die Geschichte der Spielplätze und die auf Spielplätzen gel­tenden Recht­squellen – in dieser Aus­gabe ste­hen die bei­den wichtig­sten Nor­men für Spielplätze, die DIN 18 034 und die DIN EN 1176 im Blick­punkt. Außer­dem geht es um Inspek­tio­nen und wer sie durch­führen kann.

Peter Schraml, Geschäfts­führer Massstab Mensch

Für Spielplätze gibt es zwei wesentliche Nor­men, die bei deren Pla­nung und Betrieb zu beacht­en sind. Dies ist zum einen die DIN 18 034 „Spielplätze und Freiräume zum Spie­len – Anforderun­gen und Hin­weise für die Pla­nung und den Betrieb“, zum anderen die DIN EN 1176 „Spielplatzgeräte und Spielplatzbö­den – sicher­heit­stech­nis­che Anforderun­gen und Prüfver­fahren“ in allen Teilen. Während sich die DIN 18 034 mit Anforderun­gen und Hin­weisen für die Pla­nung und den Betrieb von Spielplätzen und Freiräu­men zum Spie­len für Kinder und Jugendliche befasst, sind in der DIN EN 1176 die Anforderun­gen an die Spielplatzgeräte hin­sichtlich Kon­struk­tion, Instal­la­tion und Wartung mit allen Maßen zusam­men-gefasst, die einzuhal­ten sind, damit diese Geräte von Kindern sich­er benutzt wer­den kön­nen. Man kann also sagen, dass sich die DIN 18 034 mit dem Umfeld des Spielplatzes befasst; hierzu find­en sich neben Vor­gaben für eine Ein­frie-dung auch Hin­weise zu „Giftpflanzen“, Umgang mit Wass­er und Wasser­spie­len, aber auch vielfältige Vor­gaben zu Flächen­größen und Erre­ich­barkeit für Kinder unter­schiedlich­er Altersstufen.
Die Aus­sagen der DIN EN 1176 sind für die Gestal­tung mit Spielplatzgeräten wesentlich konkreter. So find­en sich hier unter anderem die Vor­gaben für die stoßdämpfend­en Böden, also welch­er Boden für welche freie Fall­höhe geeignet und zuge­lassen ist.
Die DIN EN 1176 gibt außer­dem Maße an, die bei Nicht­beach­tung tödliche Fang­stellen für die Kinder darstellen kön­nen, die die Spiel­geräte benutzen. Weit­er­hin enthält sie Vor­gaben für den Betreiber, die fes­tle­gen, welche Arbeit­en dieser zur Sicherung des ein­wand­freien Zus­tands des Spielplatzes sich­er­stellen und organ­isieren muss.
Die Inspek­tion­sarten
Während in der DIN 18 034 unter dem Punkt Wartung lediglich auf die Vor­gaben der DIN EN 1176 ver­wiesen wird, find­en sich dann in der DIN EN 1176 konkrete Vor­gaben, welche Inspek­tion­sarten in welch­er Häu­figkeit durchge­führt wer­den müssen und wer für welche Auf­gaben mit welchem Ken­nt­nis­stand aus­gewählt wer­den muss. So unter­schei­det die Norm drei unter­schiedliche Inspektionsarten:
  • die visuelle Routine-Inspektion
  • die oper­a­tive Inspektion
  • die jährliche Hauptinspektion
Die visuelle Inspek­tion wird oft auch als Sichtkon­trolle beze­ich­net. Hier­bei geht es darum, offen­sichtliche Gefährdun­gen zu erken­nen, die als Folge von nor­maler Nutzung, Van­dal­is­mus oder Wit­terung­se­in­flüssen auftreten kön­nen. Zum Beispiel gebroch­ene Geräteteile, geborstene Met­all­teile oder zer­broch­ene Flaschen und Scher­ben. Die Anforderun­gen an den mit der Sichtkon­trolle Beauf­tragten sind rel­a­tiv ger­ing, eine gute Ein­weisung, was zu tun, auf was zu acht­en ist, kann dur­chaus aus­re­ichend sein, um einen Mitar­beit­er in die Lage zu ver­set­zen, diese Inspek­tion durchzuführen.
Die oper­a­tive Inspek­tion wird oft auch als Funk­tions- und Ver­schleißkon­trolle beze­ich­net. Diese Inspek­tion ist genauer als die visuelle Inspek­tion und dient zur Über­prü­fung des Betriebs und der Sta­bil­ität des Gerätes. Wichtig sind hier­bei alle Ver­schleißpunk­te und vom Her­s­tel-ler vorgegebene, beson­ders zu beach­t­ende Punk­te. Dies set­zt einen anderen Wis­sens­stand als bei der visuellen Inspek­tion voraus.
Allerd­ings kön­nen Mitar­beit­er durch Schu­lung für bei­de Inspek­tion­sarten aus­re­ichend aus­ge­bildet wer­den, um die Auf­gaben eigen­ver­ant­wortlich durch­führen zu kön­nen. Anders sieht dies bei der jährlichen Hauptin­spek­tion aus.
Die jährliche Hauptin­spek­tion dient zur Fest­stel­lung des all­ge­mein betrieb­ssicheren Zus­tands des Spielplatzgerätes wie auch der Fun­da­mente und des (stoßdämpfend­en) Spielplatz­bo­dens. Hier zu beacht­en sind typ­is­cher­weise Wit­terung­se­in­flüsse, Ver­rot­tung oder Kor­ro­sion zum Beispiel bei erd­berühren­den Bauteilen sowie jegliche Verän­derung der Gerätekon­struk­tion und Sicher­heit auf Grund von durchge­führten Repara­turen oder zusät­zlich einge­baut­en oder erset­zten Anla­gen­teilen. Diese Inspek­tion darf nur von Sachkundi­gen unter Ein­hal­tung der Vor­gaben der Norm wie auch der Her­stellerun­ter­la­gen durchge-führt wer­den. Um diese Sachkunde erlan-gen zu kön­nen, ist in der Regel eine Aus­bil­dung nötig. Eine gute Möglichkeit stellt die Aus­bil­dung zum „Qual­i­fizierten Spielplatzprüfer nach DIN SPEC 79 161“ dar, da hier die Aus­bil­dungsin­halte deutsch­landweit ein­heitlich geregelt wur­den um ein Min­dest­maß an Qual­ität und Wis­sen sicherzustellen.
Es gilt, Gefahren, wie sie sich aus morschen Holzteilen, geborste­nen Stahlträ-gern, kor­rodierten Met­all­teilen oder durch fehlen­den oder man­gel­haften Fallschutz ergeben kön­nen zu ver­mei­den. Denn grund­sät­zlich dür­fen Eltern und Betreiber darauf ver­trauen, dass sich auf einem gut gewarteten Spielplatz kaum schwere Unfälle ereignen.
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