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Sprink­ler­an­lage wird sofort aktiv

Interview
Sprink­ler­an­lage wird sofort aktiv

Foto von einem Brand im , bei dem im Mai 2014 drei Menschen starben. Foto: © bvfa
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Sprink­ler­an­la­gen in Senioren- und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen könn­ten das Ausbrei­ten von Brän­den verhin­dern, darauf weist der bvfa – Bundes­ver­band Tech­ni­scher Brand­schutz e.V. hin. bvfa-Geschäftsführer Dr. Wolf­ram Krause erklärt im Inter­view mit Sicher­heits­be­auf­trag­ter, dass neue kleine Sprink­ler­an­la­gen sehr kosten­güns­tig sind und ihr Einsatz an Orten unver­zicht­bar ist, wo schnelle Evaku­ie­rung und Brand­be­kämp­fung nicht gewähr­leis­tet werden kann.

Herr Dr. Krause, welche Vorur­teile bestehen gegen­über Sprink­ler­an­la­gen, und wie kann man sie wider­le­gen?

Dr. Krause: Wir haben einmal eine Über­sicht der zehn popu­lärs­ten Irrtü­mer über Sprink­ler­an­la­gen verfasst und diese auch wider­legt. Zu lesen ist sie auf unse­rer Home­page www.bvfa.de. Tatsa­che ist, dass Sprink­ler­an­la­gen seit über 100 Jahren für siche­ren Brand­schutz sorgen und das Rück­grat des siche­ren betrieb­li­chen Brand­schut­zes darstel­len.
Wie aufwän­dig ist der Einbau einer voll­au­to­ma­ti­schen Sprink­ler­an­lage?
Dr. Krause: Diese Frage lässt sich pauschal nicht beant­wor­ten: eine Sprink­ler­an­lage ist stets maßge­schnei­dert und auf das jewei­lige Brand­ri­siko ange­passt. Es ist sicher aufwän­di­ger, Sprink­ler­an­la­gen nach­träg­lich einzu­bauen, als diese von Beginn an in die Planung des Gebäu­des mit einzu­be­zie­hen. Sprink­ler­an­la­gen in Indus­trie­an­la­gen zur Siche­rung der Produk­tion sind erheb­lich umfang­rei­cher und teurer als eine Sprink­ler­an­lage, die in einem Alten- und Pfle­ge­heim einge­setzt wird. Diese neuar­ti­gen klei­nen Sprink­ler­an­la­gen werden auf Basis einer ganz aktu­el­len VdS-Richtlinie sehr einfach und kosten­güns­tig konzi­piert. Dabei bewe­gen wir uns kosten­mä­ßig in der Größen­ord­nung einer hoch­wer­ti­gen Brand­mel­de­an­lage. Der Unter­schied zur Brand­mel­de­an­lage ist aber, dass die Sprink­ler­an­lage neben der Tatsa­che, dass die Feuer­wehr auto­ma­tisch geru­fen wird, auch sofort aktiv wird und auto­ma­tisch den Lösch­vor­gang einlei­tet. Dieser Zeit­vor­teil ist das entschei­dende Plus – denn auch bei sofor­ti­gem Ausrü­cken der Feuer­wehr entschei­det die Brand­be­kämp­fung in der Entste­hungs­phase sehr oft darüber, ob eine Kata­stro­phe verhin­dert werden kann oder nicht.
Welches sind, außer dem Fehlen von Sprink­ler­an­la­gen, weitere Brand­schutz­män­gel in Senioren- und Pflegeeinrich-tungen?
Dr. Krause: In erster Linie zu nennen ist die Knapp­heit an Perso­nal; gerade zur Nacht­zeit und an den Wochen­en­den sind in vielen Alten- und Pfle­ge­hei­men zu wenig Pfle­ge­kräfte anwe­send, um im Brand­fall den Bewoh­nern schnell und effek­tiv helfen zu können. Die Pfle­ge­kräfte werden natür­lich auch benö­tigt, um vorhan­dene trag­bare Feuer­lö­scher einzusetz-en: Auch wenn diese in den meis­ten Alten-und Pfle­ge­hei­men vorhan­den sein dürf­ten, werden sie zu wenig einge­setzt. Denn: Im Brand­falle muss – zurecht – zuerst die Evaku­ie­rung der Bewoh­ner orga­ni­siert werden, bevor die Brand­be­kämp­fung durch das Pfle­ge­per­so­nal in Angriff genom­men werden kann. Auch wenn die Feuer­wehr sofort geru­fen wird, benö­tigt diese doch eine gewisse Zeit, bis sie vor Ort eintrifft und kann dann nicht immer verhin­dern, dass beim Eintref­fen bereits Verletzte zu bekla­gen sind. Bei bett­lä­ge­ri­gen Perso­nen sind mindes­tens zwei Pfle­ger pro Person erfor­der­lich, um den Pati­en­ten sicher ins Freie brin­gen zu können. Es liegt auf der Hand, dass bei einer größe­ren Anzahl solcher Pati­en­ten sehr schnell eine sichere Evaku­ie­rung aller Perso­nen illu­so­risch ist.
Gerade auch deshalb ist eine Sprink­ler­an­lage, die voll­au­to­ma­tisch unmit­tel­bar nach Brand­ent­ste­hung reagiert, im Grun-de unver­zicht­bar.
Die popu­lärs­ten Märchen über Sprink­ler­an­la­gen und warum sie falsch sind stehen unter: www.bvfa.de/de/41/stationaere-loeschtechnik/wasser-loeschanlagen/
sprinkleranlagen/
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