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So schmeckt es allen

Betriebs­kü­che

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Das Geschirr stapelt sich im Spül­be­cken, der Kaffee verduns­tet schon seit Stun­den in der Kaffee­ma­schine. Und dann ist Feier­abend und alle sind weg und am nächs­ten Morgen sieht es noch genauso aus wie am Vortag. Doch Betriebs­kü­che geht auch anders.

Johan­nes H. räumt morgens als Erstes die Geschirr­spül­ma­schine aus. Seine Kolle­gin Nina P. hatte sie am Vortag fertig einge­räumt und laufen lassen. Neben­bei kocht Johan­nes Kaffee, füllt ihn in zwei Ther­mos­kan­nen und säubert die Kaffee­ma­schine. Auf dem Tisch steht ein Korb mit frischem Obst und drei Flaschen Mine­ral­was­ser. Die Küche ist ein belieb­ter Treff­punkt bei den Mitar­bei­tern, ob morgens für ein Täss­chen Kaffee, über Mittag oder auch einmal zwischen­durch für eine kurze Pause.

Wie aus einem Sorgen­kind …

Das war nicht immer so. Die Küche, in der acht Perso­nen am Tisch sitzen können und die für die knapp 20 Mitar­bei­ter im Betrieb einge­rich­tet wurde, war lange Zeit trost­los und verwahr­lost. Im Kühl­schrank gammelte Wurst­sa­lat vor sich hin, der Raum war wenig einla­dend gestal­tet und mit vielen unnö­ti­gen Dingen voll­ge­stellt. Hier hielt sich kaum jemand auf. Und darum kümmern wollte sich erst recht niemand.

… ein Wohl­fühlort für alle wird

Das änderte sich nach einer Mitar­bei­ter­be­fra­gung. Dabei ging es darum, wie wich­tig den Mitar­bei­tern die Betriebs­kü­che ist, wofür sie sie nutzen wollen und wie sie ausge­stat­tet sein könnte. Es wurde auch um Ideen zur Orga­ni­sa­tion gebe­ten. Nach der Auswer­tung der Befra­gung ging es an die Planung und Umge­stal­tung. Zunächst wurde die Küche entrüm­pelt und komplett leer geräumt. Die Wände wurden frisch gestri­chen. Es wurden Bilder aufge­hängt – und zwar Fotos, die die Mitar­bei­ter bei einem Foto­wett­be­werb zum Thema „Essen und Trin­ken“ einge­reicht hatten.

Nicht immer alles wegwer­fen

Das Sammel­su­rium an Geschirr, Gläsern und Besteck wurde aussor­tiert. Was noch gut war, wurde im Kauf­haus für Bedürf­tige abge­ge­ben. Eine zweite Kaffee­ma­schine, die mona­te­lang im Unter­schrank rumge­stan­den hatte, wurde eben­falls als Spende wegge­ge­ben. Dadurch gab es mehr Stau­raum. Für die Betriebs­kü­che wurden neues weißes Geschirr, Gläser und Besteck gekauft. Die Elek­tro­ge­räte wurden vom Fach­mann über­prüft und konn­ten alle weiter­ver­wen­det werden.

Genuss- und lehr­rei­cher Start

Zur Einwei­hung der neuen Betriebs­kü­che spen­dierte die Geschäfts­lei­tung Kaffee, Getränke, einen Obst­korb und einige andere Lecke­reien. Doch es wurde nicht nur gefei­ert. Zur Inbe­trieb­nahme der neuen Küche fand direkt eine Schu­lung statt. Thema der durch­aus unter­halt­sa­men und genuss­rei­chen Stunde war: „Was steht im Kühl­schrank wo am besten?“ Außer­dem gab es ein klei­nes Quiz zur Küchen­hy­giene. Zu gewin­nen waren wieder­ver­wend­bare, spül­ma­schi­nen­feste Lunch­tü­ten und hoch­wer­tige Haut- und Hand­pfle­ge­sets.

Jeder über­nimmt Verant­wor­tung

Damit in der Küche jeden Tag Ordnung und Sauber­keit herrscht, einig­ten sich die Mitar­bei­ter darauf, einen Küchen­dienst einzu­füh­ren. Jeweils zwei sind für einen Monat für die Küche verant­wort­lich. Die Namen und ein Foto von den beiden hängen gut sicht­bar in der Küche aus. Damit nichts verges­sen wird, gibt es eine Check­liste.

Einfa­che Regeln für ein gutes Mitein­an­der

Auf einem der preis­ge­krön­ten Fotos an der Wand sind die Grund­re­geln für die Küchen­nut­zung abge­druckt:

  • Jeder ist für die Sauber­keit verant­wort­lich.
  • Jeder isst und trinkt nur das, was ihm gehört.
  • Jeder entsorgt seinen Abfall.
  • Der Kühl­schrank ist für alle da.

Dann gibt es noch Hinweise, die genau dort hängen, wo sie zum Einsatz kommen. Am Müll­ei­mer steht zum Beispiel: „Essens­reste bitte in die kleine grüne Tonne werfen.“ An der Mikro­welle hängt der Hinweis: „Zum Erwär­men der Spei­sen bitte eine Abdeck­haube (liegt auf der Mikro­welle) benut­zen. Haube zum Reini­gen in die Spül­ma­schine geben.“ Und an der Kaffee­ma­schine steht: „Eine Kanne Kaffee = acht gestri­chene Löffel Kaffee­pul­ver.“

Für „Probleme“, die immer wieder einmal auftre­ten, wurden kurze, unmit­tel­bar verständ­li­che Lösun­gen formu­liert und darge­stellt. So entstan­den „Erste-Hilfe-Pläne“, anschau­lich mit Fotos verse­hen und lami­niert. Auf einem ist zum Beispiel darge­stellt, wie und wo Klar­spü­ler und Salz in der Geschirr­spül­ma­schine nach­ge­füllt werden müss­sen.

Mit Sicher­heit noch besser

Damit es in der Betriebs­kü­che sicher und gesund zugeht, sollte zudem Folgen­des beach­tet werden:

  • Stel­len Sie in der Küche Schutz­hand­schuhe, Händ­e­des­in­fek­ti­ons­mit­tel sowie Hautschutz- und Haut­pfle­ge­mit­tel zur Verfü­gung.
  • Führen Sie mindes­tens einmal im Jahr eine Unter­wei­sung zur Betriebs­kü­che durch,
  • zum Beispiel zum Umgang mit Küchen­ma­schi­nen und Arbeits­mit­teln,
  • zum umwelt­scho­nen­den Reini­gen und Entkal­ken, zur Hygiene oder
  • zur Aufbe­wah­rung und Lage­rung von Lebens­mit­teln.

Die Schu­lung sollte auch einen prak­ti­schen Teil beinhal­ten, dann bleibt das Gelernte besser hängen und das Lernen macht mehr Spaß.

  • Achten Sie beim Kauf von Küchen­mes­sern darauf, dass diese einen Sicher­heits­griff haben.
  • Nutzen Sie Schub­la­den­ein­tei­lun­gen oder Messer­blö­cke, um spitze Messer und Gabeln sicher aufzu­be­wah­ren.
  • Über­prü­fen Sie regel­mä­ßig, dass die Küchen­ma­schi­nen und ‑geräte dem Stand der Tech­nik entspre­chen und keine Mängel haben. Hinweis: Gemäß der Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nung (Betr­SichV) müssen orts­ver­än­der­li­che elek­tri­sche Betriebs­mit­tel wie zum Beispiel Kaffee­ma­schi­nen oder Wasser­ko­cher alle zwei Jahre von einer Elek­tro­fach­kraft oder elek­tro­tech­nisch unter­wie­se­nen Person über­prüft werden.

Ordnung und Hygiene

In Sachen Ordnung und Hygiene ist Folgen­des zu empfeh­len:

  • Für die Küchen­hy­giene ist kaum etwas gefähr­li­cher als modernde Schwämme und schmud­de­lige Hand­tü­cher. Sorgen Sie deshalb dafür, dass immer genug saubere Lappen, Hand­tü­cher, Bürs­ten und Schwämme vorrä­tig sind. So können diese regel­mä­ßig oder bei Bedarf ausge­wech­selt werden. Klären Sie auch, wer die Geschirr- und Hand­tü­cher wäscht.
  • Stel­len Sie für die Müll­tren­nung einfach zu hand­ha­bende und ausrei­chend große Behäl­ter auf. Hygie­nisch sind zum Beispiel Müll­ei­mer, die mit dem Fuß geöff­net werden können. Legen Sie verbind­lich fest, wer den Küchen­müll entsorgt.
  • Beschrif­ten Sie die Schrank­tü­ren. Das erleich­tert das rich­tige Einsor­tie­ren und erspart die Suche­rei. Eine origi­nelle Alter­na­tive statt Wort­lis­ten sind Tattoos, die die Gegen­stände hinter den Türen abbil­den.
  • Orga­ni­sie­ren Sie auch die nicht tägli­chen, aber wieder­keh­ren­den Aufga­ben wie das Entkal­ken der Kaffee­ma­schine und des Wasser­ko­chers oder das Reini­gen der Mikro­welle, des Back­ofens und des Kühl­schranks.

Weiter­füh­rende Infor­ma­tio­nen

gibt es im Inter­net …

  • bei den Küchen­tipps „Den Kühl­schrank rich­tig einräu­men“ des Minis­te­ri­ums für Länd­li­chen Raum und Verbrau­cher­schutz Baden-Württemberg (MLR) unter www.ernaehrung-bw.info Küchen­tipps
  • in der Rubrik „Gesund im Betrieb“ bei der Berufs­ge­nos­sen­schaft für Gesund­heits­dienst und Wohl­fahrts­pflege (BGW) unter www.bgw-online.de (Such­be­griff Lebensmittelhygiene/Infektionsrisiko)
  • im Beitrag „Rich­ti­ger Umgang schützt vor Lebens­mit­tel­in­fek­tio­nen“ auf dem Inter­net­por­tal zum Infek­ti­ons­schutz der Bundes­zen­trale für gesund­heit­li­che Aufklä­rung (BZgA) unter www.infektionsschutz.de Hygie­ne­tipps Küchen- und Lebens­mit­tel­hy­giene

Check­liste für den Küchen­dienst

Das ist jeden Tag zu erle­di­gen …

… jeweils morgens:

  • Geschirr­spül­ma­schine ausräu­men.
  • Alle Uten­si­lien, die auf der Abla­ge­flä­che liegen, aufräu­men.
  • Kaffee und Tee kochen und in die Ther­mos­kan­nen umfül­len.
  • Kaffee- und Teema­schine sauber wischen.

… jeweils vor Feier­abend:

  • Geschirr­spül­ma­schine laufen lassen.
  • Bei Bedarf Müll entsor­gen und Müll­beu­tel erneu­ern.
  • Kontrol­lie­ren, ob alle Geräte ausge­schal­tet sind.

Das ist in der ersten Woche pro Monat zu machen:

  • Wasser­ko­cher und Kaffee­ma­schine entkal­ken.
  • Bestände kontrol­lie­ren: zum Beispiel Geschirr­spült­abs, Klar­spü­ler, Seife, Küchen­pa­pier.

Das ist bei Bedarf zu erle­di­gen:

  • Spül­tü­cher, Schwämme, Geschirr­hand­tü­cher und Hand­tü­cher wech­seln.
  • Klar­spü­ler und Salz im Geschirr­spü­ler nach­fül­len.

Autorin: Bettina Brucker

Fach­jour­na­lis­tin

Foto: privat

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