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Pflegende Angehörige

Den Helfern helfen

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Viele Pflegebedürftige werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Foto: © Peter Maszlen - stock.adobe.com
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Pflege von kran­ken und alten Menschen ist eine gesell­schaft­lich wich­tige Aufgabe, die auch persön­lich erfül­lend sein kann. Aber: Wer dies macht und zusätz­lich noch seinen Beruf ausübt, ist sehr gefor­dert. Es gibt aller­dings verschie­dene Möglich­kei­ten der Unter­stüt­zung und Entlas­tung. Sicher­heits­be­auf­tragte können betrof­fene Kolle­gen darauf hinwei­sen.

Verena Manek

Viele der pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen sind zwischen fünf­zig und sech­zig Jahre alt. Nicht wenige gehen neben der Pflege noch einem Beruf nach. Entwe­der weil sie auf das Geld nicht verzich­ten können und/oder weil sie ihren Beruf einfach gerne ausüben. Aber auch dann kann die doppelte Belas­tung durch Pflege und Berufs­tä­tig­keit an den Kräf­ten zehren. Wenn Ihnen als Sicher­heits­be­auf­tragte oder -beauf­trag­ter dies bei betrof­fe­nen Kolle­gen auffällt, können Sie sie unter­stüt­zen, zum Beispiel Tipps geben, wo sie sich infor­mie­ren können.

Wich­tig darüber zu spre­chen

Unter­stüt­zung bedeu­tet auch, das Thema nicht zu verschwei­gen, sondern mit pfle­gen­den Kolle­gin­nen und Kolle­gen über ihre Situa­tion zu spre­chen. Das ist gerade deshalb wich­tig, weil Pflege von alten und kran­ken Menschen in unse­rer Leis­tungs­ge­sell­schaft noch immer nicht beson­ders wert­ge­schätzt wird – auch wenn das Thema mitt­ler­weile in der Öffent­lich­keit mehr Beach­tung bekommt als früher. Manch­mal leiden Pfle­gende außer­dem unter sozia­ler Isola­tion, da einfach die Zeit fehlt, Kontakte zu Freun­den und Bekann­ten aufrecht­zu­er­hal­ten.

Ein weite­rer Aspekt: Es ist nicht für jeden leicht, damit umzu­ge­hen, dass es dem zu Pfle­gen­den ja nicht besser geht, sondern eher mit der Zeit schlech­ter. Umso wich­ti­ger ist es, über Probleme spre­chen zu können. Natür­lich geht das mit Kolle­gen nicht immer oder nur in begrenz­tem Maße, eine Selbst­hil­fe­gruppe pfle­gen­der Ange­hö­ri­ger oder auch Bera­tung per Inter­net oder Tele­fon kann noch ziel­ge­rich­te­ter wirken. (siehe Kasten).

Recht­zei­tig Hilfe holen

Mitt­ler­weile gibt es außer­dem viel­fäl­tige Infor­ma­tio­nen für pfle­gende Ange­hö­rige. Und seit dem 1. Januar 2016 hat jeder Betrof­fene einen Anspruch auf eine indi­vi­du­elle Fall­be­glei­tung und Pfle­ge­be­ra­tung durch seine Pfle­ge­kasse oder bei einem der soge­nann­ten Pfle­ge­stütz­punkte, die es in vielen Städ­ten gibt. Die Pfle­ge­kas­sen bieten übri­gens auch unent­gelt­li­che Pfle­ge­kurse für pfle­gende Ange­hö­rige an. Darin werden nicht nur fach­li­che Infor­ma­tio­nen und Bera­tung gebo­ten, sondern auch die Möglich­keit, sich mit ande­ren pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen auszu­tau­schen. Ehe Pfle­gende ausge­brannt sind und selber ernst­haft krank werden, soll­ten sie sich Hilfe holen. Denn: Nur wenn es ihnen selber gut geht, können sie auch die oder den zu Pfle­gen­den gut versor­gen.

Pflege und Beruf besser verein­ba­ren

Gegen­über dem Arbeit­ge­ber auf die Situa­tion hinzu­wei­sen, ist auf jeden Fall sinn­voll, denn dann können hinsicht­lich der Arbeit gemein­sam Lösun­gen gefun­den werden. Von recht­li­cher Seite ist folgen­des möglich:

  • Oft treten Pfle­ge­si­tua­tio­nen plötz­lich ein. Wird eine Person akut pfle­ge­be­dürf­tig, darf ein Ange­hö­ri­ger bis zu zehn Tage der Arbeit fern­blei­ben, um die Pflege für den Pfle­ge­be­dürf­ti­gen zu orga­ni­sie­ren. Der Schutz in der Kranken‐, Pflege‐, Renten‐ und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung bleibt bestehen. Außer­dem können Beschäf­tigte für diese Zeit ein Pfle­ge­un­ter­stüt­zungs­geld in Anspruch nehmen.
  • Für bis zu sechs Monate können sich Beschäf­tigte im Rahmen der Pfle­ge­zeit in Betrie­ben mit mehr als 15 Ange­stell­ten frei­stel­len lassen, um einen minder­jäh­ri­gen pfle­ge­be­dürf­ten nahen Ange­hö­ri­gen zu betreuen oder einen nahen Ange­hö­ri­gen in der letz­ten Lebens­phase zu beglei­ten. Es besteht auch die Möglich­keit einer teil­wei­sen Frei­stel­lung.
  • Außer­dem haben Beschäf­tigte einen Rechts­an­spruch auf Fami­li­en­pfle­ge­zeit, aller­dings nur gegen­über Arbeit­ge­bern mit mehr als 25 Beschäf­tig­ten. Das bedeu­tet, sie können sich für bis zu zwei Jahre, bei einer Mindest­ar­beits­zeit von 15 Wochen­stun­den im Durch­schnitt eines Jahres, teil­weise für die Pflege in häus­li­cher Umge­bung eines pfle­ge­be­dürf­ti­gen nahen Ange­hö­ri­gen frei­stel­len lassen. Wich­tig ist es, die Abwe­sen­hei­ten recht­zei­tig mit dem Arbeit­ge­ber abzu­spre­chen. Bei der Fami­li­en­pfle­ge­zeit muss dies mindes­tens acht Wochen vorher gesche­hen.

Auszeit von der Pflege zu Hause

Soweit die Möglich­kei­ten im Betrieb. Aber auch für die Pflege gibt es entlas­tende Ange­bote. Zum einen ist grund­sätz­lich die teil­weise oder voll­stän­dige Pflege durch einen ambu­lan­ten Dienst, der nach Hause kommt, möglich. Pfle­gen­den, die tags­über zur Arbeit müssen, hilft auch die soge­nannte Tages­pflege, bei der zu Pfle­gende tags­über in einer Einrich­tung betreut werden.

Einmal eine Auszeit zu nehmen und sich zu erho­len, ist für pfle­gende Ange­hö­rige beson­ders wich­tig. Für diesen Fall haben Pfle­ge­be­dürf­tige einen Anspruch auf Ersatz­pflege, die soge­nannte Kurz­zeit­pflege, wenn die Pfle­ge­per­son in Urlaub geht. Dabei kann der Pfle­ge­be­dürf­tige bis zu 28 Tage im Jahr voll­sta­tio­när in einem Alten‐ und Pfle­ge­heim unter­ge­bracht werden.

Die soge­nannte Verhin­de­rungs­pflege wird oft bei kürze­ren Abwe­sen­hei­ten des Pfle­gen­den in Anspruch genom­men. Sie umfasst entwe­der eine Pfle­ge­ver­tre­tung durch einen ambu­lan­ten Dienst in der häus­li­chen Umge­bung oder eine statio­näre Kurz­zeit­pflege in einem Alten‐ und Pfle­ge­heim.


Pflege oft zu Hause

Fast drei Vier­tel (2,08 Millio­nen) aller Pfle­ge­be­dürf­ti­gen werden zu Hause versorgt, davon 1,38 Millio­nen in der Regel allein durch Ange­hö­rige. Diese Zahlen nennt das Bundes­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rium.


Hier kann man sich infor­mie­ren

  • www.beim-pflegen-gesund-bleiben.de – die Seite der Unfall­kasse NRW
    bietet umfas­sende Infor­ma­tio­nen rund um das Thema Pflege.
  • www.das-sichere-haus.de – die Seite der Aktion Das Sichere Haus (DSH) bietet im Bereich „Pfle­gende Ange­hö­rige“ Tipps, Filme und eine Zeit­schrift zum Down­load.
  • www.wege-zur-pflege.de – ist das Inter­net­por­tal des Bundes­mi­nis­te­ri­ums für Fami­lie, Senio­ren, Frauen und Jugend zum Thema Pflege. Betrof­fene können auch beim Service‐Telefon des Minis­te­ri­ums anru­fen unter der
    Tele­fon­num­mer 030 20179131

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