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Nachgefragt bei: Gregor Meyle

Nachgefragt
Gregor Meyle

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Sein Tal­ent wurde vor allem durch die Teil­nahme an ver­schiede­nen Fernsehshows bekan­nt: Spätestens seit „Sing meinen Song – Das Tauschkonz­ert“ hat der Musik­er und Kom­pon­ist Gre­gor Meyle einen Namen und eine Fange­meinde. Für Auf­se­hen sorgten zulet­zt seine Auftritte bei der Show „The Masked Singer“: Erst beim großen Finale wurde ver­rat­en, dass er im Drachenkostüm steck­te – und ihn eine Covid-19-Erkrankung beina­he um den drit­ten Platz gebracht hätte. Doch nicht erst jet­zt legt Gre­gor Meyle Wert auf die Gesund­heit. Er achtet vor allem auf sein Gehör und engagiert sich darüber hin­aus für die „Hear the World Foundation“.

Herr Meyle, Sie zählen zu den Botschaftern der „Hear the World Foun­da­tion“. Wie sind Sie auf die gemein­nützige Schweiz­er Stiftung aufmerk­sam gewor­den, die weltweit Pro­jek­te zugun­sten von bedürfti­gen Men­schen mit Hörver­lust unterstützt?

Sie haben mich vor mehreren Jahren ange­sprochen und ich fand das Pro­jekt gle­ich toll. Vor allem kann ich mich als Musik­er mit dem ein­brin­gen, was ich am lieb­sten mache – Musik. Ich kann Kindern dabei helfen, wieder in eine „nor­male“ Welt einzutreten. Es hat mich auch als Men­sch noch mehr in das Bewusst­sein gebracht, wie wichtig Gesund­heit ist. Ich finde es schlimm, dass Kinder, die unter Hörver­lust lei­den, so behan­delt wer­den, als ob sie zurück­ge­blieben wären. In Entwick­lungslän­dern bedeutet das dann, dass sie nicht diesel­ben Chan­cen bekom­men, obwohl das Poten­zial vorhan­den ist.

Als Botschafter für bewusstes Hören machen Sie auf die Bedeu­tung und die Ver­let­zlichkeit des Gehörs aufmerk­sam. Schützen Sie selb­st auch Ihre Ohren?

Zum Glück höre ich noch gut, obwohl ich schon viel Laut­stärke aus­ge­set­zt war.

Meine Ohren sind mein wichtig­stes Werkzeug und dafür habe ich den meis­ten Respekt. Sie sind mein Mess­gerät für alles. Für Stu­dioar­beit braucht man zum Beispiel ein sehr gutes Gehör.

Wenn ich viele Konz­erte spiele, bin ich natür­lich großen Laut­stärken aus­ge­set­zt und durch das Touren in ein­er gewis­sen Stress­si­t­u­a­tion. Da bin ich sehr vor­sichtig und gönne mir auch Auszeit­en, in denen ich gar keine Musik um mich habe oder zumin­d­est keine laute. Auch genü­gend Schlaf und eine gute Ernährung mit vie­len Vit­a­mi­nen ist wichtig.

Als Bal­laden­sänger sind Sie eher ein Musik­er der leisen Töne. Wenn Sie bei Ihren Live-Konz­erten „die Bühne rock­en“, geht das aber auch nur mit ein­er gewis­sen Laut­stärke. Wie verträgt sich das mit Ihrem Anspruch?

Die Luft muss in Schwingung kom­men, um die Leute zu bewe­gen. Das ist so. Aber das ist ein großer Unter­schied zur Penetration.

Wir haben das Glück, dass wir auch in die Stille rein­spie­len kön­nen. Zum Beispiel auf Open Airs – wenn wir ruhige Songs spie­len, sind die Leute auch ruhig. Wir haben da ein anspruchsvolles Pub­likum. Hät­ten die Leute durch Unter­hal­tun­gen bere­its einen gewis­sen Laut­stärkepegel, musst du ver­suchen, da drüber zu kom­men. Aber wenn wir es schaf­fen, die Aufmerk­samkeit des Pub­likums zu kriegen, dann kön­nen wir ganz entspan­nt sehr ruhige Songs spie­len. Auf unseren Konz­erten gibt’s nur cir­ca eine halbe Stunde auch lautere Sachen. Wir haben ja auch viele Kinder auf den Konz­erten. Deshalb acht­en wir sehr darauf, dass die Laut­stärken passen.

Lärmempfind­en hat auch eine sub­jek­tive Kom­po­nente: Manche Men­schen sind beson­ders geräuschempfind­lich, andere fürcht­en eher die Stille. Was sind für Sie per­sön­lich unan­genehme Geräusche und was ist – im über­tra­ge­nen Sinn – Musik für Ihre Ohren?

Für mich sind unan­genehme Geräusche, weil sie mich bere­its seit meinem 15. Leben­s­jahr ver­fol­gen, Brum­mgeräusche. Also, so ein Masse­brum­men, dass man sowohl beim Live spie­len als auch im Stu­dio haben kann. Das finde ich ganz schlimm, weil man immer auf der Suche ist, wo das herkommt, und was da kaputt ist, weil da meist ein Strom fließt, der da nicht fließen soll. Mein Leben lang ver­suche ich bere­its, dieses Brum­men auszumerzen, und hab da lustige Geräte für, auch bei mir im Stu­dio. Trotz­dem taucht das immer wieder auf.

Musik in meinen Ohren ist ein Kinder­lachen, Kom­mu­nika­tion, Geschicht­en, die Men­schen erzählen und natür­lich Musik. Ich bin ein sehr har­moniebedürftiger Men­sch und ver­suche das in meinem Umfeld an den Start zu bekom­men. Und über Musik, nicht unbe­d­ingt nur den Text, kann ich mich auch gut in schöne Sit­u­a­tio­nen katapultieren.


Steckbrief

  • geboren 1978 in Backnang
  • Musik­er, Kom­pon­ist, Song­writer und aus­ge­bilde­ter Tontechniker
  • bekam mit vier Jahren seine erste Gitarre
  • hat­te mit fünf Jahren seinen ersten Bühnenauftritt
  • grün­dete mit 16 seine erste eigene Band „Crack Fabian“
  • veröf­fentlichte bis­lang sechs Studioalben
  • erhielt 2014 den Deutschen Fernseh­preis und 2015 einen Echo für sein Mitwirken an „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“
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