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Hygiene am Arbeitsplatz: Tastatur und Co. sauber halten

Hygiene am Arbeitsplatz
Tastatur und Co. sauber halten

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Kle­brige Tas­taturen, heißtele­fonierte Head-Sets und war­mge­sessene Sitzpol­ster – der klas­sis­che Büroar­beit­splatz ist ein Paradies für Bak­te­rien – von Hygiene keine Spur. Auf dem durch­schnit­tlichen Schreibtisch lauern sog­ar mehr Keime als auf ein­er Toi­let­ten­brille. Dabei ist es gar nicht schw­er, ein sauberes und hygien­is­ches Arbeit­sum­feld zu schaf­fen – für den eige­nen Wohlfühlfak­tor und ansteck­ungsärmeres Arbeit­en.

Jed­er Men­sch trägt Tausende von Bak­te­rien mit sich herum – um die zwei Kilo. Außen auf der Haut, vor allem auf der Kopfhaut und an den Fin­gerkup­pen, aber auch im Darm bieten wir Mikroor­gan­is­men (Mikroben) einen Leben­sraum. Durch Hautschüp­pchen ver­lieren wir diese unbe­wusst den ganzen Tag über an unsere Umge­bung.

Ins­beson­dere von unseren Schleimhäuten aus gelan­gen Keime durch Hus­ten, Niesen und beim Naseputzen in die Umge­bung. Mit den Hän­den verteilen wir sie eben­falls. Jed­er Men­sch trägt auch Keime von anderen mit sich herum. Die „bekommt“ er an vie­len Stellen. Denken Sie nur an die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmit­teln, das Fes­thal­ten am Hand­lauf von Trep­pen oder das Wech­sel­geld beim Bäck­er auf dem Weg zur Arbeit.

Wo viele Men­schen sind, sind auch viele Keime. Diese sind jedoch nicht immer ein­deutig „gut“ oder „böse“. Keime bere­it­en nur unter bes­timmten Bedin­gun­gen Prob­leme. Zum Beispiel, wenn sie sich zu stark ver­mehren oder wenn unser Kör­p­er geschwächt ist.

Tastatur, Maus, Telefon …

Brötchenkrümel in der Tas­tatur, Make-up-Reste am Tele­fon­hör­er oder kle­brige Türklinken zum Besprechungsraum sind nur einige typ­is­che Beispiele für Orte am Arbeit­platz, an denen sich Keime nach Herzenslust tum­meln und ver­mehren kön­nen.

In ein­er Studie wies Kris­si Hewitt von der San Diego State Uni­ver­si­ty in 90 unter­sucht­en Büros mehr als 500 ver­schiedene Bak­te­rien­gat­tun­gen nach. Die meis­ten davon auf Tele­fo­nen und Stühlen – nachvol­lziehbar, wer­den Hör­er doch gerne mal weit­erg­ere­icht und Stüh­le zum Platznehmen anderen ange­boten. Vor allem der Büros­tuhl bietet Mikroor­gan­is­men dank des über Stun­den war­mge­sesse­nen Sitzpol­sters den per­fek­ten Leben­sraum und eine ver­mehrungs­fre­undliche Tem­per­atur. Nicht so schlimm wie ver­mutet waren übri­gens Tas­taturen und Com­put­er­mäuse vom Keim­be­fall betrof­fen. Ein beson­ders auf­fäl­liges Ergeb­nis der Studie: In Män­ner­büros lebten deut­lich mehr Mikroben. Einen konkreten Grund kon­nten die Forsch­er jedoch nicht nen­nen.

Sauberkeit und Hygiene für gesundes Arbeiten

In vie­len Unternehmen wird im Rah­men von Kaizen oder eines Kon­tinuier­lichen Verbesserung­sprozess­es (KVP) auf Ord­nung und Sauberkeit am Arbeit­splatz geachtet. Beim soge­nan­nten 5S- oder 5A-Sys­tem ist der dritte Schritt die Arbeit­splatzsauberkeit. Für diese ist jed­er Mitar­beit­er selb­st ver­ant­wortlich. Natür­lich gibt es meist Reini­gungskräfte, die jedoch oft aus Daten­schutz­grün­den den eigentlichen Schreibtisch und Arbeit­sun­ten­silien wie Tas­tatur, Maus und Co. bei der Reini­gung aus­lassen. Wer also auf Num­mer sich­er gehen möchte, greift selb­st zum Reini­gungstuch.

Doch was ist beispiel­sweise mit dem Druck­er, der in einem extra Raum unterge­bracht ist und täglich von mehreren Kol­legin­nen und Kol­le­gen genutzt wird. Wer macht das Touch­pad und die Schubladen­griffe für den Papier­nach­schub sauber? Was ist mit den Grif­f­en von Akten­schränken und die für alle zugängliche Büro­ma­te­ri­alschublade? Und die Stifte für Flipchart und White­board – hat die schon jemals jemand gesäu­bert? Für die Büroküche gibt es häu­fig einen Putz­plan – son­stige gemein­sam genutzte Räum­lichkeit­en und Arbeit­suten­silien wer­den jedoch schnell vergessen.

Bürohygiene ansprechen und
beginnen

Wenn Sie jet­zt bewusst den Blick über Ihren Schreibtisch und durch das Büro streifen lassen, ist das schon der erste Schritt zur Besserung.

Sprechen Sie das The­ma Büro­hy­giene offen an, um mit allen Beteiligten eine gemein­same Lösung zu find­en. Denn von ein­er gelebten Hygiene am Arbeit­splatz prof­i­tieren schließlich alle. Für ein angenehmes, sauberes Arbeit­sum­feld und eine pos­i­tive Außen­wirkung ist ein großer Schritt getan, wenn jed­er im Kleinen bei sich selb­st anfängt. Lei­der ist das Hän­de­waschen nach dem Toi­let­ten­gang immer noch nicht selb­stver­ständlich. Dabei reicht nor­males Hän­de­waschen mehrmals am Tag bere­its aus, um die Büro­hy­giene erhe­blich zu verbessern. Hinzu kommt die Reini­gung des Arbeit­splatzes.

Warmes Wasser und etwas Spülmittel

Die eigene Tas­tatur sollte dabei regelmäßig gesäu­bert wer­den. Unter­brechen Sie dafür die Stromzu­fuhr oder nehmen Sie bei kabel­losen Geräten die Bat­te­rien her­aus. Drehen Sie die Tas­tatur um, und schüt­teln Sie den losen Schmutz her­aus. Mit einem fus­sel­freien Putz­tuch, welch­es nur leicht mit warmem Wass­er und eini­gen Tropfen Spülmit­teln ange­feuchtet ist, reini­gen Sie die Ober­fläche. Dies ist meist vol­lkom­men aus­re­ichend. Auf diese Weise kön­nen Sie auch Tele­fon, Com­put­er­maus und Schreibtischober­fläche reini­gen. Und vergessen Sie beim Reini­gen bitte nicht das pri­vate Smart­phone, denn auch hier tum­meln sich Hun­derte von Bak­te­rien, die jeden Tag aufs Neue wieder den Weg an den Arbeit­splatz find­en.

Übri­gens: Der ständi­ge Gebrauch von Desin­fek­tion­s­mit­teln kann zur Resistenz­bil­dung bei Bak­te­rien und zu Kon­tak­tal­lergien bei Anwen­dern führen. Also lieber gründlich säu­bern statt desin­fizieren.


Checkliste: hygienischer Arbeitsplatz

Reini­gen Sie an Ihrem eige­nen Arbeit­splatz regelmäßig mit einem
geeigneten Tuch:

  • Tas­tatur
  • Com­put­er­maus
  • Monitor/Bildschirm
  • Schreibtischober­fläche
  • Telefon/Headset
  • Arbeit­szube­hör wie Locher, Schere, Lin­eal …
  • Schubladengriffe/Schranktürgriffe

Denken Sie auch an einen Plan für die Reini­gung von:

  • Drucker/Kopierer (Touch­pad und Griffe)
  • Stifte für Flipchart/Whiteboard
  • Präsentationsnotebook/Beamer/Pointer zur Auslei­he

Foto: © Nadine Rauß

Autorin: Dr. Dr. Eva Cramer, Fachärztin für Arbeitsmedi­zin und Dipl.-Chemikerin selb­st­ständig als Arbeitsmedi­ziner­in
in eigen­er Prax­is in Mün­ster


„In Män­ner­büros
leben deut­lich mehr Mikroben.“

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