Startseite » Gesundheit »

Herzdruckmassage

Jeder kann Leben retten
Herzdruckmassage

Jeder kann Leben retten
Bei der Herzdruckmassage kniet man sich neben den Bewusstlosen und drückt im Rhythmus des Songs „Stayinʼ alive“. Foto: © benjaminnolte - stock.adobe.com
Anzeige
Erlei­det ein Men­sch einen plöt­zlichen Herzstill­stand, ist seine Über­leben­schance größer, wenn er möglichst schnell eine Herz­druck­mas­sage erhält. Laien soll­ten sofort damit begin­nen und sie so lange fort­set­zen bis der Ret­tungs­di­enst ein­trifft. Dies kann und darf jed­er.

Etwa 40.000 bis 64.000 Men­schen erlei­den pro Jahr in Deutsch­land einen plöt­zlichen Herz­tod, so die die Stiftung Deutsche Anäs­the­si­olo­gie. Die Betrof­fe­nen brechen bewusst­los zusam­men, atmen nicht mehr oder unregelmäßig. Der Grund ist häu­fig ein Kam­mer­flim­mern, durch das das Herz aus dem Takt gerät. Es pumpt kein Blut mehr durch den Kör­p­er, infolgedessen wer­den lebenswichtige Organe, wie das Gehirn, nicht mehr mit Sauer­stoff ver­sorgt.

Jede Minute zählt

Die Stiftung Deutsche Anäs­the­si­olo­gie warnt: Wenn nach einem Herzstill­stand nicht inner­halb von fünf Minuten ein­fache Maß­nah­men – vor allem die Herz­druck­mas­sage – durchge­führt wer­den, dann ist ein Über­leben unwahrschein­lich. Da der Ret­tungs­di­enst fast nie inner­halb von fünf Minuten nach dem Herzstill­stand beim Betrof­fe­nen sein kann, müssen Laien die ersten Minuten mit ein­er Herz­druck­mas­sage über­brück­en. Je früher sie damit begin­nen, umso bess­er. Jed­er, auch wenn er dies nie oder lange nicht mehr geübt hat, kann und darf eine Herz­druck­mas­sage durch­führen. Er kann dabei nichts falsch machen, aber Leben ret­ten.

Bedenken sind unbegründet

In Deutsch­land begin­nen allerd­ings nur rund 40 Prozent der Men­schen, die einen Bewusst­losen find­en, mit der Herz­druck­mas­sage. Die Deutsche Herzs­tiftung sieht einen Grund darin, dass Viele mein­ten, sie müssten zur Herz­druck­mas­sage auch die Atem­spende durch­führen. Aus Angst, Ekel oder aus hygien­is­chen Grün­den täten sie nichts. Dies bedeute für den Not­fall­pa­tien­ten nach weni­gen Minuten den Tod oder schw­er­ste bleibende Hirn­schädi­gun­gen.

Eine Mund-zu-Mund-Beat­mung soll­ten deshalb nur Per­so­n­en anwen­den, die gut aus­ge­bildet sind und die einzel­nen Schritte sich­er beherrschen. Laien soll­ten bis zum Ein­tr­e­f­fen eines Laien-Defib­ril­la­tors (AED) und/oder des Ret­tungs­di­en­stes die alleinige Herz­druck­mas­sage durch­führen.

Die Herzdruckmassage geht so:

1. Prüfen

Prüfen Sie, ob die Per­son wirk­lich bewusst­los ist. Sprechen Sie sie an und fassen oder schüt­teln Sie sie an bei­den Schul­tern. Überzeu­gen Sie sich, ob die Per­son nor­mal atmet. Schnap­pat­mung und Röcheln sind typ­isch für die erste Phase des Herzstill­stands.

2. Rufen

Rufen Sie den Not­di­enst 112, oder bit­ten Sie Umste­hende dies zu tun.

3. Drücken

Begin­nen Sie sofort mit der Herz­druck­mas­sage. Knien Sie sich an eine Seite des Bewusst­losen, leg­en Sie den Hand­ballen auf die Mitte seines Brustko­rbs und set­zen Sie die zweite Hand auf den Han­drück­en der ersten. Drück­en Sie dann mit gestreck­ten Armen das Brust­bein zir­ka fünf bis sechs Zen­time­ter Rich­tung Wirbel­säule. Nach jedem Druck wieder ent­las­ten. Dies sollte etwa 100-mal in der Minute geschehen, das ist etwa im Takt des Songs „Stay­in’ Alive“ der Bee Gees. Hören Sie nicht auf, bis die Ret­tungskräfte ein­tr­e­f­fen.

Nur wenn zwei oder mehr Helfer am Ort sind, kann ein­er einen AED (Automa­tisiert­er Extern­er Defib­ril­la­tor) holen, solange der andere die Herz­druck­mas­sage aus­führt. Ist der AED da, befol­gt man die Anweisun­gen des Sprach­moduls.

Wer eine kün­stliche Beat­mung sich­er beherrscht, kann sie im Wech­sel mit der Herz­druck­mas­sage durch­führen (nach 30 Herz­druck­mas­sagen zwei Beat­mungen).

Ver­e­na Manek


Wie man’s macht

  • Eine Kurzan­leitung für die Herz­druck­mas­sage zum Aus­druck­en und Mit­führen für den Not­fall sowie weit­ere Infor­ma­tio­nen gibt es unter: www.einlebenretten.de
  • Eine Anleitung zur Herz­druck­mas­sage ste­ht auch auf der Seite der Deutschen Herzs­tiftung, www.herzstiftung.de (unter „Erste Hil­fe bei Herz­in­farkt und Herzstill­stand“).
  • Dass sich die Herz­druck­mas­sage in weniger als ein­er Minute erler­nen lässt, zeigt ein Film unter: www.herzstiftung.de/herzdruckmassage-in-55-sek-lernen
  • Ein Fly­er „Was tun im Not­fall?“ zum Ausle­gen in Betrieb, Schule oder Behörde kann kosten­frei bestellt wer­den unter:
    www.herzstiftung.de/herznotfall-set.html

Es könnten Ihre Eltern oder Ihr Partner sein

„Die Wahrschein­lichkeit, dass Sie min­destens ein­mal in Ihrem Leben in die Sit­u­a­tion kom­men, die Über­lebenswahrschein­lichkeit bei einem Men­schen durch diese ein­fachen Maß­nah­men zu vervielfachen, ist sehr hoch. Die Wahrschein­lichkeit, dass Sie dann diesen Men­schen gut ken­nen auch … es kön­nten Ihre Eltern sein, Ihr Lebenspart­ner, Ihr Kind, ein Fre­und oder Ver­wandter.“

(Quelle: Stiftung Deutsche Anäs­the­si­olo­gie)

Anzeige
Gewinnspiel

Newsletter

Jet­zt unseren Newslet­ter abon­nieren

Meistgelesen

Jobs
Sicherheitsbeauftragter
Titelbild Sicherheitsbeauftragter 10
Ausgabe
10.2020
ABO
Sicherheitsingenieur
Titelbild Sicherheitsingenieur 10
Ausgabe
10.2020
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de