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Optimistisch in die Zukunft blicken

Drei Fragen an Kirsten Faust, BAD GmbH
Optimistisch in die Zukunft blicken

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Foto: © contrastwerkstatt - stock.adobe.,com
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Resilienz ist die Fähigkeit, schwierige Lebenssi­t­u­a­tio­nen und Krisen unter Rück­griff auf eigene Ressourcen zu meis­tern, ohne daran seel­isch zu zer­brechen. Kirsten Faust, Team­lei­t­erin Gesund­heits­man­age­ment bei der B·A·D GmbH erk­lärt, wie sich die Wider­stands­fähigkeit trainieren lässt.

Frau Faust, fühlen wir uns immer gle­ich stark?

Unsere psy­chis­che Ver­fas­sung bewegt sich kon­tinuier­lich zwis­chen psy­chis­ch­er Wider­stands­fähigkeit und psy­chis­ch­er Ver­wund­barkeit (Vul­ner­a­bil­ität). Lange Zeit ging die Psy­cholo­gie davon aus, dass Resilienz eine unverän­der­liche Per­sön­lichkeit­seigen­schaft ist, die in jun­gen Jahren weit­ge­hend abgeschlossen ist. Neuere Stu­di­en geben jedoch deut­liche Hin­weise darauf, dass Resilienz keine sta­bile Größe über die Lebenss­panne ist, son­dern im Laufe der Zeit oder in ver­schiede­nen Stress­si­t­u­a­tio­nen unter­schiedlich aus­geprägt sein kann. Eine Förderung von Resilienz ist dem­nach auch im Erwach­se­nenal­ter erfolgversprechend.

Welche Fak­toren bee­in­flussen unsere Belastbarkeit?

Es sind bes­timmte Hal­tun­gen und Fähigkeit­en, die Resilienz aus­machen, soge­nan­nte „Resilien­z­fak­toren“. Zu diesen zählt zum Beispiel Opti­mis­mus. Opti­mis­mus wird als innere Hal­tung ver­standen, auch in schwieri­gen Zeit­en Zuver­sicht auf bessere Tage zu haben.

Ein weit­er­er Fak­tor ist Akzep­tanz. Ger­ade sehr ein­schnei­dende Erleb­nisse, wie zum Beispiel eine chro­nis­che Krankheit, sind oft schw­er zu akzep­tieren. Den­noch zeigen Erfahrun­gen, dass Men­schen, die einen unverän­der­lichen Zus­tand in ihrem Innern annehmen kön­nen, eher seel­isch gesund bleiben als diejeni­gen, die dauer­haft hadern.

Auch Ver­ant­wor­tung zählt dazu. Eine aktive Lebens­gestal­tung, also eine Lebens­gestal­tung, die nicht nur auf das Han­deln und Ver­hal­ten ander­er Men­schen Bezug nimmt und sich nicht als Spiel­ball der anderen sieht, ist ein weit­eres entschei­den­des Merk­mal, das
resiliente Men­schen auszeichnet.

Aufmerk­samkeit für die eige­nen Bedürfnisse ist ein wichtiger Schlüs­sel, um diese auch selb­st zu bee­in­flussen. Selb­stre­flek­tiertes Han­deln steigert deshalb eben­falls die eigene Resilien­zfähigkeit. Eine zukun­fts­gerichtete Sichtweise, die sich nicht an der Ver­gan­gen­heit fes­thält, kann des­gle­ichen eine psy­chis­che Ent­las­tung bewirken. Psy­chisch belas­tend wirkt sich die Ori­en­tierung an der Ver­gan­gen­heit aus, wenn diese Ver­ar­beitungsphase nicht in eine Zukun­ft­sori­en­tierung mün­det. Lösung­sori­en­tierung und tragfähige soziale Beziehun­gen haben eben­falls einen hohen Ein­fluss auf die Belast­barkeit eines Menschen.

Kann man Resilienz trainieren und wenn ja, wie?

Men­schen sind nicht per se resilient oder vul­ner­a­bel. Jed­er Men­sch durch­läuft in seinem Leben mehrere vul­ner­a­ble Phasen, wie zum Beispiel die Pubertät. Resilienz ist keine „starre Größe“, die unverän­der­lich ist wie zum Beispiel das Geschlecht. Unsere psy­chis­che Ver­fas­sung bewegt sich in einem Kon­tin­u­um zwis­chen psy­chis­ch­er Ver­wund­barkeit und psy­chis­ch­er Widerstandsfähigkeit.

Je nach Her­aus­forderung oder Krisen wer­den unter­schiedliche Anforderun­gen an die Resilienz gestellt. Auch sehr resiliente Men­schen sind vor Angst, Trauer oder Erschöp­fung nicht gefeit. Im Ide­al­fall sind sie aber nach der Krise sog­ar ein Stück inner­lich gewachsen.

Der Men­sch benötigt Her­aus­forderun­gen und Krisen, um Resilienz, ähn­lich einem Muskel, zu trainieren. The­o­rie hil­ft hier allerd­ings nur begren­zt. Das gelingt manchen Men­schen leichter, anderen helfen dabei unter­stützende Beratungsange­bote, in denen sie ler­nen, ihre Hal­tun­gen zu reflek­tieren, und ihre psy­chis­che Wider­stands­fähigkeit dadurch auszubauen. Die Erfahrung, dass man es durch eine harte Zeit geschafft hat, ist jedoch uner­lässlich. Sie ist die Quelle für Opti­mis­mus und für ein gesun­des Selb­stver­trauen, die Men­schen am besten durch schwierige Lebensla­gen bringen.

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