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Peer-Counseling – Peer-Unterstützung – Selbsthilfegruppe

Verschiedene Angebote – ein Ziel
Peer-Counseling – Peer-Unterstützung – Selbsthilfegruppe

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Neben der Eins-zu-Eins-Beratung beim Peer-Coun­sel­ing gibt es noch andere Unter­stützungs­for­men für Men­schen, die sich neu ori­en­tieren müssen. Nicht nur die indi­vidu­elle Ansprache, son­dern auch Gemein­schaft­sange­bote kön­nen Betrof­fe­nen helfen.

Bernadett Groß

Peer-Coun­sel­ing, also das Vier-Augen-Gespräch mit einem eben­falls Betrof­fe­nen, ist beson­ders ange­bracht bei uner­warteten, plöt­zlichen oder gravieren­den Verän­derun­gen der Gesund­heit und des Kör­pers. Ob ein Unfall, ein Gewal­tereig­nis oder eine Krankheit im Zusam­men­hang mit der Arbeit oder aber im pri­vat­en Leben dafür die Ursache war, spielt zumeist eine unter­ge­ord­nete Rolle. Ger­ade, wenn man sich nicht mehr als voll­ständi­ger Men­sch fühlt, wie etwa bei ein­er Quer­schnittsläh­mung, bei Ampu­ta­tio­nen oder plöt­zlich­er Blind­heit, und sich ganz neu im All­t­ag zurechtfind­en muss, kön­nen offene Gespräche mit jeman­dem, der das Gle­iche erlebt, durch­lit­ten und schon über­wun­den hat, sehr hil­fre­ich sein.

Infoveranstaltungen zur allgemeinen Orientierung

In anderen Zusam­men­hän­gen gibt es darüber hin­aus auch Gemein­schaftsver­anstal­tun­gen: die Beratung ein­er ganzen Gruppe von Betrof­fe­nen durch Ärzte, Ther­a­peuten und andere Fach­leute unter Ein­beziehung der beson­deren per­sön­lichen Erfahrun­gen von Peers. Beispiel: 30 Betrof­fene tre­f­fen sich zweimal im Jahr mit Peers, wobei es dann etwa um prak­tis­che Hil­fen und den Aus­tausch gemein­samer Erfahrun­gen gehen kann. Oder Selb­sthil­fe­or­gan­i­sa­tio­nen und Kliniken organ­isieren gemein­sam Infor­ma­tionsver­anstal­tun­gen, etwa zum The­ma Kreb­serkrankun­gen. Hier ste­hen weniger intime Fra­gen und per­sön­liche Krisen­si­t­u­a­tio­nen im Vorder­grund, die ver­mit­tel­ten Ein­sicht­en und Ken­nt­nisse geben vor allem Ori­en­tierung und Sicher­heit. Ger­ade bei Krankheit­en, die voran­schre­it­en, kön­nen solche Infor­ma­tionsver­anstal­tun­gen sin­nvoll sein, um die weit­ere Entwick­lung möglichst pos­i­tiv zu bee­in­flussen. Bei der DGUV gibt es zum Beispiel bei Asbestose-Erkrankun­gen Infor­ma­tionsver­anstal­tun­gen für Betrof­fene und Ange­hörige, an denen auch Peers aktiv beteiligt sind.

Austausch in Selbsthilfegruppen

Einen kon­tinuier­lichen Aus­tausch ermöglichen Selb­sthil­fe­grup­pen. Dabei han­delt es sich um Grup­pen, in denen sich Betrof­fene meist regelmäßig tre­f­fen, miteinan­der aus­tauschen, Erfahrun­gen und Wis­sen teilen und sich gegen­seit­ig bestärken. Anders als die Peer-Beratung sind Selb­sthil­fe­grup­pen auf Regelmäßigkeit, Kon­ti­nu­ität und Dauer angelegt. Jede Selb­sthil­fe­gruppe bes­timmt dabei ihre Organ­i­sa­tions­form und ihr Vorge­hen selb­st. Selb­sthil­fe­grup­pen gibt es zu den ver­schieden­sten medi­zinis­chen Indika­tio­nen und Lebensla­gen. Auch viele Peers sind in Selb­sthil­fe­grup­pen und ‑organ­i­sa­tio­nen beheimatet.


Weitere Informationen

  • Weit­ere Infor­ma­tio­nen zu Selb­sthil­fe­grup­pen bietet die Nationale Kon­takt- und Infor­ma­tion­sstelle zur Anre­gung und Unter­stützung von Selb­sthil­fe­grup­pen, kurz NAKOS, auf ihrer Home­page www.nakos.de
  • Über das Ange­bot des Peer-Coun­sel­ing beziehungsweise der Peer-Unter­stützung der DGUV informieren die BG-Kliniken und die Reha-Man­ag­er der Unfallversicherungsträger.

Peer-Counseling

Der Begriff Peer-Coun­sel­ing stammt aus dem Englis­chen und meint ein Gespräch mit einem Betrof­fe­nen auf Augen­höhe. Ein Peer ist eine gle­ichgestellte Per­son, Coun­sel­ing bedeutet Beratung.

  • Die Ini­tia­tive „PiK – Peers im Kranken­haus“ basiert auf ein­er Koop­er­a­tion aus Unfal­lkranken­haus Berlin, Deutsch­er Geset­zlich­er Unfal­lver­sicherung DGUV, Bun­desver­band für Men­schen mit Arm- und Beinam­pu­ta­tion und AOK. Schirmherr von PiK ist der deutsche Arzt und Kabaret­tist Eckart von Hirschhausen. 2019 erhielt PiK mit der Kurt-Alphons-Jochheim-Medaille die höch­ste Ausze­ich­nung der Deutschen Vere­ini­gung für Rehabilitation.
  • Die Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGUV) unter­stützt Peer-Coun­sel­ing auch nach der klin­is­chen Phase. Hier ist der jew­eilige Reha-Man­ag­er der Ansprech­part­ner und Vermittler.
  • Im Übereinkom­men der Vere­in­ten Natio­nen über die Rechte von Men­schen mit Behin­derun­gen und im davon abgeleit­eten Bun­desteil­habege­setz ist eine solche unab­hängige Teil­habe-Beratung als Ziel for­muliert. Laut des neun­ten Buchs des Sozialge­set­zbuch­es ist der Beratung von Betrof­fe­nen für Betrof­fene ein Vor­rang in der Förderung einzuräumen.
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