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Sars-CoV2-Arbeitsschutzstandard

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen
Sars-CoV2-Arbeitsschutzstandard

Sars-CoV2-Arbeitsschutzstandard
Unterweisung im Evobus-Werk in Mannheim: Markierungen am Boden verdeutlichen den einzuhaltenden Sicherheitsabstand. Foto: Daimler
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Das Bun­de­sar­beitsmin­is­teri­um hat im April verbindliche Regeln speziell für den Kampf gegen das Coro­n­avirus in Unternehmen erar­beit­et und veröf­fentlicht. Der soge­nan­nte Sars-CoV2-Arbeitss­chutz­s­tan­dard gilt seit­dem für alle Betriebe bun­desweit. Was ist an diesem Regel­w­erk für Sicher­heits­beauf­tragte beson­ders wichtig? Und welchen Ein­fluss hat der Stan­dard auf das Coro­na-Krisen­man­age­ment in deutschen Unternehmen bislang?Das Bun­de­sar­beitsmin­is­teri­um hat im April verbindliche Regeln speziell für den Kampf gegen das Coro­n­avirus in Unternehmen erar­beit­et und veröf­fentlicht. Der soge­nan­nte Sars-CoV2-Arbeitss­chutz­s­tan­dard gilt seit­dem für alle Betriebe bun­desweit. Was ist an diesem Regel­w­erk für Sicher­heits­beauf­tragte beson­ders wichtig? Und welchen Ein­fluss hat der Stan­dard auf das Coro­na-Krisen­man­age­ment in deutschen Unternehmen bislang?

Das Coro­n­avirus markiert vielle­icht die grundle­gend­ste Zäsur für die deutsche Wirtschaft seit Ende des Zweit­en Weltkrieges. Zu den vie­len Fra­gen, die sich unsere Unternehmen anlässlich dieser Her­aus­forderung stellen müssen, gehören: Wie gehen wir in den Betrieben mit der Gefahr der Pan­demie um? Wie schützen wir am wirk­sam­sten unsere Mitar­beit­er? Um die Unternehmen bei der Beant­wor­tung dieser Fra­gen zu unter­stützen, hat das Bun­de­sar­beitsmin­is­teri­um in Zusam­me­nar­beit mit Arbeit­ge­ber- und Arbeit­nehmerver­bän­den sowie mit den Arbeitss­chutzver­wal­tun­gen der Län­der ein Regel­w­erk erar­beit­et, in dem speziell auf die aktuelle Pandemie-
Sit­u­a­tion angepasste Arbeitss­chutz­s­tan­dards for­muliert sind: Der soge­nan­nte Sars-CoV2-Arbeitss­chutz­s­tan­dard, auch Arbeitss­chutz­s­tan­dard COVID 19 genannt.

Die in dem Doku­ment for­mulierten Maß­nah­men sollen auch für andere Bere­iche der Gesellschaft Vor­bild­funk­tion haben. Der fest­gelegte Stan­dard ist zwar für die Unternehmen rechtlich nicht bindend, er ist also kein Gesetz oder eine Verord­nung. Aber Arbeit­ge­ber, die sich nicht an die neuen Regelun­gen hal­ten, kön­nen den­noch rechtlich in große Schwierigkeit­en kom­men. Gerichte kön­nten näm­lich darin eine Ver­let­zung der Für­sorgepflicht des Arbeit­ge­bers erken­nen und diesen dann dafür haft­bar machen. Die Beschäftigten haben in jedem Fall arbeit­srechtlichen Anspruch auf voll­ständi­ge Umset­zung des Arbeits­stan­dards – für den Fall, dass das Unternehmen wegen der Pan­demie derzeit geschlossen ist, auch nach der Wiedereröffnung.

Sars-CoV2-Arbeitsschutzstandard: Berufsgenossenschaften zufrieden

Die Beruf­sgenossen­schaften und Unfal­lka­ssen haben den Sars-CoV2-Arbeitss­chutz­s­tan­dard bere­its begrüßt. Dazu erk­lärt der Haupt­geschäfts­führer der Deutschen Geset­zlichen Unfal­lver­sicherung (DGUV), Dr. Ste­fan Hussy: „Es ist wichtig, dass es einen ein­heitlichen Min­dest­stan­dard gibt, der Vor­gaben für Sicher­heit und Gesund­heit bei der Arbeit unter Bedin­gun­gen der Pan­demie macht, und der für alle Betriebe verbindlich ist. Beruf­sgenossen­schaften und Unfal­lka­ssen wer­den die Vor­gaben des Sars-CoV2-Arbeitss­chutz­s­tan­dards für Arbeitss­chutz und Hygiene nun mit diesen Hil­fen abgle­ichen, gegebe­nen­falls anpassen und – wo noch nicht geschehen – in die Sprache ihrer jew­eili­gen Branchen übersetzen.“

Die Grundlage: Ein Pandemieplan

Was sind nun die wichtig­sten Maß­nah­men, die das Sechs-Seit­en-Papi­er vorstellt? Zunächst ein­mal weist der Arbeitss­chutz­s­tan­dard indi­rekt auf eine wichtige und grundle­gende Erken­nt­nis hin: Das Coro­n­avirus kön­nte nicht die let­zte Pan­demie sein, unter der Men­schen und Unternehmen in diesem Land zu lei­den haben. Ein wirk­samer und umfassender Infek­tion­ss­chutz ist daher für die Zukun­ft noch wichtiger als ohne­hin schon. Auch deshalb soll­ten alle Unternehmen, die bis­lang noch keinen eige­nen Pan­demieplan mit entsprechen­den Vor­sorge­maß­nah­men erstellt haben, dies jet­zt nach­holen. In einem Pan­demieplan legt der Arbeit­ge­ber unter anderem fest, wer die Ansprech­part­ner für Infek­tion­skrankheit­en im Betrieb sind, wie die interne Kom­mu­nika­tion bei Ver­dachts­fällen oder tat­säch­lich erkrank­ten Mitar­beit­ern erfol­gen soll, welche Hygien­e­maß­nah­men getrof­fen wer­den und wie die Arbeitsabläufe an die neue Sit­u­a­tion angepasst wer­den können.

Neun besonders wichtige Maßnahmen

Welche der Arbeitss­chutz­s­tan­dards soll­ten Sicher­heits­beauf­tragte beson­ders beacht­en beziehungsweise zu welchen davon kön­nen sie selb­st auch beitra­gen? Neun der Hand­lungsan­weisun­gen sind hier­bei beson­ders relevant:

Auf Gesund­heit­szu­s­tand der Mitar­beit­er acht­en: Damit Kol­le­gen nicht gefährdet wer­den, sollen Beschäftigte mit erkennbaren Symp­tomen – Erkäl­tungsanze­ichen, leicht­es Fieber, Atem­not – möglichst umge­hend den Arbeit­splatz ver­lassen und sich krankmelden. Der Sicher­heits­beauf­tragte sollte Kol­le­gen, die diese Symp­tome zeigen, gut zure­den und sie davon überzeu­gen, unbe­d­ingt mit Rück­sicht auf die eigene Gesund­heit und die der anderen Mitar­beit­er zu Hause zu bleiben und einen Arzt aufzusuchen.

Möglichst wenig Kon­takt zwis­chen Beschäftigten: Das Zusam­men­tr­e­f­fen von Beschäftigten sollte auf ein Min­dest­maß beschränkt wer­den. Die dafür notwendi­gen Änderun­gen der Arbeit­sor­gan­i­sa­tion sind Auf­gabe des Arbeit­ge­bers. Er sollte Schicht­en, Pausen, Zugangsregelun­gen oder Arbeits­be­sprechun­gen möglichst so pla­nen, dass der Kon­takt zwis­chen den Kol­le­gen auf ein Min­i­mum reduziert wird. Der Sicher­heits­beauf­tragte kann aber durch seine Aufmerk­samkeit die Umset­zung dieser Maß­nah­men unter­stützen, beispiel­sweise indem er Kol­le­gen in einem über­füll­ten Pausen- beziehungsweise Gemein­schaft­sraum auf­fordert, die Räum­lichkeit zu ver­lassen und einen anderen dafür aus­gewiese­nen Ort im Betrieb zu nutzen, an dem sich zum sel­ben Zeit­punkt weniger Beschäftigte aufhalten.

Sicher­heitsab­stand von min­destens 1,5 Metern: Ein Sicher­heitsab­stand von min­destens 1,5 Metern sollte bei jed­er Tätigkeit einge­hal­ten wer­den – und zwar möglichst zu jed­er Gele­gen­heit, auch beispiel­sweise bei der Nutzung von Arbeits­fahrzeu­gen. Sicher­heits­beauf­tragte soll­ten auch hier­bei ein wach­sames Auge habe und prüfen, ob dieser Min­destab­stand kon­se­quent einge­hal­ten wird. Wenn der Arbeit­ge­ber nicht ohne­hin daran denkt, sollte der Sicher­heits­beauf­tragte vorschla­gen, dass an allen wichti­gen Stellen im eige­nen Arbeits­bere­ich Markierun­gen wie etwa Kle­be­bän­der und Hin­weiss­childer ange­bracht wer­den, die an die Ein­hal­tung des Min­destab­stands erinnern.

Gesichtss­chutz tra­gen: Der Arbeit­ge­ber soll in Arbeits­bere­ichen, in denen ein direk­ter Kon­takt zwis­chen Beschäftigten beziehungsweise zwis­chen Mitar­beit­ern und exter­nen Per­so­n­en unumgänglich ist, Gesichts­masken für jeden einzel­nen Beschäftigten aus­geben. Sicher­heits­beauf­tragte kön­nen ihre Kol­le­gen auf das Tra­gen ihrer Gesichts­masken aufmerk­sam macht­en, soll­ten diese nicht daran denken.

Hände reini­gen und desin­fizieren: Der Arbeit­ge­ber muss an allen rel­e­van­ten Orten des Betriebes Waschgele­gen­heit­en (hautscho­nende Flüs­sig­seife, Hand­tuch­spender) oder Desin­fek­tion­sspender bere­it­stellen, damit die Beschäftigten sich möglichst oft die Hände waschen und desin­fizieren kön­nen. Vor allem müssen diese Hygie­n­eartikel stets in allen San­itär­räu­men und Gemein­schaft­sräu­men vorhan­den sein. Auf die Ein­hal­tung der per­sön­lichen und organ­isatorischen Hygien­eregeln (Abstands­ge­bot, Regeln für „richtiges“ Hus­ten- und Niesen, Hand­hy­giene, PSA, regelmäßiges Lüften) müssen die Arbeit­ge­ber an allen rel­e­van­ten Orten im Unternehmen durch Hin­weiss­childer aufmerk­sam machen. Der Sicher­heits­beauf­tragte kann zum einen darauf acht­en, ob in seinem Arbeits­bere­ich alle genan­nten Voraus­set­zun­gen erfüllt sind, zum anderen, ob Hygiene- und Reini­gungsmit­tel stets in aus­re­ichen­den Men­gen vorhan­den sind.

Arbeits­bek­lei­dung und PSA auf­be­wahren und reini­gen: Beson­ders wichtig ist die auss­chließlich per­so­n­en­be­zo­gene Benutzung jeglich­er Per­sön­lich­er Schutzaus­rüs­tung (PSA) und Arbeits­bek­lei­dung. Die per­so­n­en­be­zo­gene Arbeits­bek­lei­dung und PSA muss stets sich­er von der All­t­agsklei­dung getren­nt auf­be­wahrt wer­den, sie muss zudem regelmäßig gere­inigt und desin­fiziert wer­den. Der Sicher­heits­beauf­tragte sollte in seinem Arbeits­bere­ich daher darauf acht­en, dass diese Voraus­set­zun­gen immer erfüllt sind.

Arbeitsmedi­zinis­che Vor­sorge nutzen: Arbeit­nehmer mit Vor­erkrankun­gen und gesund­heitlichen Prob­le­men sind beson­ders gefährdet. Der Arbeit­ge­ber muss diesen Beschäftigten umge­hend eine medi­zinis­che Vor­sorge anbi­eten beziehungsweise ermöglichen. Der Sicher­heits­beauf­tragte kann Kol­le­gen aus dem eige­nen Arbeits­bere­ich, die zu ein­er solchen Risiko­gruppe gehören, auf die Notwendigkeit des Besuchs bei einem Arbeitsmedi­zin­er hinweisen.

Zugang betrieb­s­fremder Per­so­n­en: Der Zutritt betrieb­s­fremder Per­so­n­en, die möglicher­weise einen Virus in das Unternehmen ein­schlep­pen kön­nen, ist nach Möglichkeit zu beschränken. Falls dies nicht zu umge­hen ist, müssen die per­sön­lichen Dat­en der betrieb­s­frem­den Per­so­n­en erfasst und die Länge ihres Aufen­thalts doku­men­tiert wer­den. Betrieb­s­fremde Per­so­n­en müssen darüber hin­aus über die Ver­hal­tensregeln bezüglich des Umgangs mit der Pan­demie-Gefährdung im Betrieb informiert wer­den. Per­so­n­en mit Coro­na-Symp­tomen dür­fen das Unternehmen unter keinen Umstän­den betreten. Sicher­heits­beauf­tragte soll­ten daher ihnen unbekan­nte Per­so­n­en sofort den Vorge­set­zten melden beziehungsweise diese Per­so­n­en ansprechen, ob sie eine Besuchs­genehmi­gung haben und über die inner­be­trieblichen Sicher­heit­sregeln informiert sind.

Unter­weisun­gen und „aktive Kom­mu­nika­tion“: Über die ein­geleit­eten Präven­tions- und Arbeitss­chutz­maß­nah­men soll die Unternehmensführung offen und kon­tinuier­lich informieren und aufk­lären. Führungskräfte beziehungsweise Sicher­heit­sex­perten sollen bei allen Unter­weisun­gen das The­ma Pan­demie mit­berück­sichti­gen und bei den Angestell­ten für Hand­lungssicher­heit sor­gen. Alle Beschäftigten müssen wis­sen, wer für sie die dies­bezüglichen Ansprech­part­ner sind.

Der Sicher­heits­beauf­tragte kann in seinem Arbeits­bere­ich dazu beitra­gen, die Beschäftigten über den neuesten Stand der Schutz­maß­nah­men zu informieren, und drin­gende Fra­gen der Kol­le­gen beantworten.


Hygienekonzept für den Betrieb – was heißt das?

Bund und Län­der haben am 15. April beschlossen, dass „jedes Unternehmen in Deutsch­land auch auf Grund­lage ein­er angepassten Gefährdungs­beurteilung sowie betrieblichen Pan­demiepla­nung ein Hygien­ekonzept“ umset­zen muss. Ist das Hygien­ekonzept dem­nach eine zusät­zliche Anforderung, die neben der Gefährdungs­beurteilung beste­ht? Müssen Unternehmen eine sep­a­rate Doku­men­ta­tion dafür erstellen?

Die Deutsche Geset­zliche Unfal­lver­sicherung (DGUV) stellt dazu klar: Um die rechtlichen Anforderun­gen zu erfüllen, reicht es aus, die Hygien­e­maß­nah­men einzuhal­ten, wie sie im Sars-CoV2-Arbeitss­chutz­s­tan­dard beschrieben sind. Ergänzt und konkretisiert wird der Sars-CoV2-Arbeitss­chutz­s­tan­dard von branchen­spez­i­fis­chen Hil­festel­lun­gen der Beruf­sgenossen­schaften und Unfal­lka­ssen. Ein darüber hin­aus gehen­des „Hygien­ekonzept“ als eigen­ständi­ges Doku­ment ist für die Betriebe nicht erforderlich.

www.dguv.de


Sinnvoll oder weniger sinnvoll?

Nicht alle Schutz­maß­nah­men, die all­ge­mein disku­tiert oder gefordert wer­den, sind gle­icher­maßen zur Virus­bekämp­fung geeignet. Der Nutzen manch­er Schutz­maß­nah­men ist umstrit­ten, andere wer­den ein­hel­lig befür­wortet. Hier einige Experteneinschätzungen.

Kon­tak­t­los­es Fiebermessen

Der Vorteil gegenüber herkömm­lichen Kon­takt-Ther­mome­tern liegt darin, dass bere­its nach weni­gen Sekun­den ein Messergeb­nis fest­ste­ht und die Beschäftigten nicht lange von ihrer Arbeit abge­hal­ten wer­den. Der Großteil der Experten hält dies für eine sin­nvolle Maß­nahme. Das Fieber­messen sollte aber unbe­d­ingt in einem abge­tren­nten, speziell dafür vorge­se­henen Raum durchge­führt werden.

Arbeit­en in Kleingruppen

Kleinar­beits­grup­pen mit stets densel­ben Teil­nehmern min­dern die Anzahl von Per­so­n­enkon­tak­ten im Betrieb. Diese Organ­i­sa­tion­s­maß­nahme, die der Arbeitss­chutz­s­tan­dard für Baustellen, Mon­ta­gen, Land­wirtschaft und den Außen­di­enst fordert, ist auch für andere Bere­iche der Wirtschaft empfehlenswert, so die Mei­n­ung der meis­ten Experten.

Desin­fek­tion­s­mit­tel für Hände

Desin­fek­tion­s­mit­tel dage­gen ste­hen häu­fig in der Kri­tik. Der Grund: Sie gel­ten auch in Zeit­en der Coro­na-Pan­demie als nicht grund­sät­zlich erforder­lich. Händ­edesin­fek­tion­s­mit­tel seien zwar dort empfehlenswert, wo eine nor­male Han­dreini­gung nicht oder kaum möglich ist. Gründlich­es Hän­de­waschen mit hautscho­nen­der Seife sei aber min­destens genau­so wirkungsvoll bei der Bekämp­fung von Viren und Bakterien.

Desin­fek­tion­s­mit­tel für Kontaktflächen

Noch kri­tis­ch­er sehen Experten das Desin­fizieren von Flächen. Notwendig sei dies nur dort, wo sich ständig infizierte Per­so­n­en aufhal­ten, vor allem also im Gesund­heitswe­sen. In allen anderen Bere­ichen reiche eine gründliche Feuchtreini­gung aus. Die bis­lang unter­sucht­en Infek­tions­ket­ten haben zudem aufgezeigt, dass ein Keim nur in sehr sel­te­nen Fällen über eine Kon­tak­t­fläche in die Atemwege gelangt.

Schutzhand­schuhe

Der Arbeitss­chutz­s­tan­dard emp­fiehlt Schutzhand­schuhe dort zu tra­gen, wo viele Per­so­n­en eine Kon­tak­t­fläche berühren, aber keine Möglichkeit zur Hän­dere­ini­gung beste­ht. Für den Schutz vor dem Coro­n­avirus aber, so sind die meis­ten Experten überzeugt, helfen sie nur wenig. Denn der Erreger befalle den Men­schen nicht über die Hände oder generell die Haut, son­dern über die Atemwege. Vielmehr bestünde sog­ar die Gefahr, dass der Hand­schuhträger sich mit einem möglicher­weise kon­t­a­minierten Schutzhand­schuh im Gesicht und in der Nähe des Mundes berührt und somit erst recht Viren in die Atemwege gelangen.


VDSI gibt Hilfestellung zur Umsetzung

Der VDSI – Ver­band für Sicher­heit, Gesund­heit und Umweltschutz bei der
Arbeit hat den Sars-CoV2-Arbeitss­chutz­s­tan­dard um prak­tis­che Hin­weise ergänzt und gibt hier­mit prak­tis­che Hil­festel­lung für die Umset­zung in den Betrieben. Das ergänzte Doku­ment enthält in der linken Spalte jew­eils den Arbeitss­chutz­s­tan­dard des BMAS, auf der recht­en Seite die Hin­weise des VDSI zur Umsetzung.

Um diese Hin­weise fort­laufend aktu­al­isieren und ergänzen zu kön­nen, bit­tet der VDSI um Mith­il­fe: Er appel­liert an die Betriebe, Good-Prac­tice-Beispiele zur Ver­fü­gung zu stellen und dazu an kommunikation@vdsi.de zu senden. Das Doku­ment mit den Hin­weisen ist über die Web­seite des Ver­bands zugänglich.

www.vdsi.de


Michael Hesse, Volks­bank RheinAhrEifel
Foto: Voks­bank RheinAhrEifel

Praxisbeispiel Volksbank RheinAhrEifel

Corona-Krisenmanagement in Aktion

Wie wird der Sars-CoV2-Arbeitss­chutz­s­tan­dard in den Unternehmen aufgenom­men? Michael Hes­sel, Bere­ich­sleit­er Dien­stleis­tungszen­trum Immo­bilien bei der Volks­bank RheinAhrEifel und gle­ichzeit­ig Leit­er des Coro­na-Krisen­stabs dieses Bank­in­sti­tuts, gibt Ein­blick in die Praxis.

„Die neue Vorschrift ist uns bekan­nt und deckt sich weitest­ge­hend mit der Verord­nung des Lan­des Rhein­land-Pfalz. Wir haben soweit wie möglich alles – auch über diese Bes­tim­mungen hin­aus – zum Schutz unser­er Mitar­beit­er und Kun­den getan“, ver­sichert Hes­sel. Zunächst wurde bei der rhein­land-pfälzis­chen Genossen­schafts­bank ein Krisen­stab gebildet, der sich aus Kol­le­gen aus dem Vor­stand, Betrieb­srat und Bere­ich Per­son­al zusam­menset­zt. Dieser tauscht sich regelmäßig zur aktuellen Lage aus, disku­tiert und beschließt Maß­nah­men. Hes­sel: „Bere­its zum 17. März haben wir die Öff­nungszeit­en von einem Großteil der Fil­ialen reduziert beziehungsweise diese für den Kun­den­verkehr geschlossen. Beratun­gen find­en seit­dem haupt­säch­lich tele­fonisch und per Videokon­ferenz statt. Kol­le­gen aus inter­nen Abteilun­gen arbeit­en verteilt über ver­schiedene Stan­dorte beziehungsweise im Home­of­fice, um bei eventuellen Aus­fällen weit­er ein­satzfähig zu sein.“ Des Weit­eren wur­den alle Ser­vice­bere­iche mit Plex­i­glass­chutzvor­rich­tun­gen aus­ges­tat­tet. Auf den Böden wur­den Hin­weise bezüglich Abstand­sregelun­gen ange­bracht, eben­so an den Geräten in den Selb­st­be­di­enungs­bere­ichen. Zudem ver­fü­gen alle Geschäftsstellen sowie die inter­nen Abteilun­gen über Desinfektionsmittel.

Auch eine per­sön­liche Kun­den­ber­atung erfol­gt seit­dem immer unter Ein­hal­tung der Schutz­maß­nah­men für Kol­le­gen und Kun­den. Beratun­gen find­en in großen Räu­men mit aus­re­ichend Abstand statt. Schließlich wur­den an sämtliche Mitar­beit­er Schutz­masken für den beru­flichen und pri­vat­en Gebrauch verteilt. Bei diesen Maß­nah­men soll es aber nicht bleiben, betont Michael Hes­sel: „Darüber hin­aus pla­nen wir, für alle Beratun­gen Ein­weg­masken für die Kun­den bereitzustellen.“


Hygien­e­maß­nah­men im Werk Neu-Ulm
Foto: Daimler

Praxisbeispiel Daimler

Umfassendes Maßnahmenpaket

Die deutschen Truck- und Buswerke von Daim­ler befind­en sich im Hochlauf. Die Gesund­heit und Sicher­heit der Mitar­beit­er haben dabei nach Auskun­ft des Konz­erns „höch­ste Pri­or­ität“. Die Unternehmensleitung hat aus diesem Grund gemein­sam mit dem Betrieb­srat ein umfassendes Maß­nah­men­paket zum Infek­tion­ss­chutz vere­in­bart und an den Stan­dorten umge­set­zt. Hierzu gehören je nach Arbeit­splatz neben Boden­markierun­gen, Schutzaus­rüs­tun­gen, Beschilderun­gen auch zum Beispiel speziell ange­fer­tigte und instal­lierte Plex­i­glass­cheiben. Die Maß­nah­men gel­ten für alle Mitar­beit­er in der Pro­duk­tion und in der Verwaltung.


Foto: privat

Autor: Dr. Joerg Hensiek

Fachau­tor und freier Journalist

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