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Viren in die Schranken weisen

So schützen Sie sich vor Infektionen
Viren in die Schranken weisen

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So einfache Dinge wie häufiges Händewaschen schützen vor Viren. Foto: © Spencer / stock.adobe.com
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Hus­tende und schniefende Kol­le­gen – das ist der Klas­sik­er in jedem Win­ter. Mit eini­gen Anre­gun­gen und ein­fachen Maß­nah­men kön­nen Sie dafür sor­gen, dass das Ansteck­ungsrisiko in Ihrem Betrieb deut­lich sinkt.

Bei ein­er Erkäl­tung set­zen die Symp­tome meist langsam über mehrere Tage ein; oft fängt es mit einem Schnupfen an, dann fol­gen Hus­ten und eventuell Fieber. Eine Grippe oder Influen­za hinge­gen begin­nt plöt­zlich mit schw­erem Krankheits­ge­fühl, Kopf- und Glieder­schmerzen, hohem Fieber und trock­en­em Hus­ten; sie gilt als beson­ders ansteck­end. Ver­ant­wortlich für Erkäl­tun­gen und Influen­za sind Viren. Sie wer­den über Tröpfchen­in­fek­tio­nen über­tra­gen – beispiel­sweise wenn Kranke hus­ten, niesen oder sprechen oder wenn sie anderen die Hand schüt­teln. Auch auf Türklinken, Hal­te­grif­f­en, Trep­pen­gelän­dern oder ähn­lichen Gegen­stän­den kön­nen Erreger haften. Im Gegen­satz zur Erkäl­tung kann man sich gegen die Grippe mit ein­er Imp­fung schützen (siehe Kas­ten). Bei allen Atemwegsin­fek­tio­nen lässt sich jedoch das Ansteck­ungsrisiko deut­lich senken, wenn Beschäftigte einige ein­fache aber wichtige Hygien­eregeln einhalten.

  • Hände regelmäßig waschen: Die Hände kom­men den ganzen Tag über mit Gegen­stän­den und Men­schen in Berührung – und deshalb auch mit Viren. Diese kön­nen dann nicht nur leicht an andere Men­schen weit­ergegeben wer­den, son­dern auch auf die eige­nen Schleimhäute von Augen, Nase und Mund überge­hen. Dieses Risiko lässt sich senken, wenn Beschäftigte ihre Hände regelmäßig und gründlich waschen – also mit Seife oder einem ver­gle­ich­baren Han­dreini­gungsmit­tel 20 bis 30 Sekun­den lang, auch zwis­chen den Fin­gern und unter den Nägeln, danach sorgfältig abspülen und abtrock­nen. Außer­dem sollte man nicht mit den Hän­den das Gesicht berühren.
  • Regelmäßig lüften: In geschlosse­nen Räu­men kann die Anzahl der Viren in der Luft stark ansteigen. Um das Ansteck­ungsrisiko zu senken, sollte min­destens drei- bis vier­mal am Tag für jew­eils zehn Minuten gelüftet wer­den. Oft verbessert sich so auch das Raumk­li­ma, da die trock­ene Heizungsluft durch die Luft von draußen etwas ange­feuchtet wird. Das ist gut für die Schleimhäute.
  • Reini­gungs­fre­quenz prüfen: Auf Ober­flächen wie Cafe­te­ria-Tis­chen, Türklinken und Schreibtis­chen kön­nen Erreger mehrere Stun­den über­leben. In Büro­ge­bäu­den reicht die nor­male Reini­gung in der Regel aus, solange die üblichen Hygien­evorschriften einge­hal­ten wer­den. Eine häu­figere Reini­gung kann das Ansteck­ungsrisiko allerd­ings senken.
  • Zusam­me­nar­beit anpassen: Es kann sin­nvoll sein, in der Grippe- und Erkäl­tungszeit im Unternehmen oder beim Kon­takt mit Kun­den auf das Hän­de­schüt­teln zu verzicht­en sowie Desin­fek­tion­s­mit­tel­spender aufzustellen. Besprechun­gen kön­nen in dieser Zeit über Tele­fon- oder Videokon­feren­zen stattfinden.
  • Beschäftigte sen­si­bil­isieren: Ein bewusster Umgang mit sich selb­st und anderen kann das Ansteck­ungsrisiko eben­falls deut­lich senken. Nicht nur durch häu­figeres Hän­de­waschen und das rechtzeit­ige Zuhause­bleiben bei Symp­tomen, son­dern auch durch per­sön­liche Maß­nah­men für die
    eigene Gesund­heit – Bewe­gung an der frischen Luft, eine gesunde Ernährung mit reich­lich Obst und Gemüse und aus­re­ichend Schlaf.
  • Hygien­isch hus­ten: „Hand vor den Mund“ ist beim Hus­ten und Niesen eine unge­sunde Strate­gie. Hygien­is­ch­er ist es, nicht in die Hand, son­dern in ein Ein­mal­taschen­tuch oder in den Ärmel zu hus­ten und zu niesen. Kranke soll­ten dabei Abstand zu anderen Per­so­n­en hal­ten und sich von ihrem Gegenüber abwen­den. Für das Naseputzen wer­den Ein­mal­taschen­tüch­er emp­fohlen, die wirk­lich nur ein­mal benutzt und dann sofort entsorgt werden.
  • Zuhause auskuri­eren: Wer krank zur Arbeit geht, gefährdet nicht nur die eigene Gesund­heit, son­dern auch die der Kol­le­gen – schlimm­sten­falls kann eine ganze Abteilung erkranken. Beschäftigte wer­den außer­dem schneller wieder gesund, wenn sie ihren Infekt zuhause auskurieren.

Schutzimpfung gegen Grippe

Gegen die soge­nan­nte echte Grippe, die Influen­za, gilt die Imp­fung als zuver­läs­siger Schutz. Wer sich impfen lassen möchte, sollte dies im Herb­st tun, bevor die Grippezeit begin­nt. Aber auch eine spätere Imp­fung kann sin­nvoll sein: Es dauert etwa zehn bis 14 Tage, bis der Kör­p­er einen
aus­re­ichen­den Schutz aufge­baut hat.

Die Ständi­ge Impfkom­mis­sion am Robert Koch-Insti­tut emp­fiehlt die
Influen­za-Imp­fung für

  • Erwach­sene mit chro­nis­chen Herz-/Kreis­laufer­krankun­gen, chro­nis­chen Erkrankun­gen der Atemwege, chro­nis­chen Nieren­erkrankun­gen, Stof­fwech­selkrankheit­en wie Dia­betes mel­li­tus, Krankheit­en des Abwehrsys­tems und des Blutes, sowie chro­nis­chen neu­rol­o­gis­chen Erkrankungen,
  • Per­so­n­en, die auf­grund ihrer Tätigkeit in erhöhtem Maße ein­er Infek­tion aus­ge­set­zt sind, beispiel­sweise medi­zinis­ches Per­son­al und Beschäftigte an Arbeit­splätzen mit regem Publikumsverkehr,
  • alle Per­so­n­en über 60 Jahre,
  • gesunde Schwan­gere ab dem zweit­en Schwanger­schafts­drit­tel und für Schwan­gere mit chro­nis­chen Grund­krankheit­en zu jedem Zeit­punkt der Schwanger­schaft nach kri­tis­ch­er Abwä­gung von Risiko und Nutzen der Impfung.

Unternehmen kön­nen Beschäftigten eine Grippeschutz­imp­fung direkt im Betrieb anbi­eten, eine Teil­nahme ist allerd­ings nicht verpflich­t­end. Die Organ­i­sa­tion der Imp­fung kön­nen beispiel­sweise Gesund­heits­di­en­stleis­ter oder die
Betrieb­särzte übernehmen – von der Ter­mi­nor­gan­i­sa­tion über den Kauf von Impf­dosen und Ver­brauchs­ma­te­ri­alien bis zur Abrech­nung der Leis­tun­gen mit den Krankenkassen. Die Kosten für die Impf­dosen wer­den in der Regel von den Krankenkassen über­nom­men, der Arbeit­ge­ber zahlt jedoch die Logistik.

Übri­gens: Wenn Aus­land­saufen­thalte anste­hen, soll­ten Unternehmen bedenken, dass auf der Süd­hal­bkugel der Win­ter und damit auch die Grippe-Sai­son während des mit­teleu­ropäis­chen Som­mers stat­tfind­et. In den Tropen und Sub­tropen tritt die Grippe das ganze Jahr über auf. Eine Imp­fung mit dem dort emp­fohle­nen Impf­stoff ist möglich.


Petra Han­nen ist
Fachjournalistin

Foto: privat
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