1 Monat GRATIS testen, danach für nur 3,90€/Monat!
Startseite » Gesundheitsnews »

Fehlerkultur: Fehler als Chance begreifen

Fehlerkultur
Fehler als Chance begreifen

Täglich passieren Fehler bei der Arbeit. Mal kleine, die häu­fig über­gan­gen und schnell wieder vergessen wer­den, aber auch schw­er­wiegende mit katas­trophalen Fol­gen. Doch was ist über­haupt ein Fehler? Und was bedeutet eine gute Fehlerkultur?

Vor der Super­mark­tkasse hat sich eine lange Kun­den­schlange gebildet. Es ist Feier­abendzeit und jed­er will schnell nach Hause. Die Kassiererin schiebt die Pro­duk­te flink über das Scan­ner­feld. Obst und Gemüse muss sie selb­st abwiegen und von Hand eingeben. Und da passiert es: In der Hek­tik drückt sie Man­dari­nen statt Orangen, die heute im Ange­bot sind.

Abweichung von der Regel

Ein Fehler meint eine Abwe­ichung vom opti­malen Zus­tand oder von einem Ver­fahren oder dem Richti­gen. Let­zteres trifft auf das Beispiel aus dem Super­markt zu. Man unter­schei­det zudem ver­schiedene Fehler­arten wie Pla­nungs­fehler, Aus­führungs­fehler – wie im Fall­beispiel – oder Regelver­stoß. Mit einem Fehler beze­ich­net man außer­dem eine schad- oder man­gel­hafte Stelle. Aber auch eine falsche Entschei­dung oder Hand­lung wird so genannt.

Fehler im System

Ist let­ztlich immer der Men­sch ver­ant­wortlich, wenn wir von einem Fehler sprechen? Nein, denn beispiel­sweise ein ange­boren­er Herzfehler oder ein Mate­ri­alfehler sind nicht men­schlich verur­sacht, wer­den aber auch als Fehler beze­ich­net. Allerd­ings führt men­schlich­es Fehlver­hal­ten immer wieder zu einem Ereig­nis oder zu einem Unfall, bei dem Sach­schä­den entste­hen oder auch Men­schen zu Schaden oder gar zu Tode kom­men. Doch oft ist nicht der unmit­tel­bar Han­del­nde die alleinige Ursache für das Geschehen, son­dern ein voraus­ge­gan­gener Fehler. Im Beispiel des Super­mark­tes kön­nte es Stress sein, weil zu wenige Kassen geöffnet wur­den. Das kön­nte wiederum daran liegen, dass in Folge schlechter Arbeit­sor­gan­i­sa­tion zu wenig Per­son­al im Ein­satz ist. Und diese Ursachen­kette lässt sich dur­chaus noch weit­er­spin­nen. Doch häu­fig konzen­tri­eren wir uns auf den Fehler oder den Verur­sach­er. Dabei gibt es auch Rah­menbe­din­gun­gen, die fehler­haftes Ver­hal­ten begün­sti­gen. Uns so sind die Rah­menbe­din­gun­gen bei ein­er Fehler­analyse mit einzubeziehen. Die grundle­gend­ste Ursache – auch als Root Cause beze­ich­net – zu ermit­teln, kann manch­mal aufwendig sein.

Was Fehler begünstigt

Die Ursachen, warum bei der Arbeit Fehler began­gen wer­den, sind vor allem:

  • geringe Aufmerk­samkeit oder Konzentration,
  • man­gel­nde Moti­va­tion, Ablenkung, Müdigkeit oder Stress,
  • monot­o­ne Tätigkeit­en oder hohe Arbeits­be­las­tung über eine lange Zeitdauer,
  • Bedi­en­fehler an ein­er Mas­chine oder ihr nicht bes­tim­mungs­gemäßer Gebrauch,
  • Ver­schleiß oder Mate­ri­aler­mü­dung sowie man­gel­nde Wartung oder Instandsetzung,
  • Störun­gen im Arbeit­sum­feld wie Lärm,
  • man­gel­hafte Kom­mu­nika­tion im Team,
  • der Kon­sum von Medika­menten, Alko­hol oder Drogen,
  • geringe Ken­nt­nisse und wenig Fachwissen,
  • unüber­legtes oder vorschnelles Han­deln oder eine falsche Wahrnehmung.

Jeder Mensch macht Fehler

Junge uner­fahrene Mitar­beit­er machen häu­figer Fehler. Aber auch ältere sind vor einem Fehlver­hal­ten nicht gefeit. Ihnen passieren zum Beispiel Fehler, weil sie bei Rou­tin­ear­beit „betrieb­s­blind“ sind oder weil eine riskante Hand­lung bish­er „noch immer gut gegan­gen ist“. Kom­men mehrere schlechte Umstände zusam­men, steigt das Fehler­risiko. Und wenn die Auf­gaben für den Einzel­nen zunehmen, so steigt für ihn auch die Zahl der Fehlermöglichkeiten.

„Jed­er Men­sch macht Fehler, so zwis­chen zwei und vier pro Stunde, wobei Fehler nicht gle­ich Fehler ist“, so Michael Frese, Pro­fes­sor für Psy­cholo­gie, Inno­va­tions­forschung und Entre­pre­neur­ship an der Leuphana Uni­ver­sität Lüneb­urg. Manche Fehler sind lediglich pein­lich. Andere lösen Angst oder Ärg­er aus. Let­ztlich sind sie alle men­schlich. Im Zusam­men­leben und bei der Zusam­me­nar­beit ist der Umgang mit Fehlern entschei­dend. Fehler­möglichkeit­en auszuschal­ten ist das eine. Über Fehler reden zu kön­nen, ist jedoch der wichtig­ste Bestandteil ein­er guten Fehlerkultur.


Foto: privat

Autorin:

Bet­ti­na Bruck­er M. A.

Freie Autorin und Journalistin

Newsletter

Jet­zt unseren Newslet­ter abonnieren

Gewinnspiel
Meistgelesen
Jobs
Sicherheitsbeauftragter
Titelbild Sicherheitsbeauftragter 12
Ausgabe
12.2021
ABO
Sicherheitsingenieur
Titelbild Sicherheitsingenieur 11
Ausgabe
11.2021
ABO

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de