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Menschengerechte, gesundheitsförderliche und sichere Arbeit ist nicht verhandelbar

Interview mit Dr. Ralf Franke
Sichere Arbeit ist nicht verhandelbar

Dr. Ralf Franke zur Arbeitsethik
Dr. Ralf Franke, Leiter EHS Global der Siemens AG, Foto: © Siemens Ag

Dr. Ralf Franke, Leit­er EHS Glob­al der Siemens AG, ver­tritt die Auf­fas­sung, dass men­schen­gerechte, gesund­heits­förder­liche und sichere Arbeit nicht ver­han­del­bar ist. Dies bildet für ihn die Grund­vo­raus­set­zung für die Ethik in der Arbeitssicher­heit


Dr. Ralf Franke zu Ethik in der Arbeitssicherheit

Ethik – ein schw­ergewichtiges Wort, dass in Zeit­en der Pan­demie und durch neue Geset­ze wie das Liefer­ket­tenge­setz zunehmend im Unternehmen­su­m­feld an Bedeu­tung gewon­nen hat. Wo sehen Sie die ethis­chen Ansatzpunk­te in der Arbeitssicher­heit und wie hat Siemens diese vielle­icht bere­its aufgegriffen?

Egal, wer für Siemens arbeit­et, hat ein Recht auf men­schen­gerechte und sichere Arbeit. Dies gilt zum Beispiel auch für die Kon­trak­toren in Entwick­lungslän­dern. Deswe­gen haben wir unsere ethis­chen Grund­sätze in unseren Busi­ness Con­duct Guide­lines hinterlegt. 

“Das Leben ist schön, solange nichts passiert” – Im Rah­men sein­er beru­flichen Tätigkeit nicht zu verun­fall­en, ist keine Frage des Glücks. Wo sehen Sie die größten Her­aus­forderun­gen in der Grat­wan­derung zwis­chen ein­er ethis­chen Umset­zung der Vorschriften in Kor­re­la­tion mit der Gewin­n­max­imierung von Unternehmen?

Schon Wern­er von Siemens hat gesagt: „Das Ver­hüten von Unfällen darf nicht als eine Vorschrift des Geset­zes aufge­fasst wer­den, son­dern als ein Gebot men­schlich­er Verpflich­tung und wirtschaftlich­er Ver­nun­ft.” Die Gesund­heit von Mitar­bei­t­en­den hat immer Pri­or­isierung vor dem Streben nach Gewin­n­max­imierung. Das darf keine Her­aus­forderung sein, son­dern eine Selbstverständlichkeit.

Infrage stellen möchte ich, dass Arbeitss­chutz sich auf ein­er Grat­wan­derung zwis­chen ein­er ethis­chen Umset­zung der Vorschriften in Kor­re­la­tion mit der Gewin­n­max­imierung von Unternehmen bewegt.

Unser Unternehmen strebt eine best­mögliche Orchestrierung aller tech­nis­chen, strate­gis­chen, kom­mu­nika­tiv­en und kreativ­en Mit­tel an, um im Gewinnop­ti­mum auf prof­itable Art und Weise die Bedürfnisse der Anderen zu erfüllen. Ide­al­typ­is­ch­er Weise wird im Gewinnop­ti­mum unter Berück­sich­ti­gung aller Stake­holder­in­ter­essen der Scheit­elpunkt des Inter­essen­saus­gle­ichs von gesellschaftlich­er Ver­ant­wor­tung und Unternehmensgewinn erreicht.

Durch die Pan­demie waren viele Unternehmen dazu gezwun­gen, das Arbeit­sum­feld der Mitar­bei­t­en­den von einem Tag auf den anderen voll­ständig umzukrem­peln. Plöt­zlich sah man sich der Her­aus­forderung gegenübergestellt, dass beispiel­sweise alle Büro-Mitar­bei­t­en­den im Home Office arbeit­en mussten. Inwieweit hat die Pan­demie mit seinen vielfälti­gen Her­aus­forderun­gen an die Arbeitssicher­heit eine Verän­derung im Umgang miteinan­der und in der Umset­zung der Arbeitssicher­heits­maß­nah­men bewirkt?

Durch die Pan­demie ist der Arbeits- und Gesund­heitss­chutz der Mitar­bei­t­en­den in den Mit­telpunkt unternehmerischen Han­delns gekom­men. Ohne gute Schutzkonzepte war die Busi­ness Con­ti­nu­ity nicht möglich. Durch Home Office wurde bei vie­len Mitar­bei­t­en­den die psy­chis­che Gesund­heit stra­paziert und entsprechende Pro­gramme erforder­lich. Führungskräfte mussten ler­nen, auf Dis­tanz virtuell zu führen. Mitar­bei­t­ende mussten ler­nen, sich selb­st zu organ­isieren. Hier kon­nte der Arbeit und Gesund­heit wertvolle Unter­stützung leisten.

Unab­hängig von den Auswirkun­gen der Pan­demie gese­hen: was wäre Ihre Wun­schvorstel­lung der Berück­sich­ti­gung ethis­ch­er Kom­po­nen­ten in der Arbeitssicherheit?

Wie gesagt: Gewinnstreben darf nicht über dem Schutz der Gesund­heit ste­hen. Das gilt für alle, die für ein Unternehmen arbeit­en, egal wo und unter welchen Bedingungen.

Wie müsste ein ethis­cheres Arbeitssicher­heit­skonzept aufge­baut sein, das Unternehmen den ethis­chen und rechtlichen Anforderun­gen bess­er gerecht wird, ohne dabei langfristig gese­hen wirtschaftliche Ein­bußen zu haben?

Die Frage stellt sich so nicht, da unethis­ches Han­deln langfristig wirtschaftliche Ein­bußen nach sich zieht.

Für viele Unternehmen ist es sehr wichtig, prof­ita­bles wirtschaften mit hohen ethis­chen Ansprüchen zu verknüpfen und dies in einem Com­pli­ance Man­age­ment abzu­bilden. Siemens hat in den Leit­sätzen wichtige Ziele und Grund­sätze abge­bildet. Welche ethis­chen Grund­sätze und Stan­dards liegen Ihnen beson­ders am Herzen?

Health & Safe­ty first. We take care of each oth­er. Alle, die für Siemens arbeit­en, sollen nach der Arbeit genau­so gesund und unbeschadet zu ihren Fam­i­lien und Fre­un­den nach Hause zurück­kehren wie sie vorher zur Arbeit gekom­men sind.

Das Inter­view führte Sask­ia A. Rotterdam 

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