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Orga­ni­sa­to­ri­scher Brand­schutz

Unterkünfte für asylsuchende Personen
Orga­ni­sa­to­ri­scher Brand­schutz

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Viele Menschen aus Krisen­ge­bie­ten suchen derzeit Schutz in Deutsch­land. Deshalb stehen die Kommu­nen vor der Aufgabe, schnell geeig­nete Unter­künfte − feste und flie­gende Bauten − bereit­zu­stel­len. Dabei muss an vieles gedacht werden – auch an den Brand­schutz. Aus diesem Grund hat der Fach­be­reich der Deut­schen Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) „Feuer­weh­ren, Hilfe­leis­tun­gen, Brand­schutz“ die Infor­ma­tion „Orga­ni­sa­to­ri­scher Brand­schutz in Unter­künf­ten für asyl­su­chende Perso­nen“ heraus­ge­bracht. Die Schrift soll helfen, Brän­den vorzu­beu­gen und Brand­fol­gen möglichst gering zu halten.

(red)

Die Infor­ma­tion umfasst die vier Themen­schwer­punkte „Brand­ge­fah­ren und Brand­schutz­maß­nah­men“, „Feuer­lösch­ein­rich­tun­gen“, „Alarmierungseinrich-tungen“ sowie „Alarm­pläne und Sicher­heits­in­for­ma­tio­nen“. Im Kapi­tel „Brand­ge­fah­ren und Brand­schutz­maß­nah­men“ wird zunächst gere­gelt, dass Rauchen, Feuer und offe­nes Licht in feuer- und explo­si­ons­ge­fähr­de­ten Räumen und Zelten verbo­ten sind. Bestehen darüber hinaus Rauch­ver­bote, müssen diese unbe­dingt befolgt werden. Ferner dürfen Lager­räume für Holz, Papier, brenn­bare Flüs­sig­kei­ten, Gase oder andere leicht entflamm­bare Stoffe nicht mit offe­nem Feuer betre­ten werden.
Zudem werden im ersten Teil der Umgang mit und die Lage­rung von Abfäl­len beschrie­ben. So sind Streich­höl­zer oder Tabak­reste nur in nicht­brenn­ba­ren Aschen­be­chern abzu­le­gen. Diese wiederum dürfen nicht in Papier­kör­ben entleert werden, sondern ausschließ­lich in spezi­el­len Metall­be­häl­tern. Für die Entsor­gung von fett- bezie­hungs­weise ölhal­ti­gen Putz­lap­pen, Wolle und derglei­chen rät die DGUV zu nicht brenn­ba­ren und schließ­ba­ren Behäl­tern. Und Achtung: Altpa­pier sowie brenn­bare Abfälle soll­ten nicht auf Dach­bö­den, in Fluren, Heizungs­räu­men oder Gara­gen lagern.
Vorsicht, heiße Fette und Öle!
Weiter­hin gibt der Fach­be­reich Tipps zum Umgang mit brenn­ba­ren Flüs­sig­kei­ten und zur Lage­rung von Flüs­sig­ga­sen. Zusätz­lich finden sich in der Schrift Hinweise, wie mit kalten und heißen Fetten sowie Ölen beim Kochen umzu­ge­hen ist. Mit „Elek­tri­sche Einrich­tun­gen, Maschi­nen und Geräte“ ist ein weite­res Unter­ka­pi­tel über­schrie­ben. Hier heißt es unter ande­rem: „Nicht mehr als einen Vertei­ler in die glei­che Steck­dose stecken. Keine elek­tri­schen Siche­run­gen – auch nicht nur zur kurz­fris­ti­gen Behe­bung einer Notsi­tua­tion – „flicken“, da dies zu einer unzu­läs­si­gen, über­mä­ßi­gen Erwär­mung der elek­tri­schen Leitung und somit zu einem Brand führen kann.“
Neben den Raum­luft­tech­ni­schen Anla­gen in Küchen beschreibt der Schwer­punkt „Brand­ge­fah­ren und Brand­schutz­maß­nah­men“ noch die Rettungs­wege und Notaus­gänge. Danach sind Brand­schutz­tü­ren und ‑tore stets funk­ti­ons­fä­hig zu halten und dürfen nicht verstellt, fest­ge­bun­den oder verkeilt werden. Rettungs­wege und Notaus­gänge müssen allge­mein bekannt und als solche deut­lich – auch bei Dunkel­heit – und dauer­haft gekenn­zeich­net sein.
In puncto „Feuer­lösch­ein­rich­tun­gen“ macht die Infor­ma­tion darauf aufmerk­sam, dass die brenn­ba­ren Stoffe sehr unter­schied­lich seien und daher auch auf unter­schied­li­che Lösch­mit­tel zurück­zu­grei­fen sei. Über die Auswahl und Anzahl der bereit­zu­stel­len­den Feuer­lösch­ein­rich­tun­gen geben die Tech­ni­schen Regeln für Arbeits­stät­ten ASR A2.2 „Maßnah­men gegen Brände“ Auskunft. Wich­tig ist, dass der Gebrauch von Feuer­lösch­ein­rich­tun­gen geübt wird. Deshalb sei eine ausrei­chende Anzahl von Perso­nen in der sach­ge­mä­ßen Hand­ha­bung und Benut­zung von Feuer­lösch­ein­rich­tun­gen sowie in der notwen­di­gen Lösch­tak­tik zu unter­wei­sen – rät die DGUV. Zudem weist sie auf die regel­mä­ßi­gen Prüfun­gen durch Sach­kun­dige hin.
Brand­mel­de­an­la­gen ein Muss!
Hinsicht­lich der Alarmierungseinrich-tungen wird auf die DIN 14675/DIN VDE 0833–2 verwie­sen. Die hier beschriebe-nen auto­ma­ti­schen Brand­mel­de­an­la­gen soll­ten direkt zur Alarm auslö­sen­den Stelle der Feuer­wehr aufge­schal­tet sein. „Ist weder aus baube­hörd­li­cher Sicht noch aufgrund der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung für das konkrete Objekt eine auto­ma­ti­sche Brand­mel­de­an­lage notwen­dig, sind Schlaf­räume und Flure von Unter­künf­ten mit Rauch­warn­mel­dern nach DIN EN 14604 auszu­stat­ten“, so die Meinung des Spit­zen­ver­ban­des der gewerb­li­chen Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten und der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger der öffent­li­chen Hand.
Bleibt das Kapi­tel „Alarm­pläne und Sicher­heits­in­for­ma­tio­nen“ zu erwäh­nen. Hier wird darauf hinge­wie­sen, dass der Alarm­plan für die Alar­mie­rung entspre­chen­der Stel­len sowie für den Einsatz zu glie­dern und in einem Brand­schutz­plan zusam­men­zu­fas­sen ist. Darin sollen unter ande­rem Verhal­tens­vor­schrif­ten für die Beschäf­tig­ten und weitere Anwe­sende enthal­ten sein. Zudem sollte die Beschaf­fen­heit der bauli­chen Einrich­tun­gen sowie die betrieb­li­chen Schutzeinrich-tungen darin beschrie­ben werden.
Die Anlage 1 gibt den kommu­na­len Verant­wort­li­chen die Möglich­keit, even­tu­elle Schwach­stel­len im Brand­schutz schnell und umfas­send zu benen­nen. Eine dazu ange­legte Tabelle klopft die vier Themen­schwer­punkte ab und unter­hält unter ande­rem folgende Fragen, die mit Ja oder Nein zu beant­wor­ten sind: „Sind ordnungs­ge­mäße Raucher­zo­nen einge­rich­tet“, „Exis­tiert ein Alarm­plan?“, Sind die Anwe­sen­den über das rich­tige Verhal­ten im Brand­fall unter­wie­sen und sind entspre­chende Notfall­übun­gen durch­ge­führt worden?“ oder „Sind die Lösch­was­ser­ent­nah­me­stel­len ausrei­chend gekenn­zeich­net?“
Die Anlage 2 ist ein Plakat, das zeigt, was im Brand­fall zu tun ist. Es arbei­tet mit vielen Pikto­gram­men und Symbo­len. Das Plakat gibt es als kosten­lo­sen Down­load unter www.dguv-aug.de Multi­me­dia. Die Infor­ma­tion „Orga­ni­sa­to­ri­scher Brand­schutz in Unter­künf­ten für asyl­su­chende Perso­nen“ kann unter online www.dguv.de (Webcode: d133189) herun­ter­ge­la­den werden.
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