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Stahl­ver­ar­bei­ter doppelt ausge­zeich­net

BGHM vergab Preise für Präventionsmaßnahmen
Stahl­ver­ar­bei­ter doppelt ausge­zeich­net

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Eine einfa­che, aber wirkungs­volle Idee macht die Arbeit an einer Biege­ma­schine siche­rer und gesün­der. Entwi­ckelt hat sie ein Mitar­bei­ter der StH Stahl­ver­ar­bei­tung Hoff­mann aus Lauch­ham­mer. Das Unter­neh­men hat ihn dabei unter­stützt und wurde dafür mit dem „Schlauen Fuchs“ der Berufs­ge­nos­sen­schaft Holz und Metall (BGHM) ausge­zeich­net. Für die Einfüh­rung eines Arbeitsschutz-Management-Systems erhielt es außer­dem das Güte­sie­gel „Sicher mit System“.

Drei bis fünf Tonnen Draht pro Rolle – daraus verar­bei­tet die StH Stahl­ver­ar­bei­tung Hoff­mann GmbH Werk­stü­cke für Beton­stahl­pro­dukte. Schwe­res Mate­rial, laute Maschi­nen: „Umso wich­ti­ger ist es, für sichere und gesunde Arbeits­be­din­gun­gen zu sorgen“, sagt Geschäfts­füh­rer Thomas Hoff­mann. Für sein Enga­ge­ment in Sachen Arbeits­schutz wurde das Unter­neh­men jetzt gleich doppelt ausge­zeich­net: Am 19. August über­reichte BGHM-Präventionsexperte Andreas Bren­del das Güte­sie­gel „Sicher mit System“ für die Einfüh­rung eines profes­sio­nel­len Arbeitsschutz-Management-Systems sowie den BGHM-Sicherheitspreis „Schlauer Fuchs“ für eine vorbild­lich umge­setzte Idee zur Verbes­se­rung der Arbeits­si­cher­heit.

Maßge­schnei­derte Sicher­heit
„Die ausge­zeich­nete Idee ist simpel, aber wirkungs­voll“, erklärte Bren­del bei der Über­gabe des „Schlauen Fuch­ses“. An einer Biege­ma­schine werden Eisenstan-gen in die rechte Form gebracht, bis zu 15.000 Stan­gen pro Jahr – eine Tätig­keit, die bisher mit Gefähr­dun­gen verbun­den war. „Trotz Anschaf­fung einer neuen Maschine war das Eisen nicht voll­au­to­ma­tisch bieg­bar. Der Maschi­nen­be­die­ner musste die Stan­gen im Produk­ti­ons­pro­zess manu­ell anhe­ben und dazu in den Biege­kopf­be­reich grei­fen“, erläu­tert Geschäfts­füh­rer Hoff­mann. Mario Ott, ein Mitar­bei­ter, der selbst an der Maschine arbei­tet, entwi­ckelte eine Lösung: Zwei Keile aus Stahl­blech, die direkt an den Biege­tisch der Maschine montiert sind, heben das Werk­stück nun mecha­nisch im rich­ti­gen Moment an. Das Eingrei­fen des Mitar­bei­ters in den Biege­kopf­be­reich ist somit nicht mehr erfor­der­lich. „Mit dieser Maßnahme haben wir die Gefähr­dung für die Hände besei­tigt“, sagt Hoff­mann. Auch die Ergo­no­mie hat sich verbes­sert, da Zwangs­hal­tun­gen vermie­den werden. „Der Sicher­heits­preis moti­viert meine Beschäf­tig­ten zusätz­lich, sich mit der Verbes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen zu befas­sen“, freut sich der Geschäfts­füh­rer über die Auszeich­nung.
Arbeits­schutz als Führungs­auf­gabe
Die Themen Arbeits­si­cher­heit und betrieb­li­cher Gesund­heits­schutz hat das Unter­neh­men mit der Einfüh­rung eines Arbeitsschutz-Management-Systems im vergange-nen Jahr syste­ma­tisch auf seine Agenda geho­ben. Dafür wurde es nun mit dem Güte­sie­gel „Sicher mit System“ ausge-zeichnet. „Wie jeder Betrieb haben wir spezi­fi­sche Gefähr­dun­gen, die sich mit profes­sio­nel­ler Arbeits­schutz­or­ga­ni­sa­tion in den Griff bekom­men lassen. Dazu gehö­ren zum Beispiel Rücken­be­las­tun­gen durch körper­li­che Arbeit“, weiß Hoff­mann. Im Zuge der Bera­tun­gen für das Güte­sie­gel spür­ten BGHM-Fachmann Bren­del und die Beschäf­tig­ten Schwach­stel­len im Arbeits­schutz auf und entwi­ckel­ten Verbes­se­rungs­maß­nah­men als Bestand­teil eines umfas­sen­den Führungs­kon­zepts: Es wurden neue Maschi­nen ange­schafft, die Beleuch­tung opti­miert und in Otoplas­ti­ken sowie die Schweißrauch-Absaugung inves­tiert. Ein neuer Säulen­dreh­kran und Hubwa­gen mini­mie­ren die Belas­tun­gen im Bereich Heben und Tragen. „Diese Verän­de­run­gen sind Ausdruck einer geleb­ten Sicher­heits­kul­tur“, sagt Bren­del.
Beschäf­tigte erken­nen Gefähr­dun­gen
„Bei allen Vorha­ben ist mir beson­ders wich­tig, die Wünsche und Vorschläge meiner Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter einzu­be­zie­hen“, verdeut­licht Hoff­mann. „Die Beschäf­tig­ten kennen die Arbeits­pro­zesse genau, erken­nen Gefähr­dun­gen und haben oft gute Ideen, um die Arbeits­si­cher­heit zu verbes­sern“, benennt Präven­ti­ons­ex­perte Bren­del die Vorteile dieser Heran­ge­hens­weise. „Wich­tig ist, dass die Vorschläge der Mitar­bei­ter aktiv durch die Geschäfts­füh­rung aufge­grif­fen werden. Herr Hoff­mann hat seinen Mitar­bei­ter Herrn Ott beispiels­weise für die Entwick­lung seiner Idee teil­weise frei­ge­stellt.“ Das Poten­zial seiner Beschäf­tig­ten will der Unter­neh­mer künf­tig weiter fördern. „Im kommen­den Jahr möchte ich alle Mitar­bei­ter mithilfe der Ange­bote der BGHM zum Thema Rücken­ge­sund­heit schu­len“, kündigt er an. „Und wer weiß, viel­leicht hat der ein oder andere noch eine gute Idee für weitere Arbeits­schutz­maß­nah­men. Denn unser Ziel ist eine konti­nu­ier­li­che Verbes­se­rung.“
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