Startseite » Sicherheit » Gefahrstoffe / Ex-Schutz » Trends bei Schnitt­schutz­hand­schu­hen

Mehr Informationen und Schulungen sind nötig

Trends bei Schnitt­schutz­hand­schu­hen

Anzeige
Ein Vier­tel aller Indus­trie­un­fälle sind Hand­ver­let­zun­gen – eine über­ra­schende Statis­tik, wenn man die Infor­ma­tio­nen und Tech­no­lo­gien in Betracht zieht, die zur Umset­zung einer ange­mes­se­nen Vorbeu­gung verfüg­bar sind.

Die Hand­schuh­in­dus­trie hat in den vergan­ge­nen Jahren entschei­dend dazu beigetra­gen, die Anzahl der Verlet­zun­gen am Arbeits­platz zu redu­zie­ren sowie die Sicher­heit und den Trage­kom­fort zu verbes­sern. Zu den maßgeb­li­chen Trends dieses Fort­schritts zählen die Weiter­ent­wick­lung von Prüf­nor­men, die Einfüh­rung neuer Mate­ria­lien im Markt und die sich wandeln­den Prio­ri­tä­ten der Arbeits­kräfte. Unfall­sta­tis­ti­ken zeigen den posi­ti­ven Einfluss dieser Verän­de­run­gen auf Arbeits­schutz­maß­nah­men und ‑ausrüs­tung.
Weiter­ent­wick­lung von Hand­schuh­ma­te­ria­lien
Die Herstel­ler von Schnitt­schutz­hand­schu­hen bieten heute Produkte mit unter­schied­li­cher Schnitt­schutz­ein­stu­fung an, die aus verschie­de­nen Mate­ria­lien bestehen – von Poly­es­ter und Nylon über Para-Aramide, Glas­fa­sern und Metall­ge­webe bis hin zu Poly­ethy­len mit ultra­ho­hem Mole­ku­lar­ge­wicht (UHMWPE). Letz­te­res ist eine Erfin­dung von DSM Dyneema und wird unter dem Marken­na­men Dyneema angbo­ten. UHMWPE ist 15 Mal stär­ker als Stahl und eignet sich für Hand­schuhe, die einen Schnitt­schutz bis zur höchs­ten Klasse 5 (EN 388) gewähr­leis­ten.
Dabei kann komplett auf andere Kompo­nen­ten wie Glas­fa­sern verzich­tet werden, die biswei­len zu Haut­ir­ri­ta­tio­nen führen können. Neben ausge­zeich­ne­ter Unter­stüt­zung der Finger­fer­tig­keit fühlt sich die UHMWPE-Faser kühl, bequem und leicht an und schützt dabei zugleich vor Schnit­ten und Abrieb, und ist dabei chemikalien- und UV resis­tent.
Seit eini­gen Jahren steigt die Nach­frage nach beson­ders fein­ma­schi­gen Hand­schu­hen, die einen hohen Schnitt­schutz bieten ohne die Finger­fer­tig­keit oder den Trage­kom­fort zu beein­träch­ti­gen.
Lizen­sier­ten Hand­schuh­her­stel­lern steht dafür die Dyneema-Diamond-Technologie zur Verfü­gung. Mit ihr können beispiels­weise schnitt­feste Hand­schuhe entwi­ckelt werden, die bei glei­chem Schnitt­schutz wie mit dem Vorgän­ger­ma­te­rial einen deut­lich besse­ren Trage­kom­fort bieten oder bei glei­chem Komfort den doppel­ten Schnitt­schutz.
Verän­derte Prio­ri­tä­ten
Der Erfolg dieser neuen Mate­ria­lien macht den heuti­gen Schnitt­schutz­hand­schuh zum besten, den es je gege­ben hat. Es blei­ben jedoch noch einige Heraus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen, da moderne, anpas­sungs­fä­hige und kunden­ori­en­tierte Geschäfts­mo­delle auch die Welt der Schnitt­schutz­hand­schuhe erreicht hat. Mehr denn je fordern Mitar­bei­ter und Verant­wort­li­che nicht nur Sicher­heit, sondern ebenso einen hohen Trage­kom­fort und gute bis sehr gute Finger­fer­tig­keit.
Hand­schuh­her­stel­ler haben auf diese neuen Anfor­de­run­gen reagiert und bieten ein größe­res Produkt­sor­ti­ment denn je – mehr Größen für einen perfek­ten Sitz, mehr Farben, maßge­schnei­derte Funk­tio­nen und bran­chen­spe­zi­fi­sche Ausfüh­run­gen. Sie haben Fasern entwi­ckelt, die vor mehre­ren Gefah­ren schüt­zen, während sie die von den Trägern gewünsch­ten Zusat­z­ei­gen­schaf­ten – Komfort, kühles Haut­ge­fühl und Finger­fer­tig­keit – bieten und zugleich die von den Arbeit­ge­bern gefor­derte Halt­bar­keit und Lang­le­big­keit sicher­stel­len.
„Ein Schnitt­schutz­hand­schuh nützt nur, wenn die Beschäf­tig­ten ihn am Arbeits­platz auch tragen“, sagt David Lynn, ehema­li­ger Richt­li­ni­en­be­auf­trag­ter der US-Arbeitsschutzbehörde OSHA. „Hand­schuh­her­stel­ler, die eine Produkt­aus­wahl anbie­ten, die zunächst die arbeits­ge­rech­ten Schutz­kri­te­rien erfüllt und zusätz­lich die von den Trägern gewünsch­ten Eigen­schaf­ten an Komfort, Ausse­hen und Haptik aufgreift, helfen den Arbeit­ge­bern, das Vertrauen der Beschäf­tig­ten zu festi­gen, dass sie bei der Ausübung ihrer Tätig­kei­ten gut geschützt sind. Kurzum: Die Mitar­bei­ter werden ihre Hand­schuhe tragen, wenn es erfor­der­lich ist.“
Verlet­zun­gen am Arbeits­platz
Statis­ti­ken über Verlet­zun­gen am Arbeits­platz doku­men­tie­ren die Erfolgs­ge­schichte fort­schritt­li­cher Entwick­lun­gen im Bereich der Schnitt­schutz­hand­schuhe. Nach Anga­ben des US-Bundesamts für Arbeits­sta­tis­tik (BLS) ist die Häufig­keit der nicht-tödlichen berufs­be­ding­ten Erkrankungs- und Verlet­zungs­fälle in der Privat­wirt­schaft zwischen 2003 und 2012 von insge­samt 5 auf 3,5 Fälle pro 100 Voll­zeit­kräfte zurück­ge­gan­gen. In Deutsch­land sank im Zeit­raum von 2003 bis 2012 die abso­lute Zahl der melde­pflich­ti­gen Arbeits­un­fälle von 1.187.694 auf 885.009.
Trotz rück­läu­fi­ger Unfall­zah­len sind sich die Arbeit­ge­ber mehr denn je sowohl der unmit­tel­ba­ren als auch der länger­fris­ti­gen Kosten von Verlet­zun­gen am Arbeits­platz bewusst. Ange­sichts immer enge­rer Budgets wirkt sich eine umfas­sende Präven­tion posi­tiv auf das Geschäfts­er­geb­nis aus. Unter­su­chun­gen in den USA haben erge­ben, dass Unter­neh­men, die wirk­same Sicherheits- und Gesund­heits­pro­gramme umset­zen, mit einer Rendite von 4 bis 5 Dollar pro inves­tier­tem Dollar rech­nen können. Der von deut­schen Unfall­ver­si­che­rungs­trä­gern durch Befra­gun­gen heraus­ge­fun­dene „Return on Preven­tion“ beträgt 2,2. Das heißt, Ausga­ben für den betrieb­li­chen Arbeits- und Gesund­heits­schutz stel­len Inves­ti­tio­nen dar, die sich nach Auffas­sung der befrag­ten Perso­nen für die Unter­neh­men „rech­nen“.
Weitere Fort­schritte
Verant­wort­li­che Arbeit­ge­ber inves­tie­ren in die rich­tige Art der Persön­li­chen Schutz­aus­rüs­tung (PSA) für ihre Beschäf­tig­ten und sorgen für die nötige Weiter­bil­dung und Schu­lung, damit die Beschäf­tig­ten ihre PSA entspre­chend benut­zen.
„Opti­male Programme begin­nen mit einer gründ­li­chen Analyse bestehen­der Verlet­zungs­be­den­ken, Risi­ken, Gefah­ren und Anfor­de­run­gen“, sagt David Lynn. „Wenn dabei auch dieje­ni­gen, die die Hand­schuhe bei der Arbeit tragen werden, in die Bewer­tung der zu berück­sich­ti­gen­den Fakto­ren einbe­zo­gen werden, hilft dies der Unter­neh­mens­lei­tung, die rich­tige Wahl zu tref­fen. Es darf jedoch nicht versäumt werden, den Beschäf­tig­ten immer wieder die Wich­tig­keit der konse­quen­ten Einhal­tung gelten­der Sicher­heits­vor­schrif­ten klar zu machen – und das Tragen der bereit­ge­stell­ten Schutz­klei­dung einzu­for­dern.“
Die Hand­schuh­in­dus­trie hat sich in den letz­ten 60 Jahren erheb­lich weiter­ent­wi­ckelt, wobei die größ­ten Verän­de­run­gen in den vergan­ge­nen 15 Jahren statt­fan­den. Neue Fasern haben zu Schnitt­schutz­hand­schu­hen geführt, die sowohl leicht als auch komfor­ta­bel sind und dennoch einen höhe­ren Schnitt­schutz bieten als jemals zuvor. Das kommt den Forde­run­gen der Arbeits­kräfte entge­gen, die von einem moder­nen Schnitt­schutz­hand­schuh erwar­ten, dass er einen hohen Trage­kom­fort, Elas­ti­zi­tät und gute Grif­fig­keit bietet und je nach Einsatz­be­reich vor Schnitt­ver­let­zun­gen und weite­ren Risi­ken schützt. Darüber hinaus schrei­ten auch die Prüf­me­tho­den voran, um ein noch besser stan­dar­di­sier­tes Klas­si­fi­zie­rungs­sys­tem für Schnitt­schutz­hand­schuhe zu entwi­ckeln.
Anzeige

News­let­ter

Jetzt unse­ren News­let­ter abon­nie­ren

Meistgelesen

Jobs

Sicher­heits­be­auf­trag­ter

Titelbild
Ausgabe
.
ABO

Sicher­heits­in­ge­nieur

Titelbild
Ausgabe
.
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de