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Rundum-Ansatz zur Absturzsicherung

Mehr als nur vorschriftsmäßig
Ein Rundum-Ansatz zur Absturzsicherung

Stürze aus der Höhe sind nach wie vor die Haup­tur­sache für Todes­fälle am Arbeit­splatz. Wenn es also Ziel ist, einen Arbeit­splatz mit „null Ver­let­zun­gen“ zu erre­ichen, welche Fra­gen müssen dann berück­sichtigt wer­den, damit die Mitar­beit­er in der Höhe sich­er sind? Jon Rowan, Pro­duk­tlin­ien­man­ag­er von MSA Safe­ty, gibt Ratschläge, wie man über die Ein­hal­tung von Vorschriften hin­aus­ge­hen und einen Run­dum-Ansatz zur Absturzsicherung ver­fol­gen kann.

Ein Sturz aus der Höhe ist ein äußerst ern­ster Unfall. Ein Sturz aus 3,05 m (10 Fuß) dauert nur 0,8 Sekun­den, und die beim Auf­prall auf den Boden erre­ichte Geschwindigkeit beträgt 7,74 m/s (17,3 mph). Im Vere­inigten Kön­i­gre­ich waren im Fün­f­jahreszeitraum 2014/15 bis 2018/19 25 % der tödlichen Ver­let­zun­gen auf Stürze aus der Höhe zurück­zuführen – durch­schnit­tlich 36 Todes­fälle pro Jahr (Quelle: RIDDOR). Wie kön­nen Sie also das Risiko min­imieren? Was müssen Sie beacht­en und wo müssen Sie anfangen?

Möglichst ganz vermeiden

Am besten ver­mei­det man einen Sturz, indem man die Notwendigkeit von Arbeit­en in der Höhe – weitest­ge­hend – beseit­igt. Das bedeutet, dass möglichst viele Arbeit­en vom Boden aus durchge­führt wer­den, ausziehbare Werkzeuge ver­wen­det wer­den, Kabel am Boden ver­legt wer­den, ein Beleuch­tungs­mast auf Boden­höhe abge­senkt wird oder ein Kan­ten­schutz am Boden zusam­menge­baut wird (um nur einige Beispiele zu nennen).

Wenn die Arbeit in der Höhe unver­mei­dlich ist, dann ver­hin­dern Sie Abstürze, indem Sie einen bere­its gesicherten Arbeit­splatz nutzen oder die richtige Art von Schutzaus­rüs­tung ver­wen­den. Diese Aus­rüs­tung muss geeignet und zuge­lassen sein und regelmäßig gewartet und über­prüft wer­den. Bleibt das Risiko beste­hen, dann min­imieren Sie die Ent­fer­nung und/oder die Fol­gen eines Sturzes durch kollek­tive Schutzvor­rich­tun­gen wie Sicher­heit­snet­ze oder Auf­fangkissen (d. h. nahe der Arbeit­shöhe ange­brachte Luftkissen).

Schulung macht den Erfolg

Schu­lun­gen verdeut­lichen den Mitar­beit­ern die Risiken bei der Arbeit in der Höhe, ihre Rolle bei der Ein­hal­tung sicher­er Arbeitsweisen sowie die Funk­tion des gewählten Absturzsicherungssys­tems und seine Gren­zen. MSA emp­fiehlt eine the­o­retis­che Schu­lung­sein­heit mit ein­er kleinen Per­so­n­en­gruppe, gefol­gt von prak­tis­chen Übun­gen. Die Teil­nehmer erfahren die notwendi­ge The­o­rie und erhal­ten reich­lich Gele­gen­heit zur prak­tis­chen Anwen­dung. Dies ver­mit­telt eine gewisse Sicher­heit – nicht nur Sicher­heit in der Ver­wen­dung der Aus­rüs­tung, son­dern auch Ver­ständ­nis der mit der Arbeit in der Höhe ver­bun­de­nen Risiken und die Bere­itschaft, mögliche Prob­leme zur Sprache zu bringen.

Die Risiken vor Ort verstehen

Begin­nen Sie mit ein­er aus­führlichen Risikobe­w­er­tung Ihrer konkreten Arbeit­sumge­bung. Jed­er Indus­triezweig birgt seine eige­nen Risiken, aber es gibt kom­plexe Ein­flussgrößen, die von der jew­eili­gen Sit­u­a­tion abhän­gen. Im Bauwe­sen reichen die Gefahren beispiel­sweise von der senkrecht­en Fall­höhe bis hin zu zer­brech­lichen Däch­ern, Dachfen­stern, Öff­nun­gen, schrä­gen Däch­ern, altern­den Mate­ri­alien, ungeschützten Kan­ten und labilen oder schlecht gewarteten Zugangsvor­rich­tun­gen. Ungün­stige Wit­terungs­be­din­gun­gen, her­ab­fal­l­ende Gegen­stände und elek­trische Schläge sind weit­ere Risikofaktoren.

In der Elek­tro­branche beste­hen Gefahren wie Ver­bren­nun­gen, Brände, Leck­a­gen, Flüs­sigkeit­saus­tritte, elek­trische Schläge und Stör­licht­bo­gen, während die Beschäftigten im Bere­ich der Telekom­mu­nika­tion bei der Arbeit auf ein­er Rei­he von Kon­struk­tio­nen wie Tür­men oder Mas­ten gesichert sein müssen. Weit­ere von Natur aus gefährliche Arbeit­sumge­bun­gen sind Öl- und Gas­bohrin­seln. Nor­male All­t­agsauf­gaben wie Wartun­gen und die Arbeit auf der Plat­tform führen zu 70 % der schw­eren Ver­let­zun­gen auf den Bohrin­seln der Nord­see-Ölfelder. Auch in der Luft­fahrtin­dus­trie gehört die Arbeit in der Höhe zum All­t­ag, sei es bei der Her­stel­lung und Reparatur oder bei der Wartung und Inspek­tion von Flugzeugen.

Bestimmen Sie die richtige Absturzsicherungsausrüstung

Sie müssen zunächst her­aus­find­en, welche Absturzsicherungslö­sun­gen Ihrem Bedarf am besten entsprechen. Der Ein­satz eines kollek­tiv­en Schutzsys­tems, das die Gefährdung der Mitar­beit­er auss­chließt, ist immer vorzuziehen. Wenn dies nicht möglich ist, dann befassen Sie sich mit per­sön­lichen Schutzsys­te­men, die den Benutzer zurück­hal­ten oder die Höhe und die Fol­gen eines Sturzes begren­zen. Dazu gehört in der Regel ein festes Auffangsystem.

Welche Lösung Sie auch wählen, fast immer erfordert die Arbeit in der Höhe das Tra­gen eines Auf­fang­gurts. Es gibt heute auf dem europäis­chen Markt sehr viele Vari­anten, aber nicht alle bieten das gle­iche Maß an Schutz. Sie müssen also wis­sen, was Ihr Auf­fang­gurt leis­ten soll. Dient er zum Zurück­hal­ten oder zum Auf­fan­gen von Stürzen?

Alle in Europa ver­wen­de­ten Auf­fang­gurte müssen der EN 361:2002 entsprechen. Auf­fang­gurte und Verbindungsmit­tel, die zum Zweck der Arbeit­splatz­po­si­tion­ierung oder der Rück­hal­tung bes­timmt sind, müssen der EN 358:2018 entsprechen. Rück­hal­te­verbindungsmit­tel mit fes­ter Länge, die nicht in einen Gurt inte­gri­ert sind, wer­den in EN 354
behandelt.

MSA ist der Ansicht, dass jed­er Auf­fang­gurt Pass­form, guten Sitz und Funk­tion bieten sollte. Kom­fort mag weniger vor­rangig erscheinen, aber wie die britis­che Gesund­heits- und Sicher­heits­be­hörde (Health and Safe­ty Exec­u­tive, HSE) betont, „ist es unwahrschein­lich, dass unbe­queme Aus­rüs­tung richtig getra­gen wird“. Und im schlimm­sten Fall kann sie auch ganz wegge­lassen wer­den. Beispiel­sweise sind auch Gurte vorzuziehen, die über eine Pol­sterung an Hüfte und Beinen sowie leicht anpass­bare Schnallen aufweisen, damit sie beim Tra­gen nicht verrutschen.

Wenn Sie unsich­er sind, welche Lösun­gen Ihrem Bedarf am besten entsprechen, und ob die gewählten Pro­duk­te miteinan­der kom­binier­bar sind, wen­den Sie sich an einen Spezial­is­ten wie MSA. Und wenn Sie sich für eine Lösung entsch­ieden haben, stellen Sie sich­er, dass Sie sich an die Richtlin­ien des Her­stellers hal­ten, alle Etiket­ten lesen und vor jed­er Ver­wen­dung alle notwendi­gen Prü­fun­gen durchführen.

Weit­ere Infor­ma­tio­nen unter

www.MSAsafety.com

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