Geprüft und dokumentiert. Interview zur Schutzkleidung -
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Interview zur Schutzkleidung

Geprüft und doku­men­tiert

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Norm­ge­rechte Berufs­klei­dung, soge­nannte Schutz­klei­dung, erfor­dert beson­de­res Augen­merk. Für Auswahl, Anschaf­fung, aber auch für die Pflege defi­niert der Gesetz­ge­ber klare Vorga­ben. Doch wie funk­tio­nie­ren Aufbe­rei­tung und Kontrolle in der Praxis? Wie wird geprüft und die Sicher­heit gewähr­leis­tet? Und wer über­nimmt letzt­end­lich die Verant­wor­tung? Sicher­heits­be­auf­trag­ter sprach mit Dirk Hischem­öl­ler, Geschäfts­füh­rer der DBL – Deut­sche Berufskleider‐Leasing GmbH.

Herr Hischem­öl­ler, was spricht für das Leasing von Berufs‐ und Schutz­klei­dung?

Hischem­öl­ler: Für die im Rahmen der Gefähr­dungs­ana­lyse ausge­wähl­ten Arbeits­plätze muss das Unter­neh­men die dort gefor­derte, norm­ge­rechte Schutz­klei­dung anschaf­fen und dafür sorgen, dass die Beschäf­tig­ten sie tragen. Aber es gilt auch: Die Über­ein­stim­mung der Schutz­klei­dung mit der Norm muss dauer­haft gewähr­leis­tet werden. Also auch nach mehr­ma­li­gem Tragen und entspre­chen­den Wasch­vor­gän­gen. Auf Verlan­gen sollte der Arbeit­ge­ber entspre­chende Nach­weise und Doku­men­ta­tio­nen bereit­stel­len können. Dies ist einer der Gründe, das Thema an externe profes­sio­nelle Dienst­leis­ter auszu­la­gern.

Haben sich die Ansprü­che Ihrer Kunden im Miet­ser­vice geän­dert?

Hischem­öl­ler: Der Bedarf an norm­ge­rech­ter Schutz­klei­dung bei unse­ren Kunden ist deut­lich gestie­gen. Als texti­ler Dienst­leis­ter bieten wir dazu die passen­den Ange­bote. Einer­seits in Form entspre­chen­der Kollek­tio­nen – hier geht der Trend beispiels­weise zu mehr­fach normier­ter Klei­dung, die für Einsätze mit unter­schied­li­chen Risi­ken geeig­net ist – ande­rer­seits aber auch im Rahmen unse­res Service‐ und Pfle­ge­pro­zes­ses. Verstärkt haben wir die Bera­tungs­kom­pe­tenz unse­rer Verkaufs­teams, deut­lich mehr gefor­dert ist bei der Schutz­klei­dung aber auch das Quali­täts­ma­nage­ment. Hier werden unsere Mitar­bei­ter aus Berei­chen wie Güte­kon­trolle, Quali­täts­kon­trolle und Nähe­rei konti­nu­ier­lich geschult.

Wie funk­tio­niert das in der Praxis?

Hischem­öl­ler: Wir über­las­sen die Quali­tät nicht dem Zufall – sie wird durch ein umfas­sen­des Qualitäts‐Management‐System sicher­ge­stellt. Dazu gehört auch, dass die Vertrags­werke des DBL‐Verbundes bereits nach ISO 9001 zerti­fi­ziert sind oder sich im entspre­chen­den Prozess befin­den. In der Praxis stecken dahin­ter sehr detail­lierte Vorga­ben und Arbeits­ab­läufe. Wir kontrol­lie­ren die Klei­dung nach dem Waschen auf Funk­ti­ons­tüch­tig­keit, über­neh­men die Wartung und die Repa­ra­tur. Und erset­zen selbst­ver­ständ­lich Klei­dungstü­cke, die nicht mehr funk­ti­ons­fä­hig sind.

Nehmen wir als Beispiel den Warn­schutz – wie ist da das Proze­dere?

Hischem­öl­ler: Bei Warn­schutz dürfen bei der Pflege die Reflex­strei­fen nicht beschä­digt werden und auch das fluo­res­zie­rende Gewebe seine Wirkung nicht verlie­ren. Bei der nach DIN EN ISO 20471 normier­ten Warn­schutz­klei­dung erfolgt also zunächst eine Vorsor­tie­rung nach leucht­gelb oder nach leuch­torange. Nach zerti­fi­zier­tem Wasch­pro­zess und Tunnel­trock­nung prüfen unsere Mitar­bei­ter der Güte­kon­trolle sowie der Quali­täts­kon­trolle die Leucht­kraft des Warn­stof­fes und die Refle­xion des Reflex­strei­fens.

Für die Prüfung kommt unter ande­rem eine von 3M spezi­ell dazu entwi­ckelte Leuchte, die soge­nannte Verifier‐Lampe, zum Einsatz. Mit ihr wird der Rück­strahl­wert des Reflex­strei­fens geprüft. Entspricht das so geprüfte Klei­dungstück nicht mehr den gewünsch­ten Anfor­de­run­gen, tauscht unsere Nähe­rei die Reflex­strei­fen aus oder der Arti­kel wird komplett ersetzt.

Wie wird die fach­ge­rechte Repa­ra­tur sicher­ge­stellt?

Hischem­öl­ler: Die Repa­ra­tur – ebenso wie übri­gens die Verede­lung – darf niemals zum Verlust der Baumus­ter­prü­fung und zur Einschrän­kung der Schutz­wir­kung eines Klei­dungs­stü­ckes führen. Anhand eines Nähhand­bu­ches werden die Nähe­rin­nen über die korrekte Durch­füh­rung von Repa­ra­tu­ren geschult. Die Repa­ra­tur einer Schutz­klei­dung erfolgt zudem nur mit Original‐Zutaten. Auch erfolgt eine regel­mä­ßige Über­prü­fung der Einsatz­wo­chen. Ab einer bestimm­ten Anzahl von Wäschen nehmen wir auto­ma­tisch den Austausch des Arti­kels vor.

Wie wird all das nach­ge­wie­sen und doku­men­tiert?

Hischem­öl­ler: Wir schu­len jähr­lich alle bei uns am Pfle­ge­pro­zess betei­lig­ten Mitar­bei­ter aus den Berei­chen Güte­kon­trolle, Nähe­rei und Quali­täts­kon­trolle. Darüber hinaus werden neu einge­führte PSA‐Artikel immer vor Einsatz probe­ge­wa­schen. Unsere Maschi­nen fahren ausschließ­lich mit den Herstel­lern abge­stimmte Wasch­pro­gramme. Hinzu kommt die bereits beschrie­bene regel­mä­ßige Prüfung der einge­setz­ten PSA‐Artikel. Mit diesen spezi­fi­schen Wasch‐ und Bear­bei­tungs­pro­zes­sen gewähr­leis­ten wir die dauer­hafte Aufrecht­erhal­tung der Schutz­funk­tio­nen. All das ist klar doku­men­tiert und nach­voll­zieh­bar für unsere Kunden. Auch hier greift unser zerti­fi­zier­tes Quali­täts­ma­nage­ment nach ISO 9001.

Wer über­nimmt die Verant­wor­tung für die einge­setzte PSA?

Hischem­öl­ler: In der aktu­el­len PSA‐Verordnung sind die Pflich­ten der Herstel­ler und Händ­ler deut­lich beschrie­ben – aber auch die Pflich­ten des Arbeit­ge­bers und des Arbeit­neh­mers klar gere­gelt. Dies beginnt bei der Bera­tung und Anschaf­fung: Zunächst müssen auf Basis einer Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung die Risi­ken am Arbeits­platz klar defi­niert sein. Erst dann können wir als texti­ler Dienst­leis­ter den Verant­wort­li­chen bei der Entschei­dung unter­stüt­zen. Es liegt auch in der Verant­wor­tung des Unter­neh­mers, seine Mitar­bei­ter im Umgang mit der PSA einzu­wei­sen und den Zustand der PSA vor deren Einsatz zu kontrol­lie­ren. Der Service eines Textil­pro­fis allein bietet keine Rechts­si­cher­heit bei der persön­li­chen Schutz­aus­rüs­tung (PSA) und deren Anschaf­fung.

Wer über­nimmt die Verant­wor­tung für die Pflege?

Hischem­öl­ler: Wir gewähr­leis­ten als texti­ler Dienst­leis­ter die fach­ge­rechte Pflege und Aufbe­rei­tung. Hier weisen wir unsere Kunden im Vorfeld darauf hin, die PSA ausschließ­lich von uns pfle­gen zu lassen – es darf nicht sein, dass die PSA in der heimi­schen Wasch­ma­schine eines Mitar­bei­ters landet. Entspre­chend infor­mie­ren wir den Unter­neh­mer natür­lich darüber, dass die PSA ihre Schutz­wir­kung teil­weise oder voll­stän­dig verlie­ren kann, wenn diese nicht fach­ge­recht gepflegt wird. Bei alle­dem zählt eine inten­sive Bera­tung und die enge Zusam­men­ar­beit mit unse­ren Kunden. Das schafft die gewünschte Sicher­heit für alle Betei­lig­ten.


Es darf nicht sein, dass die PSA in der heimi­schen Wasch­ma­schine

eines Mitar­bei­ters landet …“

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