Startseite » Recht »

Virenfrei im Klassenzimmer: Sicherer Einsatz von UV-C-Luftentkeimern

DIN-Veröffentlichung zum Einsatz von UV-C-Luftentkeimern
Kampf den Viren in der Raumluft

Sind UV-C-Luftentkeimer dazu geeignet, Coronaviren sicher und effektiv zu entfernen - insbesondere aus Klassenzimmern? Welche Kriterien hierbei entscheidend sind, klärt eine neue DIN-Vornorm. Foto: Alexander Limbach - stock.adobe.com

Welch­er UV-C-Raum­luften­tkeimer nützt gegen Coro­n­aviren – und unter welchen Bedin­gun­gen? Ist der Ein­satz der Geräte sich­er? Eine neue Veröf­fentlichung des DIN wid­met sich diesen entschei­den­den Fra­gen und bringt mehr Sicher­heit für Her­steller, poten­zielle Anwen­der und Planer.

Die tech­nis­che Spez­i­fika­tion DIN/TS 67506 gilt für soge­nan­nte UV-C-Sekundär­luft­geräte mit geschlossen­er Bauart und aktiv­er Ven­ti­la­tion. Ein beson­deres Augen­merk liegt auf der Sicher­heit der Geräte, ins­beson­dere beim Ein­satz in Schulen oder Kindergärten. Das umfan­gre­iche Doku­ment wurde von ein­er inter­diszi­plinären Arbeits­gruppe im Fachauss­chuss „optis­che Strahlung“ des DIN erar­beit­et. Obmann dieses Auss­chuss­es ist Dr. Peter Sper­feld aus der Physikalisch-Tech­nis­chen Bun­de­sanstalt (PTB).

Auf ausreichende UV-C-Dosis achten 

Längst weiß man: Das Coro­n­avirus wird vor allem über Aerosole über­tra­gen. Wenn Infizierte hus­ten oder niesen, aber auch beim Atmen, Sprechen und Sin­gen, und zwar vor allem in geschlosse­nen Räu­men. Stu­di­en zeigen, dass UV-C-Luften­tkeimer das Coro­n­avirus wirk­sam eli­m­inieren kön­nen. Wird die durch ein solch­es Gerät strö­mende Luft mit ein­er UV-C-Dosis von etwa 70 J/m² bestrahlt, kön­nen rund 99 Prozent aller üblicher­weise in der Luft über­tra­ge­nen Bak­te­rien und Viren inak­tiviert wer­den. Wer UV-C-Sekundär­luft­geräte bauen oder ein­set­zen will, sollte also auf eine aus­re­ichende UV-C-Dosis bei ein­ma­ligem Durch­gang achten.

Berücksichtigung der Raumgröße

„Das ist aber nur eines der drei wichtig­sten Kri­te­rien, die es bei diesen Geräten zu beacht­en gilt“, sagt Peter Sper­feld, Physik­er und Experte für UV-C-Strahlung bei der PTB. Deswe­gen enthält die tech­nis­che Spez­i­fika­tion DIN/TS 67506 „Entkeimung von Raum­luft mit UV-Strahlung – UV-C-Sekundär­luft­geräte“ neben Angaben zur Wirk­samkeit auch Details dazu, wie die Geräte in unter­schiedlichen Raum­größen wirken. Es kommt hier­bei auf die Frage an, welche Menge an entkeimter Luft ein Gerät zur Ver­fü­gung stellen kann. Die soge­nan­nte Hygien­ic Air Deliv­ery Rate (HADR) gibt an, wie viele Kubik­me­ter an entkeimter Luft das Gerät pro Stunde pro­duziert. Damit lässt sich für jede Raum­größe und jedes Gerät die the­o­retisch erre­ich­bare Anzahl an Luftwech­seln berech­nen, für die eine effek­tive Reduzierung der Keime erre­icht wird.

Schutz vor UV-Strahlung

„Ein weit­er­er sehr wichtiger Aspekt beim Ein­satz von UV-C-Sekundär­luft­geräten ist die Gerätesicher­heit, speziell der Schutz vor UV-Strahlung“, merkt Sper­feld an. Hierzu enthält die Spez­i­fika­tion entsprechende Empfehlun­gen. Sie sollen ver­hin­dern, dass Per­so­n­en gefährdet wer­den, die sich über einen län­geren Zeitraum in unmit­tel­bar­er Nähe eines Gerätes aufhal­ten. Die UV-Strahlungsquellen der in der Spez­i­fika­tion behan­del­ten Geräte sind geschlossen ver­baut. Den­noch kann ein geringer Anteil an UV-C-Strahlung aus­treten, den es zu min­imieren gilt. „Dazu soll­ten die Geräte so aus­gelegt sein, dass sie zur freien Gruppe nach DIN EN 62471 ‚Pho­to­bi­ol­o­gis­che Sicher­heit von Lam­p­en und Lam­p­en­sys­te­men‘ zählen“, erläutert Sper­feld. „Die darin definierten Gren­zw­erte beziehen sich auf gesunde, erwach­sene Per­so­n­en und sind in Anlehnung an die EU-Richtlin­ie 2006/25/EG so ange­set­zt, dass eine Gefährdung bei bes­tim­mungs­gemäßer Anwen­dung qua­si auszuschließen ist.“

Beson­ders in der Nähe schutzbedürftiger Per­so­n­en, etwa von Kindern oder Men­schen mit Vorschä­den an Augen oder Haut, sollte in dem zugänglichen Bere­ich der Geräte gar keine mess­bare UV-Strahlung aus­treten. „Darauf muss beson­ders in Kitas, Kindergärten oder Grund­schulen geachtet wer­den“, betont Sper­feld. „Keine mess­bare UV-Strahlung ist nach jet­zigem Stand der Messtech­nik dann gegeben, wenn in einem Abstand von 20 Zen­time­tern zum Gerät die ungewichtete UV-Bestrahlungsstärke im Spek­tral­bere­ich von 200 nm bis 300 nm an kein­er Stelle unter­halb 180 Zen­time­ter über dem Boden den Wert von 200 µW/m² über­schre­it­et.“ Die tech­nis­che Spez­i­fika­tion enthält damit klare und detail­lierte Empfehlun­gen für Her­steller und Prüfer.

Nächster Schritt: Ableitung einer DIN-Norm

UV-C-Luften­tkeimer, die nach den Empfehlun­gen der DIN/TS 67506 konzip­iert, geprüft und einge­set­zt wer­den, kön­nen somit einen Beitrag zur Bekämp­fung der Pan­demie leis­ten. Die Spez­i­fika­tion enthält dazu zahlre­iche tech­nis­che Einzel­heit­en und Meth­o­d­en. Die DIN/TS 67506 ist unter www.beuth.de zu find­en. Im näch­sten Schritt wird auf ihrer Basis eine entsprechende DIN-Norm erarbeitet.

www.ptb.de

Newsletter

Jet­zt unseren Newslet­ter abonnieren

Jobs
Sicherheitsbeauftragter
Titelbild Sicherheitsbeauftragter 6
Ausgabe
6.2022
ABO
Sicherheitsingenieur
Titelbild Sicherheitsingenieur 6
Ausgabe
6.2022
ABO

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de