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Psychische und physische Belastung in der Bauwirtschaft

Beton – es kommt darauf an, was er mit einem macht

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Beschäftigte am Bau werden regelmäßig mit neuen Personen, Kulturen und Sprachen konfrontiert. Dies erschwert die Bildung sozialer Kontakte. Foto: © Daniel Ernst – stock.adobe.com
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Die Bauwirt­schaft erlebt derzeit einen Boom. Der Bedarf an Arbeits­kräf­ten ist entspre­chend groß – aber spezi­ell Fach­kräfte sind mitun­ter nur noch schwer zu finden. Umso wich­ti­ger ist es, Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter dieser Bran­che insbe­son­dere hinsicht­lich physi­scher und psychi­scher Gefähr­dun­gen und Belas­tun­gen zu sensi­bi­li­sie­ren. Der siebte Teil der Reihe „Psychi­sche Belas­tun­gen am Arbeits­platz“ beleuch­tet diese Belas­tun­gen genauer und zeigt zugleich Möglich­kei­ten zur Präven­tion und Risi­ko­mi­ni­mie­rung auf.

Die Bauwirt­schaft stellt den Teil­be­reich der Volks­wirt­schaft dar, der sich mit der Errich­tung, Erhal­tung und Nutzung sowie der Anpas­sung und Ände­rung von Bauwer­ken beschäf­tigt. Diese Defi­ni­tion schließt die „Wert­schöp­fungs­kette Bau“ – worun­ter sämt­li­che zusätz­li­chen baure­le­van­ten Leis­tun­gen fallen – nicht mit ein.

Defi­ni­tion Bauwirt­schaft und aktu­elle Situa­tion

Das Bauge­werbe gilt als abge­grenz­ter Bereich. Hier­un­ter fallen alle Hoch‐ und Tief­bau­tä­tig­kei­ten sowie vorbe­rei­tende Baustel­len­ar­bei­ten, Bauin­stal­la­tio­nen und sons­ti­ges Ausbau­ge­werbe. Für statis­ti­sche Zwecke wird gerne die Unter­tei­lung in Bauhaupt­ge­werbe, Ausbau­ge­werbe und Bauträ­ger vorge­nom­men. Ein weite­rer wich­ti­ger Begriff zur Beschrei­bung der Bauwirt­schaft ist das Bauvo­lu­men, welches die Summe aller Leis­tun­gen, die auf die Herstel­lung und den Erhalt von Bauwer­ken und Gebäu­den gerich­tet sind, umfasst. Mit derzeit circa 2,2 Millio­nen Beschäf­tig­ten stellt das Bauge­werbe einen volks­wirt­schaft­lich äußerst rele­van­ten Zweig dar – und erlebt nach eini­gen Krisen­jah­ren aktu­ell ein konjunk­tu­rel­les Hoch. Mit weite­ren Wachs­tums­im­pul­sen ist beson­ders im Wohnungs­bau­seg­ment und im Infra­struk­tur­be­reich zu rech­nen.

Das Bauvo­lu­men liegt in Deutsch­land derzeit zwischen 294 und 336 Milli­ar­den Euro. Der Umsatz des Bauhaupt­ge­wer­bes liegt bei über 112 Milli­ar­den Euro.

Die Baubran­che ist durch die Zusam­men­ar­beit einer Viel­zahl von Instan­zen gekenn­zeich­net. Neben Bauher­ren, Planern, Bauun­ter­neh­men und Bauar­bei­tern sind auch Behör­den, Archi­tek­ten und Inge­nieure am Bauge­sche­hen betei­ligt. Dies führt zu einer erhöh­ten Komple­xi­tät und hohen Anfor­de­run­gen im Planungs‐ und Projekt­ma­nage­ment und damit auch in der Koope­ra­tion und Kommu­ni­ka­tion.

Aktu­elle Heraus­for­de­run­gen

Aktu­elle Themen wie die Globa­li­sie­rung, die Digi­ta­li­sie­rung, klima­ti­sche Verän­de­run­gen und der demo­gra­fi­scher Wandel stel­len auch die Bauwirt­schaft vor Heraus­for­de­run­gen:

  • Durch die Öffnung der Märkte, vor allem die Osterwei­te­rung 2004, kommt zu der hohen Wett­be­werbs­in­ten­si­tät zwischen deut­schen Bauun­ter­neh­men zusätz­li­cher Konkur­renz­druck von osteu­ro­päi­schen Billig­an­bie­tern.
  • Der inten­sive Wett­be­werb in der Bran­che erhöht perma­nent den Kosten­druck und macht es so unter ande­rem erfor­der­lich, mit der rapi­den Digi­ta­li­sie­rung zu gehen und sich stän­dig neues Know‐How anzu­eig­nen, um wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben. Digi­tale Planungs­me­tho­den wie beispiels­weise das BIM (Buil­ding Infor­ma­tion Mode­ling), Bauro­bo­ter, 3D‐Drucker und eine stär­kere Vernet­zung stel­len rele­vante Themen für Bauun­ter­neh­men dar.
  • Durch den Klima­wan­del rückt eine nach­hal­tige, umwelt­freund­li­che Gestal­tung, aber auch Erstel­lung von Bauwer­ken in den Vorder­grund.
  • Der demo­gra­fi­sche Wandel sorgt auch im Bausek­tor zuneh­mend für Nach­wuchs­kräf­te­man­gel. Hier gilt es Stra­te­gien zu entwi­ckeln, um vor allem jüngere Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter lang­fris­tig an Unter­neh­men zu binden. Dies ist beson­ders für die Baubran­che von Rele­vanz, da sie vermehrt von Tätig­kei­ten geprägt ist, die nicht bis ins Renten­al­ter ausge­übt werden können.

Allge­meine Krank­heits­zah­len

Nach Infor­ma­tio­nen der Handels­kran­ken­kasse ist der durch­schnitt­li­che Kran­ken­stand im Bauge­werbe im Vergleich zu ande­ren Berufs­grup­pen mit circa 4,6 Prozent sehr hoch. Der Betriebskrankenkassen‐Dachverband verzeich­nete ähnli­che Werte. Im Hoch‐ und Tief­bau liegt der Kran­ken­stand dem BKK‐Dachverband zufolge sogar bei bis zu 6,1 Prozent. Für den Hoch‐ und Tief­bau bedeu­tet das durch­schnitt­lich circa 20 bis 23,5 Arbeits­un­fä­hig­keits­tage pro Jahr. Wenn man dies mit den Krank­heits­ta­gen von Perso­nen zum Beispiel im Lehr‐ und Forschungs­sek­tor vergleicht, sind die Zahlen höchst alar­mie­rend. Diese Berufs­gruppe weist im Schnitt ledig­lich 4,3 Fehl­tage pro Jahr auf.

Physi­sche und psychi­sche Belas­tun­gen der Baubran­che

Belas­tun­gen und Bean­spru­chun­gen am Arbeits­platz wirken sich auf das Wohl­be­fin­den von Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­tern aus, welches wiederum einen hohen Einfluss auf die Quali­tät von Arbeits­er­geb­nis­sen hat. Physi­sche und psychi­sche Belas­tun­gen können zu Bean­spru­chun­gen und damit zu erhöh­ten Fehl­zei­ten führen, was wiederum eine Mehr­be­las­tung für andere Mitar­bei­te­rin­nen und Mitar­bei­ter darstel­len kann, die Planung erschwert und insge­samt mit hohen Kosten verbun­den ist. Nicht zuletzt deshalb ist es wich­tig die Arbeits­be­din­gun­gen in der Bauwirt­schaft zu analy­sie­ren, Belas­tun­gen zu iden­ti­fi­zie­ren und geeig­nete Maßnah­men zur Präven­tion von Bean­spru­chun­gen und Gefähr­dun­gen abzu­lei­ten:

  • Wie keine andere Bran­che ist die Bauwirt­schaft anfäl­lig für Unfälle. Nach Anga­ben der Baube­rufs­ge­nos­sen­schaft verur­sacht ein Arbeits­un­fall am Bau durch­schnitt­li­che Kosten in Höhe von 7 000 Euro. Unfälle auf der Baustelle ereig­nen sich häufig durch herum­lie­gende Gegen­stände, durch den Verlust der Kontrolle über Werk­zeuge oder getra­gene Gegen­stände. Beson­ders gefähr­det sind zudem Perso­nen, die in der Höhe auf Gerüs­ten arbei­ten.
  • Gerade im Hinblick auf die Arbeits­um­ge­bung erge­ben sich in der Baubran­che zahl­rei­che Belas­tun­gen:
  • Staub und Abgase, die über die Atem­wege aufge­nom­men werden, stel­len eine Belas­tung dar, durch
    die erheb­li­che gesund­heit­li­che Risi­ken hervor­ge­ru­fen werden können. In extre­men Fällen kann es zu Erkran­kun­gen der Atem­wege wie Bron­chi­tis, Asthma oder Lungen­krebs kommen.
  • Tätig­kei­ten auf der Baustelle sind häufig durch einen hohen Geräusch­pe­gel gekenn­zeich­net. Der Lärm stellt sowohl physisch als auch psychisch eine große Belas­tung für die Beschäf­tig­ten dar und kann sich sowohl nega­tiv auf die Leis­tungs­fä­hig­keit auswir­ken als auch gesund­heit­li­che Lang­zeit­fol­gen nach sich ziehen. Auf physio­lo­gi­scher Ebene kann es bei andau­ern­der Lärmein­wir­kung zur Erhö­hung von Stress­hor­mo­nen, einer Veren­gung der Blut­ge­fäße oder auch zur Verrin­ge­rung der Magen‐Darm‐Bewegung kommen. Auf psychi­scher Ebene kann Lärm zu Angst­zu­stän­den, Anspan­nung, Ärger und Nervo­si­tät führen. Des Weite­ren ist mit einer nega­ti­ven Auswir­kung auf die Leis­tungs­fä­hig­keit zu rech­nen. Die Fehler­häu­fig­keit nimmt zu, Aufmerk­sam­keit und Konzen­tra­tion werden herab­ge­setzt. Unheil­bare Schwer­hö­rig­keit, Erkran­kun­gen des Verdau­ungs­sys­tems und auch Herz‐Kreislauf‐Erkrankungen zählen zu den mögli­chen Lang­zeit­fol­gen der Lärm­be­läs­ti­gung.
  • Arbei­ten im Freien bei hohen Tempe­ra­tu­ren und viel Sonnen­ein­strah­lung können Körper und Psyche eben­falls belas­ten. Nega­tive Auswir­kun­gen auf den Kreis­lauf durch Hitze­be­las­tung wirken sich wiederum auf die Leis­tungs­fä­hig­keit und Konzen­tra­tion der Beschäf­tig­ten aus. Auch mögli­che Schä­di­gung der Augen, Sonnen­brand und Haut­krebs gehö­ren zu den Risi­ko­fak­to­ren, die sich aus einer Arbeit im Freien erge­ben.
  • Das Tragen und Heben schwe­rer Lasten gehört zu den regel­mä­ßi­gen Aufga­ben von Beschäf­tig­ten in der Baubran­che. Beson­ders bei falscher Ausfüh­rung solcher Bewe­gun­gen kommt es häufig zu Muskel‐ und Skelett‐Verletzungen bezie­hungs­weise zu chro­ni­schen Erkran­kun­gen des Muskel‐ und Skelett­ap­pa­ra­tes (MSE). Diese zunächst einmal rein physi­sche Belas­tung kann sich auch psychisch als sehr bean­spru­chend erwei­sen.
  • Einen weite­ren wesent­li­chen Belas­tungs­fak­tor in der Baubran­che stel­len sprach­lich bedingte Verstän­di­gungs­pro­bleme dar. Die Bauwirt­schaft ist von einer tempo­rä­ren Projekt­orga­ni­sa­tion gekenn­zeich­net. Es werden Ad‐Hoc‐Teams häufig wech­seln­der Parteien zur Vorbe­rei­tung, Planung und Erstel­lung von Bauob­jek­ten gebil­det. Solch ein neu zusam­men­ge­wür­fel­tes Team ist weni­ger effi­zi­ent und insge­samt fehler­an­fäl­li­ger als ein bereits einge­spiel­tes. Hinzu kommen sprach­lich bedingte Barrie­ren durch vermehrte Beschäf­ti­gung von Perso­nen aus ande­ren Ländern und Kultu­ren. Wie soll sich in einem von komple­xen Begriff­lich­kei­ten gepräg­ten Bereich ange­mes­sen verstän­digt werden, wenn keine gemein­same Spra­che gespro­chen wird? Miss­ver­ständ­nisse und daraus resul­tie­rende Mehr­kos­ten, vor allem aber gefähr­li­che Situa­tio­nen sind vorpro­gram­miert. Auch auf sozia­ler Ebene kann dies eine psychi­sche Mehr­be­las­tung darstel­len. Beschäf­tigte werden regel­mä­ßig mit neuen Perso­nen, Kultu­ren und Spra­chen konfron­tiert, wodurch die Bildung sozia­ler Kontakte erschwert wird.
  • Die Bauwirt­schaft ist geprägt von einer hohen Wett­be­werbs­in­ten­si­tät und einem hohen Termin­druck. Die Auftrags­ver­gabe wird zuneh­mend ausschließ­lich über den Preis bestimmt. Beson­ders im Hinblick auf die Einzig­ar­tig­keit und Unvor­her­sag­bar­keit von Baupro­jek­ten stellt der Preis­druck eine deut­li­che Belas­tung dar. Das Baupro­jekt soll als Unikat zu einem festen, güns­ti­gen Preis und Termin fertig­ge­stellt werden – und das bei hoher Quali­tät. Dies ist kaum reali­sier­bar und kann zu einem vermehr­ten Rück­griff auf ille­gal Beschäf­tigte führen, da darin kurz­fris­tig und kurz­sich­tig Einspar­po­ten­ziale gese­hen werden.
  • Beson­ders viel­fäl­ti­gen Anfor­de­run­gen und Belas­tun­gen ist der Baulei­ter ausge­setzt. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass geplante Projekte erfolg­reich umge­setzt werden. Berichte über hohe Fluk­tua­tio­nen und zuneh­mende Häufig­kei­ten von schwe­ren Erkran­kun­gen bei Baulei­tern, mit vermehrt psychi­schem Hinter­grund, häufen sich. Gründe hier­für finden sich unter ande­rem in der bereits beschrie­be­nen Verein­sei­ti­gung der Auftrags­ver­gabe. Der stän­dige Preis­druck erschwert die Einhal­tung von Quali­täts­an­for­de­run­gen und ist Ursa­che für zahl­rei­che Konflikte, um die der Baulei­ter sich kümmern muss. Ein weite­rer Aspekt betrifft den wach­sen­den büro­kra­ti­schen Aufwand für Baulei­ter. Durch immer zahl­rei­chere und klein­tei­li­gere Verord­nun­gen und Gesetze herrscht eine zuneh­mende Doku­men­ta­ti­ons­not­wen­dig­keit, wodurch der sowieso schon viel­sei­tig gefor­derte Baulei­ter zuneh­mend abge­lenkt wird.
  • Der rapide tech­no­lo­gi­sche Fort­schritt kann sich eben­falls als psychisch belas­tend erwei­sen. Stän­dig muss Neues gelernt und sich an verän­derte Bedin­gun­gen ange­passt werden. Wer da nicht mithal­ten kann, läuft Gefahr ersetzt zu werden. Die erhöhte Anfor­de­rungs­viel­falt kann einen rele­van­ten psychi­schen Stress­fak­tor darstel­len.

 

Nach­fol­gend berich­ten ein Baulei­ter einer Groß­bau­stelle und ein Bauar­bei­ter über die für die Baubran­che typi­schen Belas­tun­gen. Wie üblich in dieser Reihe, wird das beschrie­bene Erle­ben durch Exper­ten­bei­träge kommen­tiert und es werden Möglich­kei­ten zur Präven­tion und Inter­ven­tion bei psychi­schen Belas­tun­gen aufge­zeigt.

Bauar­bei­ter: Im Sommer haben wir meist viel mehr zu tun als im Winter, deshalb gehö­ren Über­stun­den zur Tages­ord­nung. Häufig müssen wir auch am Wochen­ende arbei­ten, wodurch weni­ger Zeit für die Fami­lie bleibt. Ich halte mich für einen robus­ten Typen, der eini­ges abkann, aber die massi­ven Über­stun­den in Kombi­na­tion mit den hohen physi­schen Belas­tun­gen durch das Tragen schwe­rer Mate­ria­lien in der pral­len Sonne führen schon mal dazu, dass ich sehr ausge­laugt bin und mein Kopf förm­lich explo­diert. Hinzu kommt der perma­nente Lärm. Das führt teil­weise dazu, dass ich unauf­merk­sam werde und mich nicht mehr so gut konzen­trie­ren kann.

Beson­ders schlimm ist es auf unüber­sicht­li­chen Groß­bau­stel­len, da man sich hier aufgrund der vielen Leute, Fahr­zeuge und Mate­ria­len eigent­lich beson­ders konzen­trie­ren müsste, was unter den vorherr­schen­den Bedin­gun­gen teil­weise sehr schwer fällt. An rich­tig „guten“ Tagen müssen wir dann zusätz­lich noch kurz­fris­tig umdis­po­nie­ren, weil der Bauherr plötz­lich etwas ande­res will oder weil das Mate­rial mal wieder nicht recht­zei­tig ange­kom­men ist. Erst letzte Woche ist ein Kollege vor meinen Augen zusam­men­ge­bro­chen. Bei dem vorherr­schen­den Termin­druck können wir uns einfach keine Verzö­ge­run­gen und ausgie­bi­gen Pausen erlau­ben. Da kommt schon ordent­lich Druck von oben.

Experte: Perso­nen, die auf dem Bau tätig sind, müssen in aller Regel körper­lich schwer arbei­ten, sind inten­si­ver UV‐Strahlung und einem hohen Geräusch­pe­gel ausge­setzt und dabei gefor­dert, sich immer wieder flexi­bel an verän­derte Bedin­gun­gen anzu­pas­sen. Gerade die Kombi­na­tion mehre­rer Belas­tun­gen kann zu inten­si­ven Stress­re­ak­tio­nen führen, deren Auswir­kung lang­fris­tig mit gesund­heit­li­chen Proble­men einher­ge­hen kann. Kurz­fris­tig sind als Folge der Stress­be­las­tung Konzen­tra­tion und Aufmerk­sam­keit einge­schränkt, was wiederum einen Effekt auf die Leis­tungs­fä­hig­keit und Leis­tungs­güte hat. Der damit einher­ge­hende Anstieg der Fehler­häu­fig­keit führt vermehrt zu Arbeits­un­fäl­len, womit wiederum hohe Kosten verbun­den sind.

Einige Belas­tun­gen können durch stres­s­prä­ven­tive Maßnah­men einge­schränkt werden. So kann zum Beispiel bei der Syste­ma­ti­sie­rung und Planung der Arbeit ange­setzt werden, damit ausrei­chend Vorbe­rei­tungs­zeit und früh­zei­ti­ges Ordern von Mate­ria­lien gewähr­leis­tet werden, um uner­war­tete Situa­tio­nen zu vermei­den. Auch eine Verbes­se­rung der Zusam­men­ar­beit mit außer­be­trieb­li­chen Part­nern kann zur Konflikt­ver­mei­dung und einem besse­ren Infor­ma­ti­ons­fluss führen. Bei star­ker Hitze ist es beson­ders wich­tig, auf eine ausrei­chende Flüs­sig­keits­auf­nahme zu achten. Maßnah­men zur Stress­be­wäl­ti­gung, wie das Einhal­ten bewuss­ter Kurz­pau­sen zur Entspan­nung, können nütz­lich sein, um eine einge­tre­tene Stress­re­ak­tion abzu­mil­dern. Dies kann sich posi­tiv auf die Konzen­tra­tion auswir­ken, welche insbe­son­dere auf Groß­bau­stel­len von großer Bedeu­tung ist. Die Baulei­tung sollte hier­für sensi­bi­li­siert werden und Maßnah­men einlei­ten, die eine möglichst gesund­heits­scho­nende Arbeit ermög­li­chen und Bauar­bei­ter dazu moti­vie­ren, sich an diese Richt­li­nien zu halten. Beson­ders körper­lich anstren­gende Tätig­kei­ten soll­ten wo immer möglich im Schat­ten durch­ge­führt werden. Arbeits­plätze können hierzu mit Schat­ten­spen­dern verse­hen werden. Im Allge­mei­nen ist auf eine gute Belüf­tung zu achten.

Bauar­bei­ter: Nach so einem Tag auf dem Bau schmerzt hin und wieder mein ganzer Körper. Gerade wenn es schnell gehen muss kommt es vor, dass ich nicht darauf achte wie ich das Bauma­te­rial trage, auch wenn mir mein Arzt drin­gend empfoh­len hat, auf die rich­tige Körper­hal­tung beim Heben und Tragen zu achten. Vor ein paar Jahren wurde bei mir eine Muskel‐ und Skelett‐Erkrankung diagnos­ti­ziert. Du willst halt auch nicht als „der Lang­same“ da stehen, der immer alles so genau nimmt und nichts abkann.

Experte: Arbei­ten in ungüns­ti­gen Körper­hal­tun­gen und das Heben und Tragen schwe­rer Lasten gehö­ren zum Arbeits­all­tag auf dem Bau. Häufig auftre­tende Beschwer­den wie Muskel‐ und Skelett‐Erkrankungen sind sehr teuer für den Arbeit­ge­ber. Umso wich­ti­ger ist es hier, präven­tive Arbeit zu leis­ten und Baulei­ter und Bauar­bei­ter durch Semi­nare und Trai­nings für die Thema­tik zu sensi­bi­li­sie­ren. Warn­si­gnale von MSE wie Verspan­nun­gen soll­ten erkannt und ernst­ge­nom­men werden. Sofern der Einsatz ergo­no­mi­scher Mittel nicht möglich ist, sollte expli­zit auf das rich­tige Heben und Tragen schwe­rer Gewichte geach­tet werden. Dies kann durch die Bereit­stel­lung von Regeln für manu­el­les Heben und Tragen von Lasten erfol­gen.

Des Weite­ren können Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen helfen, zusätz­li­che rele­vante Belas­tun­gen zu erken­nen und zu bear­bei­ten.

Bauar­bei­ter: Auf dem Bau kann es teil­weise schon echt wild zuge­hen. Stän­dig kommen neue Arbei­ter aus verschie­de­nen Ländern, von denen einige, was ich so mitbe­kom­men habe, ille­gal beschäf­tigt sind. Rich­tig lustig wird es, wenn es um die Verstän­di­gung geht. Ein Groß­teil der Arbei­ter spricht kein Wort Deutsch. Auf dem Bau hat sich teil­weise eine Art Zeichen­spra­che etabliert, damit wir uns wenigs­tens vernünf­tig über die wich­tigs­ten Dinge verstän­di­gen können.

Ich will mich ja nicht beschwe­ren, aber das „Leben“ auf dem Bau hat sich schon verän­dert. Früher war es für mich nicht nur Arbeit, sondern auch ein Zusam­men­tref­fen mit netten Kolle­gen, mit denen man nach Feier­abend auch mal ein bis zwei Bier getrun­ken hat. Ich bin gerne auf den Bau gegan­gen. Heute sind die Sprach­bar­rie­ren und die kultu­relle Distanz einfach zu groß, um engere Kontakte zu knüp­fen. Ich mag meine Arbeit trotz­dem, aber es hat sich halt eini­ges verän­dert. Da freut man sich schon, wenn man abends nach Hause kann und Zeit mit der Fami­lie hat oder mit Freun­den in der Kneipe etwas „Dampf“ ablas­sen kann. Dies ist aber nicht immer möglich, da wir unter der Woche teil­weise auf der Baustelle in Contai­nern über­nach­ten müssen. Letz­tes Mal hatten wir 15 Mann in meiner Kolonne aus zwölf Ländern, die sich teil­weise quer gestellt haben, weil sie zu Zeiten beten woll­ten, an denen es einfach orga­ni­sa­to­risch nicht gepasst hat. Da wird man schon mal komisch ange­guckt so als Deut­scher. Aber ich glaube, den ande­ren geht es auch so. Es fehlt einfach am gegen­sei­ti­gen Verständ­nis. Man wird halt zum Einzel­kämp­fer und zieht sich auf dem Bau immer mehr zurück.

Vor ein paar Tagen ist etwas Hefti­ges passiert: Einem Arbei­ter wurde an einer Maschine die Hand abge­hackt, ich glaube, weil er die Sicher­heits­an­wei­sung nicht rich­tig verstan­den hatte. Das war schon echt krass mit anzu­se­hen. Aber hier auf dem Bau redet man nicht lange über sowas, schon gar nicht, wenn sowieso gegen­sei­ti­ges Verständ­nis fehlt. Ist halt passiert, was soll man machen?

Experte: Auch psycho­so­ziale Belas­tungs­fak­to­ren, wie beispiels­weise nur wenige soziale Kontakte, mangelnde gegen­sei­tige Unter­stüt­zung und ein schlech­tes Grup­pen­klima, oftmals gepaart mit mangeln­den Rück­zugs­mög­lich­kei­ten in den Contai­ner­dör­fern, können mit einer Stress­re­ak­tion und weite­ren gesund­heit­li­chen Folgen einher­ge­hen. Gerade bei bean­spru­chen­den Tätig­kei­ten können soziale Kontakte hilf­reich sein, um sich zum Beispiel auszu­tau­schen oder auch auszu­spre­chen. Hier­durch kann ein besse­rer Umgang mit ande­ren Belas­tungs­fak­to­ren einge­übt werden. Nicht allein deshalb ist es wich­tig, Maßnah­men einzu­füh­ren, die das gegen­sei­tige Verständ­nis fördern und zu einem guten Klima zwischen den Arbei­tern beitra­gen. Denk­bar wären inter­kul­tu­relle Veran­stal­tun­gen, die zu einer Annä­he­rung zwischen Betei­lig­ten verschie­de­ner Kultu­ren beitra­gen, indem Vorur­teile und Unsi­cher­hei­ten beim gegen­sei­ti­gen Umgang besei­tigt werden und mehr Offen­heit für Diver­si­tät geschaf­fen wird.

Durch die Redu­zie­rung psycho­so­zia­ler Stress­fak­to­ren lässt sich eben­falls das Unfall­ri­siko redu­zie­ren, was gerade auf Baustel­len von großer Rele­vanz ist.

Die Unfall­rate liegt in der Baubran­che höher als bei ande­ren Berufs­grup­pen. Gerade nied­rige, nicht kosten­de­ckende Baupreise verlei­ten Unter­neh­men dazu, an Maßnah­men wie Sicher­heits­vor­keh­run­gen zu sparen, mit teil­weise fata­len Folgen. Der Groß­teil der Unfälle ist nicht auf tech­ni­sche Mängel zurück­zu­füh­ren, sondern auf gefähr­li­ches Verhal­ten der Betei­lig­ten. Hinzu kommt, dass auslän­di­sche Bauar­bei­ter hinsicht­lich Arbeits­schutz und Arbeits­si­cher­heit häufig unzu­rei­chend geschult sind und eine Verstän­di­gung aufgrund mangeln­der Sprach­kennt­nisse erschwert ist. Umso wich­ti­ger ist es, Sicher­heits­stan­dards einen hohen Stel­len­wert beizu­mes­sen.

Gene­rell sollte durch Schu­lun­gen und Unter­wei­sun­gen ein Sicher­heits­be­wusst­sein geschaf­fen werden, sodass Arbei­ten sicher­heits­ge­recht ausge­führt und Gefah­ren ange­mes­sen einge­schätzt werden können. Zur Entschär­fung der Fremd­spra­chen­pro­ble­ma­tik sind Schu­lun­gen und vor allem Broschü­ren in unter­schied­li­chen Spra­chen denk­bar. Beson­ders rele­vant für die Etablie­rung von Sicher­heits­stan­dards ist, dass ein sicher­heits­kon­for­mes Verhal­ten durch die Vorge­setz­ten vorge­lebt und dass expli­zit auf die Einhal­tung von Sicher­heits­vor­keh­run­gen geach­tet wird. Sicher­heits­kon­for­mes Verhal­ten sollte belohnt werden, während bei Miss­ach­tung von Sicher­heits­vor­schrif­ten nega­tive Konse­quen­zen zwin­gend erfol­gen müssen. Wich­tig ist ebenso die Bereit­stel­lung von genü­gend Zeit und Mitteln für notwen­dige Sicher­heits­maß­nah­men. Um die sprach­lich bedingte Verstän­di­gungs­pro­bleme zu umge­hen, soll­ten Sicher­heits­in­for­ma­tio­nen vermehrt auch in Form von Bildern über­mit­telt werden.

Zeuge verhee­ren­den Verlet­zun­gen oder sogar tödli­cher Unfälle zu werden, kann zu einer trau­ma­ti­schen Belas­tung führen, wobei Betrof­fene ihr Leid nicht selten zum Beispiel durch Alko­hol betäu­ben. Um dies zu vermei­den, sollte zum einen präven­tiv durch Schu­lun­gen eine Aufklä­rung erfol­gen, in der die Betei­lig­ten sowohl für trau­ma­ti­sche Erleb­nisse selbst als auch für den erfolg­rei­chen Umgang damit sensi­bi­li­siert werden. Des Weite­ren soll­ten zur Bewäl­ti­gung solcher trau­ma­ti­schen Erleb­nisse psycho­lo­gi­sche Anlauf­stel­len bereit­ge­stellt werden, an die sich die Betrof­fe­nen nach vergleich­ba­ren Gescheh­nis­sen wenden können.

Baulei­ter: Grund­sätz­lich ist mein Arbeits­all­tag von vielen, teil­weise diver­gie­ren­den Anfor­de­run­gen geprägt, das kann schon sehr stres­sig werden. Ich muss zwischen den verschie­de­nen Instan­zen, die am Bauge­sche­hen betei­ligt sind, vermit­teln und bin für die erfolg­rei­che Umset­zung des Projekts zustän­dig. Da ein Baupro­jekt aus vielen aufein­an­der aufbau­en­den Prozes­sen besteht und auch externe Fakto­ren wie Witte­rungs­ver­hält­nisse Einfluss nehmen, lässt sich vieles nicht von Beginn an planen. Das sind halt die Heraus­for­de­run­gen, die sich einem als Baulei­ter stel­len. Solange das Bauwerk am Ende erfolg­reich abge­schlos­sen wird, bin ich zufrie­den.

Was mich teil­weise resi­gnie­ren lässt, sind der stän­dige Kampf um den nied­rigs­ten Preis bei der Auftrags­ver­gabe und der Zeit­druck. Es gibt einfach zu viele Anbie­ter und wenn du nicht in der unters­ten Preis­ka­te­go­rie mitspielst, bist du direkt raus. Ich frag´ mich, wie der Kunde sich das vorstellt: Er möchte zeit­nah ein quali­ta­tiv hoch­wer­ti­ges und einzig­ar­ti­ges Gebäude, ist aber nicht bereit, dafür tiefer in die Tasche zu grei­fen. Ich weiß meist schon vorab, dass das mit der Preis­ein­hal­tung aufgrund der zahl­rei­chen unvor­her­seh­ba­ren Fakto­ren schwie­rig wird, was einen enor­men psychi­schen Druck erzeugt. Ein Bauwerk ist nun mal keine Massen­an­fer­ti­gung, sondern ein Unikat. Von Kolle­gen höre ich öfters, dass sie aus der Not heraus auf Schwarz­ar­bei­ter zurück­grei­fen. Ist halt einfach billi­ger. Und was sollst du machen, wenn du unter extre­men Druck gerätst? Ich mache sowas nicht, aber unter den gege­be­nen Bedin­gun­gen kann die Versu­chung schon groß sein.

Experte: Insge­samt lässt sich in zahl­rei­chen Wirt­schafts­be­rei­chen eine Zunahme psychi­scher Belas­tun­gen verzeich­nen. Gerade Perso­nen mit Führungs‐, Planungs‐ und Koor­di­na­ti­ons­auf­ga­ben sind betrof­fen. Dazu zählt auch der Baulei­ter, der eine hohe Verant­wor­tung trägt, und der für den Ausgleich der Inter­es­sen verschie­de­ner Instan­zen wie Firmen­lei­tung, Archi­tek­ten, Bauher­ren, Baustel­len­per­so­nal und Behör­den sorgen muss.

Zu den häufigs­ten Anfor­de­run­gen bei Baulei­tern gehö­ren vor allem perma­nen­ter Zeit‐ und Kosten­druck, aber auch Arbeits­un­ter­bre­chun­gen, Störun­gen auf der Baustelle, quan­ti­ta­tive Arbeits­be­las­tun­gen, behörd­li­che Vorschrif­ten und Entschei­dungs­fin­dung ohne ausrei­chende Infor­ma­tio­nen. Um dauer­haf­ten Stress zu vermei­den, ist eine Balance zwischen Anfor­de­run­gen einer­seits und Fähig­kei­ten und Ressour­cen ande­rer­seits wich­tig. Als Ressour­cen können sämt­li­che Fakto­ren dienen, die einen besse­ren Umgang mit stress­aus­lö­sen­den Ereig­nis­sen ermög­li­chen. Als beson­ders psychisch belas­tend können sich wider­sprüch­li­che Anfor­de­run­gen erwei­sen, wie extre­mer Kosten‐ und Zeit­druck einer­seits und ein quali­ta­tiv hoch­wer­ti­ges und einzig­ar­ti­ges Bauwerk zu erstel­len ande­rer­seits. Unter den vorherr­schen­den Bedin­gun­gen kann man nur schwer­lich beiden glei­cher­ma­ßen gerecht werden.

Gerade in einer Bran­che, die viele poten­zi­elle Stres­so­ren aufweist, ist es wich­tig Hilfs­mit­tel zur Stress­be­wäl­ti­gung zur Verfü­gung zu stel­len. Hier bieten sich zum Beispiel das Erler­nen von Entspan­nungs­tech­ni­ken und die Stär­kung persön­li­cher Ressour­cen an. Auch kann in Work­shops erlernt werden, mit Ärger ange­mes­sen umzu­ge­hen und lösungs­ori­en­tiert zu handeln. Maßnah­men zur stress­freien Bewäl­ti­gung von Anfor­de­run­gen können entwe­der bei der Arbeits­um­ge­bung anset­zen, zum Beispiel durch verbes­serte Prozesse oder die Bereit­stel­lung geeig­ne­ter Werk­zeuge (Verhält­nis­prä­ven­tion), oder aber die Person selbst betref­fen (Verhal­tensprä­ven­tion). Hier kann beispiels­weise eine Erhö­hung über­fach­li­cher Kompe­ten­zen, zum Beispiel durch Work­shops zur Aufga­ben­de­le­ga­tion, zum Umgang mit Konflikt­si­tua­tio­nen oder zu Verhand­lungs­stra­te­gien dazu beitra­gen, die persön­li­che Stress­sta­bi­li­tät zu stär­ken und so mit Belas­tungs­si­tua­tio­nen besser umge­hen zu können.

Die Wirkung stress­re­du­zie­ren­der Maßnah­men ist viel­sei­tig. Neben gerin­ge­rer Anspan­nung, treten auch weni­ger psycho­so­ma­ti­sche Beschwer­den auf. Ein verbes­ser­tes Wohl­be­fin­den der am Prozess betei­lig­ten Perso­nen wirkt sich zusätz­lich posi­tiv auf die Arbeits­leis­tung aus und hat somit lang­fris­tig gese­hen einen kosten­sen­ken­den Effekt für das Unter­neh­men.

Baulei­ter: Meine Arbeit wird zusätz­lich durch die Vorgabe von oben erschwert, sämt­li­che Details und Entschlüsse doku­men­tie­ren zu müssen. Früher schloss man eine mitt­lere Baustelle mit ein paar Akten­ord­nern ab, heute fängt man damit an und endet bei ein paar Dutzend. Das ist schon sehr mühse­lig und lenkt mich von meiner eigent­li­chen Tätig­keit als Baulei­ter – die heraus­for­dernd genug ist – ab.

Experte: Eine komplexe Arbeits­si­tua­tion mit teil­weise in sich wider­sprüch­li­chen Anfor­de­run­gen ist charak­te­ris­tisch für den Baulei­ter. Behörd­li­che Vorschrif­ten werden häufig als belas­tend wahr­ge­nom­men, da sie zusätz­lich Ener­gie kosten und von den Kern­tä­tig­kei­ten eines Baulei­ters ablen­ken. Der Papier­krieg kann, gerade im Hinblick auf den vorherr­schen­den Zeit­druck, als fremd­be­stimmt und aufge­zwun­gen erlebt werden, was einen zusätz­li­chen Stress­fak­tor darstellt.

Als entlas­tende Maßnahme wäre eine Dele­ga­tion von Aufga­ben denk­bar, die zwar zu dem Verant­wor­tungs­be­reich eines Baulei­ters gehö­ren, aber nicht unbe­dingt opera­tiv von ihm erle­digt werden müssen. Durch solch eine Dele­ga­tion an eine Assis­tenz kann sich der Baulei­ter stär­ker auf die baustra­te­gi­schen und koor­di­na­ti­ven Aufga­ben konzen­trie­ren.

Tabelle 2 stellt Maßnah­men zur Stres­s­prä­ven­tion und zur Stress­be­wäl­ti­gung in der Baubran­che dar.

Fazit

Insge­samt zeigt sich, dass physi­sche und psychi­sche Belas­tun­gen eine rele­vante Rolle in der Bauwirt­schaft spie­len und sich nega­tiv auf das Wohl­be­fin­den, die Leis­tungs­fä­hig­keit und die Produk­ti­vi­tät der Beschäf­tig­ten auswir­ken können. In der Baubran­che sind die Berüh­rungs­ängste hinsicht­lich der Wahr­neh­mung von und Ausein­an­der­set­zung mit psychi­schen Belas­tun­gen noch sehr ausge­prägt, weshalb es wich­tig ist, für diese zu sensi­bi­li­sie­ren, gerade im Hinblick auf den engen Zusam­men­hang zwischen physi­schen und psychi­schen Belas­tungs­fak­to­ren und deren Lang­zeit­fol­gen.

Die hohen Krank­heits­zah­len unter­mau­ern die Wich­tig­keit, sich dieser Thema­tik zuzu­wen­den. Regel­mä­ßige Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen – auch und gerade im psychi­schen Bereich – können unter­neh­mens­spe­zi­fisch Aufschluss darüber geben, mit welchen Belas­tungs­fak­to­ren zu rech­nen ist. Diese können analy­siert und schließ­lich durch Maßnah­men aktiv ange­gan­gen werden. Das Thema Arbeits­si­cher­heit spielt eben­falls eine große Rolle und sollte zusam­men mit dem Thema gesund­heits­scho­nende Arbeit in regel­mä­ßi­gen Trai­nings und Semi­na­ren behan­delt werden.


Dr. Stefan Poppel­reu­ter

Leiter Analy­sen & Befra­gun­gen
HR Consul­ting,

TÜV Rhein­land Akade­mie GmbH

stefan.poppelreuter
@de.tuv.com

Foto: privat

Jasmin Kreth
Mitar­bei­te­rin Bereich Analy­sen & Befra­gun­gen
HR Consul­ting
TÜV Rhein­land Akade­mie GmbH

Foto: Daniel Kreth

 

 

 

 

Winston Chur­chill

We shape our buil­dings and after­wards our buil­dings shape us.“


Um sprach­lich bedingte Verstän­di­gungs­pro­bleme am Bau zu umge­hen, soll­ten Sicher­heits­in­for­ma­tio­nen vermehrt auch in Form von Bildern über­mit­telt werden.“

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