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Siegel für das Arbeitsschutzmanagement-System

Geprüft und für gut befun­den

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Vesto­lit ist ein Unter­neh­men der chemi­schen Indus­trie mit Sitz im Chemie­park Marl. Dort arbei­ten 10.000 Menschen – davon rund 700 bei Vesto­lit. Für die umfas­sende Orga­ni­sa­tion und Doku­men­ta­tion des Arbeitssicherheitsmanagement‐Systems zeich­nete die Berufs­ge­nos­sen­schaft Rohstoffe und chemi­sche Indus­trie (BG RCI) das Unter­neh­men nun zum wieder­hol­ten Mal mit dem Siegel „Sicher mit System“ aus. Gleich­zei­tig wurde das Gesund­heits­ma­nage­ment zerti­fi­ziert.

Seit das vorbild­li­che Arbeitsschutzmanagement‐System des zum Konzern Mexi­chem gehö­ren­den Herstel­lers von Poly­vi­nyl­chlo­rid (PVC) im Jahr 2012 das erste Mal von der BG RCI audi­tiert und mit dem Siegel „Sicher mit System“ ausge­zeich­net wurde, hat sich in der Chemie­bran­che viel bewegt. Das weiß Michael Beziel, Leiter Opera­ti­ons bei der Vesto­lit GmbH, zu berich­ten: „Nach­dem wir das Siegel 2012 das erste Mal erhiel­ten, habe ich immer wieder von ande­ren Betrie­ben gehört, die sich auch der Prüfung ihres Arbeitsschutzmanagement‐Systems durch die BG unter­zo­gen
haben. Es macht ja auch Sinn, ein gut orga­ni­sier­tes System zu haben.“ Dabei geht es bei dem BG RCI‐Siegel „Sicher mit System“ nicht darum, eine Daten­bank oder eine Doku­men­ten­ver­wal­tung zu prüfen und auf Voll­stän­dig­keit abzu­klop­fen. Der Weg zum Siegel dient viel­mehr dazu, dem Unter­neh­men zu ermög­li­chen, die eige­nen Struk­tu­ren zu hinter­fra­gen sowie eine gute und für den Betrieb passende Aufbe­rei­tung und Verwal­tung für die vielen Aufga­ben in der Arbeits­si­cher­heit zu orga­ni­sie­ren. Letzt­lich ist das Siegel, wie der für die Vorbe­rei­tung des Audi­t­ings verant­wort­li­che Michael Beziel sagt, „eine Bestä­ti­gung dafür, dass man ein quali­fi­zier­tes Arbeitssicherheitsmanagement‐System betreibt“.

Vor der Verlei­hung des Siegels steht viel Doku­men­ta­ti­ons­ar­beit

Davor steht aller­dings schon ein wenig Aufwand. Zwar sei es nicht so, dass man Doku­mente nur für die BG erstel­len müsse, doch alles in allem sei ein Arbeitsschutzmanagement‐System an sich schon mit viel Arbeit verbun­den, so Beziel. Die sich aller­dings auszahlt, da sie allen hilft, das Ziel zu errei­chen, eine
sichere Arbeits­um­ge­bung für alle Mitar­bei­ter zu schaf­fen und zu erhal­ten. Michael Beziel erklärt das so: „Wir handeln in der Arbeits­si­cher­heit nach dem Prin­zip des ‚Plan‐Do‐Check‐Act’ – mit dem Vorbe­rei­ten der Unter­la­gen für das Siegel wird dieser Prozess in allen Berei­chen geprüft und geord­net.“ Inso­fern wird kaum ein Betrieb alle Prozesse und Doku­men­ta­tio­nen ausschließ­lich oder nur für die Bewer­bung um das Siegel ange­hen. Es sei eher anders­herum: Wer sowieso schon viel Zeit und Arbeit in die Arbeits­si­cher­heit und das Arbeitssicherheitsmanagement‐System steckt, nehme leich­ter den zusätz­li­chen Aufwand für das Sammeln und Aufbe­rei­ten der Doku­mente anhand der BG RCI Vorga­ben in Kauf, ist Beziel über­zeugt.

Das Zusam­men­tra­gen der Doku­mente steht auch in Marl rela­tiv am Ende eines Prozes­ses, an dem der Leiter Opera­ti­ons von vielen unter­stützt wird. Ohne die Sicher­heits­meis­ter vor Ort, die die Vorge­setz­ten und Mitar­bei­ter der Vesto­lit bei der Sicher­heits­ar­beit unter­stüt­zen, sowie die Sicher­heits­be­auf­trag­ten, die es in jeder Schicht­gruppe und allen ande­ren Abtei­lun­gen gibt, wäre die Sicher­heits­ar­beit nicht so umfas­send und mit hoher Quali­tät zu leis­ten. Circa zehn Prozent der Beschäf­tig­ten des Unter­neh­mens sind zu Sicher­heits­be­auf­trag­ten ausge­bil­det, da „kommt schon viel zusam­men, was auffällt und was gemel­det wird“, so Beziel. Die Ausbil­dung der Sicher­heits­be­auf­trag­ten erfolgt bei der BG, so dass auch ein Blick über den Teller­rand ermög­licht wird.

Alltags­si­tua­tio­nen kommen im
Ausschuss zur Spra­che

Zum System im Chemie­park Marl
gehö­ren zudem regel­mä­ßige Arbeitsschutz‐Ausschuss‐Sitzungen, an denen auch Vesto­lit teil­nimmt. Vier­tel­jähr­lich kommen die Runden zusam­men, um Feed­back zu geben oder Verbes­se­run­gen anzu­re­gen. Hinweise aus den Unter­neh­men, Berei­chen und Abtei­lun­gen, Noti­zen über Gefah­ren­si­tua­tio­nen oder auch posi­tive „unfall­freie Tage“ finden sich auf der Agenda. Beziel: „Die Meis­ter und Sicher­heits­be­auf­trag­ten kennen die Situa­tio­nen im Alltag am besten und können entspre­chende Rück­mel­dung geben.“ Der orga­ni­sa­to­ri­sche Leiter ist froh darüber, dass alle aktiv zur Sicher­heits­ar­beit beitra­gen. Damit das so bleibt, gibt es zusätz­li­che Bespre­chungs­run­den, die die Selbst­mo­ti­va­tion der Kolle­gen stär­ken sollen und bei denen Beziel den Kolle­gen entspre­chen­des Feed­back geben kann. Sein Ziel ist es, ein konse­quent hohes Sicher­heits­be­wusst­sein bei den Mitar­bei­tern zu errei­chen – dabei spielt die Inte­gra­tion am Stand­ort eine wich­tige Rolle.

Ein jähr­li­cher Sicher­heits­len­kungs­aus­schuss komplet­tiert die Maßnah­men, bei denen es auch darum geht, durch die Analyse von Unfall‐ und Beinaheunfall‐Situationen die Arbeit siche­rer zu machen und dazu beizu­tra­gen, dass das Siegel „Sicher mit System“ zu recht verlie­hen wurde.

Ein Manage­ment­sys­tem ist nie
endgül­tig fertig

Der Infor­ma­ti­ons­aus­tausch unter­ein­an­der hilft dabei, das Arbeits­schutz­ma­nage­ment weiter zu verbes­sern. In der Vorbe­rei­tung des ersten Audits vor fünf Jahren haben die Arbeits­schüt­zer bei Vesto­lit fest­ge­stellt, dass zwar viel fest­ge­hal­ten und orga­ni­siert war, jedoch die Struk­tur und Syste­ma­tik des Arbeitssicherheitsmanagement‐Systems aufge­baut werden musste. Die Kontrolle durch die BG half dem Unter­neh­men, die Sicher­heits­ar­beit zu struk­tu­rie­ren, und die vorhan­dene Doku­men­ta­tion in die Syste­ma­tik des Arbeitssicherheitsmanagement‐Systems zu inte­grie­ren. „Anhand der von der BG zur Verfü­gung gestell­ten Unter­la­gen zur Vorbe­rei­tung kann im Prin­zip jeder sein Arbeitsschutzmanagement‐System selbst prüfen – wer alle Doku­mente voll­um­fäng­lich struk­tu­riert und syste­ma­tisch orga­ni­siert hat und konse­quent nach­hält, der braucht dann auch nicht mehr viel Aufwand für die Verlei­hung des Siegels“, weiß Beziel. Dennoch ist die Über­prü­fung durch die BG RCI in Zyklen wich­tig, zumal sich sowohl die Arbeits­si­tua­tion als auch Rahmen­be­din­gun­gen immer wieder verän­dern und die Sicher­heits­ar­beit stän­dig ange­passt werden muss.

Die Gesprä­che, die die BG‐Mitarbeiter während des Audits vor Ort mit den Mitar­bei­tern und auch mit den Sicher­heits­be­auf­trag­ten führen, sind mehr oder weni­ger das einzige, das noch dazu kommt. Und letzt­lich dienen diese Gesprä­che eben­falls nur der Bestä­ti­gung und des Nach­wei­ses der guten Sicher­heits­ar­beit. Die Verlei­hung des Siegels „Sicher mit System“ ist dann die offi­zi­elle Bestä­ti­gung dafür. Es fördert darüber hinaus die Moti­va­tion der Mitar­bei­ter, sich für Arbeits­si­cher­heit zu enga­gie­ren. Die wieder­holte Verlei­hung des Siegels und dieses Mal mit der Erwei­te­rung um die Zerti­fi­zie­rung des Betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments der Vesto­lit, zeigt, dass es dem Unter­neh­men sowohl um die Sicher­heit als auch um die Gesund­heit der Mitar­bei­ter geht. „Nur mit dem hohen Enga­ge­ment der Sicher­heits­meis­ter und -beauf­trag­ten und der gemein­sa­men Anstren­gung aller Mitar­bei­ter ist dieser Aufwand zu leis­ten und die hohe Quali­tät der Sicherheits‐ und Gesund­heits­ar­beit aufrecht zu erhal­ten.“ Darauf ist Michael Beziel stolz, gemein­sam mit den Sicher­heits­meis­tern und -beauf­trag­ten.


Autorin: Dipl.-Ing. Susanne C. Stei­ger,

Fach­jour­na­lis­tin


Michael Beziel (Leiter Opera­ti­ons Vesto­lit)

Ohne die Mitar­beit der Sicher­heits­be­auf­trag­ten ist die erfor­der­li­che Sicher­heits­ar­beit
mit dieser hohen Quali­tät
nicht zu leis­ten.“

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