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Corona-Pandemie bringt Arbeitsschutz ins Rampenlicht

Arbeitsschutz im Rampenlicht
Health & Safety auf dem Weg zu einem New Normal

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In die Zukunft blicken, in der Gegenwart leben und aus der Vergangenheit lernen ... Foto: © Photocreo Bednarek – stock.adobe.com
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Coro­na-Virus, Lock­down, Pan­demie- und Not­fallpläne, SARS-CoV-2-Arbeitss­chutz­s­tan­dards, neue Ver­hal­tensregeln und Arbeits­for­men. Und mit­ten­drin die Akteure von Sicher­heit und Gesund­heit, Fachkräfte für Arbeitssicher­heit, Betrieb­särzte und HSE-Abteilun­gen. Die Wirtschaft und die Gesellschaft soll und muss wieder laufen – aber wie? Was nehmen wir an Erken­nt­nis­sen mit? Und was wird sich ändern?

In der Krise der Coro­na-Pan­demie, die Unternehmen in Deutsch­land noch über 2020 hin­aus beschäfti­gen wird, wurde vie­len nicht nur die grundle­gen­den Mech­a­nis­men der glob­al­isierten Gesellschaft und glob­al­isierten Wirtschaft bewusst, son­dern es hat sich auch gezeigt, dass die Funk­tions­fähigkeit von Unternehmen und die Unversehrtheit der Mitar­beit­er untrennbar miteinan­der ver­woben sind. Als eine Auswirkung der Coro­na-Krise sehen sich viele Unternehmen zudem mit dro­hen­den Restruk­turierun­gen kon­fron­tiert, die selb­st wieder zu Gesund­heits­be­las­tun­gen inner­halb der Belegschaft führen.

Zu diesen Her­aus­forderun­gen hat Unopop Gesellschaft für rel­e­vante Kom­mu­nika­tion eine Unter­suchung ini­ti­iert, die genau dort anset­zt: beim Zusam­men­spiel von Mitar­beit­erge­sund­heit und Hand­lungs­fähigkeit von Unternehmen.

HSE im Rampenlicht

Durch das Coro­na-Virus ist ein Bere­ich ins Ram­p­en­licht getreten: Gesund­heit und Arbeitss­chutz – oder, wie es sich inter­na­tion­al als kom­plex­er Arbeits­bere­ich und um den Umweltschutz erweit­ert, etabliert hat – Health Safe­ty Envi­ron­ment, kurz HSE.

HSE ist das Ressort im Unternehmen, das die Unversehrtheit der Mitar­beit­er genau­so wie den Schutz der Umwelt sich­er­stellt.

Dabei gibt es viel zu tun. Denn durch men­schlich­es, tech­nis­ches oder anderen Umstän­den geschulde­tem Ver­sagen entste­hen jährlich erhe­bliche Schä­den an Leib und Seele von Mitar­beit­ern oder an der Umwelt, für die die Unternehmen let­ztver­ant­wortlich ein­ste­hen müssen. Und seit Anfang 2020 kon­fron­tiert das Coro­na-Virus die Unternehmen in vielfältiger Weise.

  • Doch wie gehen Betriebe mit mehreren Hun­derten oder vie­len Tausenden von Mitar­beit­ern mit dem „Angriff“ des Virus und seinen Fol­gen um?
  • Welche dynamis­chen Entwick­lun­gen in Bezug auf Gesund­heits­maß­nah­men hat die Krise in den Unternehmen angestoßen oder bere­its vorge­fun­den?
  • Gibt es pos­i­tive Ein­sicht­en, spez­i­fis­che Learn­ings und zukun­ftsweisende Hal­tun­gen, die als Gewinn aus der Krise mitgenom­men wer­den?

Um das her­auszufind­en wur­den von Unopop deutsch­landweit zahlre­iche Inter­views mit HSE-Ver­ant­wortlichen in mit­tel­ständis­chen Unternehmen und Großkonz­er­nen geführt.

Vier Nar­ra­tive [1] kristallisierten sich dabei her­aus, die unter­schiedliche Szenar­ien in Unternehmen beschreiben.

Zunächst: Narrativ Eins

Der erste Erzählstrang wird davon gekennze­ich­net, Coro­na als einen Schock­mo­ment zu über­ste­hen, um dann opti­mistisch zu ein­er früheren Nor­mal­ität zurück­zukehren – charak­ter­isiert als Kon­tin­u­um mit affir­ma­tiv­er Wirkung. Dieses Vorge­hen kann enorm zur Beruhi­gung beitra­gen und Halt bzw. Ori­en­tierung geben; oder anders aus­ge­drückt: „Der Wert Hoff­nung gewin­nt an Bedeu­tung.“ (Joachim Fis­ch­er, Leit­er Bere­ich Arbeitss­chutz, Lei­t­en­der Sicher­heitsin­ge­nieur der Fra­port AG)

Viele der von Coro­na weniger betrof­fe­nen Indus­triezweige, die die Krise ohne große per­son­elle Ein­bußen oder Umsatzein­bußen durch­laufen, wer­den zu dieser Hal­tung find­en – und ihr Weit­er-so kann als die beste Option für sie gele­sen wer­den.

Das Nar­ra­tiv Eins wird in jedem Fall ergänzt durch eine Neuau­flage der Pan­demie-/Not­fallpläne und in vie­len Fällen auch durch ver­schiedene Neuerun­gen.

Unternehmen entwick­eln zum Beispiel als neue Stan­dards Arbeit­splatz- und Wegeleit­sys­teme mit grafisch ver­ständlichen Botschaften und / oder sen­sorischen Ele­menten [2] oder führen ani­mierende sprachüber­greifende Plakate, Screens etc. für neue Hygien­er­ichtlin­ien ein. Oder entwick­eln eine neue Art der „Net­ti­quette“ – ein­er fre­undlichen, ver­trauens­bilden­den Geste statt des vor­mals üblichen Hän­de­schüt­telns, die z.B. bei Thyssenk­rupp Bil­stein GmbH als „Bil­stein-Gruß“ beze­ich­net wird.

In vie­len Fällen scheint die weniger stressende Abstandswahrung im Arbeit­sall­t­ag Abläufe zu entzer­ren und die Arbeit­squal­ität zu steigern. Aufk­om­mende Unsicher­heit­en durch neue Regeln und verän­derte Arbeits­be­din­gun­gen wer­den aufge­fan­gen durch ver­stärk­te Kom­mu­nika­tion­s­maß­nah­men, die „im Rah­men der Krise erhe­blich an Bedeu­tung gewon­nen [haben]. Die betrieb­sin­terne Kom­mu­nika­tion ist ein wichtiger Part, vielle­icht jet­zt und kün­ftig sog­ar wichtiger als je vorher.” (Detlef Hart­mann, ehem. Mit­glied des Vor­stands der eew ener­gy from waste AG)

Narrativ 2: Resilienz

Das Nar­ra­tiv Zwei über­denkt die Maxime des „schneller-höher-weit­er“ und justiert die unternehmerische Aus­rich­tung in Rich­tung Resilienz. Das „schneller“ als Just-in-time-Prinzip, die „höher“ zu hän­gende Gewin­n­marge oder das „weit­er“ der Wege zur Arbeit, zu Kon­feren­zen und gemein­samen Meet­ings oder preiswerten, aber aus­gedehn­ten Liefer­ket­ten, wird kün­ftig gegen eine verbesserte Wider­stands­fähigkeit der Hand­lungs­fähigkeit eines Unternehmens einge­tauscht. „Die Bedeu­tung der Resilienz von Unternehmen gegen Krisen, wie zum Beispiel ein­er Pan­demie, hat durch SARS-CoV­‑2 zugenom­men. Das gilt für die Not­fall-Pla­nung, die Vor­rat­shal­tung und für die Vor­sorge gegen Pro­duk­tion­srisiken und Pro­duk­tion­saus­fällen.“ ( Prof. Dr. Arno Weber, Vor­standsvor­sitzen­der VDSI)

Resiliente Unternehmen zeich­nen sich aber darüber hin­aus beson­ders dadurch aus, dass Gesund­heit, Arbeitssicher­heit und Umweltschutz in ihrer Unternehmen­sphiloso­phie fest­geschrieben sind – mit allen indizierten Per­son­alentschei­dun­gen hin zu ein­er ver­ant­wor­tungsvollen Führungskul­tur, denn bei HSE-Man­agern ist neben einem bre­it aufgestell­ten Fach­wis­sen auch Kreativ­ität und Team­fähigkeit gefragt. „Ver­bun­den mit emo­tionaler Intel­li­genz – um die Mitar­beit­er vor Ort auch auf­fan­gen zu kön­nen.“ (Dr. Oliv­er Polanz, Head of HSEQ, SPIE Deutsch­land & Zen­traleu­ropa GmbH)

Ein Neben­ef­fekt ist dabei, dass das Anse­hen der HSE-Ver­ant­wortlichen deut­lich gestiegen ist, wie HSE-Ver­ant­wortliche im Inter­view bestätigten: „Wir sind jet­zt ein Cen­ter of Com­pe­tence, ein ver­lässlich­er Part­ner, der in dieser [Corona-]Krise nochmal deut­lich präsen­ter wird. Auch unsere Rolle als Busi­ness­part­ner ist nochmal mehr gefes­tigt wor­den.“ (Nicole Roelvink, Senior Region­al Man­ag­er Health Man­age­ment, Ama­zon Koblenz GmbH)

Jede HSE-Maß­nahme, die in die Resilienz des einzel­nen Mitar­beit­ers investiert, stärkt damit die des gesamten Unternehmens.

Und die Band­bre­ite an Ansätzen ist groß: Von analo­gen ‚Befind­lichkeits-Vis­itenkarten’, die die psy­chis­chen Belas­tun­gen eines Mitar­beit­ers erfassen hin zu ein­er ‚Gesund­heits-Mon­i­tor­ing-App’, die über Tem­per­aturmes­sun­gen gesund­heit­sori­en­tierte konkrete Ver­hal­tensvor­gaben macht. Oder die Ver­sorgung der Belegschaft mit indi­vid­u­al­isiert pro­gram­mierten Wear­ables (am Kör­p­er oder in der Klei­dung trag­bare Com­put­ertech­nolo­gien) zur Unter­stützung der Bal­ance und Selb­stor­gan­i­sa­tion. „Wichtig ist dabei natür­lich immer, dass wir sehr ver­trauensvoll mit den Infor­ma­tio­nen und Tools umge­hen.“ (Flo­ri­an Stoupas, Head of Occu­pa­tion­al Safe­ty & Health, Thyssenk­rupp Bil­stein GmbH)

Sie inte­gri­eren zukun­ftsweisende Arbeits­for­men in ihre Arbeitsabläufe und instal­lieren klug geset­zte Weit­er­en­twick­lungs­for­mate für ihre Mitar­beit­er, beispiel­sweise mit Pro­gram­men wie „Gesund­heit­sori­en­tiertes Führen“.

Resilient beweist sich ein Unternehmen in der konkreten Coro­na-Krise aber auch dadurch, dass es nach der ersten Eindäm­mung der Pan­demie nicht nach­lässt, die effek­tiv­en Schutz­maß­nah­men zur Ver­mei­dung eines Rück­falls fort­laufend kon­se­quent anzuwen­den. „Das beweist auch die jüng­ste Entwick­lung. Insofern müssen sich Betrieb­särzte und Fachkräfte für Arbeitssicher­heit weit­er­hin eng aus­tauschen, um einen opti­malen Arbeits- und Gesund­heitss­chutz in den Betrieben zu gewährleis­ten. Dies kann nur gelin­gen, wenn bei­de Seit­en sich als Ein­heit ver­ste­hen und auch bere­it sind, voneinan­der zu ler­nen.“ (Dr. Tur­gay Gök­su, Geschäfts­führer Betrieb­sarztzen­trum Rhein-Neckar)

Drittes Narrativ: Kooperation

Hier stellt sich die Weiche zum drit­ten Nar­ra­tiv, bei dem die Koop­er­a­tion in den Mit­telpunkt gestellt wird: das betrieb­sin­terne, team­basierte, inter­diszi­plinär angelegte Zusam­men­spiel der Mitar­beit­er über Abteilungs­gren­zen und Hier­ar­chieebe­nen hin­weg.

Die Inte­gra­tion neuer Arbeitsstruk­turen und ‑for­mate geht in Nar­ra­tiv Drei zusam­men mit dem Teilen von Wis­sen, der Ent­fal­tung eines neuen, trans­for­ma­torischen Team­build­ing und dem Erken­nt­nis­gewinn durch kreative Ver­fahren.

Es entste­hen zur Bewäl­ti­gung der Coro­na-Krise inter­diszi­plinäre Leit­stellen und neue, kost­bare Ver­net­zun­gen, die die Gesund­heit der Mitar­beit­er und damit die Hand­lungs­fähigkeit der Pro­duk­tion­s­abläufe gewährleis­ten. „Die Dynamik aus dieser Lage mitzunehmen, um die Ecke zu denken und schnell reagieren zu müssen, das ist es wert, mit in den All­t­ag nach Coro­na mitgenom­men zu wer­den.“ (Dr. Oliv­er Polanz, SPIE Deutsch­land & Zen­traleu­ropa GmbH)

Viele der befragten Unternehmen entsenden ihre HSE-Man­ag­er als Ver­ant­wortliche dieses Zusam­men­spiels ihrer Krisen­teams. Sie sind zur Zeit die „best men“ in vie­len Organ­i­sa­tio­nen. „Ich hat­te noch nie so ein pos­i­tives Image wie heute.“ (Dr. Ralf Franke, Glob­al EHS / HSE Head at Siemens, Siemens AG)

Bei der koop­er­a­tiv­en Leis­tungs­fähigkeit geht es über die for­malen Schutzrichtlin­ien hin­aus darum, bei den Lösungs-Tools eine undog­ma­tis­che Vorge­hensweise zu entwick­eln, um zu inno­v­a­tiv­en Strate­gien bei den com­mon goods Gesund­heit, Arbeitssicher­heit und Umweltschutz zu kom­men.

Dazu wer­den beispiel­sweise Ideen­man­age­mentssys­teme durch poten­tialo­ri­en­tierte Beloh­nung­sprinzip­i­en zu einem K‑KVP, einem koop­er­a­tiv­en kon­tinuier­lichen Verbesserung­sprozess umge­baut. Oder auch Train­ings zu ‚Führen auf Dis­tanz‘ oder ‚Führen in Zeit­en der Verän­derung‘ oder zu Empow­er­ment mit flankieren­den, kreativ­en Schu­lungsjour­nalen real­isiert.

Unternehmen, die mit der Gestal­tung von Trans­for­ma­tion­sprozessen bere­its ver­traut sind, prof­i­tieren davon in der Coro­na-Krise in beson­derem Maße.

Der Koop­er­a­tionsansatz des Nar­ra­tiv Drei geht Hand in Hand mit ein­er wertschätzen­den Führungskul­tur. Dabei entste­ht aus ein­er klu­gen Führung zum einen eine weit­sichtige Fehlerkul­tur – „weg von der Kon­troll­si­t­u­a­tion, die nur darauf wartet, dass jemand einen Fehler macht.“ (Dr. Ralf Franke, Siemens AG)

Zum anderen beweist sich kluge Führung in dem Moment, wo durch dro­hende Restruk­turierun­gen die psy­chis­chen Belas­tung und der Ein­bruch der Ver­trauen­skul­tur in der Belegschaft ansteigen und durch gezielte Maß­nah­men aufge­fan­gen wer­den müssen.

Viertes Narrativ: Werteentwicklung

Der Kul­tur- und Werte­wan­del führt zu einem vierten Nar­ra­tiv: Aus der Coro­na-Gefahren­lage lassen sich Stand­punk­te und Hand­lungs­maßstäbe für kün­ftige Her­aus­forderun­gen – weit über eine näch­ste, mögliche Pan­demie – abstrahieren und dieses Vorge­hen kann auf weitre­ichende Zusam­men­hänge und Dimen­sio­nen in Bezug geset­zt wer­den.

Es geht um eine wesentliche Erneuerung des Wertesys­tems in den Unternehmen, einen Par­a­dig­men­wech­sel. „Nach Coro­na wird die Welt eine andere sein als vorher.“ (Kai Beck­mann, Mit­glied der Geschäft­sleitung, Mer­ck KGaA)

Zunächst ein­mal lässt sich fes­thal­ten, dass der Lock­down durch einen großen Kon­sens und ein deck­ungs­gle­ich­es Ziel aller han­del­nden Per­so­n­en und Unternehmen getra­gen war. „Es ist ein Ruck durch die Organ­i­sa­tion gegan­gen. Jet­zt will jed­er helfen. Früher wurde erst gefragt: Bin ich zuständig? Heute wird angepackt.“ (Dr. Ralf Franke, Siemens AG)

Dabei ging es über den Schutz nur der Mitar­beit­er hin­aus um den Schutz der gesamten Bevölkerung. Das Abwä­gen der ökonomis­chen Aus­rich­tung hin zu einem Nutzen für die All­ge­mein­heit kommt hier zum Aus­druck.

Und damit haben alle Beteiligten eine beson­dere Abstrak­tion­sleis­tung aufge­bracht und aus voraus­ge­sagten Dat­en und Fak­ten, eine Gefahren­lage abgeleit­et, Ver­ant­wor­tung für die Zukun­ft über­nom­men und präven­tiv Gegen­maß­nah­men und sinns­tif­tende Wen­dun­gen ein­geleit­et.

Kli­maschutz lässt sich als ver­gle­ich­bar abstrak­tes Phänomen wie die Coro­na-Pan­demie betra­cht­en: Er ist schw­er zu greifen und doch sehr real. Nicht alle wer­den betrof­fen sein, aber der Großteil wird exis­ten­zielle Ein­bußen haben. Wie Prof. Dr. Uwe Schnei­dewind aus Wup­per­tal prog­nos­tiziert, stellt der Kli­mawan­del „Coro­na im Großen mit anderen Verzögerungsef­fek­ten“ dar. „Kli­maschutz zu parken wird nicht funk­tion­ieren. Man kann doch an den konz­ertierten Coro­na-Maß­nah­men sehen, wie schnell sin­nvolle Verän­derung möglich sind, daher wird Kli­maschutz sicher­lich noch nach­haltiger gefordert wer­den“, stellte ein­er der Inter­view­part­ner fest.

Das bedeutet: Eine so ver­standene Post-Krisen-Erneuerung-durch-Erken­nt­nis kön­nte die Ein­schrei­bung des Kli­maschutzes in die Unternehmen­sziele voran­brin­gen. Einige der von Unopop befragten Unternehmen haben für sich diese Über­tra­gungsleis­tung auf andere Her­aus­forderun­gen bere­its vol­l­zo­gen und bauen in den näch­sten Monat­en ihre Kli­maschutz- und Nach­haltigkeits­be­mühun­gen deut­lich aus.

Somit erwächst aus dem „Groß­ex­per­i­ment“, das durch die Coro­na-Krise vielerorts in den Betrieben aus­gerufen wurde, eine Agen­da zur Zukun­fts­gestal­tung:

Busi­ness on soci­ety als das neue Busi­ness as usu­al.

Was bedeutet das alles für die Post-Corona-Ära?

  • Unternehmen stellen sich resilien­ter auf,
  • dazu wird Health, Safe­ty & Envi­ron­ment in Unternehmen auf eine deut­lich bre­it­ere Basis gestellt und zählt kün­ftig zu den zen­tralen inter­nen Busi­ness­part­nern,
  • die Ori­en­tierung an HSE-Regeln erfahren eine pos­i­tive Neube­w­er­tung im Unternehmensgeschehen,
  • das Wohl des Unternehmens beste­ht aus der Gesund­heit der Mitar­beit­er und der wirtschaftlichen Leis­tungs­fähigkeit,
  • die Entwick­lung neuer betrieb­sin­tern­er Net­zw­erke, die Flex­i­bil­isierung von Arbeits­for­mat­en und die Erneuerung von Arbeitsstruk­turen führen zu mehr pro­duk­tiv­er Koop­er­a­tion,
  • Unternehmen­skul­tur erhält als Werte‑, Führungs‑, Präven­tion­skul­tur wieder mehr Aufmerk­samkeit und wird durch vielfältige Kom­mu­nika­tion­s­maß­nah­men unter­mauert,
  • die Instal­la­tion ein­er weitre­ichen­den Dig­i­tal­isierung, die Entwick­lung der Arbeitswelt der Zukun­ft und neue Maßstäbe in nach­haltiger Mod­ernisierung zahlen auf den „Pur­pose“ der Unternehmen ein und set­zen ein „Busi­ness to soci­ety“ in Gang,
  • die kon­sen­suale Führungskul­tur mit Blick auf Busi­ness on soci­ety stärkt das Zusam­menge­hörigkeits­ge­fühl,
  • daher wer­den in den näch­sten Monat­en ver­stärkt Investi­tio­nen in Health-Safe­ty- und Nach­haltigkeits-Maß­nah­men und deren Kom­mu­nika­tion in alle Unternehmens­bere­iche geplant
  • und aus den ver­schiede­nen Erken­nt­nis­sen und Erfahrun­gen wer­den notwendi­ge Maß­nah­men für die kom­mu­nika­tive Begleitung dro­hen­der Restruk­turierun­gen abgeleit­et.

[1] Ein Nar­ra­tiv beze­ich­net eine sinns­tif­tende Erzäh­lung ein­er Gruppe oder eines Kul­turkreis­es, die Ein­fluss darauf hat, wie die Welt von den Akteuren wahrgenom­men wird, welche inter­nen Botschaften aus­gegeben wer­den, welche Werte, Pro­gram­matiken und Emo­tio­nen als akzept­abel gel­ten bzw. angestrebt wer­den. Ein bekan­ntes Beispiel ist das deutsche Wirtschaftswun­der. Bes­tim­mendes Ele­ment ist dabei das kollek­tiv anerkan­nte Bild, das durch seine Strahlkraft von den Akteuren mit Legit­im­ität verse­hen wird und eine (un)bewusste Ver­hal­tensrou­tine ein­leit­et.

[2] UNOPOP nutzt im Rah­men von medi­enüber­greifend­en Präven­tion­skam­pag­nen im Bere­ich Nudg­ing auch Smart Devices. Zum Beispiel sen­sor­basierte und mit Vibra­tio­nen und akustis­chen Sig­nalen arbei­t­ende Sys­teme, damit Mitar­beit­er in hochfre­quen­tierte­nAufen­thalt­sräu­men oder Warte­bere­ichen den gebote­nen Min­destab­stand von 1,5 m spielerisch umset­zen und gerne ein­hal­ten.


Foto: © Uwe Strat­mann

Autorin: Dr. Josephine Prokop

UNOPOP Gesellschaft für rel­e­vante Kom­mu­nika­tion.

Die Kom­mu­nika­tion­sagen­tur set­zt ihren Schw­er­punkt auf interne und externe, mitar­beit­erzen­tri­erte Kom­mu­nika­tion in den Bere­ichen Arbeitss­chutz, Gesund­heit und Nach­haltigkeit.

E‑Mail: josephine@unopop.de

www.unopop.de


Und der Öffentliche Dienst?

„Das Kerngeschäft im Öffentlichen Dienst ist Daseinsvor­sorge für die gesamte Bevölkerung. Schon die Auf­gaben rund um den Öffentlichen Gesund­heits­di­enst sind in ein­er Pan­demie sehr per­son­al­in­ten­siv. Dazu kommt, dass viele weit­ere Auf­gaben der öffentlichen Hand schlicht leben­snotwendig für das Gemein­we­sen sind. Wird der Müll nicht abge­holt, wer­den Hil­fs­bedürftige nicht betreut, wird die Exis­ten­zsicherung vom Amt nicht über­wiesen: dann hat das schnell gravierende Kon­se­quen­zen für Viele. Deshalb ist ein effek­tiv­er und effizien­ter Per­son­alein­satz unverzicht­bar. Spätestens hier kommt die Arbeitssicher­heit ins Spiel. Gesunde und sichere Arbeits­be­din­gun­gen sind für neue Tätigkeit­en, pan­demie-bed­ingt neu ein­gerichtete Arbeit­splätze und im Home­of­fice min­destens genau­so wichtig wie in der alten Nor­mal­ität. Sind die Arbeits­be­din­gun­gen schlecht, so kommt es früher oder später zu Per­son­alaus­fällen, was zu einem weit­er steigen­den Per­son­alaufwand führt. Aktuell kommt es aber zu drastis­chen Einsparun­gen bei den Aus­gaben der öffentlichen Hand. Für HSE-Akteure im Öffentlichen Dienst kommt es jet­zt darauf an, ihre betriebliche Rolle klar zu vertreten und auf gesunde, sichere und nach­haltige Struk­turen hinzuwirken. Die Zeit dafür ist gut: Die Pan­demie bed­ingt einen Dig­i­tal­isierungss­chub, der nur über solide Geschäft­sprozesse nach­haltig sein kann. Und genau das wird nur funk­tion­ieren, wenn HSE an der richti­gen Stelle Ein­fluss find­et.“ Michael Birk­horst, Lei­t­ende Fachkraft für Arbeitssicher­heit der Lan­deshaupt­stadt München

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