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Branchenregeln

Instru­ment zur praxis­na­hen Umset­zung des Arbeits­schut­zes

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Prak­ti­ker brau­chen einen schnel­len Zugang zu wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen. Diese sollen alle zu beach­ten­den Rechts­be­rei­che zu Sicher­heit und Gesund­heits­schutz umfas­sen. Die neuen Bran­chen­re­geln sind hier ein sehr nütz­li­ches Werk­zeug.

Mit der Neuge­stal­tung des Regel­werks der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger im Jahr 2012 wurde auch der Gedanke eines neuen Infor­ma­ti­ons­me­di­ums für die eigent­li­che Ziel­gruppe der Vorschrif­ten und Rege­lun­gen zum Arbeits­schutz, nämlich Unter­neh­mer und Beschäf­tigte, wieder aufge­grif­fen. Etwas Ähnli­ches gab es schon mal: die Sicher­heits­lehr­briefe und Merk­hefte. Aber in der Zwischen­zeit hatte sich eini­ges im Arbeits­schutz­recht bewegt: Immer mehr staat­li­che Vorschrif­ten und ein dazu­ge­hö­ri­ges Tech­ni­sches Regel­werk gesell­ten sich zu den Unfall­ver­hü­tungs­vor­schrif­ten und Regeln der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger.

Eine weitere wesent­li­che Forde­rung des Arbeits­schutz­ge­set­zes war die Beur­tei­lung der bei der Arbeit auftre­ten­den Gefähr­dun­gen und das Fest­le­gen notwen­di­ger Schutz­maß­nah­men zur Vermei­dung oder Mini­mie­rung von Unfäl­len und Gesund­heits­schä­den. Die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung wurde zum wich­tigs­ten Instru­ment für die Umset­zung von Sicher­heit und Gesund­heits­schutz im Unter­neh­men.

In der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung und insbe­son­dere bei der Fest­le­gung von Schutz­maß­nah­men soll der Unter­neh­mer aber nicht nur Vorschrif­ten und Regeln beach­ten, sondern auch die arbeits­wis­sen­schaft­li­chen und arbeits­me­di­zi­ni­schen Erkennt­nisse berück­sich­ti­gen und dies auf seinen konkre­ten Anwen­dungs­fall – die jewei­li­gen Tätig­kei­ten oder den Arbeits­platz – herun­ter­bre­chen. Ein fast unlös­ba­res Problem beson­ders für kleine und kleinste Unter­neh­men.

Hier kommen nun die neuen Bran­chen­re­geln zum Tragen. Sie verknüp­fen das staat­li­che Vorschriften- und Regel­werk und jenes der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger (UVT) mit den bran­chen­spe­zi­fi­schen Inhal­ten. Ergänzt wird das Ganze durch das Erfah­rungs­wis­sen des für die Bran­che zustän­di­gen UVTs, durch Aspekte aus der Gesund­heits­för­de­rung und Beispiele aus der Praxis. Die Bran­chen­re­geln bilden damit eine auf Tätig­kei­ten, Arbeits­plätze und Arbeits­ver­fah­ren bezo­gene Gesamt­über­sicht einer bestimm­ten Bran­che oder eines Tätig­keits­fel­des im Unter­neh­men. Dem Anwen­der wird auf über­sicht­li­che Weise das notwen­dige Wissen für die ziel­ge­rich­tete Umset­zung der Forde­run­gen zu Sicher­heit und Gesund­heits­schutz darge­legt. Die Bran­chen­re­geln werden in den Fach­be­rei­chen der Deut­sche Gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) erar­bei­tet und nach Abstim­mung mit allen betei­lig­ten Krei­sen veröf­fent­licht.

Einer der wesent­lichs­ten Unter­schiede zu den bisher bekann­ten Regeln der UVT ist, dass sie ein Gesamt­kom­pen­dium der für eine Bran­che gelten­den Rege­lun­gen sind, und sich nicht nur auf eine Tätig­keit oder einen Arbeits­be­reich beschrän­ken. Neben der Aufbe­rei­tung der zutref­fen­den staat­li­chen und ande­ren Vorschrif­ten werden beson­ders die in den Bran­che wich­ti­gen Gefähr­dun­gen und die daraus abzu­lei­ten­den Schutz­maß­nah­men über­sicht­lich und verständ­lich darge­stellt. Die Betrach­tung erfolgt „ganz­heit­lich“, also unter Einbe­zie­hung auch gesund­heit­li­cher und umwelt­spe­zi­fi­scher Einflüsse auf Arbeits­platz oder Tätig­keit. Beson­ders aus den Erfah­run­gen der an der Erar­bei­tung betei­lig­ten UVT, gesam­melt in vielen Betriebs­be­ge­hun­gen und Unfall­aus­wer­tun­gen, aber auch der Bera­tung von Unter­neh­men, erge­ben sich wirk­same und anwend­bare Hinweise für Schutz­maß­nah­men.

Ein weite­rer Aspekt für die gute Anwen­der­freund­lich­keit der Bran­chen­re­geln ist ihre einheit­li­che Gestal­tung. Sie werden alle in einer Struk­tur und Größe (Format A4) sowie einem anwen­der­freund­li­chen Umfang erstellt. Außer­dem erfolgt die Anspra­che des Nutzers persön­lich und in verständ­li­chen Formu­lie­run­gen; kompli­zierte juris­ti­sche Texte werden vermie­den. Ergän­zende Check­lis­ten, Frage­bö­gen und Gute-Praxis-Beispiele stei­gern ihren Nutz­wert noch­mals.

Lite­ra­tur

Hussing, M.: Das Vorschriften- und Regel­werk der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger. KAN-Brief 1–2012, S.6

Hussing, M: „Bran­chen­re­geln als Präven­ti­ons­in­stru­ment“. Vortrag auf dem Arbeits­me­di­zi­ni­sches Kollo­quium 2016. www.dguv.de/medien/inhalt/praevention/kampagnen/arbmed_kolloquium/kolloquium2016/ ‧hussing.pdf (aufge­ru­fen 29.01.19)

Neues Infor­ma­ti­ons­me­dium für den Arbeits­schutz – die Bran­chen­re­geln.
Foto: DGUV

Foto: © Foto­stu­dio City Color Munschke, Weimar

Autor: Dipl.-Ing. Ulf‑J. Schapp­mann

Sicher­heits­in­ge­nieur VDSI,

SIMEBU Thürin­gen GmbH


Die Bran­chen­re­geln können bestellt bezie­hungs­weise herun­ter­ge­la­den werden unter

https://publikationen.dguv.de/dguv/


Die Bran­chen­re­geln stel­len dar, was in der betrach­ten­den Bran­che gilt und wie es umge­setzt werden kann.“

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