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Sichere Schutzbrillen rund um die Uhr

Vor Ort bei Uvex in Fürth
Sichere Schutzbrillen rund um die Uhr

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Seit 2015 arbeit­et Alexan­der Kohl für die Uvex Safe­ty Group im Fürther Werk. Als Aus­bilder und Sicher­heits­beauf­tragter ist er für die Auszu­bilden­den und die Sicher­heit seines Teams in der Bril­len­fer­ti­gung zuständig. Bei­des geht er täglich mit Lei­den­schaft an und startet dafür ganz früh am Morgen.

Kirsten Rein

„Hier in unser­er Lehrw­erk­statt bekom­men wir alles gezeigt. Wir kön­nen uns jed­erzeit an Her­rn Kohl wen­den, wenn wir Fra­gen haben,“ sagt Lea Hoy­er. Die junge Frau aus Ober­michlbach bei Fürth ist im zweit­en Lehr­jahr als Elek­tron­ikerin bei Uvex beschäftigt. „Und das Schöne ist, dass wir voll mitar­beit­en und beispiel­sweise Schaltkästen nicht bauen, um sie dann ein­fach nur wieder zu zer­legen. Sie wer­den in der laufend­en Bril­len­her­stel­lung eingesetzt.“

Sicherheitsbrillen sehr gefragt

Leas Aus­bilder Alexan­der Kohl, seit 2015 im Hause Uvex und solange auch Sicher­heits­beauf­tragter, liebt seine Arbeit als Leit­er der Indus­triemechanik und Betrieb­se­lek­trik. Auch wenn es für ihn und alle Beteiligten im Fürther Werk zurzeit hoch herge­ht, find­et er immer Zeit für seine Schüt­zlinge. Eine beson­ders hohe Auf­tragslage beschert Uvex Arbeitss­chutz eine Sieben-Tage-Woche bei der Fer­ti­gung von Sicher­heits­brillen. „Wir stellen ger­ade Brillen her wie wahnsin­nig“, sagt Kohl. Es müssen Schicht­en umgestellt wer­den. Maschi­nen müssen instandge­hal­ten und opti­miert wer­den. Zukun­ftsweisende Ideen sollen in drei neuen Anla­gen ihre Umset­zung finden.

Für das Ehrenamt prädestiniert

Dafür ste­ht der 39-Jährige um 5 Uhr mor­gens auf und startet eine Stunde später im Betrieb. „Ich war schon immer ein Frühauf­ste­her.“ Sein Chef Gün­ther Alexi ist dann eben­falls schon vor Ort. So kann man sich auch mal in Ruhe aus­tauschen. Der gebür­tige Vilseck­er Kohl, der sich nach der Schule zunächst zum Tech­nis­chen Zeich­n­er aus­bilden ließ, anschließend eine Lehre zum Elek­tron­iker für Betrieb­stech­nik absolvierte und dann noch den Meis­ter drauf­sat­telte, war schon bei seinem vorheri­gen Unternehmen zehn Jahre Sibe. „Als Bauleit­er beziehungsweise Ser­vicemi­tar­beit­er im Bere­ich der Mit­telspan­nung­stech­nik schien ich dazu prädes­tiniert. Außer­dem war ich früher bei der Jugend­feuer­wehr und habe mich statt der Bun­deswehr für einen Dienst beim THW entsch­ieden.“ Kohl war dabei, als es im Som­mer 2002 galt, in Dres­den Hil­fe bei der ver­heeren­den Hochwasserkatas­tro­phe zu leisten.

Überschaubares Unfallgeschehen

Sein Mot­to als Sibe: Alle sollen mit offe­nen Augen in den Anla­gen arbeit­en. Er möchte die Mitar­beit­er für umsichtiges Han­deln sen­si­bil­isieren. „Sie kön­nen alles, was ihnen auf­fällt, ansprechen und mögliche Gefahren­quellen auch selb­st beseit­i­gen, wenn sie Ideen haben“, sagt Kohl. „Da ste­ht mal eine Leit­er nicht fest, Kabel liegen quer über dem Weg oder ein Kol­lege schickt sich an, Lack ohne Schutzhand­schuhe umzufüllen. In solchen Fällen sagt Kohl dann natür­lich was. „Wenn jemand die Vorschriften und Vor­sichts­maß­nah­men nicht ein­hält, wird er von mir wieder­holt darauf hingewiesen. Aber eigentlich passiert das hier gar nicht, alle möcht­en am Ende eines Arbeit­stages gesund zu ihren Fam­i­lien zurück­kehren. Nur sel­ten kommt es mal zu kleineren Ver­let­zun­gen durch Unachtsamkeit.“

Kohls Credo: präventiv arbeiten

Kohl arbeit­et am lieb­sten präven­tiv, erk­lärt schon den Azu­bis, warum und wie Schutzbrillen getra­gen wer­den müssen, wie man Ord­nung am Arbeit­splatz hält, damit keine Unfälle durch scharfe Mate­ri­alien oder fal­l­ende Gegen­stände passieren. Der Zugang zu Maschi­nen wird bei Uvex strikt gehand­habt. „Bei uns darf kein­er ohne Unter­weisung an eine Mas­chine. Nicht mal schnell helfen oder auch nur etwas hal­ten. Ohne eine solche Unter­weisung weiß man näm­lich im Zweifel nicht, wie auf Unvorherge­se­henes zu reagieren und/oder die Mas­chine zu stop­pen ist.“

Als Sibe organ­isiert Kohl ver­schiedene Infor­ma­tionsver­anstal­tun­gen – hal­b­jährlich für Azu­bis und ein­mal jährlich für die gesamte Belegschaft seines Bere­ich­es. „Da besprechen wir grund­sät­zliche Dinge, sen­si­bil­isieren für mögliche Gefahren und machen die Mitar­beit­er mit den Anla­gen ver­traut. Die jährlichen Unter­weisun­gen haben immer einen beson­deren Schw­er­punkt. Im ver­gan­genen Jahr waren das die ISO 50001 und der Umgang mit Beschrif­tungslasern. „In vie­len Maschi­nen und Anla­gen sind Laser inte­gri­ert oder wer­den nachträglich einge­baut. Wie muss die Ein­hausung beschaf­fen sein? Mit welchen Mit­teln reinigt man sie? Welchen Hand­schutz trägt man dabei?“ Diese und andere Fra­gen zum The­ma wur­den einge­hend erörtert.

Alljährlicher Schuhaustausch

Die Uvex Group im nord­bay­erischen Fürth wurde vor nahezu 100 Jahren von Philipp M. Win­ter als „Optis­che-Indus­trie-Anstalt“ gegrün­det. Sei­ther wer­den hier Schutzbrillen hergestellt. Das Port­fo­lio heute umfasst allerd­ings noch weit mehr: Arbeitss­chutz von Kopf bis Fuß gilt als ein­er der Schw­er­punk­te der Gruppe, die von Uvex Sports mit seinen dynamis­chen Brillen und sportlichen Hel­men inspiri­ert wird.

Ober­ste Prämisse ist jedoch die Sicher­heit bei der Arbeit. Dies gilt nicht nur in Hin­blick auf die eige­nen Pro­duk­te, son­dern grund­sät­zlich auch im Hause selb­st. „PSA bekommt bei uns jed­er“, so Kohl. Ein­mal jährlich wer­den die Schuhe aus­ge­tauscht. Defek­te PSA wird umge­hend erset­zt. Stoßkap­pen und Gehörschutz ste­hen generell allen Beschäftigten zur Verfügung.

Corona: Austausch online

Die 25 Sicher­heits­beauf­tragten am Fürther Stan­dort tre­f­fen sich regelmäßig zum Aus­tausch. In Coro­n­azeit­en wurde auf Online- und Videokon­feren­zen aus­gewichen. Sei­ther muss neben Mund-Nasen-Schutz vor allem auf regelmäßiges Hän­de­waschen und Desin­fek­tion geachtet werden.

„Weil die Hände der Kol­le­gen vor allem bei Bohrar­beit­en durch das küh­lende, schmierende Bohrwass­er extrem stra­paziert wer­den, haben wir zusam­men mit der Betrieb­särztin Frau Dr. Teich­gräber eine spezielle Hand­creme angeschafft“, berichtet Alexan­der Kohl. Von seinem Unternehmen fühlt er sich bei der­ar­ti­gen Aktio­nen gut unter­stützt: „Ich muss schon sagen, dass unsere Anre­gun­gen und Wün­sche hier im Haus sehr schnell umge­set­zt wer­den. Das ist nicht über­all so“, weiß Kohl und hat gle­ich noch weit­ere Beispiele parat: „Für das Auswech­seln von Robot­ern in den Anla­gen hat­ten wir zunächst nur eine dreibeinige Vor­rich­tung. Das war rel­a­tiv unsich­er und man hat sich ständig wehge­tan. Nach­dem wir das adressiert hat­ten, wurde diese Vor­rich­tung durch einen selb­st­fahren­den Motorhub­wa­gen erset­zt. Und neulich erst haben wir eine län­gere Leit­er angeschafft, mit der ein­fach kom­fort­abler und damit weniger unfall­trächtig zu arbeit­en ist.“

Begehungen und Gruppenbesprechungen

„Unsere Anla­gen hier in der Her­stel­lung sind schon sehr gut konzip­iert“, ergänzt Kohl. Dank RFID Chips sind auch keine Manip­u­la­tio­nen möglich. Zum per­sön­lichen Schutz der Mitar­beit­er wer­den die Maschi­nen zudem kon­tinuier­lich nachgerüstet. Durch gemein­same Arbeit­splatzbege­hun­gen mit Kol­le­gen wird das Sicher­heits­denken verin­ner­licht. „Wenn das nicht sofort klappt, lasse ich mich nicht aus der Ruhe brin­gen, son­dern wieder­hole mein Anliegen oder ver­suche einen anderen Weg zu gehen.“

Manch­mal helfe auch, beson­deres Ver­hal­ten, Prob­leme oder Kon­flik­te in der Gruppe zu besprechen. „Grund­sät­zlich ist das Ver­hält­nis bei Uvex sehr kol­le­gial. Alle haben unter­schiedliche Stärken, davon prof­i­tieren auch unsere Auszubildenden.“

Und wenn’s Prob­leme gibt – nicht nur im Betrieb, son­dern auch in der Beruf­ss­chule – kön­nen Lea Hoy­er und ihr Aus­bil­dungskol­lege Tol­ga Koledere die sehr erfahre­nen Fach­leute ansprechen. „Eine 30-jährige Betrieb­szuge­hörigkeit ist hier keine Sel­tenheit, da füh­le ich mich mit meinen fünf Jahren noch als Grün­schn­abel“, lacht Kohl.

Sicherheitsdenken vom Vater geerbt

Sein Sicher­heits­denken wurde Kohl – wie vie­len anderen Sicher­heits­beauf­tragten auch – dabei bere­its in die Wiege gelegt. „Mein Vater hat mir Risiken bewusst gemacht und mich geprägt. Auch er war schon Feuer­wehrmann“, erzählt Kohl in seinem melodiösen Oberpfälzisch. In sein­er eige­nen Zeit bei der Feuer­wehr und beim THW habe er schlimme Unfälle durch Unacht­samkeit gese­hen – wie einen Mann, der in eine tiefe Bau­grube gestürzt ist. Oder eben Verkehrsunfälle.

Prävention daheim

Das hat ihn geprägt – und sein Sicher­heits­denken gilt natür­lich auch zuhause: Da gibt es neben Erk­lärun­gen und dem Aufzeigen von möglichen Gefahren auch einen speziellen Fen­ster- und Balkon­schutz, damit der sech­sjähri­gen Tochter nichts passiert.


Steckbrief

  • Alexan­der Kohl
  • 39 Jahre
  • Leit­er Indus­triemechanik und Betriebstechnik/Ausbilder
  • Sicher­heits­beauf­tragter seit 2005
  • Branche: Industrie/Arbeitsschutz

Firmenkasten_Uvex_Flaggen.jpg
Foto: Kirsten Rein

Über die uvex group

Uvex entwick­elt, pro­duziert und vertreibt Pro­duk­te und Ser­viceleis­tun­gen für die Sicher­heit und den Schutz von Men­schen im Berufs‑, Sport- und Freizeit­bere­ich. Die uvex group mit Stamm­sitz in Fürth (Nord­bay­ern) beste­ht aus den drei Gesellschaften uvex safe­ty group, uvex sports group und Fil­tral group mit den sieben Marken uvex safe­ty, laservi­sion, Heck­el und HexA­r­mor im Arbeitss­chutz, uvex sports und ALPINA für den Sport sowie Fil­tral für Brillen.

  • Grün­dung: 1926 von Philipp M. Win­ter als „Optis­che-Indus­trie-Anstalt“
  • Mitar­beit­er am Stamm­sitz: cir­ca 900
  • Mitar­beit­er weltweit: 2.700, davon zwei Drit­tel in Deutschland
  • 48 Nieder­las­sun­gen in 22 Ländern
  • Umsatz: Mehr als 475 Mil­lio­nen Euro im Geschäft­s­jahr 2018/19
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