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Prüfung elektrischer Anlagen

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Mit der DGUV Infor­ma­tion 203–070 „Wiederkehrende Prü­fun­gen ortsverän­der­lich­er elek­trisch­er Arbeitsmit­tel – Fach­wis­sen für Prüf­per­so­n­en“ und der DGUV Infor­ma­tion 203–071 „Wiederkehrende Prü­fun­gen ortsverän­der­lich­er elek­trisch­er Arbeitsmit­tel – Organ­i­sa­tion durch den Unternehmer“ liegen schon seit län­ger­er Zeit zwei etablierte Schriften vor. Jet­zt wurde die Rei­he rund um das The­ma „Elektroprüfungen“mit der DGUV Infor­ma­tion 203–072 „Wiederkehrende Prü­fun­gen elek­trisch­er Anla­gen und orts­fester Betrieb­smit­tel – Fach­wis­sen für Prüfpersonen“abgerundet.

Autor: Dipl.-Ing. Rain­er Rottmann

Die Prü­fung elek­trisch­er Anla­gen stellt für Elek­trik­er prak­tisch die „Königsklasse“ aller Prü­fun­gen dar, weil kaum eine elek­trische Anlage der anderen gle­icht. Außer­dem ist eine elek­trische Anlage im Ver­gle­ich zu elek­trischen Betrieb­smit­teln im Laufe ihrer nor­maler­weise deut­lich län­geren Lebens­dauer sowohl mehr schädi­gen­den Ein­wirkun­gen als auch wesentlich häu­figeren Verän­derun­gen unter­wor­fen.

Nor­men und Fach­büch­er zur Prü­fung dieser Anla­gen gibt es zwar genug, doch sind diese zum Beispiel auf­grund ihres Umfangs, ihres Preis­es oder ihres For­mats häu­fig nicht als Nach­schlagew­erk vor Ort geeignet. Mit der nun vor­liegen­den DGUV Infor­ma­tion 203–072 „Wiederkehrende Prü­fun­gen elek­trisch­er Anla­gen und orts­fester Betrieb­smit­tel – Fach­wis­sen für Prüf­per­so­n­en“ erhält der Anwen­der eine han­dliche, über­sichtliche und zudem kosten­freie Infor­ma­tion für die sichere und sachgerechte Durch­führung von Elek­tro­prü­fun­gen.

Für erfahrenes Prüfpersonal und Arbeitgeber

Haup­tadres­sat dieser DGUV Infor­ma­tion ist das erfahrene Prüf­per­son­al. Da aber ins­beson­dere die Auswahl des geeigneten Per­son­als sowie die Bere­it­stel­lung von notwendi­gen per­sön­lichen Schutzaus­rüs­tun­gen, Werkzeu­gen sowie Hil­f­s­mit­teln dem Arbeit­ge­ber beziehungsweise Anla­gen­be­treiber obliegt, enthal­ten ger­ade die zu Anfang gegebe­nen Hin­weise zur Vor­bere­itung der Prü­fung auch für diesen Per­so­n­enkreis rel­e­vante Infor­ma­tio­nen für die Organ­i­sa­tion.

Zwar wird mit der DGUV Infor­ma­tion 203–072 das Rad nicht neu erfun­den (denn der Ablauf wiederkehren­der Prü­fun­gen an elek­trischen Anla­gen ist bere­its durch die VDE 0105–100 fest­gelegt). Doch weil DGUV Infor­ma­tio­nen nicht im gle­ichen Maße wie Vorschriften, Regeln oder Nor­men an ein bes­timmtes Erschei­n­ungs­bild gebun­den sind, war es möglich, dass diese Schrift im Ver­gle­ich zu der Prüfnorm deut­lich mehr Erläuterun­gen in Form von Fotografien, Grafiken und Prax­is­tipps enthält.

Dies bet­rifft ins­beson­dere die Grafiken. Diese sind jet­zt nicht mehr als rel­a­tiv abstrak­te Schalt­pläne aus­ge­führt, son­dern stellen die typ­is­chen Sit­u­a­tio­nen vor Ort dar und vere­in­fachen somit das Ver­ständ­nis der den einzel­nen Mes­sun­gen zugrunde liegen­den Prinzip­i­en.

Die Prax­is­tipps und Fall­beispiele beziehen sich oft­mals auf typ­is­che bei der Durch­führung von Prü­fun­gen auftre­tende Prob­lem­stel­lun­gen und geben Hin­weise, wodurch diese her­vorgerufen wer­den oder wie sie zu lösen sind.

Vorgehen bei Veränderungen

Wie ein­gangs bere­its erläutert, unter­liegen elek­trische Anla­gen in viel größerem Maße Verän­derun­gen gegenüber ihrem ursprünglichen Zus­tand als elek­trische Betrieb­smit­tel. Die DGUV Infor­ma­tion trägt diesem Sachver­halt Rech­nung und geht auch auf die sich hier­aus ergeben­den Kon­se­quen­zen ein (zum Beispiel Vorge­hen bei nicht vor­liegen­den oder nicht aktuellen Unter­la­gen, notwendi­ge Nachrüs­tun­gen an den Stand der Tech­nik).

Insofern stellt die Schrift auch ein Hil­f­s­mit­tel dar, um dort, wo der Auf­gaben- und Ver­ant­wor­tungs­bere­ich des Prüf­per­son­als nor­maler­weise an seine Gren­zen stößt, mit dem Arbeit­ge­ber beziehungsweise Anla­gen­be­treiber geeignete Maß­nah­men für den sicheren Weit­er­be­trieb der elek­trischen Anla­gen und Betrieb­smit­tel ableit­en zu kön­nen.

Auf sich neuerd­ings ergebende Prob­lem­stel­lun­gen, wie zum Beispiel Net­zrück­wirkun­gen oder Ableit­ströme, wird in der DGUV Infor­ma­tion 203–072 eben­so einge­gan­gen wie auf nor­ma­tiv nicht geforderte, jedoch sin­nvolle zusät­zliche Mes­sun­gen, wie zum Beispiel Ther­mo­grafien, Net­z­analy­sen oder Schut­zleit­er­strommes­sun­gen.

Dauerbrenner Dokumentation

Ein beson­deres Augen­merk wurde auch dem Kapi­tel „Doku­men­ta­tion der Prü­fun­gen“ gewid­met, denn anders als bei ortsverän­der­lichen elek­trischen Betrieb­smit­teln existieren bei der Anla­gen­prü­fung oft keine nor­ma­tiv fest­gelegten Gren­zw­erte, die eine ein­fache „Gut-Schlecht-Bew­er­tung“ ermöglichen. Daraus fol­gt, dass erst die gewis­senhafte Doku­men­ta­tion ein­er Erst­prü­fung die Bew­er­tung der aus Fol­geprü­fun­gen gewonnenen Ergeb­nisse ermöglicht. Als Hil­festel­lung hier­für wur­den im Down­load­bere­ich der DGUV Check­lis­ten sowie Vor­drucke für Prüf­pro­tokolle und ‑berichte zur freien Ver­fü­gung eingestellt (siehe Link­tipps). Wie bere­its die DGUV Infor­ma­tion 203–070 „Wiederkehrende Prü­fung ortsverän­der­lich­er elek­trisch­er Arbeitsmit­tel – Fach­wis­sen für Prüf­per­so­n­en“ enthält auch die neue DGUV Infor­ma­tion ein Kapi­tel, welch­es sich mit der Auswahl eines geeigneten Prüfgeräts und des notwendi­gen Zube­hörs befasst. Erläuterun­gen hierzu sind notwendig, da unter anderem auch das Prüf­spek­trum inzwis­chen größer gewor­den ist (zum Beispiel Prü­fung von RCD des Typ B oder von KFZ-Ladesäulen) beziehungsweise sin­nvolles Spezialzube­hör oft gar nicht bekan­nt ist (siehe Abbil­dung 3).

Abgerun­det wird die Schrift durch die Erläuterung der einzel­nen Net­z­for­men sowie der dabei zu berück­sichti­gen­den Beson­der­heit­en, denn oft­mals wer­den durch nachträgliche Instal­la­tio­nen die ursprünglichen Net­z­for­men ver­fälscht, so dass den Prüfern häu­fig gar nicht klar ist, welche Net­z­form eigentlich vor­liegen sollte.

Was jet­zt noch bleibt, ist die bish­erige DGUV Infor­ma­tion 203–071 „Wiederkehrende Prü­fun­gen ortsverän­der­lich­er elek­trisch­er Arbeitsmit­tel – Organ­i­sa­tion durch den Unternehmer“ so anzu­passen, dass sie sowohl auf die Prü­fung elek­trisch­er Anla­gen als auch auf die Prü­fung elek­trisch­er Arbeitsmit­tel anzuwen­den ist. Sobald dies erfol­gt ist, liegt eine Schriften­rei­he vor, durch die alle an den Elek­tro­prü­fun­gen beteiligten Per­so­n­en jew­eils auf sie speziell zugeschnit­tene Infor­ma­tio­nen erhal­ten.

Abb. 1: Die DGUV 203–072 zeigt neue Darstel­lungs­for­men für die einzel­nen Prüf­schritte.

 

 

 

Die neue DGUV Infor­ma­tion 203–072 „Wiederkehrende Prü­fun­gen elek­trisch­er Anla­gen und orts­fester Betrieb­smit­tel“ kann entwed­er bei dem zuständi­gen Unfal­lver­sicherungsträger bestellt oder unter dem fol­gen­den Link herun­terge­laden wer­den:
http://publikationen.dguv.de, Such­be­griff 203–072

 


Linktipps

  • DGUV Infor­ma­tion 203–070 „Wiederkehrende Prü­fun­gen ortsverän­der­lich­er elek­trisch­er Arbeitsmit­tel – Fach­wis­sen für Prüf­per­so­n­en“: http://publikationen.dguv.de, Such­be­griff 203–070

 

  • DGUV Infor­ma­tion 203–071 „Wiederkehrende Prü­fun­gen ortsverän­der­lich­er elek­trisch­er Arbeitsmit­tel – Organ­i­sa­tion durch den Unternehmer“: http://publikationen.dguv.de, Such­be­griff 203–071

 

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