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TRBS 2121 Gefährdungen von Beschäftigten durch Absturz

TRBS 2121
Gefähr­dun­gen von Beschäf­tig­ten durch Absturz

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Im Katalog der Arbeitsschutzprämien der BG BAU: Die leichte Plattformleiter. Das Foto zeigt die vierstufige Variante. Foto: © BG BAU – J. Maringer
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Seit eini­gen Mona­ten liegt die Neufas­sung der Tech­ni­schen Regel für Betriebs­si­cher­heit „Gefähr­dung von Beschäf­tig­ten durch Absturz“ (TRBS 2121) vor. Lesen Sie im Folgen­den, warum die Ände­run­gen notwen­dig waren und was sich nun in der betrieb­li­chen Praxis ändert.

Für die Über­ar­bei­tung der TRBS 2121 gab es drei wesent­li­che Gründe: Erstens war eine Anpas­sung und Abgren­zung von Begriffs­be­stim­mun­gen an die novel­lierte Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nung (Betr­SichV) aus dem Jahr 2015 und das staat­li­che Regel­werk erfor­der­lich. So wurde unter ande­rem für die tech­ni­sche Absturz­si­che­rung der Begriff „Schutz­vor­rich­tung“ einge­führt. Zudem erfolgte ein Abgleich mit den Inhal­ten der DGUV-Regelwerke im Hinblick auf die neu in Anhang 1 und 3 der Betr­SichV aufge­nom­me­nen tech­ni­schen Arbeits­mit­tel, Krane und maschi­nen­tech­ni­sche Arbeits­mit­tel der Veran­stal­tungs­tech­nik.

Zwei­tens führte das Unfall­ge­sche­hen bezie­hungs­weise die Risi­ko­be­wer­tung von Arbei­ten in der Höhe zu einer Über­ar­bei­tung der TRBS 2121. Das Risiko von Unfäl­len wird ermit­telt aus dem Produkt der Häufig­keit und der Verlet­zungs­schwere. Es gibt nach wie vor eine hohe Anzahl von Unfäl­len mit tenden­zi­ell schwe­ren Verlet­zun­gen, die auch bei gerin­gen Absturz­hö­hen von unter zwei Metern statis­tisch ins Gewicht fallen. Die Verlet­zungs­schwere führt häufig zu lang­wie­ri­gen gesund­heit­li­chen Folgen und dauer­haf­ten Einschrän­kun­gen für die Verun­fall­ten. Abstur­zun­fälle aus großen Höhen enden oft tödlich. Dabei sind fehlende oder mangelnde Sicher­heits­ein­rich­tun­gen ein wesent­li­cher Faktor. Betrach­tet man die Arbeits­mit­tel, so gehen nach Erfah­run­gen der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger fast 50 Prozent aller Abstur­zun­fälle auf den Gebrauch von Leitern zurück; 23 Prozent passie­ren bei der Verwen­dung von Gerüs­ten. Die Anpas­sun­gen der TRBS 2121–1 und TRBS 2121–2 erschei­nen daher aus Sicht der Präven­tion sinn­voll.

Der dritte wesent­li­che Grund für die Über­ar­bei­tung der TRBS 2121-Reihe ergibt sich aus der tech­ni­schen Weiter­ent­wick­lung der Arbeits­mit­tel und einer notwen­di­gen Anpas­sung an den Stand der Tech­nik. In den folgen­den Abschnit­ten wird darge­stellt, welche Auswir­kun­gen die Über­ar­bei­tung der TRBS 2121-Reihe für die Betriebe hat.

Ände­run­gen in den „Allge­mei­nen Anfor­de­run­gen“

Die Neufas­sung des allge­mei­nen Teils der TRBS 2121 bringt einige für Unter­neh­men rele­vante Ände­run­gen mit sich. Dies betrifft insbe­son­dere den Abschnitt in der alten Fassung, wonach Arbei­ten ohne persön­li­che Schutz­aus­rüs­tung gegen Absturz (PSAgA) in Einzel­fäl­len zuläs­sig war. Dies war nicht konform mit der Betr­SichV. Die Neufas­sung fordert, dass ein Arbei­ten in Berei­chen mit Absturz­ge­fähr­dun­gen gemäß der Betr­SichV nur mit Maßnah­men statt­fin­den darf, die einen Absturz vermei­den. Es gilt also: „Nie mehr ohne!“. Beim Thema PSAgA gibt es weitere Ände­run­gen: Neben begriff­li­chen Erwei­te­run­gen wird nun sehr genau beschrie­ben, was PSAgA umfasst, wie diese als Schutz­maß­nahme zu bewer­ten ist und was bei ihrer Auswahl zu berück­sich­ti­gen ist. Alle vier Teile der TRBS 2121 sind jeweils in Verbin­dung mit dem allge­mei­nen Teil der TRBS 2121 anzu­wen­den (vgl. Kasten Seite 20).

Ände­run­gen in Teil 1

In Teil 1 der TRBS 2121 geht es um die Verwen­dung von Gerüs­ten. Die Verwen­dung von Bauhilfs­mit­teln nach dem Produkt­si­cher­heits­ge­setz (ProdSG) (zum Beispiel Bock­ge­rüste, fahr­bare Arbeits­büh­nen, Trag­ge­rüste, Scha­lun­gen) sind nicht mehr über diese TRBS gere­gelt. Die neue TRBS 2121–1 fordert jetzt noch konkre­ter, dass geeig­nete Maßnah­men zum Schutz gegen Absturz nach dem TOP-Prinzip (tech­ni­sche vor orga­ni­sa­to­ri­schen vor perso­nen­be­zo­ge­nen Schutz­maß­nah­men) vor Beginn der Arbei­ten zu planen, auszu­wäh­len und fest­zu­le­gen sind. Aufzüge, Trans­port­büh­nen und Trep­pen sind grund­sätz­lich bei der Planung für die Nutzung des Gerüsts gegen­über Leitern zu bevor­zu­gen.

Können Aufzüge, Trans­port­büh­nen oder Trep­pen aufgrund der bauli­chen Gege­ben­hei­ten (zum Beispiel durch Platz­man­gel oder stati­sche Gege­ben­hei­ten) nicht als Zugang zu Arbeits­plät­zen einge­setzt werden, können an deren Stelle Leitern verwen­det werden. Zugänge sind mindes­tens alle 50 Meter vorzu­se­hen.

Von Ebenen, die mit Aufzü­gen, Trans­port­büh­nen oder Trep­pen erschlos­sen sind, dürfen zusätz­lich maxi­mal zwei weitere, nicht umlau­fende Gerüst­la­gen (zum Beispiel Giebel­be­reich, Staf­fel­ge­schoss) mit innen­lie­gen­den Leiter­gän­gen began­gen werden.

Beim Auf‑, Um- und Abbau des Gerüsts werden weiter­hin Leiter­gänge benutzt, sofern nicht ein Trep­pen­turm die Wege erleich­tert. Neu ist jedoch die Forde­rung, dass bei durch­ge­hen­der Gerüst­flucht – entspre­chend der Rang­folge der Schutz­maß­nah­men – auf der obers­ten Gerüst­lage mindes­tens ein eintei­li­ger Seiten­schutz oder ein Monta­ge­si­che­rungs­ge­län­der verwen­det werden muss. Bei bauli­chen Gege­ben­hei­ten wie Balko­nen und Erkern, Über­brü­ckungs­kon­struk­tio­nen oder spezi­el­len Gerüst­bau­ar­ten sind diese tech­ni­schen Maßnah­men zur Absturz­si­che­rung oft nicht möglich. Hier muss grund­sätz­lich die im Gerüst­bau übli­che PSAgA verwen­det werden – voraus­ge­setzt, geeig­nete Anschlag­punkte sind vorhan­den. Die Anfor­de­run­gen für den Einsatz von PSAgA sind dabei zu beach­ten: Neben einer geson­der­ten Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung und einem Rettungs­kon­zept muss der Arbeit­ge­ber zudem die bestim­mungs­ge­mäße Verwen­dung der PSAgA durch eine geson­derte Unter­wei­sung und prak­ti­sche Rettungs­übun­gen sicher­stel­len. Eine neue und sinn­volle Forde­rung der TRBS ist das Tragen eines Schutz­helms mit Kinn­rie­men bei der Verwen­dung von PSAgA.

Grund­sätz­lich dürfen nur fach­lich geeig­nete Beschäf­tigte des Gerüs­ter­stel­lers den Auf‑, Um- und Abbau von Gerüs­ten ausfüh­ren. Der Gerüs­ter­stel­ler hat einen Plan für den Gebrauch zur Verfü­gung zu stel­len, den der Gerüst­nut­zer im Rahmen seiner Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung zu berück­sich­ti­gen hat. Neu ist die „quali­fi­zierte Person“, die im Auftrag des Gerüst­nut­zers die Inau­gen­sch­ein­nahme und Funk­ti­ons­kon­trolle auf offen­sicht­li­che Mängel am Gerüst über­nimmt und sich von der siche­ren Funk­tion in Abhän­gig­keit der jewei­li­gen Nutzung der Gerüste über­zeugt.

Ände­run­gen in Teil 2

In Teil 2 der TRBS 2121 geht es um die Verwen­dung von Leitern. In der Neufas­sung findet sich eine sehr deut­li­che Forde­rung nach Alter­na­ti­ven zum Arbeits­mit­tel Leiter. Im Rahmen der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung ist zu prüfen, ob für die vorge­se­he­nen Tätig­kei­ten kein „siche­re­res“ Arbeits­mit­tel als eine Leiter verwen­det werden kann. Alter­na­ti­ven gibt es viele, einige ausge­wählte Beispiele sind in der Tech­ni­schen Regel nun auch konkret benannt, wie zum Beispiel Gerüste und Hubar­beits­büh­nen.

Die Leiter­bau­art muss für die vorge­se­he­nen Tätig­kei­ten geeig­net sein. Für geringe Steig­hö­hen bis etwa einem Meter kann beispiels­weise der Tritt ein effek­ti­ves und siche­res Arbeits­mit­tel sein. Bei größe­ren Höhen muss die Sicher­heits­hier­ar­chie in Bezug auf die Leiter­bau­ar­ten berück­sich­tigt werden: Das Arbei­ten von einer Plattform- oder Podest­lei­ter ist siche­rer als von der Spros­sen­steh­lei­ter. Die Platt­form bezie­hungs­weise das Podest sorgen für einen stabi­le­ren Stand und redu­zie­ren somit das Unfall­ri­siko. Aus diesem Grund fördert die BG BAU die Anschaf­fung von leich­ten Platt­form­lei­tern bis zu 50 Prozent über die Arbeits­schutz­prä­mien.

Darüber hinaus müssen in die Beur­tei­lung auch die Einsatz­dauer der Leiter und die Häufig­keit ihrer Verwen­dung einflie­ßen. Hier setzt die Neufas­sung der TRBS 2121–2 gewisse Gren­zen. Es muss unter­schie­den werden, ob die Leiter als Verkehrs­weg, also als Zu- bezie­hungs­weise Abgang zu höher gele­ge­nen Arbeits­plät­zen oder als hoch­ge­le­ge­ner Arbeits­platz verwen­det werden soll. Bei der Nutzung als Verkehrs­weg ist die Verwen­dung grund­sätz­lich auf einen zu über­win­den­den Höhen­un­ter­schied von maxi­mal fünf Metern beschränkt. Eine Ausnahme ist nur zuläs­sig, wenn die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung ergibt, dass der Zu- und Abgang sicher durch­ge­führt werden kann. Dabei sind die Verwen­dungs­dauer und die Verhält­nis­mä­ßig­keit ande­rer, siche­rer Arbeits­mit­tel zu berück­sich­ti­gen.

Bei der Beur­tei­lung, ob eine Leiter als Arbeits­platz in Frage kommt, ist jetzt zu berück­sich­ti­gen, dass die Neufas­sung der TRBS die Verwen­dung der Leiter als dauer­haf­ten Arbeits­platz grund­sätz­lich nur bis zu einer Stand­höhe von zwei Metern zulässt. Nur wenn zeit­wei­lige Arbei­ten ausge­führt werden, darf auf einer Stand­höhe bis zu fünf Metern gear­bei­tet werden. Als zeit­wei­lige Arbei­ten im Sinne der TRBS 2121–2 gelten Arbei­ten, die einen Zeit­raum von zwei Stun­den je Arbeits­schicht nicht über­schrei­ten. Beispiel­haft sind Wartungs‑, Instandhaltungs‑, Inspektions‑, Mess- und Monta­ge­ar­bei­ten aufge­führt. Wich­tig ist die Neue­rung, dass trag­bare Leitern nur verwen­det werden dürfen, wenn der Beschäf­tigte mit beiden Füßen auf einer Stufe oder Platt­form steht. Diese Anfor­de­rung trägt der Ergo­no­mie und dem Unfall­ge­sche­hen Rech­nung, denn die Ermü­dung bei dauer­haf­ter Arbeit, die auf Leiter­spros­sen stehend ausge­übt wird, kann das Unfall­ri­siko deut­lich erhö­hen. Nur in beson­ders begrün­de­ten Ausnah­me­fäl­len sind Spros­sen­lei­tern einsetz­bar. Dies ist beispiels­weise bei Arbei­ten in engen Schäch­ten oder bei der Ernte im Obst­bau zuläs­sig. Für fast alle ande­ren Tätig­kei­ten auf dem Arbeits­mit­tel Leiter bedeu­tet dies jedoch: „Stufe statt Sprosse!“.

Neu ist die Anfor­de­rung, die Umgebungs- und Witte­rungs­ver­hält­nisse bei zeit­wei­li­gen Arbei­ten zu berück­sich­ti­gen. Wenn Wetter­phä­no­mene wie star­ker Wind oder Verei­sung eine mögli­che Gefähr­dung für Beschäf­tigte durch herab­fal­lende oder umfal­lende Teile oder gar Absturz­ge­fah­ren verur­sa­chen könn­ten, dürfen Arbei­ten nicht begon­nen werden oder sind einzu­stel­len.

Spros­sen­lei­tern werden mittel­fris­tig also deut­lich selte­ner auf deut­schen Baustel­len anzu­tref­fen sein. Die Herstel­ler von Leitern entwi­ckeln derzeit verstärkt das Segment der Stufen­lei­tern weiter und tragen so den Anfor­de­run­gen der TRBS 2121–2 Rech­nung. Die BG BAU bestärkt diese Entwick­lung: Sie bietet neben einer Förde­rung bei der Anschaf­fung von Leiter­al­ter­na­ti­ven wie Bautrep­pen auch Unter­stüt­zung in Form von Arbeits­schutz­prä­mien für leichte Platt­form­lei­tern, Tritte, Arbeits­po­deste und Klein­po­deste an. Zudem beglei­tet die
BG BAU die Entwick­lung von neuar­ti­gen Leiter­ty­pen, so zum Beispiel einer „Stufen­an­le­ge­lei­ter“ mit Stufen und einer maxi­ma­len Stand­höhe von fünf Metern. Auch hier ist beab­sich­tigt, eine Förde­rung einzu­rich­ten.

Ände­run­gen in Teil 3

Die TRBS 2121–3 befasst sich mit der Gefähr­dung von Beschäf­tig­ten durch Absturz bei der Verwen­dung von Zugangs- und Posi­tio­nie­rungs­ver­fah­ren unter Zuhil­fe­nahme von Seilen. Im Anwen­dungs­be­reich wurden konkrete Arbeits­be­rei­che ergänzt. So werden neben Wartungs- und Reini­gungs­ar­bei­ten an Fassa­den auch das Veranstaltungs-Rigging (Höhen­ar­bei­ten für den Auf- und Abbau von Traver­sen bei Veran­stal­tun­gen) aufge­führt. Außer­dem wurden neben der Anpas­sung an die Begriff­lich­kei­ten der Betr­SichV auch konkre­tere Begriffs­be­stim­mun­gen einge­führt und die System­kom­po­nen­ten klarer benannt.

Die TRBS 2121–3 unter­schei­det nun zwischen der Quali­fi­zie­rung zum Höhen­ar­bei­ter und dem seil­un­ter­stütz­ten Baum­ar­bei­ter. Es wurde deut­lich gemacht, dass es sich um zwei unter­schied­li­che Verfah­ren handelt. Weiter­hin wird die Bedeu­tung von Rettungs­maß­nah­men stär­ker betont, ein stän­di­ger Sicht- und Rufkon­takt gefor­dert und die Allein­ar­beit direkt unter­sagt.

Die Anfor­de­run­gen an die Quali­fi­ka­tion und die notwen­di­gen Kennt­nisse des beauf­trag­ten Aufsicht­füh­ren­den sowie der Beschäf­tig­ten, die verti­kale Zugangs- und Posi­tio­nie­rungs­ver­fah­ren sowie hori­zon­tale und diago­nale Zugangs- und Posi­tio­nie­rungs­ver­fah­ren durch­füh­ren, wurden über­sicht­lich aufge­führt und erwei­tert. Die Tech­ni­sche Regel legt nun fest, dass künf­tig umfas­sende Kennt­nisse zur sicher­heits­ge­rech­ten Orga­ni­sa­tion von Bau- und Monta­ge­stel­len nach­zu­wei­sen sind. Es sind mindes­tens zwei beauf­tragte Beschäf­tigte einzu­set­zen, von denen mindes­tens einer ein beauf­trag­ter Aufsicht­füh­ren­der sein muss.

Ände­run­gen in Teil 4

Bei der TRBS 2121–4 fällt zunächst der Titel auf, der entspre­chend der Betr­SichV ergänzt wurde. Er lautet nun „Gefähr­dung von Beschäf­tig­ten durch Absturz – Ausnahms­wei­ses Heben von Beschäf­tig­ten mit hier­für nicht vorge­se­he­nen Arbeits­mit­teln“. „Ausnahms­wei­ses Heben“ im Sinne der TRBS 2121–4 liegt dann vor, wenn ein Arbeits­mit­tel zum bestim­mungs­ge­mä­ßen Heben nicht einge­setzt werden kann oder wenn die Dauer und Häufig­keit des Hebens so gering ist, dass der Einsatz von Arbeits­mit­teln, die bestim­mungs­ge­mäß zum Heben von Perso­nen vorge­se­hen sind, nicht verhält­nis­mä­ßig ist. Zusätz­lich wurden Krite­rien für die Beur­tei­lung der Gefähr­dung fest­ge­legt sowie Beispiele für „ausnahms­wei­ses Heben“ aufge­nom­men. Auch bei dieser Tech­ni­schen Regel wurde der Anwen­dungs­be­reich einge­grenzt. Die Neufas­sung regelt nun den Einsatz von Flur­för­d­er­zeu­gen mit senk­rech­tem Hubmast sowie von kraft­be­trie­be­nen Kranen, bei denen ein Perso­nen­auf­nah­me­mit­tel (PAM) an einem Last­ha­ken ange­schla­gen wird. Andere Arbeits­mit­tel wie gelän­de­gän­gige Tele­skop­stap­ler oder Gegen­ge­wichts­stap­ler, Hydrau­lik­bag­ger und Radla­der sind ausge­nom­men. Das Aufset­zen einer Arbeits­bühne als Perso­nen­auf­nah­me­mit­tel an die Gabel­z­in­ken entspricht nicht dem Stand der Tech­nik. Hier sind Arbeits­mit­tel mit Schnell­wech­sel­ein­rich­tung und mit Steu­er­stand im Perso­nen­auf­nah­me­mit­tel zu verwen­den. Dies sind bestim­mungs­ge­mäß zum Heben von Perso­nen zuge­las­sene Arbeits­mit­tel.

Außer­dem wurden die Anfor­de­run­gen an die Beschäf­tig­ten mit orga­ni­sa­to­ri­schen und perso­nen­be­zo­ge­nen Maßnah­men sowie die tech­ni­schen Maßnah­men für die Verwen­dung von Flur­för­d­er­zeu­gen, Kranen und Perso­nen­auf­nah­me­mit­teln über­ar­bei­tet. Zudem sind nun die Prüfun­gen vor erst­ma­li­ger und erneu­ter Verwen­dung sowie die erfor­der­li­chen wieder­keh­ren­den Prüfun­gen fest­ge­legt. Dabei wird zwischen Flur­för­d­er­zeu­gen und Kranen unter­schie­den.

Der Aufkle­ber enthält neben den Regeln für die sichere Verwen­dung von Steh­lei­tern auch Platz für die Plakette zur regel­mä­ßi­gen Prüfung. Der Aufkle­ber kann unter <a href=„http://www.bgbau.de“>www.bgbau.de</a> (Suche nach: H22) bestellt werden.
Foto: © BG BAU – H.ZWEI.S. Werbe­agen­tur GmbH

Foto: privat

Guido Fiede­ler
Sicher­heits­in­ge­nieur, Leiter des VDSI-Fachbereichs Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nung


Foto: privat

Hendrikje Rahming
Sach­ge­biet Hoch­bau im Fach­be­reich Bauwe­sen der DGUV e.V.

BG BAU Präven­tion


Struk­tur der TRBS 2121-Reihe

Die TRBS 2121 teilt sich auf in einen „Allge­mei­nen Teil“ sowie vier weitere Teile. Diese gelten zusätz­lich, das heißt sie sind jeweils in Verbin­dung mit dem allge­mei­nen Teil der TRBS 2121 anzu­wen­den.

Die TRBS konkre­ti­sie­ren die Anfor­de­run­gen der Betriebs­si­cher­heits­ver­ord­nung (Betr­SichV). Die Einhal­tung der Tech­ni­schen Regeln ist gene­rell nicht verbind­lich. Der Arbeit­ge­ber kann bei der Einhal­tung der Tech­ni­schen Regeln jedoch davon ausge­hen, dass die Anfor­de­run­gen der Betr­SichV einge­hal­ten werden (Vermu­tungs­wir­kung). Setzt der Arbeit­ge­ber die gestell­ten Anfor­de­run­gen der Verord­nung auf andere Art und Weise um, so muss er mindes­tens die glei­che Sicher­heit und den glei­chen Gesund­heits­schutz errei­chen. Da es im Falle eines Unfalls schwie­rig sein dürfte diesen Nach­weis zu erbrin­gen, wird daher die betrieb­li­che Umset­zung und Einhal­tung Tech­ni­scher Regeln empfoh­len.


Die TRBS 2121-Reihe ist abruf­bar unter: www.baua.de Ange­bote Rechts­texte und Tech­ni­sche Regeln Tech­ni­scher Arbeits­schutz (inkl. Tech­ni­sche Regeln) Tech­ni­scher Arbeits­schutz TRBS

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