Startseite » Sicherheit » Gefährdungsbeurteilung »

Helfen kann und muss jeder

Das sagt das Gesetz
Helfen kann und muss jeder

Anzeige
Wegschauen gilt nicht: In welch­er Form Anwe­sende Hil­fe leis­ten müssen und wann Meldepflicht bei der Beruf­sgenossen­schaft beste­ht, fasst dieser Beitrag zusammen.

Bet­ti­na Brucker

„Wer bei Unglücks­fällen oder gemein­er Gefahr oder Not nicht Hil­fe leis­tet, obwohl dies erforder­lich und ihm den Umstän­den nach zuzu­muten, ins­beson­dere ohne erhe­bliche eigene Gefahr und ohne Ver­let­zung ander­er wichtiger Pflicht­en möglich ist, wird mit Frei­heitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geld­strafe bestraft.“ (§ 323c Strafge­set­zbuch StGB). Das bedeutet: Wer bei Gefahr oder Not keine Hil­fe leis­tet, obwohl er dazu in der Lage ist, macht sich der „unter­lasse­nen Hil­feleis­tung“ schuldig und wird bestraft. Allerd­ings gilt: Nie­mand muss …

  • selb­st ein­greifen und
  • sich selb­st in Gefahr bringen,
  • aber Hil­fe holen muss jeder.

Und in § 32 StGB Notwehr/Nothilfe heißt es:

„(1) Wer eine Tat bege­ht, die durch Notwehr geboten ist, han­delt nicht rechtswidrig.

(2) Notwehr (Nothil­fe) ist die Vertei­di­gung, die erforder­lich ist, um einen gegen­wär­ti­gen rechtswidri­gen Angriff von sich oder anderen abzuwehren.“ Das bedeutet: Wer ein­er Per­son hil­ft, die ange­grif­f­en wird, han­delt grund­sät­zlich aus Notwehr und macht sich nicht strafbar.

Meldepflicht beachten!

Für Gewaltvor­fälle im Arbeit­skon­text gel­ten grund­sät­zlich die gle­ichen Regelun­gen wie für Arbeit­sun­fälle. Gewaltvor­fälle sind – wie andere Arbeit­sun­fälle – meldepflichtig, wenn sie mehr als drei Kalen­dertage Arbeit­sun­fähigkeit verur­sachen. Doch psy­chis­che Erkrankun­gen durch Gewalt- oder Extremereignisse treten oft zeitverzögert auf. Deshalb empfehlen die Berufsgenossenschaften:

  • Melden Sie Extremereignisse wie schwere Kör­per­ver­let­zung, Sex­u­alde­lik­te oder (Raub-)Überfälle immer, auch wenn diese auf dem Arbeitsweg passiert sind. Beste­ht für das Ereig­nis keine Meldepflicht, muss die betrof­fene Per­son zus­tim­men, damit Sie den Fall der Beruf­sgenossen­schaft melden können.
  • Melden Sie Gewal­tereignisse, wenn sie bemerken, dass direkt oder indi­rekt Betrof­fene sich psy­chisch auf­fäl­lig ver­hal­ten. Auch Per­so­n­en, die das Geschehen am Arbeit­splatz oder auf dem Arbeitsweg „nur“ miter­lebt oder ein­er Per­son geholfen haben, kön­nen psy­chisch belastet sein. Reak­tio­nen auf Gewal­tereignisse kön­nen sich unter anderem in Gereiztheit, gedrück­ter Stim­mung, Abs­tump­fung und Ver­lust der Freude am Beruf sowie dem Wun­sch nach einem Beruf­swech­sel ausdrücken.
  • Treten in Ihrem Betrieb häu­figer Gewalt- oder Extremereignisse auf, holen Sie sich pro­fes­sionelle Unter­stützung zum Beispiel bei den Experten Ihrer Berufsgenossenschaft.
Anzeige
Newsletter

Jet­zt unseren Newslet­ter abonnieren

Meistgelesen

Jobs
Sicherheitsbeauftragter
Titelbild Sicherheitsbeauftragter 12
Ausgabe
12.2020
ABO
Sicherheitsingenieur
Titelbild Sicherheitsingenieur 1
Ausgabe
1.2021
ABO
Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice
Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de