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Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

Rolle und Aufga­ben der Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit

Die Rollen und Aufgaben der Sifa bei der Gefährdungsbeurteilung psychische Belastungen wurden konkretisiert.
Obwohl schon lange Pflicht, werden psychische Belastungen in vielen Betrieben noch nicht ausreichend angegangen. Foto: © Robert Kneschke – stock.adobe.com
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Die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen ist in vielen Betrie­ben noch ein weißer Fleck auf der Land­karte des Arbeits­schut­zes. Das liegt unter ande­rem auch daran, dass tradi­tio­nell psychi­sche Belas­tun­gen nicht als Betä­ti­gungs­feld der Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit gese­hen wurden, was aber keine zeit­ge­mäße Sicht­weise mehr ist.

Nach § 6 des Arbeits­si­cher­heits­ge­set­zes haben die Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heitdie Aufgabe, den Arbeit­ge­ber beim Arbeits­schutz und bei der Unfall­ver­hü­tung in allen Fragen der Arbeits­si­cher­heit einschließ­lich der menschen­ge­rech­ten Gestal­tung der Arbeit zu unter­stüt­zen“. Hinzu kommt, dass sie bera­ten sollen bei der „Gestal­tung der Arbeits­plätze, des Arbeits­ab­laufs, der Arbeits­um­ge­bung und in sons­ti­gen Fragen der Ergo­no­mie“.

Dies sind Themen, die in den 70er Jahren im Zusam­men­hang mit arbeits­psy­cho­lo­gi­schen Frage­stel­lun­gen in Reak­tion auf die dama­lige Huma­ni­sie­rungs­de­batte entwi­ckelt wurden und daher expli­zit mit psychi­schen Belas­tun­gen verbun­den sind.

Inso­fern war dieses Thema – zuge­ge­be­ner­ma­ßen eher indi­rekt ausge­drückt – schon immer eine Aufgabe für die Fach­kräfte. Dass das Arbeits­si­cher­heits­ge­setz bezüg­lich der Aufga­ben­be­schrei­bung einer gründ­li­chen Reno­vie­rung unter­zo­gen werden müsste, spielt dabei keine Rolle, da die Fach­kräfte bei „allen“ Themen zu bera­ten haben. Es wäre aber nicht ange­mes­sen, den Fach­kräf­ten in dieser Hinsicht Vorwürfe zu machen, da weder der Gesetz­ge­ber noch die Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger und schon gar nicht die meis­ten Unter­neh­mer dieses Thema in der Vergan­gen­heit wirk­lich forciert haben.

 

Zwar gab es bereits seit 1987 die DIN 33405, die wesent­li­chen Begriffe zu psychi­schen Belas­tun­gen fest­legte, seit 1996 die gesetz­li­che Verpflich­tung zu einer Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen (nicht etwa erst seit 2013) und es gab auch eine Reihe von Hand­lungs­hil­fen durch die Berufs­ge­nos­sen­schaf­ten. Leider wurde dabei versäumt klar­zu­stel­len, was die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen eigent­lich will. Das hat zu Fehl­in­for­ma­tio­nen und zu vorschnel­len Abgren­zun­gen zum Thema geführt.

Es geht bei der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen nicht um eine Beur­tei­lung der psychi­schen Verfas­sung von Einzel­per­so­nen oder von Beleg­schaf­ten, sondern um die Beur­tei­lun­gen von kollek­tiv einwir­ken­den Arbeits­be­din­gun­gen, die nach arbeits­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen geeig­net sind, mögli­cher­weise nega­tive Auswir­kun­gen auf das Erle­ben von Arbeit bei den Mitar­bei­tern auszu­lö­sen.

Es geht also nicht um Diagnose und Thera­pie an der Person, sondern um die Verbes­se­rung von Arbeits­pro­zes­sen, ‑abläu­fen und ‑inter­ak­tio­nen im Betrieb – Kern­auf­ga­ben von Fach­kräf­ten und Betriebs­ärz­ten. Leider wurde diese saubere Tren­nung nicht hinrei­chend klar kommu­ni­ziert, was bis zu Äuße­run­gen wie „ein Psycho­loge kommt mir nicht in den Betrieb“ geführt hat.

Dass aber in diesem Span­nungs­feld die Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit ihre Aufgabe hat, wurde zum Beispiel bereits von Witt­mann (2008) und von Kipar­ski (2013) darge­stellt. Eine Veröf­fent­li­chung der Gemein­sa­men Deut­schen Arbeits­schutz­stra­te­gie (GDA) hat dies aber unlängst auf ein neues Niveau geho­ben.

Die Quali­fi­zie­rungs­emp­feh­lun­gen

Wie bereits ange­deu­tet, hat die GDA unlängst in ihrem „Arbeits­pro­gramm Psyche“ eine Schrift mit dem etwas umständ­li­chen Titel „Empfeh­lun­gen zur Quali­fi­zie­rung betrieb­li­cher Akteure für die Umset­zung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen“ heraus­ge­ge­ben. Ziel ist, Vorga­ben und Anfor­de­run­gen an die folgen­den betrieb­li­chen Akteure vorzu­schla­gen bezie­hungs­weise zu defi­nie­ren:

  • Unternehmer/in
  • Inter­es­sen­ver­tre­tung
  • Führungs­kraft
  • Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit
  • Betriebsarzt/-ärztin

Diese Empfeh­lung orien­tiert sich an acht soge­nann­ten Outco­mes (siehe Kasten „Die Outco­mes“) und legt hier fest, welche Inhalte jedem Akteur im Rahmen dieser Outco­mes zuge­ord­net sind. Dabei beschränkt sich das Papier aber nicht etwa auf rein fach­li­che Inhalte, sondern macht auch deut­li­che Aussa­gen, in welcher Rolle die GDA jeden dieser Akteure sieht.

Hier muss vor dem Miss­ver­ständ­nis gewarnt werden, den Begriff „Empfeh­lun­gen“ als reine unver­bind­li­che Vorschläge zu inter­pre­tie­ren. Für den Komplex der psychi­schen Belas­tun­gen gibt es im Gegen­satz zu ande­ren Gefähr­dungs­ar­ten weder eine Verord­nung noch Tech­ni­sche Regeln. Deswe­gen springt hier die GDA in die Rege­lungs­lü­cke und legt als ein führen­des und wegwei­sen­des Gremium aus Vertre­tern von Bund, Ländern und Unfall­ver­si­che­rungs­trä­gern „Empfeh­lun­gen“ (zum Beispiel auch zur Umset­zung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tung) vor, die den sich aus der Rege­lungs­lü­cke erge­ben­den Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum einengen.

Gleich­zei­tig werden damit die Sicht­weise und der Gestal­tungs­wille des Gremi­ums sicht­bar, das aus rechts­for­ma­len Grün­den keine rein anord­nen­den Schrif­ten verfas­sen kann. Die „Empfeh­lun­gen“ und „Leit­li­nien“ der GDA sind aber rich­tungs­wei­sende Inter­pre­ta­ti­ons­pa­piere und Hand­lungs­hil­fen, die auch beim Aufsichts­han­deln berück­sich­tigt werden und die zu vernach­läs­si­gen nicht hilf­reich ist.

Aufga­ben der Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit

Die in den Quali­fi­zie­rungs­emp­feh­lun­gen zuge­wie­se­nen Rollen an die Fach­kräfte sind komplex und umfas­send, sie sind in Tabelle 1 darge­stellt. Mit gerin­gen, aber wich­ti­gen Ergän­zun­gen sind für die Betriebs­ärzte die Rollen prak­tisch deckungs­gleich beschrie­ben. Die Auflis­tung zeigt sehr deut­lich, dass die Fach­kräfte im Wesent­li­chen in einer Beratungs- und Unter­stüt­zungs­rolle gese­hen werden, wobei natür­lich eine Verschrän­kung mit der Arbeits­me­di­zin anzu­stre­ben ist. Eine wich­tige Funk­tion liegt aber auch in der Wissens­ver­mitt­lung und in einer Lotsen­funk­tion. Die Fach­kraft soll durch­aus aufmerk­sam dafür sein, welche Signale Mitar­bei­ter senden und ob Auffäl­lig­kei­ten gege­be­nen­falls auf unan­ge­mes­sene psychi­sche Belas­tun­gen zurück­zu­füh­ren sein könn­ten.

Sie sollen aber auch einfa­che, orien­tie­rende Instru­mente hand­ha­ben können und erste Bera­tun­gen zu so spezi­el­len Themen wie Mobbing, Burnout etc. sowie zur Primär- und Sekun­där­prä­ven­tion auf allge­mei­ner Ebene durch­füh­ren können. Dabei beschränkt sich aber die Rolle
der Fach­kraft in erster Linie auf das Arbeits­sys­tem bezie­hungs­weise die Arbeit­neh­mer­schaft als Kollek­tiv. Indi­vi­du­elle Unter­stüt­zun­gen, Auswer­tung von perso­nen­be­zo­ge­nen Einzel­as­pek­ten und andere eher indi­vi­du­al­prä­ven­tive Maßnah­men blei­ben dem Betriebs­arzt vorbe­hal­ten.

Unglück­lich formu­liert sind sicher die in Tabelle 1 genann­ten ersten beiden Aspekte, in denen (sowohl bei Fach­kräf­ten als auch bei Ärzten) von „Sicher­stel­lung“ die Rede ist. Schon rein recht­lich können Fach­kraft und Betriebs­arzt nicht sicher­stel­len, dass psychi­sche Belas­tun­gen bei der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung berück­sich­tigt werden, da letzt­lich die Verant­wor­tung und die Gestal­tungs­kom­pe­tenz beim Arbeit­ge­ber bezie­hungs­weise den Sozi­al­part­nern liegen.

In ähnli­cher Weise kann die Fach­kraft auch die quali­ta­tive Güte nicht sicher­stel­len, da die Auswahl von Metho­den, einzu­set­zen­den (gege­be­nen­falls exter­nen) Spezia­lis­ten und Hilfs­mit­teln der Mitbe­stim­mung unter­liegt und die Ausge­stal­tung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung eben­falls in einem Abstim­mungs­pro­zess zwischen den betrieb­li­chen Sozi­al­part­nern erfolgt. Beide Seiten soll­ten von der Fach­kraft bera­ten werden. Gege­be­nen­falls offen­sicht­li­che oder vermeint­li­che falsche Entschei­dun­gen können aber von der Fach­kraft nicht „gekippt“ werden.

Inso­fern kann die für beide Profes­sio­nen formu­lierte Vorgabe der „Sicher­stel­lung“ in der betrieb­li­chen Praxis nur als „Hinwir­kung“ inter­pre­tiert werden, mehr ist nicht möglich.

Unge­ach­tet dieses insge­samt eher unter­ge­ord­ne­ten Problems wird deut­lich, dass die Fach­kraft Verant­wor­tung für die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen hat und diese wahr­neh­men muss. Dafür benö­tigt sie aber entspre­chen­des Wissen.

Kennt­nisse der Fach­kraft

Der eigent­li­che Kern des GDA-Papiers ist die Darstel­lung, welche Kennt­nisse  von den Fach­kräf­ten zur Ausfül­lung der genann­ten Rollen zu erwar­ten sind, bezie­hungs­weise welche Kennt­nisse ihnen zu vermit­teln sind. Dies ist in Tabelle 2 in Bezug zu den „Einzel­out­co­mes“ darge­stellt. Deut­lich erkenn­bar ist, dass hier ein brei­tes Wissen gefor­dert wird, das von grund­le­gen­den Modell­vor­stel­lun­gen und Metho­den­wis­sen bis hin zu solchen „heik­len“ Themen wie Mobbing und Burnout reicht. Dabei ist es aber wich­tig zu beto­nen, dass gerade für die letzt­ge­nann­ten ein Grund­wis­sen gefor­dert wird. Die Betriebs­ärzte – deren Quali­fi­zie­rungs­an­for­de­run­gen sonst im Wesent­li­chen ähnlich sind – sollen in diesen Punk­ten dage­gen den wissen­schaft­li­chen Stand beherr­schen. Umge­kehrt kann aus dieser Quali­fi­zie­rungs­leit­li­nie aber auch heraus­ge­le­sen werden, welche Fach­kun­de­an­for­de­run­gen an Akteure gestellt werden, die sich mit der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen beschäf­ti­gen oder beschäf­ti­gen wollen.

Die psychi­schen Belas­tun­gen sind als Gegen­stand der Beur­tei­lung im § 5 des Arbeits­schutz­ge­set­zes veran­kert, aber – wie bereits oben ange­merkt – weder durch eine spezi­fi­zie­rende Verord­nung noch durch Tech­ni­sche Regeln unter­mau­ert. Inso­fern gibt es eine breite Unsi­cher­heit, wie diese Beur­tei­lung erfol­gen muss und welche Fach­leute heran­zu­zie­hen sind. Aller­dings besteht kein Zwei­fel, dass auch diese Beur­tei­lung, wie alle ande­ren, fach­kun­dig zu erstel­len ist.

Durch die Quali­fi­zie­rungs­emp­feh­lun­gen hat die GDA nun deut­lich gemacht, welche Mindest­an­for­de­run­gen an das Wissen oder die Fach­kunde zu fordern sind. Dadurch fallen gege­be­nen­falls viele poten­zi­elle Akteure aus. So wären zum Beispiel reine Psycho­lo­gen oder gar Psycho­the­ra­peu­ten nicht fach­kun­dig, die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung zu erstel­len, da es ihnen (meist) an den notwen­di­gen Arbeits­schutz­kennt­nis­sen fehlt und häufig eine zu starke indi­vi­dua­li­sierte Sicht­weise vorherrscht. Denn: Es geht um das zu verbes­sernde Arbeits­sys­tem.

Auf der ande­ren Seite bedeu­tet dies nicht, dass Fach­kraft und Betriebs­arzt allein die Beur­tei­lung ausfüh­ren müssen oder sollen. Eine fach­kun­dige Erstel­lung setzt bereits vor der eigent­li­chen Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung eine diffe­ren­zierte Reflek­tion darüber voraus, wie und durch welche Akteure die Beur­tei­lung fach­kun­dig ausge­führt werden kann. In vielen Fällen wird sich heraus­stel­len, dass nur ein Team aus Arbeits­schüt­zern, Mitar­bei­ter­ver­tre­tern und gege­be­nen­falls exter­nen Fach­leu­ten (zum Beispiel Arbeits­psy­cho­lo­gen), die Frage­stel­lun­gen ange­mes­sen bear­bei­ten kann.

Span­nend zu lesen ist auch, dass die Quali­fi­zie­rungs­emp­feh­lun­gen keiner­lei Anga­ben zu ande­ren Akteu­ren machen, also zum Beispiel zu Vertre­tern des Betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments (BGM). Diese werden offen­sicht­lich nicht als primäre Ansprech­part­ner gese­hen, da der regu­lierte Arbeits­schutz (dann) ausrei­chend quali­fi­zierte Akteure bereit­hält. Will also ein Unter­neh­men die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen über das BGM abbil­den lassen, so ist auch hier die Fach­kunde sicher­zu­stel­len. Entwe­der durch eine entspre­chende Ausbil­dung oder durch eine ange­mes­sene Team­ge­stal­tung.

Fazit

Die von der GDA heraus­ge­ge­ben Empfeh­lun­gen sind ein wich­ti­ger Meilen­stein, um das Thema der psychi­schen Belas­tun­gen stär­ker in den Betrie­ben zu veran­kern und gleich­zei­tig den beiden wich­tigs­ten Haupt­an­sprech­part­nern ihre Rolle in Bezug auf eine unan­ge­mes­sene psychi­sche Arbeits­ge­stal­tung klar­zu­ma­chen.

Das wird nicht von heute auf morgen umzu­set­zen sein, da gelebte Fach­kul­tu­ren erwei­tert werden müssen. Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit wurden bisher häufig tech­nik­ori­en­tiert ausge­wählt, da deren tradi­tio­nelle Ausrich­tung nur geringe Affi­ni­tä­ten zu psychi­schen Aspek­ten der Arbeits­ge­stal­tung aufwies. Hier müssen flächen­de­ckend Fort­bil­dungs­an­ge­bote vorge­hal­ten werden und/oder in den Betrie­ben die Auswahl­kri­te­rien für die zu bestel­len­den Fach­kräfte über­dacht werden. In wenig tech­nisch ausge­rich­te­ten Betrie­ben ist es nicht erfor­der­lich, immer einen Inge­nieur oder Mitar­bei­ter mit rein tech­ni­scher Ausbil­dung zur Fach­kraft zu machen.

Auf der ande­ren Seite macht die GDA damit noch einmal deut­lich, dass psychi­sche Belas­tun­gen ein Kern­thema des Arbeits­schut­zes sind und entspre­chende Akti­vi­tä­ten in den gewohn­ten Struk­tu­ren und durch in der Praxis bewährte Akteure zu bear­bei­ten sind – und die GDA dies den genann­ten Akteu­ren auch zutraut. Die gele­gent­lich nahezu „zwang­haft“ erschei­nende Dele­ga­tion des Themas in andere Prozess­struk­tu­ren wie zum Beispiel dem BGM ist nicht erfor­der­lich und wird auch von den leiten­den Fach­krei­sen nicht als notwen­dig erach­tet.

 

Lite­ra­tur

- Kipar­ski, R. von (2013): Beur­tei­lung arbeits­be­ding­ter psychi­scher Belas­tun­gen durch Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit. –
Sicher­heits­in­ge­nieur 8/2013, 8 – 13

- Witt­mann, S. (2008): Jetzt auch noch Seelenk­lemp­ner, Teil 1 und Teil 2. –
Sicher­heits­in­ge­nieur 9/2008, 44 – 47,
Sicher­heits­in­ge­nieur 10/2008, 40 –42


 

Autor: Dr. Gerald Schnei­der
BAD Gesund­heits­vor­sorge und
Sicher­heits­tech­nik GmbH, Bonn

E‑Mail: gerald.schneider@bad-gmbh.de

Foto: privat

Die Outco­mes

Die Gemein­same Deut­sche Arbeits­schutz­stra­te­gie (GDA) ist eine gesetz­lich veran­kerte Platt­form, die sich aus Vertre­tern von Bund, Ländern und Behör­den zusam­men­setzt und ein gemein­sa­mes Präven­ti­ons­han­deln garan­tie­ren soll. Zu den viel­fäl­ti­gen Aufga­ben der GDA gehö­ren auch Fragen zu gemein­sa­men Arbeits­schutz­zie­len, verbes­ser­ter Umset­zung in den Betrie­ben und ange­pass­ten Vorschrif­ten. Ein großer Teil der Arbeit der GDA wird weder von der Öffent­lich­keit noch von den Arbeits­schutz­ak­teu­ren wahr­ge­nom­men, da die Ergeb­nisse – für uns Außen­ste­hende meist uner­kannt – zum Beispiel in tech­ni­sche Regeln oder Rege­lun­gen der Unfall­ver­si­che­rungs­trä­ger einge­hen. Für die Prak­ti­ker inter­es­sant wird es aber immer dann, wenn es ansons­ten keine Rege­lun­gen gibt, wie zum Beispiel bei den psychi­schen Belas­tun­gen.
So hat die GDA schon vor länge­rer Zeit „Empfeh­lun­gen zur Umset­zung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen“ heraus­ge­ge­ben, die allge­mein akzep­tiert sind und deren Krite­rien als Grund­lage des Aufsichts­han­delns verstan­den werden.

In den jünge­ren „Empfeh­lun­gen zur Quali­fi­zie­rung betrieb­li­cher Akteure für die Umset­zung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen“ sind ergän­zend Anga­ben zu den Rollen und Fach­kennt­nis­sen der Akteure genannt, wobei die GDA über soge­nannte Outco­mes das zusam­men­fasst, was nach ihrer Meinung sicher­ge­stellt sein muss. Dies sind:

  • Outcome 1: Aufge­schlos­sen­heit / Sensi­bi­li­sie­rung gegen­über dem Thema psychi­sche Belas­tung und Bean­spru­chung bei der Arbeit
  • Outcome 2 : Verant­wor­tungs­über­nahme und Rollen­klar­heit in Bezug auf  die eigene Aufgabe
  • Outcome 3: Grund­le­gen­des Wissen über psychi­sche Belas­tung bei der Arbeit
  • Outcome 4 : Metho­di­sche Kennt­nisse zur Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tung bei der Arbeit
  • Outcome 5 : Wissen und Bereit­schaft zur ange­mes­se­nen Durch­füh­rung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung
  • Outcome 6 : Wissen und Bereit­schaft zur Umset­zung von Maßnah­men der Verhältnis- und Verhal­tensprä­ven­tion in Bezug auf psychi­sche Belas­tung
  • Outcome 7 : Sensi­bi­li­tät gegen­über spezi­el­len Themen­fel­dern wie Mobbing, Burnout, etc.
  • Outcome 8 : Bereit­schaft zur Inte­gra­tion der Verfah­ren zur Sicher­stel­lung einer menschen­ge­rech­ten Unter­neh­mens­ent­wick­lung in alle rele­van­ten Prozesse

Dabei wird nicht erwar­tet, dass alle Akteure alle Outco­mes gleich­mä­ßig „bedie­nen“ können. Daher werden in den „Empfeh­lun­gen“ für einzelne Funk­tio­nen diffe­ren­zierte Anga­ben gemacht, die für die Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit in diesem Arti­kel näher betrach­tet werden.

Die „Empfeh­lun­gen zur Quali­fi­zie­rung betrieb­li­cher Akteure für die Umset­zung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung psychi­scher Belas­tun­gen“ können herun­ter­ge­la­den werden unter

www.gda-portal.de Für Betriebe Psychi­sche Belas­tun­gen, im Kasten „Zum Thema“

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