Sicher bis zur letzten Schicht!. RAG: Prävention ist mehr als Lippenbekenntnis -
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RAG: Prävention ist mehr als Lippenbekenntnis

Sicher bis zur letz­ten Schicht!

Die RAG betreibt bis Ende 2018 die beiden letzten Steinkohlebergwerke. Prävention von Arbeitsunfällen sind ganz wichtig.
Kampagnenplaket der RAG, Foto: RAG
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Die Berufs­ge­nos­sen­schaft Rohstoffe und chemi­sche Indus­trie (BG RCI) verlieh 2017 ihren Förder­preis  Arbeit-Sicherheit-Gesundheit in der Kate­go­rie „Präven­ti­ons­kul­tur“  an die RAG. Diese betreibt die beiden letz­ten Stein­koh­le­berg­werke Deutsch­lands noch bis Ende 2018, und bis dahin soll die geringe Zahl an Arbeits­un­fäl­len weiter redu­ziert werden.

Der perso­nen­ge­bun­dene „Arbeitsschutz-Oscar“ der BG RCI ist der höchst dotierte Arbeits­schutz­preis in Deutsch­land, der in der Alten Oper in Frank­furt verlie­hen wurde. In der Kate­go­rie „Präven­ti­ons­kul­tur“ wurden Mitar­bei­ter der RAG für die interne Kommu­ni­ka­ti­ons­kam­pa­gne „SICHERHEIT! Denk daran, bevor Du loslegst“ ausge­zeich­net. Die Begrün­dung der Jury: Die viel­schich­tige Kampa­gne vernetzt Führung, Kommu­ni­ka­tion und Schu­lung. Sie moti­viert die Beschäf­tig­ten für das Thema und veran­kert siche­res Arbei­ten posi­tiv im persön­li­chen Verhal­ten.

Heraus­for­de­run­gen

Der Auslauf des Stein­koh­le­berg­baus bis Ende 2018 hält für die Berg­werks­be­leg­schaf­ten noch einmal ganz beson­dere Bedin­gun­gen bereit. So herrscht in der RAG eine hohe interne Fluk­tua­tion. Mitar­bei­ter von Berg­wer­ken, die die Förde­rung einstel­len, wech­seln in andere RAG-Betriebe, wo sie sich erst einmal auf die neuen Arbeits­be­din­gun­gen einstel­len müssen.
Da wegen der Aufgabe des Berg­baus keine neuen Berg­leute einge­stellt werden, ist das Durch­schnitts­al­ter der Stamm­be­leg­schaft auf den Berg­wer­ken rela­tiv hoch. Erfah­rungs­ge­mäß gehen die meis­ten Verlet­zun­gen auf Unfälle durch Stol­pern, Rutschen oder Stür­zen zurück. Und schließ­lich werden für die letz­ten beiden Jahre auch Berg­leute von Part­ner­fir­men einge­setzt, die in bestehen­den Teams inte­griert werden.

Inhalte und Ziele der Kampa­gne

Die ambi­tio­nierte Kommu­ni­ka­ti­ons­kam­pa­gne „SICHERHEIT! Denk daran, bevor Du loslegst“ ist Teil des konzern­wei­ten Arbeits­schutz­kon­zepts. Es soll die eige­nen Mitar­bei­ter ebenso wie die der Part­ner­fir­men zu siche­rem Handeln vor, während und nach der Arbeit moti­vie­ren. Der Start­schuss für die Kampa­gne fiel 2016 bei einer konzern­wei­ten Veran­stal­tung mit dem Schwer­punkt Arbeits-, Gesundheits- und Umwelt­schutz. In den Betrie­ben ging die Kampa­gne im Anschluss mit einer Plakat­se­rie und einer Schwer­punkt­aus­gabe zum Thema im Mitar­bei­ter­ma­ga­zin „Stein­kohle“ an den Start.

Die Kampa­gne wurde von einem Team aus Arbeits­schüt­zern und Kommu­ni­ka­ti­ons­ex­per­ten konzi­piert, das die Berg­leute auch visu­ell ins Zentrum stellt. Dazu entwarf das Team Plakate und groß­for­ma­tige Fahnen, die tatsäch­li­che Kumpels auf den Berg­wer­ken in typi­schen Arbeits­si­tua­tio­nen abbil­den. Die einzel­nen Berg­män­ner appel­lie­ren dabei mittels persön­li­cher Botschaf­ten wie „Sicher­heit beginnt in meinem Kopf!“ an ihre Kolle­gen. Die wech­seln­den Plakat­mo­tive zeigen die Berg­leute in ihren typi­schen Arbeits­um­ge­bun­gen, etwa im Streb, im Förder­korb oder in der Werk­statt. Neben Plaka­ten und Fahnen werden für die Kampa­gne auch Rollups und Ausstel­lungs­wände als Träger der Kampagnen-Botschaften einge­setzt. Zahl­rei­che weitere Maßnah­men flan­kie­ren die Kampa­gne und das über­ge­ord­nete Arbeits­schutz­kon­zept:

  • ein Zechen­kino
  • Weiter­bil­dungs­maß­nah­men
  • Redak­ti­ons­bei­träge in Print- und Online-Medien
  • Flyer
  • Hinweis­schil­der
  • Give aways
  • Gesprächs­run­den mit Sicher­heits­ver­ant­wort­li­chen
  • Sonder­ver­an­stal­tun­gen
  • Appell an Berg­mann­sehre

Alle Bild­mo­tive und Botschaf­ten sind der Kern­bot­schaft „SICHERHEIT! Denk daran, bevor Du loslegst.“ unter­ge­ord­net. Die Botschaf­ten soll­ten auf die Moti­va­tion und die Bereit­schaft abzie­len, auch in ‧Sachen Arbeits­schutz immer weiter dazu­zu­ler­nen und das eigene Verhal­ten zu hinter­fra­gen und zu opti­mie­ren. Aber auch an die sprich­wört­li­che Berg­mann­sehre wollen die Kampa­gnen­me­dien appel­lie­ren. Damit ist die alte Berg­mann­tra­di­tion gemeint, nicht nur für sich selbst, sondern auch für den Kolle­gen Verant­wor­tung zu tragen: „Schau hin, was Dein Kumpel macht!“ lautet daher eine andere Botschaft auf einem der Plakate.

Medi­en­for­mate

Neben den groß­for­ma­ti­gen Botschafts­trä­gern wie den Plaka­ten, Rollups und Fahnen wurden auch klei­nere Medi­en­for­mate im Rahmen der Kampa­gne entwor­fen, um die Beschäf­tig­ten zu noch mehr Enga­ge­ment für den betrieb­li­chen Arbeits­schutz zu moti­vie­ren. Beson­dere Bedeu­tung haben die soge­nann­ten „Vorsatz­kar­ten“, die als Gewinnspiel-Postkarte über das Mitar­bei­ter­ma­ga­zin verteilt werden: Jeder Mitar­bei­ter wird dabei aufge­for­dert, sich einen Sicher­heits­as­pekt auszu­wäh­len, in dem er sich verbes­sern will und das Was, Wie und Warum dafür auf den Karten kurz zu beschrei­ben. Einge­reichte Vorsätze finden sich mit den jewei­li­gen Mitar­bei­tern, welche die Vorsätze einge­reicht hatten, auch auf Plaka­ten wieder. Bis heute erreich­ten die Arbeits­schutz­ab­tei­lung der RAG schon über 3000 gute Vorsätze.

Kampa­gne ist etabliert

Über die bislang erfreu­lich hohen Rück­lauf­zah­len bei den Vorsatz­kar­ten und die gene­rell gute Annahme der Kampa­gne freut sich RAG-Arbeitsschutzfachmann Werner Tubbe­sing: „Wir hoffen, ‧einen neuen Schub zu bekom­men, um auch im Auslauf unser Sicher­heits­ni­veau zu halten und möglichst zu stei­gern.“ Dass dies nicht nur Hoff­nung ist, sondern der Arbeits­schutz dank „SICHERHEIT! Denk daran, bevor Du loslegst.“ bereits jetzt ‧einen wert­vol­len Impuls erhal­ten hat, ‧davon ist der stell­ver­tre­tende RAG-Vorstandsvorsitzende und Arbeits­di­rek­tor ‧Peter Schrimpf fest über­zeugt: „Die Arbeits­schutz­kam­pa­gne ist mitt­ler­weile ‧bereits hervor­ra­gend im Unter­neh­men etabliert.“

 

Autor: Dr. Joerg Hensiek

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