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Unterweisungen im Verwaltungsbereich

Mit Spiel und Spannung
Unterweisungen im Verwaltungsbereich

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Die Teil­nehmer an Unter­weisun­gen im Ver­wal­tungs­bere­ich der RWE Pow­er AG in Essen hören seit zwei Jahren nicht mehr nur zu, son­dern wer­den selb­st aktiv – und haben viel Spaß dabei. Sie ler­nen die Unter­weisungsin­halte mith­il­fe der „Safe­ty Acad­e­my“, einem vom zen­tralen Bere­ich Sicher­heit des Energie­un­ternehmens entwick­el­ten Spiel.

Ver­e­na Manek

Dabei ste­hen die Spielerin­nen und Spiel­er im Kreis um ein großes auf dem Boden aus­ge­bre­it­etes Spielfeld, auf dem ihre Fig­ur, ein rot-weiß gestreifter Warnkegel, seine Run­den dreht. Gewür­felt wird mit einem großen Schaum­stof­fwür­fel. Max­i­mal kön­nen 20 Per­so­n­en, in vier Grup­pen aufgeteilt, mit­spie­len. Kommt die Spielfig­ur auf ein Feld , muss ein von der Gruppe gewählter Sprech­er eine Frage des Mod­er­a­tors inner­halb von 30 Sekun­den beant­worten oder auch eine Aktion aus­führen. Gewon­nen hat die Gruppe, die die meis­ten Punk­te erspielt. Spiel­freude und Wet­tkampfgeist führen dabei zu ein­er ganz eige­nen Dynamik.

Die Regeln des Spiels sind bewusst ein­fach gehal­ten, sie passen auf ein Falt­blatt. Das Spiel dauert rund einein­halb Stun­den – erfahrungs­gemäß ist danach die volle Konzen­tra­tion nicht mehr gegeben. „Die ‚Safe­ty Acad­e­my‘ ist so ein biss­chen eine Kom­bi­na­tion aus ‚Men­sch ärg­ere Dich nicht‘ und ‚Triv­ial Pur­suit‘ – obwohl man keinen raus­kick­en kann,“ erläutert Klaus Ehren­traut, langjähriger Sicher­heitsin­ge­nieur und seit 2011 im RWE–Konzern. „Ein Wis­sensspiel mit inter­ak­tiv­en Ele­menten“, erk­lärt er, „denn man muss dann auch mal den näch­sten Feuer­lösch­er holen und die Funk­tion­sweise vor der Gruppe erläutern“.

Rechtliche Vorgaben erfüllt

Entwick­elt hat er das Spiel zusam­men mit seinem Team aus der Abteilung Sicher­heit. Ziel war, Unter­weisun­gen noch inter­ak­tiv­er und inter­es­san­ter als bish­er zu gestal­ten, aber trotz­dem die rechtlichen Vor­gaben zu erfüllen. Auf keinen Fall sollte, wie teil­weise früher im Arbeitss­chutz, mit erhoben­em Zeigefin­ger ‚das dürft ihr, und das nicht‘ unter­wiesen wer­den. Nach­dem während ein­er ein­tägi­gen Klausur-Tagung die Spielidee geboren war, nah­men die Spiel-Erfind­er das Fein-Tun­ing vor. Dazu gehörten ins­beson­dere die Recherche, Auswahl und For­mulierung der Fra­gen und Antworten. Zusam­men mit ein­er Agen­tur wurde das Spiel­lay­out gestal­tet. Es ent­stand eine Boden- und eine Tis­chver­sion (für beengte räum­liche Ver­hält­nisse), denn auch vom Design und der Hap­tik sollte die „Safe­ty Acad­e­my“ pro­fes­sionell und ansprechend wirken. Selb­st die Ver­pack­ung der Spiele wurde extra gestaltet.

Gefährdungsbeurteilungen als Grundlage

Als Grund­lage für die Fra­gen und Aktio­nen dienen die Gefährdungs­beurteilun­gen: zum The­ma Office Safe­ty, zu Dien­streisen und zum Not­fall­man­age­ment. Hierzu haben Klaus Ehren­traut und sein Team 250 Fra­gen und Aktio­nen aus­gear­beit­et, in drei ver­schiede­nen Schwierigkeitsstufen, für die es bei richtiger Antwort jew­eils einen, zwei oder drei Punk­te gibt. Ergänzt haben sie das Spiel mit Fra­gen und Aktio­nen aus dem Gesund­heits­man­age­ment, so muss als eine Aktion unter anderem eine sta­bile Seit­en­lage aus­ge­führt wer­den. Die Fra­gen wer­den stetig aktu­al­isiert, sie berück­sichti­gen zudem stan­dort­be­zo­gene Besonderheiten.

Das Spiel lässt sich auch auf andere Bere­iche anpassen, so gibt es bere­its Ver­sio­nen für die oper­a­tiv­en Ein­heit­en der RWE Pow­er AG mit Fra­gen zu den The­men Gerüst­bau und Arbeit­en in engen Räu­men. „Mit ein biss­chen Fleiß und Fan­tasie kann man die ‚Safe­ty Acad­e­my‘ so ziel­gerichtet auf bes­timmte Grup­pen aus­richt­en, dass wirk­lich alle Unter­weisungsin­halte entsprechend ver­mit­telt wer­den“, erk­lärt Klaus Ehren­traut. Aber natür­lich sei sie nur eines von mehreren Unter­weisungstools und nicht für alle oper­a­tiv­en Bere­iche geeignet.

Inhalte nachhaltig vermittelt

Seit Beginn der Entwick­lung des Spiels vor cir­ca vier Jahren hat Ehren­traut sehr viele Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­er damit unter­wiesen. Die Res­o­nanz war fast immer pos­i­tiv. Er bekomme viele Rück­mel­dun­gen von Teil­nehmern, die zeigten, wie nach­haltig die Inhalte ver­mit­telt wur­den, freut er sich. Wenn irgen­det­was mit Spaß ver­bun­den sei, bleibe das bess­er im Kopf, ist der Sicher­heitsin­ge­nieur überzeugt: „Das kommt der Funk­tion unseres Gehirns ent­ge­gen – wenn uns etwas Spaß macht und wir uns gern damit beschäfti­gen, ler­nen wir viel besser.“

Oft ergäben sich während des Spiels Diskus­sio­nen, in denen der Mod­er­a­tor Fragestel­lun­gen ver­tiefen oder erweit­ern könne. Das Spiel diene dabei qua­si als Trans­port­mit­tel für die The­men der Arbeitssicherheit.

Sehr wichtig sind Klaus Ehren­traut auch die Erfahrun­gen der Unter­wiese­nen beziehungsweise der Spiel­er. „Nichts ist schlim­mer als wenn ich daste­he und einen Monolog halte,“ betont er. So stellt er als Spiele-Mod­er­a­tor immer Fra­gen wie zum Beispiel „Hat schon mal jemand Erfahrun­gen gemacht mit Stolpern, Rutschen, Stürzen?“ Wenn der Mod­er­a­tor dies aus dem eige­nen Erfahrungss­chatz mit tat­säch­lichen Unfall­hergän­gen unter­füt­tern könne und diese bespreche, bleibe das The­ma noch lange bei den Teil­nehmern präsent. Wobei dies kein ein­gleisiger Prozess sei: Durch die Rück­mel­dun­gen komme auch er selb­st immer wieder klüger aus jed­er Ver­anstal­tung heraus.

Nicht nur bei den Spiel­ern, auch bei Fach­leuten kommt die „Safe­ty Acad­e­my“ gut an – so bei der Jury des Deutschen Arbeitss­chutzpreis­es. Sie zeich­nete das inter­ak­tive Spiel mit dem Deutschen Arbeitss­chutzpreis 2019 in der Kat­e­gorie ‚Kul­turell‘ aus. Die jährliche Unter­weisung im Ver­wal­tungs­bere­ich werde damit deut­lich attrak­tiv­er gestal­tet als bish­er, so die Begrün­dung für die Auszeichnung.


Best Practice

Das inter­ak­tive Spiel „Safe­ty Acad­e­my“ kann als Best Prac­tice für andere Unternehmen dienen. RWE Pow­er AG gibt die Spielan­leitung eben­so wie die Kon­tak­t­dat­en zur Agen­tur, die das Spiel gestal­tet hat, gerne weit­er. Inter­essierte kön­nen ihre Anfrage richt­en an:

klaus.ehrentraut@rwe.com

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