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Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung für Tele­ar­beits­plätze

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Telearbeitsplätze im Homeoffice müssen auch gut eingerichtet und beurteilt werden. Foto: ©olly – stock.adobe.com
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Kein Stau auf dem Arbeits­weg, flexi­bel Arbeit und Fami­lie unter einen Hut brin­gen: Viele Arbeit­neh­mer schät­zen Homeoffice‐Lösungen. Was dies für die Unter­neh­men und für die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung von Tele­ar­beits­plät­zen bedeu­tet, skiz­ziert der folgende Beitrag.

Die novel­lierte Arbeits­stät­ten­ver­ord­nung (ArbStättV) vom 30.11.2016 hat nicht nur die Inhalte der Bild­schirm­ar­beits­platz­ver­ord­nung mit gering­fü­gi­gen Ände­run­gen über­nom­men. Die ArbStättV wurde auch auf den Bereich des Home­of­fice – spezi­ell der dorti­gen Bild­schirm­tä­tig­keit (Tele­ar­beit) – erwei­tert.

Daraus erge­ben sich für die Praxis die folgen­den Fragen:

  • Was ist Tele­ar­beit?
  • Welche Formen der Tele­ar­beit spie­len eine Rolle?
  • Welche Bedeu­tung haben Tele­ar­beit und die vorge­nom­me­nen Ände­run­gen in der ArbStättV für die Unter­neh­men?
  • Wie gestal­tet man sichere und gesunde Tele­ar­beit?

Was ist Tele­ar­beit?

Die novel­lierte ArbStättV hat die frühe­ren Begriffs­de­fi­ni­tio­nen von Tele­ar­beit [1] einge­schränkt. Es geht nun nur noch um eine vertrag­lich verein­barte Tätig­keit mit Bild­schirm­ge­rä­ten (Daten­ein­ga­be­ge­räte bzw. -ausga­be­ge­räte) im priva­ten Bereich. Dies betrifft in der Regel den Wohn­be­reich von Beschäf­tig­ten. Mobile Arbeit am Laptop, wie sie zum Beispiel im Zug oder am Flug­ha­fen, im Hotel­zim­mer, beim Kunden oder in Satel­li­ten­bü­ros ausge­führt wird, fällt nicht unter die Rege­lun­gen der ArbStättV – auch wenn die Arbeit­neh­mer einen Anspruch auf Schutz im Sinne des Arbeits­schutz­ge­set­zes (ArbSchG) haben.

Die Maßnah­men der ArbStättV müssen bei der Tele­ar­beit nicht voll­stän­dig umge­setzt werden (vgl. ArbStättV, § 1 Abs. 3). Sie bezie­hen sich, sofern abwei­chend von den Verhält­nis­sen im Betrieb, nur auf die eigent­li­che Tätig­keit am Bild­schirm (vgl. Anhang Nr. 6) einschließ­lich der Schu­lung von Beschäf­tig­ten (vgl. § 6). Andere Aspekte des Arbeits­stät­ten­rechts (zum Beispiel Flucht­weg­kenn­zeich­nung) finden im Home­of­fice keine Anwen­dung. Die Durch­füh­rung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung (vgl. § 3) wurde zudem auf die erst­ma­lige Einrich­tung beschränkt; bei bereits bestehen­den Tele­ar­beits­plät­zen ist die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung analog einmal durch­zu­füh­ren (lesen Sie auch „Hand­lungs­hilfe für Tele­ar­beits­plätze). Bei genauem Hinse­hen stellt man fest, dass die Gültig­keit der ArbStättV in einem Punkt auch erwei­tert wurde: Betriebe, die unter Berg­recht fallen, waren bislang von der ArbStättV ausge­nom­men. Nun gelten die Rege­lun­gen zur Bildschirm‐ und Tele­ar­beit auch dort (vgl. § 1 Abs. 5).

Zur Durch­füh­rung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung findet sich eine Erläu­te­rung in der Begrün­dung zur Novelle der ArbStättV: „Die Beur­tei­lung des Tele­ar­beits­plat­zes ist erfor­der­lich, soweit der Arbeits­platz von dem im Betrieb abweicht. Die Arbeits­be­din­gun­gen am Bild­schirm­ar­beits­platz zuhause müssen aber nicht genau den Bedin­gun­gen im Betrieb entspre­chen. Der Arbeit­ge­ber darf die Eigen­art von Tele­ar­beits­plät­zen – Arbei­ten in Privat­räu­men – berück­sich­ti­gen. Der Tele­ar­beits­platz muss daher sicher und geeig­net für die Art der Tätig­keit (Bild­schirm­ar­beit) sein; die Gesund­heit der Beschäf­tig­ten darf nicht gefähr­det werden.“ (Bundes­rat Druck­sa­che 506/16, vom 08.09.2016).

Dabei ist es nicht zwin­gend erfor­der­lich, dass eine Vor‐Ort‐Einsichtnahme für die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung statt­fin­det, es müssen aber die erfor­der­li­chen Daten hierzu vorlie­gen. Dies sieht auch der wissen­schaft­li­che Dienst des Deut­schen Bundes­ta­ges so: „An die hier­für [Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung, Anmerk. des Autors] erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen kann er [Arbeit­ge­ber] entwe­der über eine Besich­ti­gung des häus­li­chen Arbeits­plat­zes, wenn der Arbeit­neh­mer zustimmt, oder über konkrete Erfra­gun­gen der häus­li­chen Umstände beim Beschäf­tig­ten gelan­gen. Die Beschäf­tig­ten trifft eine Pflicht zum Eigen­schutz nach § 15 Abs. 1 Satz 1 ArbSchG und eine Mitwir­kungs­pflicht nach § 16 Abs. 2 Satz 1 ArbSchG, so dass sie verpflich­tet sind, die benö­tig­ten Infor­ma­tio­nen an den Arbeit­ge­ber weiter­zu­ge­ben.“ [2]

Formen von Tele­ar­beit

Es lassen sich drei unter­schied­li­che Ausprä­gun­gen von Tele­ar­beit unter­schei­den. In der ersten Vari­ante wird die beruf­li­che Tätig­keit ausschließ­lich zu Hause erle­digt (zum Beispiel bei EDV‐Programmierern). Bei Vari­ante zwei wird nur ein Teil der Wochen­ar­beits­zeit in den heimi­schen Bereich verla­gert, damit zum Beispiel ein Ange­hö­ri­ger besser gepflegt werden kann; der Rest der Beschäf­ti­gungs­zeit wird im Betrieb verbracht. Wie der Arbeits­platz im Betrieb dann aussieht, wird unter­schied­lich gehand­habt: Neben einem persön­lich zuge­ord­ne­ten Büro­ar­beits­platz gibt es in der Praxis auch Desksharing‐Modelle. Die dritte Vari­ante ist zum Beispiel bei Beschäf­tig­ten im Außen­dienst zu finden: Die Haupt­ar­beits­leis­tung erfolgt im Kunden­be­trieb; ein oder zwei Tage pro Woche werden im Home­of­fice verbracht, um zum Beispiel Schrift­ver­kehr aufzu­ar­bei­ten. Besu­che in der Firmen­zen­trale fallen nur noch an, wenn zentrale Meetings (zum Beispiel Vertriebs­ta­gun­gen) oder Bespre­chun­gen notwen­dig sind. Diese Gele­gen­heit können für den Arbeits­schutz verant­wort­li­che Führungs­kräfte nutzen, um beispiels­weise Unter­wei­sun­gen zum gesun­den Arbei­ten am Bild­schirm­ge­rät ohne großen Aufwand durch­zu­füh­ren.

Die darge­stell­ten Vari­an­ten haben vor allem Einfluss auf die tech­ni­sche Ausstat­tung für den Tele­ar­beits­platz. Die ArbStättV über­trägt die Kosten­trä­ger­schaft für die Arbeits­mit­tel und Arbeits­ge­gen­stände sowie für Verbrauchs­ma­te­ria­lien (inklu­sive Kosten für Daten­trans­fer) auf den Arbeit­ge­ber. Unklar ist jedoch, wie weit die Kosten­trä­ger­schaft reichen soll. Während Geräte wie PC, Moni­tor und Drucker noch rela­tiv eindeu­tig darun­ter­fal­len, wird es in puncto Möbel schon schwie­ri­ger. Aus ergo­no­mi­scher Sicht haben zum Beispiel Schreib­tisch und Stuhl eine große Bedeu­tung: Was ist, wenn diese schon vorhan­den und in Ordnung sind?[3] Auch bei ande­ren Einrich­tungs­ge­gen­stän­den besteht Unsi­cher­heit: Beleuch­tungs­kör­per, Wand­farbe, Vorhang bzw. Blend­schutz, Maßnah­men gegen Geräusch­quel­len oder Türen sind in der Regel die Ange­le­gen­heit der Person, die in der Wohnung lebt. Diese Punkte soll­ten daher in vertrag­li­chen Verein­ba­run­gen bzw. in einer über­ge­ord­ne­ten Betriebs­ver­ein­ba­rung unter Einbe­zie­hung der Mitar­bei­ter­ver­tre­tung gere­gelt werden.

Bedeu­tung von Tele­ar­beit

Das Thema Tele­ar­beit hat in der Praxis eine große Bedeu­tung gewon­nen: Es erge­ben sich Vorteile für die Beschäf­tig­ten, die dadurch mehr Spiel­raum in Bezug auf die Verein­bar­keit von Beruf und Fami­lie erhal­ten. Auch die Umwelt profi­tiert, da Pendel­fahr­ten vermie­den werden. Im Fall von Außen­dienst­mit­ar­bei­tern, deren Dienst­sitz weit entfernt von der Firmen­zen­trale liegt, wären tägli­che Pendel­fahr­ten ohne­hin nicht durch­führ­bar. Unter­neh­men können durch das Ange­bot an Tele­ar­beit die Attrak­ti­vi­tät ihrer Arbeits­plätze erhö­hen, da sie ihren Beschäf­tig­ten mehr Hand­lungs­spiel­raum bei der Bewäl­ti­gung priva­ter Lebens­um­stände (zum Beispiel Pflege von Ange­hö­ri­gen, Kinder­be­treu­ung) bieten können.

Mögli­che Doppel­be­las­tun­gen, die sich auch auf die psychi­sche Gesund­heit von Beschäf­tig­ten auswir­ken können, lassen sich durch Tele­ar­beit redu­zie­ren. Erle­di­gen viele Beschäf­tigte ausschließ­lich Tele­ar­beit, sparen Unter­neh­men außer­dem teure Büro­flä­che. Dieser Effekt entfällt jedoch, wenn nur ein Teil der Wochen­ar­beits­zeit zu Hause erle­digt wird. In dieser Vari­ante gibt es im Rahmen der vertrag­li­chen Verein­ba­rung Rege­lun­gen zum festen Arbeits­platz im Unter­neh­men. Der Arbeit­ge­ber hat dann sogar Mehr­kos­ten, da er zwei Arbeits­plätze einrich­ten muss. Zwar kann ein Compu­ter in Form eines Laptops mitge­nom­men werden, aber es müssen sowohl zu Hause als auch im Betrieb eine Docking‐Station, ein exter­ner Bild­schirm, eine externe Tasta­tur sowie ein Tisch und Büro­ar­beits­stuhl zur Verfü­gung stehen. Es muss außer­dem eine weitere Daten‐ und Kommu­ni­ka­ti­ons­lei­tung einge­rich­tet werden.

Dennoch bieten sehr viele Unter­neh­men Tele­ar­beit an. Laut Pres­se­be­rich­ten lässt SAP alle 22.000 Beschäf­tig­ten in Deutsch­land künf­tig frei entschei­den, von wo aus sie ihre Arbeit erle­di­gen. Das Unter­neh­men folgt damit dem Beispiel von Micro­soft Deutsch­land, das für 2.700 Beschäf­tigte eine entspre­chende Betriebs­ver­ein­ba­rung hat.[4] Studien der Hoch­schule Furt­wan­gen5 zeigen, dass in der Praxis alle Formen der Tele­ar­beit genutzt werden. Die Anzahl der Tele­ar­beits­plätze schwankt in diesen Studien zwischen drei und 1.500 in den Unter­neh­men; die Entfer­nun­gen zwischen dem Wohn­ort der Beschäf­tig­ten (Tele­ar­beits­platz) und den Betriebs­zen­tra­len lagen zwischen einem Kilo­me­ter und mehr als 1.000 Kilo­me­tern. Diese Beispiele zeigen, dass Tele­ar­beit für die Unter­neh­men und damit auch für den Arbeits­schutz eine große Bedeu­tung haben.

Zwei wich­tige Säulen für Tele­ar­beit

Schu­lun­gen und Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen stel­len – neben den ergo­no­mi­schen Arbeits­mit­teln – die beiden Säulen im Arbeits‐ und Gesund­heits­schutz dar. Da der Gesetz­ge­ber dazu in der ArbStättV keine weitere Präzi­sie­rung vorge­nom­men hat, kann daraus abge­lei­tet werden, dass hier bewusst Hand­lungs­spiel­räume einge­räumt werden sollen. Ein sinn­vol­ler und mögli­cher prak­ti­scher Ansatz ist, sich auf das Schutz­ziel aus der ArbStättV zu bezie­hen: Sichere und gesunde Arbeit.

Für die Errei­chung dieses Schutz­zie­les erscheint es viel nach­hal­ti­ger als eine Vor‐Ort‐Besichtigung bei erst­ma­li­ger Einrich­tung eines Tele­ar­beits­plat­zes, die betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten so mitzu­neh­men und zu sensi­bi­li­sie­ren, dass sie von sich aus bestrebt sind, den Tele­ar­beits­platz ergo­no­misch einzu­rich­ten und bei der Arbeit auf Aspekte der Ergo­no­mie und der Gesund­heit zu achten. Dazu gehört auch, Beschäf­tigte darauf aufmerk­sam zu machen, dass eine Entgren­zung von Arbeit und Privat­le­ben sich auch nega­tiv auf ihre Bean­spru­chung auswir­ken kann. Tele­ar­beit geht also auch mit Selbst­dis­zi­plin einher. SAP geht hier mit gutem Beispiel voran. Dort wurde mit einer Wissens­da­ten­bank ein Instru­ment entwi­ckelt, das Beschäf­ti­gen die Möglich­keit gibt, alle erfor­der­li­chen ergo­no­mi­schen Punkte zu kennen und zu berück­sich­ti­gen (Safety Tool­box). [6]

Der erste Schritt zur Imple­men­tie­rung von siche­ren und gesun­den Tele­ar­beits­plät­zen ist die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung bei ihrer erst­ma­li­gen Einrich­tung. Dabei erge­ben sich einige Fragen. Wie lässt sich beispiels­weise sicher­stel­len, dass Beschäf­tigte ihren beur­teil­ten Tele­ar­beits­platz nicht wieder umstel­len, verän­dern oder (zum Beispiel aus Platz­grün­den) wieder wegräu­men? Wieviel Vertrauen kann dies­be­züg­lich in die Beschäf­tig­ten gesetzt werden? Ist es aus ökolo­gi­schen Grün­den sinn­voll, in die Wohnung jedes Beschäf­tig­ten zu fahren? Oder ist es sinn­voll, sich auf Stich­pro­ben zu beschrän­ken bzw. ganz auf Vor‐Ort‐Termine zu verzich­ten, insbe­son­dere bei weiten Distan­zen zwischen Firmen­sitz und Tele­ar­beits­platz? Unklar ist auch, wie man das Recht auf die Unver­letz­lich­keit der Wohnung nach § 13 Grund­ge­setz mit der Durch­füh­rung von Gefähr­dungs­be­ur­tei­lun­gen in der Wohnung von Beschäf­tig­ten vor Ort in Einklang brin­gen kann. Schluss­end­lich muss eine Abwä­gung getrof­fen werden zwischen dem Recht auf einen gesun­den und siche­ren Arbeits­platz und der Unver­letz­lich­keit der Wohnung.

Diese Fragen können durch ein prag­ma­ti­sches Vorge­hen beant­wor­tet werden: Die Beschäf­tig­ten soll­ten in den Prozess der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung einge­bun­den werden. Das bedeu­tet nicht, dass sie selbst die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung machen sollen. Sie soll­ten die Möglich­keit haben, die Daten­er­he­bung vorzu­neh­men, zum Beispiel in Form einer Bild­do­ku­men­ta­tion des Tele­ar­beits­plat­zes sowie in selbst ausge­füll­ten und unter­schrie­be­nen Check­lis­ten. Die so erho­be­nen Daten stehen dann dem Vorge­setz­ten bzw. der Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit für die Beur­tei­lung zur Verfü­gung. Im Bedarfs­fall soll­ten dem Tele­ar­beit­neh­mer weitere Ansprech­part­ner (zum Beispiel Betriebs­arzt, Büro­pla­ner, Perso­nal­ab­tei­lung) zur Verfü­gung stehen bzw. Infor­ma­ti­ons­un­ter­la­gen an die Hand gege­ben werden. Entspre­chende Check­lis­ten werden mitt­ler­weile auch auf kommer­zi­el­ler Basis ange­bo­ten.

Unter­wei­sung, Schu­lung und Moti­va­tion der Beschäf­tig­ten sind unver­zicht­bar für sichere und gesunde Tele­ar­beit. Diese Maßnah­men müssen noch inten­si­ver als bei Beschäf­tig­ten im Betrieb erfol­gen, da die übli­che Unter­stüt­zung im Betrieb im Rahmen von Bege­hun­gen entfällt.

Hand­lungs­hil­fen für die Praxis

Die Check­liste auf Seite neun fasst zusam­men, wie ein mögli­cher Prozess für die Erstel­lung und Doku­men­ta­tion einer Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung an Tele­ar­beits­plät­zen ausse­hen könnte. Der Beitrag ab Seite zwölf in diesem Heft skiz­ziert, dass mit einer Safe­ty­Card eine weitere praxis­ge­rechte Hand­lungs­hilfe für Tele­ar­beits­plätze geschaf­fen werden kann. Weitere wich­tige Eckpunkte, die Arbeit­ge­ber und Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit bei der Gestal­tung von Tele­ar­beits­plät­zen beach­ten soll­ten, sind in einer weite­ren Check­liste unter http://hier.pro/xniE6 auf www.sifa-sibe.de abruf­bar.

Fazit

Fest­zu­hal­ten ist, dass das Wissen über gesun­des Arbei­ten an Bild­schirm­ar­beits­plät­zen nach­hal­tig bei den Beschäf­tig­ten veran­kert werden sollte, um deren Belas­tung erfolg­ver­spre­chend im Sinne der Präven­ti­ons­ar­beit zu redu­zie­ren. Dabei soll­ten Arbeit­ge­ber und Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit einen möglichst prag­ma­ti­schen Ansatz wählen, damit die Maßnah­men von den Beschäf­tig­ten, aber auch von den
Führungs­kräf­ten nicht als Hürde, sondern als Berei­che­rung empfun­den werden. Als Fazit bleibt auch fest­zu­hal­ten, dass die Ände­run­gen in der ArbStättV in der Praxis mit Heraus­for­de­run­gen verbun­den sind, die aber bewäl­tig­bar blei­ben.

[1] Vgl. u. a.: Arbeits­wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nisse Nr. 115, Sicher­heit und gesund­heits­ge­rechte Gestal­tung von Tele­ar­beit. Hrsg.: BAuA, Dort­mund, 2000, S. 3. Tele­ar­beit: Leit­fa­den für sozia­les Arbei­ten in der Praxis. Hrsg: Bundes­mi­nis­te­rium für Arbeit und Sozi­al­ord­nung, Bundes­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Tech­no­lo­gie, Bundes­mi­nis­te­rium für Bildung und Forschung in Zusam­men­ar­beit mit Deut­scher Tele­kom, Berlin/Bonn, 2001, Kapi­tel 2.1..

[2] Quelle: Deut­scher Bundes­tag, wissen­schaft­li­cher Dienst, Fach­be­reich WD 6: Arbeit und Sozia­les: Tele­ar­beit und Mobi­les Arbei­ten. Akten­zei­chen WD 6 – 3000 – 149/16, 10. Juli 2017, S. 8

[3] In der Bekannt­ma­chung des ASTA vom 07.11.2017 „Empfeh­lun­gen des Ausschus­ses für Arbeits­stät­ten (ASTA) zur Abgren­zung von mobi­ler Arbeit und Tele­ar­beits­plät­zen gemäß Defi­ni­tion in § 2 Absatz 7 ArbStättV“ wird klar­ge­stellt, dass bereits vorhan­de­nes (ergo­no­mi­sches) Mobi­liar weiter­hin verwen­det werden darf. Dies gilt ebenso für frei­wil­lig vom Beschäf­tig­ten zur Verfü­gung gestell­ten Gegen­stände. Die Arbeit­ge­ber­ver­ant­wor­tung bleibt aber auch für diese Gegen­stände unver­än­dert! (Quelle: https://www.baua.de/DE/Aufgaben/Geschaeftsfuehrung-von-Ausschuessen/ASTA/pdf/Mobile-Arbeit-Telearbeit.pdf?__blob=publicationFile&v=5; Down­load am 17.05.2018)

[4] Vgl. http://www.spiegel.de/karriere/sap-home-office-fuer-alle-22–000-mitarbeiter-in-deutschland-a-1196171.html (Zugriff am 12.04.2018).

[5] Vgl. Siva­log­a­nathan, Sinthur­yan: Entwick­lung von Lösungs­an­sät­zen und Umset­zung der geplan­ten ArbStättV bei der Tele­ar­beit. Bachelor‐Thesis im Studi­en­gang Secu­rity & Safety Engi­nee­ring
an der Hoch­schule Furt­wan­gen (unver­öf­fent­licht, Abga­be­da­tum: 30.06.2018). Vgl. auch Lohmül­ler, Marius; Schle­gel, Claus: Vorge­hens­wei­sen für die Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung Tele­ar­beit. Semes­ter­pro­jekt im Studi­en­gang Secu­rity & Safety Engi­nee­ring der Hoch­schule Furt­wan­gen (unver­öf­fent­licht, Sommer­se­mes­ter 2017).

[6] Hinze, Beate, persön­li­che Mittei­lung an den Autor am 16.04.2018.

 


Dieser Beitrag stammt aus der Zeit­schrift „Sicher­heits­in­ge­nieur“. Hier können Sie zwei aktu­elle Ausga­ben kosten­los bestel­len.


Autor: Prof. Dr. Arno Weber
Profes­sor für Arbeits‐ und Gesund­heits­schutz an der Hoch­schule Furt­wan­gen und Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit
weba@hs-furtwangen.de

Foto: HFU

Eine Check­liste, was Arbeit­ge­ber und Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit bei der Einrich­tung von Tele­ar­beits­plät­zen beach­ten soll­ten, finden Sie unter

http://hier.pro/xniE6


Glos­sar

Tele­ar­beits­plätze sind vom Arbeit­ge­ber fest einge­rich­tete Bild­schirm­ar­beits­plätze im Privat­be­reich der Beschäf­tig­ten, für die der Arbeit­ge­ber eine mit den Beschäf­tig­ten verein­barte wöchent­li­che Arbeits­zeit und die Dauer der Einrich­tung fest­ge­legt hat. Ein Tele­ar­beits­platz ist vom Arbeit­ge­ber erst dann einge­rich­tet, wenn Arbeit­ge­ber und Beschäf­tigte die Bedin­gun­gen der Tele­ar­beit arbeits­ver­trag­lich oder im Rahmen einer Verein­ba­rung fest­ge­legt haben und die benö­tigte Ausstat­tung des Tele­ar­beits­plat­zes mit Mobi­liar, Arbeits­mit­teln einschließ­lich der Kommu­ni­ka­ti­ons­ein­rich­tun­gen durch den Arbeit­ge­ber oder eine vom ihm beauf­tragte Person im Privat­be­reich des Beschäf­tig­ten bereit­ge­stellt und instal­liert ist.“ (Quelle: ArbStättV, § 2, Abs. 7)

Home­of­fice: ein „(mit moder­ner Kommu­ni­ka­ti­ons­tech­nik ausge­stat­te­tes) Büro im eige­nen Wohn­haus.“ (Quelle: Duden). Ein Home­of­fice kann mit einem Tele­ar­beits­platz ausge­rüs­tet sein, muss es aber nicht. Wenn aber ein Tele­ar­beits­platz verein­bart wurde, bedingt dies ein Home­of­fice bzw. einen Bereich, der wie ein Home­of­fice genutzt wird.

Unter mobi­ler Arbeit wird eine Arbeits­form bezeich­net, in der die Beschäf­tig­ten ihre Arbeit an belie­bi­gen Orten erle­di­gen können und dafür keinen festen Arbeits­platz in ihrem Unter­neh­men brau­chen. Dies kann beim Kunden, auf Dienst­rei­sen im Hotel oder in der Bahn sowie von Zu Hause aus sein. So gese­hen bedeu­tet mobi­les Arbei­ten mehr als Tele­ar­beit und Home­of­fice.“ (Quelle: Insti­tut für ange­wandte Arbeits­wis­sen­schaft e. V. (ifaa), Zahlen, Daten, Fakten vom 02.05.2017).


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