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Was vor dem Kauf einer fahrbaren Arbeitsbühne bedacht werden sollte

Welches Fahr­ge­rüst darf’s denn sein?

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Bei länger währen­den Arbei­ten in der Höhe sorgen Gerüste für einen ergo­no­mi­schen und vor allem siche­ren Stand. Je nach auszu­füh­ren­der Tätig­keit und jewei­li­ger Arbeits­um­ge­bung muss das jedoch nicht unbe­dingt ein aufwän­dig zu montie­ren­des Fassa­den­ge­rüst sein. Moderne Fahr­ge­rüste bieten die glei­che Sicher­heit, sind flexi­bler einzu­set­zen und deut­lich zeit­spa­ren­der aufzu­bauen. Das Ange­bot ist groß: Vor dem Kauf eines passen­den Systems gilt es einige Aspekte zu über­den­ken.

Stehen Arbei­ten an klei­ne­ren Flächen an und ist die Stell­flä­che vor Ort ausrei­chend eben, ist ein schnell montier­ba­res Fahr­ge­rüst eindeu­tig güns­ti­ger und auch flexi­bler als ein fest montier­tes Fassa­den­ge­rüst“, sagt Volker Jarosch, Leiter der Produkt­ent­wick­lung Steig­tech­nik. „Es lässt sich schnell von einem Einsatz­ort zum nächs­ten fahren und kann sowohl im Außen‐ als auch im Innen­be­reich genutzt werden. Gerade klei­nere Betriebe können so Aufwand, Zeit und Geld sparen.“ Damit aus dem Kauf kein Flop wird, gilt es vor einer Anschaf­fung anhand folgen­der Krite­rien abzu­wä­gen, welches System das rich­tige für die eige­nen Belange ist.

Einsatz­ort und Arbeits­höhe

Eine der wesent­li­chen Fragen, die sich ein Betrieb vor der Anschaf­fung stel­len sollte, ist die nach dem Einsatz­ort. Muss sich das Fahr­ge­rüst an unebene Unter­gründe anpas­sen lassen, sollte das gewählte System über spin­del­bare Rollen verfü­gen. Wird das Gerüst zusätz­lich im Innen­be­reich einge­setzt und dort häufig von einem Raum in einen ande­ren versetzt, bietet sich ein Fahr­ge­rüst mit einem klapp­ba­ren Rahmen­teil an. Auch die geplante Arbeits­höhe sollte bedacht werden. Hier sind die Stabi­li­tät des Mate­ri­als und die Art der Verar­bei­tung entschei­dend, erklärt Volker Jarosch: „Wer beson­ders hoch hinaus möchte, sollte auf ein System mit geschweiß­ten Rahmen­tei­len zurück­grei­fen. Es hat eine deut­lich bessere Statik als Produkte, die beispiels­weise gebör­delt sind und ermög­licht daher höhere Arbeits­hö­hen.“ Werden bei den Einsät­zen oft unter­schied­li­che Gerüst­hö­hen benö­tigt, empfiehlt der Fach­mann zudem ein modu­la­res System, das bei Bedarf schnell und unkom­pli­ziert um zusätz­li­che Elemente erwei­tert werden kann.

Platz­ver­hält­nisse

Wie viel Platz am Nutzungs­stand­ort zur Verfü­gung steht, ist ein weite­rer Aspekt für die Wahl des passen­den Systems. Hier gilt es, die Vor‐ und Nach­teile der verschie­de­nen Lösun­gen gegen­ein­an­der abzu­wie­gen, so Volker Jarosch: „Fahr­ge­rüste, die durch Ausle­ger stabi­li­siert werden, benö­ti­gen im freien Raum zunächst einmal mehr Platz als mittels Traver­sen stabi­li­sierte Fahr­ge­rüste. Dafür sind sie aber flexi­bler, wenn das Gerüst an beson­ders schma­len Stel­len zum Einsatz kommt, da die Ausle­ger einfach wegge­schwenkt werden können.“ Je nach Nutzungs­stand­ort ist aus Grün­den der Stand­si­cher­heit eine zusätz­li­che Ballas­tie­rung nötig, die meist sepa­rat gekauft und mitge­führt werden muss. Die erfor­der­li­che Ballas­tie­rung ist abhän­gig davon, ob das Fahr­ge­rüst im Innen‐ oder Außen­be­reich, frei­ste­hend oder an der Wand genutzt werden soll.

Einsatz­häu­fig­keit und Belas­tung

Eben­falls entschei­dend bei der Auswahl ist die Häufig­keit, mit der das Fahr­ge­rüst voraus­sicht­lich einge­setzt wird. Bei einer nahezu tägli­chen Nutzung und einem häufi­gen Auf‐ und Abbau empfeh­len sich lang­le­bige Modelle mit massi­ven, geschweiß­ten Rahmen­tei­len. Ist das Gerüst nur unre­gel­mä­ßig im Einsatz, ist eine leich­tere Vari­ante mit gebör­del­ten Rahmen­tei­len meist ausrei­chend.

Wich­tig ist auch die Belas­tung, der das Gerüst stand­hal­ten können muss. Stehen eine oder zwei Perso­nen auf der Arbeits­bühne und müssen Mate­ria­lien oder Baustoffe darauf abge­legt werden? „Die Belas­tungs­fä­hig­keit eines Gerüs­tes lässt sich an der ange­ge­be­nen Gerüst­gruppe gemäß der euro­päi­schen Norm für fahr­bare Arbeits­büh­nen DIN EN 1004 able­sen. Darüber hinaus sind Gerüste in verschie­dene Last­klas­sen einge­teilt, die über die zuläs­sige Belas­tung pro Quadrat­me­ter Aufschluss geben. So sind Gerüste aus der Gruppe 2 bis maxi­mal 150 Kilo­gramm pro Quadrat­me­ter belast­bar, Produkte aus der Gerüst­gruppe 3 haben eine zuläs­sige Belas­tung von 200 Kilo­gramm pro Quadrat­me­ter“, erläu­tert Volker Jarosch.

Sicher­heits­kon­zept gegen Absturz

Die Sicher­heit der Anwen­der sollte bei der Auswahl eines geeig­ne­ten Systems grund­sätz­lich Prio­ri­tät haben. Neben Über­be­las­tung, fehler­haf­tem Aufbau oder beschä­dig­ten Teilen zählt vor allem die fehlende Absturz­si­che­rung bei der Montage oder Demon­tage zu den häufigs­ten Unfall­ur­sa­chen beim Einsatz von Fahr­ge­rüs­ten. „Beim Auf‐ und Abbau ist das Risiko eines Abstur­zes am höchs­ten, da zu diesem Zeit­punkt die sichern­den Elemente wie Seiten­schutz­stre­ben teil­weise noch nicht ange­bracht sind“, betont Volker Jarosch. In die engere Wahl soll­ten daher vorzugs­weise Systeme kommen, bei denen dieses Risiko durch spezi­elle Sicher­heits­kon­zepte mini­miert wird, da sämt­li­che sicher­heits­re­le­vante Teile schon vor dem Bestei­gen der Bühne vom Boden aus ange­bracht werden können – wie bei der Fahr­ge­rüst­se­rie HYMER Advan­ced Safe‐T. Das paten­tierte, von unten einzu­hän­gende Sicher­heits­ge­län­der wird einfach in die Gerüst­bühne einge­klinkt, über selbst­si­chernde Haken arre­tiert und gewährt beim Auf‐ und Abbau uner­läss­li­chen Seiten­schutz. Durch die gerin­gere Anzahl an Einzel­tei­len wird zudem das Risiko mini­miert, dass Teile auf der Baustelle fehlen und daher wegge­las­sen werden.


Praxis‐Tipps

  • Der Auf‐ und Abbau eines Fahr­ge­rüsts sollte immer nach der Gebrauchs­an­lei­tung des Herstel­lers erfol­gen.
  • Gegen­check nach dem Vier‐Augen‐Prinzip: Eine zweite Person über­prüft vor Nutzung den korrek­ten Aufbau
  • Die in der Anlei­tung aufge­führ­ten Hinweise zur siche­ren Nutzung sind zu beach­ten.
  • Zustand und Funk­ti­ons­fä­hig­keit aller Gerüst­teile soll­ten regel­mä­ßig über­prüft werden.
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